Sonntag, 14. Januar 2007

BB vom 14.01.2007


Datum 14/15. Januar 2007
Zeit 15:00 / 23:30-0:00 / 3:00
Ort Wiesbaden / Terrasse Taunusstein
Wetter wolkenlos
Seeing recht gut
Grenzgröße fst 5,5 (Umi)
Geräte 12x32 FG / TS8x56 FG

Mal ein zweigeteilter Beobachtungsbericht, da ich tagsüber verzweifelt nach dem Kometen McNaught Ausschau hielt, der ja zum einen der hellste Komet seit gut 70 Jahren ist und zum anderen heute nochmal eine gute Chance bot ihm etwa 5° neben der Sonne am Taghimmel zu beoachten. Schon am frühen Mittag stand ich geschützt durch eine Hauswand im Garten und versuchte ihn mit allen mir zur Verfügung stehenden Ferngläsern aufzufinden - leider ohne Erfolg. Nachmittags ging es zu Besuch zu meinen Eltern nach Wiesbaden, nach einem Tipp aus dem Forum nahm ich nur das 12x32 Billigglas mit. Und tatsächlich, nachdem ich mir fast den Wolf geschaut habe entdeckte ich irgendwann zwischen 15 und 16 Uhr den hellen Kometenkern. Er war eigentlich gar nicht schwer zu sehen nur nicht so leicht so nah an der Sonne aufzufinden bis ich ihn endlich hatte. Ich bildete mir den Schweif zumindest erahnen zu können, aber das mag Einbildung gewesen sein - McNaught war somit nicht nur ein sehr beeindruckender Komet am Taghimmel den es wohl zu Lebzeiten nicht mehr geben wird sondern zugleich auch noch meine erste Kometenbeobachtung überhaupt - sicher aber nicht die letzte, wobei ich den nächsten doch bitte gerne am Nachthimmel hätte...

Nachdem der Tag schon nahezu wolkenfrei war, hoffte ich auf ein paar schöne Beobachtungen in der Nacht, gegen 19:00 war der Himmel vollkommen klar und wolkenlos. Dann passierte erst einmal etwas eher ungewöhnliches, ich schlief ein und wachte erst gegen 23:00 Uhr wieder auf, geweckt von meiner hungrigen Tochter :) Der Himmel war einfach atemberaubend und eine schnelle GG Bestimmung ergab 5,5m im UMi. Ausgerechnet zur Zeit bin ich praktisch teleskoplos, da mein 90/500er schon fertigt zerlegt/verpackt auf einen neuen Besitzer wartet und mein neues Scope noch nicht da ist. Ich begann meine Streiftour mit dem freien Auge. M42 war bereits als nebulöses etwas erkennbar, in M45 zählte ich aus dem Augenwinkel sechs Sterne. Mel 20 um alpha Persei zeigte sich als funkelnder Sternhaufen und auch h+x Persei war bereits gut erkennbar. Die Andromedagalaxie war als Nebelfleck schon gut beobachtbar. Dann fuhr ich mit meiner Himmelstour mit dem 8x56 Fernglas fort. Auch mit dem Feldstecher ging ich erst die oben genannten Objekte durch, M42 zeigte schon das "Fischmaul" und mit dem UHC Filter hinter das Okular gehalten schien er nochmals anzuwachsen aber freihändig konnte ich kein mehr an Details erhaschen. h+x zeigten sich einfach nur brilliant im Fernglas, und im Perseus konnte ich NGC 1528 ausmachen. Die Plejaden funkelten mich wunderschön an und viele Dutzende Sterne wurden im FG sichtbar. In Auriga sah ich die drei schönen M-Haufen 36,37 und 38 fast in einem Gesichtsfeld, ich musste lediglich leicht schwenken um sie ins Blickfeld zu bekommen. Sie hatten Nebelcharakter aber einige Einzelsterne blitzten auf, einfach toll anzuschauen. M31 zeigte sich im Fernglas als ausgedehnter Nebel mit hellem Kern und schwächeren Ausläufern. Bei meinem Abstecher zu Cassopeia sah ich diverse offene Sternhaufen, unter anderem M103, NGC663 und 654. 

Gegen 3:00 war ich dann noch mal ein bischen draussen um die Nacht gebührend zu genießen. Der Himmel zeigte bereits die Frühlingssternbilder Löwe, Coma Berenices in dem ich den Coma (Stern)Haufen mit freiem Auge schön erkennen konnte. M45 stand bereits tief im Horizont im Westen, M31 war im Horizontdunst nicht mehr auszumachen aber h+x nach wie vor mit bloßem Auge sichtbar. Im Osten sah ich bereits die Corona Borealis und Herkules emporklettern. Da ich aber doch schon ziemlich müde war, belies ich es bei einigen Minuten entspannten Genießens und dann gings wieder zurück ins Bett :)

Freitag, 27. Oktober 2006

Selbstbau Sonnenfilter No.1

Bekanntermaßen ist eine günstigste und gleichsam sehr sichere Möglichkeit die Sonne im Weißlicht zu beobachten, sich aus der visuellen Baaderfolie einen Sonnenschutzfilter zu basteln. Also bestellte ich mir einen DIN-A4 Bogen und begann zu schnippeln.

Zunächst versuchte ich mich an einer Papprollenversion, die mir aber nicht die nötige Stabilität bot die ich mir unter dem Objektivfilter vorstellte.
Also suchte ich im Haushalt nach passenden Alternativen. Mit dem Deckel eines Glasbehälters von IKEA wurde ich fündig, er passte gut über die Taukappe des 70/900 FHs und ist aus stabilem Plastik. Mit einem scharfen Teppichmesser entfernte ich zunächst den mittleren Teil des Plastikdeckels. Anschließend schnitt ich einen passenden Innenring aus stabilem Karton aus und klemmte damit die ausgeschnittene Folie in den Plastikring ein. Um die ganze Konstruktion wirklich sicher zu machen, bohrte ich drei kleine Löcher in den Rand des "Filtergehäuses" um somit mit kleinen Schräubchen den Filter fest an der Taukappe zu fixieren..

Et voila, ein Objektivsonnenfilter für wenig Geld, der sogar noch nach etwas aussieht ;)

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Obligatorisch soll nicht unerwähnt bleiben, dass das Betrachten der Sonne mit Risiken behaftet ist - bei fehlender bzw. beschädigtem (Objektiv!)Sonnenfilter hat man Ruck-Zuck drei Punkte am Arm. Deshalb ist der Filter mit Sorgfalt zu bauen und gegen Herunterfallen (Wind, Rempler) zu sichern! Auch ist er vor jeder Beobachung auf Schäden zu überprüfen und auch sehr wichtig den optischen Sucher abmontieren oder sehr sicher verschließen. Dass dies alles keine langweiligen Standart Sprüche sind beweist dieser "Erfahrungsbericht"...
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Zuletzt noch ein Foto das mir dankenswerter Weise von Marek zu Verfügung gestellt wurde.
So darf man es auf keinen Fall tun!
Der Bildautor dachte zwar zu keinem Zeitpunkt daran durch das Okular zu schauen sondern nur seine Kamera, der Gefahr auszusetzten, aber das Nichtabdecken des Suchers und die lapidare Befestigung mit Tesafilm ist höchst gefährlich!
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Freitag, 20. Oktober 2006

Erfahrungsbericht: TS 90/500 Refraktor

Hersteller: TS (Markenname)
Öffnung: 90 mm

Brennweite: 500 mm

Bauart: Refraktor (FH Achromat)

Okularauszug: 1,25" 
Neupreis: ca. 150€ (nicht mehr erhältlich)
Noch in Besitz: NEIN

Mein neuer Richfielder - ein TS 90/500 FH Refraktor. Ursprünglich plante ich den Kauf eines 80mm ED Refraktors als kleine transportable Richfield Ergänzung zu einem kommenden Dobson, doch damit würde ich mich derzeit doch finanziell arg übernehmen, besonders wenn man noch das nötige 2" Zubehör mit einrechnet, daher habe ich mir dieses Gerät günstig zugelegt. 

Da das Gerät ausschließlich für die Deepsky Übersichtsbeobachtung dienen soll, dürfte der Farbfehler den ein f/5,5 Fraunhofer produziert eher von zweitrangiger Bedeutung sein. Nachdem ich jetzt schon einige Male mit dem Gerät beobachtet habe, kann ich sagen, dass es meine Erwartungen voll erfüllt und teilweise sogar übertroffen hat. Ein Planetengerät ist es sicher nicht aber auch Vergrößerungen für Kugelsternhaufen und planetarische Nebel sind ohne Probleme möglich.

Das Instrument ist für die Richfieldbeobachtung uneingeschränkt tauglich obschon es nicht über einen 2" Okularauszug verfügt der noch etwas mehr Feld bieten würde. Der Farbfehler ist sichtbar, insbesondere an hellen Objekten, inwieweit einen das stört ist Ansichtssache und eine Frage des Geldbeutels.

Fazit:

Dieser Refraktor war mein erster Berührungpunkt mit Richfield. Rückblickend kann ich sagen: Schlecht war er nicht, mit f/5,5 auch nicht GANZ so farbesprühend wie sein großer Bruder mit 102/500. Wenn ich mich richtig erinnere war er 2006 schon ein Auslaufmodell und von daher günstig zu bekommen. Nachteilig ist der bereits ewähnte Okularauszug. Wer einen zu einem guten Preis unter 100€ angeboten bekommt und es stört nicht kein 2" Zubehör nutzen zu können: Man kann schlechteres mit dem Geld anstellen. Wer es hingegen ernst meint mit der Richfield Beobachtung der wird um ein Gerät mit einem 2" Auszug nicht herumkommen.
 

Dienstag, 1. August 2006

Etwas mehr optische Theorie

Nach fast zehn Jahren (Urfassung dieses Textes) entspricht dieser Artikel nicht mehr meinen eigenen Qualitätsanforderungen, er bleibt zwar zunächst unverändert verfügbar, ich empfehle aber dringend stattdessen die Ausführungen im neu überarbeitetem Artikel "Das Teleskop: Aufbau & Erläuterungen" sowie die dort verlinkten tiefergehenden Artikel zu diesen Themen zu lesen.

Auch hier will ich nicht so weit ins Detail gehen dass man ein Mathematik- oder Physikstudium zum Verstehen braucht, aber ich möchte etwas näher auf einige wichtige Grundbegriffe und die Funktionsweise verschiedener Teleskopsysteme eingehen.

Einige wichtige Grundbegriffe

Das Öffnungsverhältnis - Dies gibt eigentlich nur das Verhältnis von Öffnung zur Brennweite an, also beispielsweise 900mm Brennweite / 90mm Öffnung ergibt ein Öffnungsverhältnis von f/10. Bei Teleskopen spricht man auch landläufig von "schnellen" und "langsamen" Öffnungsverhältnissen. Als schnell wäre so zum Beispiel ein 102/500 Teleskop mit f/5 zu bezeichnen während oben genantes Beispiel mit f/10 ein langsames System ist. Was macht nun den Unterschied. Da kommen wir zum nächsten wichtigen Begriff der so genannten Austrittspupille - kurz AP. Die AP ist der Durchmesser des Bildes der das Okular Richtung Auge verlässt. Sie hängt direkt von der Öffnungszahl des Teleskops und der Brennweite des eingesetzten Okulars zusammen: AP (in mm) = Okularbrennweite / Öffnungszahl.

Warum ist dies nun so wichtig? Das menschliche Auge hat seinerseits eine Eintrittspupille die i.d.R. nie größer als 7mm werden kann (bei optimaler Dunkeladaption), bei manchen Menschen, gerade bei steigendem Alter kann dieser Wert auch abnehmen. Ist die AP die aus dem Okular ins Auge trifft also höher als 7mm wird Helligkeit verschenkt, da das Auge gar nicht in der lage ist, das größere Bild auf die Netzhaut zu leiten. Ein Beispiel: Ein Teleskop hat ein Öffnungsverhältnis von f/5, setzt man ein 32mm Okular ein beträgt die AP 6,4mm also schon sehr nah am Wert der sinnvollen AP. Ist das Öffnungsverhältnis also "schnell" können größere Austrittspupillen mit kleineren Okularbrennweiten erreicht werden als bei langsamen Geräten. So ist es bei Öffnungverhältnissen von sagen wir einmal f/12 praktisch unmöglich mit verfügbaren Okularen eine maximaler AP von 7mm zu erreichen, die Okularbrennweite müsste 84mm betragen! Auch eine untere Grenze gibt es bei der AP, er liegt um die 0,6mm und durch ihn errechnet man auch die maximale sinnvolle Vergrößerung. Grundsätzlich sind hohe AP nur unter dunklem Himmel sinnvoll, da der Himmelshintergrund ansonsten zu hell erscheint und das Sehen von schwachen Objekten erschwert oder gar verhindert. Hohe AP ins also bei Beobachten von schwachen Objekten (wie Galaxien oder Nebel) sinnvoll während bei hellen Objekten wie konzentrierten Kugelsternhaufen oder auch Planeten eine kleinere AP sinnvoller ist.

Nicht verschwiegen werden darf, dass schnellere Öffnungsverhältnisse auch bessere Okulare erfordern, da bei ihnen optische Fehler stärker zu Tage treten und nur durch hochwertige (und meist sehr teure) Okulare die Bildschärfe (insbesondere am Bildrand) gewährleistet wird. So merke ich bei meinem 90/500 FH Refraktor mit einem Öffnungsverhältnis von f/5,5 schon beim Einsatz meiner Plösslokulare, dass die Sterne am Bildfeldrand nicht mehr punktförmig sondern verzerrt sind.

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Teleskop-Typen

1.) Refraktor - Linsenteleskop

Fragt man einen Laien was er sich unter einem Teleskop vorstellt wird er in den meisten Fällen das klassische Linsenteleskop beschreiben. Man unterscheidet bei Linsenteleskopen zwischen verschiedenen optischen Designs. Das allererste Teleskop war ein einfacher chromatischer einlinsiger Refraktor mit einem ganz erheblichen Farbfehler.

Wie kommt nun dieser oben erwähnte Farbfehler zustande?

Das Objektiv bringt die Lichtstrahlen in einem Brennpunkt zusammen, allerdings muss es dies für verschiedene Farben tun und durch die unterschiedlichen Wellenlängen des Lichts können einfache Linsen diese Brennpunkte nicht nah genug an einander bringen, dadurch treten Farbsäume auf und das Bild wirkt mitunter etwas unscharf. Die Frauenhofer oder auch Luftspaltachromaten schaffen es schon recht gut den Farbfehler auf ein erträgliches Maß zu senken, er ist aber definitiv zu sehen und zwar um so stärker und auch störender um so schneller das Öffnungsverhältnis ist. Heutzutage sind achromatische Objektive der Standard und im Einsteigerbereich üblich. Darüber hinaus gibt es ED-Refraktoren (manchmal auch als Halb-APOs angepriesen), dies sind Linsenteleskope die durch die Kombination spezieller Glassorten den Farbfehler minimieren, sowie die äußerst teuren und meist sehr hochwertigen Apochromaten (APO) die praktisch keinen Farbfehler mehr aufweisen. Die unterschiedlichen Farbfehler sind unten anhand von Mondfotos demonstriert, der kurzbrennweitige Fraunhofer produziert den auffälligsten, während der langbrennweitige FH schon weniger Farbsäume produziert und der APO praktisch farbfehlerfrei ist. (Die Fotos sind nicht 100% aussagekräftig, da sie unter verschiedenen Bedingungen zu unterschiedlichen Zeiten aufgenommen worden sind.)

Refraktoren bieten in der Regel mehr Kontrast und eine feinere punktförmige Sternabbildung (gute Qualität von Objektiv und Okularen vorrausgesetzt). Bis 6" (150mm) sind Refraktoren üblich und sofern man sich keinen Apochromaten kauft auch noch erschwinglich, sie sind dann aber schon recht unhandlich und benötigen eine sehr stabile Montierung. Im untersten Preissegment ist der berühmte Lidl-Refraktor ein beliebtes Einsteigergerät, das 70/700 FH Teleskop ist auf einer beinahe ausreichend dimensionierten Astro-3 Montierung montiert und kostet nur etwa 70€ - er bietet einen schönen Einstieg, in dieser Preisklasse wird man definitv nichts finden was qualitativ auch nur annähernd an den "Lidl" heran kommt. 

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2.) Newton-Spiegelteleskop

Der Newton ist das klassische Spiegelteleskop. Hauptbestandteile sind der Haupstspiegel und der Fangspiegel. Der Einblick erfolgt durch den vorne seitlich angebrachten Okularauszug (OAZ). Das Licht fällt zunächst auf den Hauptspiegel am hinteren Ende des Tubus, von dort werden die Lichtstrahlen auf den um 45° gegen die optische Achse geneigten Fangspiegel geworfen von wo aus das Licht in den OAZ geleitet wird. Bei einigen Teleskopen wird die Brennweite durch eine Linse vor dem OAZ künstlich verlängert, man spricht vom katadioptrischen Newton. Dieses System ist in der Preisklasse von Einsteigergeräten nicht zu empfehlen weil die Qualität meist stark zu wünschen übrig lässt und zum anderen weil die nötige Justage äußerst schwierig ist. Der Fangspiegel ist an der Fangspiegelspinne aufgehängt, diese besteht aus vier, manchmal auch nur drei und bei sehr billigen Teleskopen auch nur aus einer Streben. Durch den Fangspiegel im Strahlengang wird das Bild abgeschattet, man spricht von Obstruktion. Diese Abschattung kostet Kontrast, weshalb versucht wird die Obstruktion möglichst niedrig zu halten. Ein Vorteil von Spiegelteleskopen ist unbestritten der im Vergleich zu Refraktoren günstigere Preis bei gleichzeitig größerer Öffnung und damit mehr Lichtsammelvermögen. Auch sind Spiegel mit großer Öffnung inzwischen recht erschwinglich zu bekommen, so kosten Spiegelteleskope mit 8" (um die 200mm) Öffnnung inzwischen etwa soviel wie Linsenteleskop mit nur 4" (um die 100mm), jeweils ohne Montierung bzw. einfacher Dobsonmontierung und in der einfacheren Qualitätsregion. Womit sich jeder Benutzer eines Newtons befassen muss (lieber früher als später) ist das Thema Justage bzw. Kollimation. Dazu empfehle ich die Seite von Ekkehard Grohs, dort findet sich eine sehr gut verständliche Anleitung. Durch ihre meist größere Öffnung und dem damit einhergehenden höheren Gewicht benötigen sie eine ausreichend dimensionierte Montierung um wackelfreies Beobachten zu ermöglichen. Eine sehr einfache und gleichzeit geniale Art der azimutalen Montierung bei Newtons ist die sogenante Dobsonmontierung, eine Holzbox die so genannte Rockerbox in die der Tubus eingehängt wird. Die Nachführung erfolgt beim Dobson per Hand, eine motorische Nachführung ist zwar mit einigem Aufwand (und Kosten...) möglich aber eigentlich unüblich, der Dobson ist somit ein Teleskop das mehr auf visuelle Beobachtungen ausgelegt ist. Ob man mit dieser Art der Montierung zurecht kommt kann man meiner Meinung nach nur durch Ausprobieren bei anderen Sternfreunden mit solchen Geräten herausfinden. Entscheidenter Vorteil der Dobsons ist, dass die Kosten zu 90% in die Optik fliessen und somit bessere oder größere Spiegel erlauben. So kostet ein Spiegel mit 114mm Öffnung auf einer ordentlichen Montierung schon genausoviel wie ein Dobson mit 200mm Öffnung oder anders ausgedrückt: Um einen 200mm Spiegel stabil parallaktisch zu montieren muss man mindestens einige Hundert Euro in eine ausreichende Montierung investieren. Natürlich gibt es auch beim Newton optische Nachteile, einer ist mit der Obstruktion durch den Fangspiegel schon genannt. Ein anderer sind Abbildungsfehler durch den Spiegel wie beispielsweise Koma - dabei bekommen Sterne am Bildrand Schweife und sind nicht mehr punktförmig, durch sehr genaue Justage kann man das Koma auf ein Minimum reduzieren und oftmals ist auch das Okular (mit) Schuld an unsauberen Sternabbildungen. "Abschalten" kann man das Koma aber nur beim Einsatz von (teuren) Komakorrektoren oder gänzlich andere optische Spiegelsysteme bei denen die Koma durch Linsen korrigiert wird.
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3.) Schmidt-Cassegrain Teleskop
Das Schmidt-Cassegrain-Teleskop (kurz SCT) besitzt neben Spiegeln auch Linsen im Strahlengang und zählt deshalb zu den Katadioptern. An der Öffnung des Teleskops sitzt eine Korrektorplatte, eine so genannte Schmidt-Platte. An ihr ist auch der Fangspiegel befestigt der die vom Hauptspiegel reflektierten Lichtstrahlen durch ein Loch in der Mitte des Hauptspiegels zum Okular leitet. So besitzt dieser Teleskoptyp das selbe Einblickverhalten wie ein Linsenteleskop. Die Korrektorplatte korrigiert Bildfehler des Spiegels. Durch den doppelten Strahlengang durch den Tubus sind diese Teleskope trotz ihrer langen Brennweite sehr kompakt, allerdings auch nicht ganz billig. Es gibt noch viele weitere Abarten ähnlicher Teleskopsysteme, ich will sie nur kurz erwähnen weil sie alle ähnlich aufgebaut sind. Makustov Teleskope haben eine dickere meniskusförmige Korrektionsplatte, der Sekundärspiegel ist dafür Teil der Korrektorplatte und nicht verschraubt (sie sind mitunter schon sehr günstig zu bekommen). Wie es ein Schmidt-Cassegrain-Teleskop gibt, so gibt es auch nur Schmidt- bzw. Cassegrainteleskope. Schmidteleskope sind einfache Newtons mit Korrektorplatte während Cassegrain-Teleskope, keine Korrektorplatte besitzen aber den selben Strahlengang wie das SCT. Es gibt noch einige andere mit leichten Variationen, neu im Amateursektor sind die Ritchey-Chrétien-Teleskope, die von außen kaum von einem SCT zu unterscheiden sind, aber ein besseres Bild liefern soll und erheblich teurer ist...
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[Quellen] Dieser Artikel basiert auf meinen Erinnerungen an alles was ich jemals zum Thema in diversen Büchern gelesen habe, die Formel zur AP-Berechnung, sowie die Inspiration zu den von mir erstellten Grafiken habe ich aus dem dtv-Atlas zur Astronomie von 1973 - Sollte ich grobe Fehler in den Text eingebaut haben, bitte ich um Feedback zur Korrektur :-)

Beobachtungsbedingungen & Verbesserungen, Tuning

Dieser Artikel bedarf einer Überarbeitung oder Neufassung, zwar sind nach wie vor keine falschen Angaben zu finden, jedoch sehe ich ihn nach knapp zehn Jahren nicht mehr als tiefgehend genug an, ihr dürft ihn trotzdem weiterlesen, jedoch erfahrt ihr mehr zu diesem Thema im neueren Artikel "Die Wahl des richtigen Beobachtungsplatzes"

Auf dieser Seite möchte ich noch ein paar Tipps geben wenn die Beobachtungserfolge sich nicht so recht einstellen wollen und erklären was man selbst tun kann um Verbesserungen zu erreichen.
Beginnen wir mit dem wahrscheinlich allerwichtigsten Punkt:

Beobachtungsbedingungen

Man kann sie gar nicht hoch genug einschätzen, die Umgebungsbedingungen bei astronomischen Beobachtungen. Viele meinen, dass ein großes oder teures Gerät der Garant für erfolgreiche Beobachtungen ist - ein Trugschluss, bei schlechten Umweltbedingungen sieht man mit einem großen Gerät mitunter weniger als mit einem kleinen Einsteigergerät unter Idealbedingungen. So spricht man auch vom Gewinn an Größenklassen (Helligkeitsklassen) die man durch den Einsatz einer bestimmten Teleskopöffnung zu den mit freien Auge sichtbaren Sterne addiert, man kann sich also leicht vorstellen was ein Unterschied von sagen wir mal zwei Größenklassen an fehlender Öffnung kompensieren kann bzw. bei vorhandener Öffnung beschneidet.

Was zählt alles zu den Umgebungsbedingungen:

1.) Transparenz des Himmels: Ein klarer Himmel ist äußerst wichtig, das heißt dass die Luft möglichst dunstfrei sein sollte, Hochnebel und dergleichen sind Gift für erfolgreiche Beobachtungen, am besten kann man die Transparenz vor Sonnenuntergang einschätzen, ist der Himmel in Horizontnähe gräulich-blau spricht das für eher weniger gute Transparenz, sind die Himmelsfarben klar und kräftig bis zum Horizont kann man mit einer guten Transparenz rechnen, leider können auch hier die Bedingungen innerhalb weniger Stunden umschlagen.

2.) Dunkelheit: Nachts ist es dunkel - wirklich? Meist kann man erst wenn man einmal unter wirklich dunklem Landhimmel gestanden hat einschätzen wie schlecht mitunter die Bedingungen unter aufgehelltem Himmel in bewohnten Gebieten sind. Die Dunkelheit des Himmels kann man auch messen, die meiner Meinung nach beste Methode (es gibt aber unterschiedliche) ist die "Faintest Star" (schwächster Stern) Methode. Dazu nimmt man sich für einen bestimmten Himmelsbereich eine sehr detaillierte Sternkarte in der die Helligkeiten vor und ermittelt welchen Stern man noch mit bloßem Auge erkennen kann. Damit hat man die Qualität des Himmels schon ganz gut eingeschätzt. Hat der schwächste noch sichtbare Stern eine Helligkeit von bspw. 5,7mag sagt man fst 5,7m. Die sichtbare Grenzgröße kann je nach Standort und sonstigen Bedingungen sehr stark schwanken - mitten im Großstadtdschungel sieht man mitunter keinen einzigen Stern, während man in tiefster Abgeschiedenheit in Afrikas Grenzgrößen von bis zu 7,5mag erreichen kann. Grundsätzlich gilt, dass man einen möglichst dunklen Standort aufsuchen sollte, außerhalb von geschlossenen Ortschaften möglichst weit von diesen entfernt, denn die Lichtglocken größerer Städte sind auch aus Kilometer weiten Entfernung noch störend zu erkennen. Natürlich ist nicht jeder so mobil um unter dunklen Landhimmel zu fliehen aber auch dann sollte man sich einen möglichst dunklen Ort suchen, der in der Nähe ist (vielleicht ein Park oder ähnliches) und auch darauf achten dass keine Lichtquellen direkt sichtbar sind, da diese die Dunkeladaption zerstören. Das Auge braucht in etwa eine halbe Stunde in absoluter Dunkelheit um sich optimal anzupassen. Achtet einfach mal darauf, nach einiger Zeit ohne Blendung seht ihr mehr Sterne als gleich zu Beginn der Beobachtung. Einzig und allein schwaches rotes Licht stört die Dunkeladaption nicht, deshalb dürfen auch nur rote (z.B. mit Folie abgedunkelte) Lampen verwendet werden. Auch darf man nie vergessen was der Mond mit der Himmelshelligkeit anrichten kann, will man schwache Objekte beobachten ist die beste Zeit um Neumond!

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3.) Seeing - Das Seeing gibt die Luft(un)ruhe an, die verschiedenen Luftschichten wabern und bewegen sich, das verhindert das Erkennen von Details und kommt am ehesten am Mond, den Planeten und der Trennung von Doppelsternen zum Tragen. Auch hier kann man selbst etwas tun auch wenn man natürlich nichts am Seeing selber ändern kann. Wenn nachts die Luft abkühlt ist das Seeing besonders über Beton und Häusern am stärksten, da diese die Wärme länger speichern, deshalb gilt auch hier, am besten raus aus bewohntem Gebiet und auf Feld oder Wiese. Auf der Seite meteoblue der Universität Basel gibt es eine erstaunliche genaue Seeing-Vorhersage. Wichtig ist auch nie aus der Wohnung heraus oder über Schornsteine hinweg zu beobachten da dort das lokale Seeing extrem schlecht ist. Grundsätzlich sollte man warten bis das zu beobachtende Objekt seine maximale Höhe am Himmel erreicht, denn in Zenitnähe ist das Seeing meist besser, weil das Licht so nur einen vergleichsweise kurzen Weg durch die Atmosphäre hat.

Fazit: Wer unter dunklem klaren Himmel beobachtet sieht immer mehr als unter aufgehelltem oder dunstigen Himmelsbedingungen. Manchmal entscheiden schon wenige Kilometer darüber ob man bestimmte Objekte sehen kann oder nicht. Deshalb darf man nicht verzagen wenn man mit seinem neuen Gerät auf Anhieb keinen Erfolg hat, auf der anderen Seite bleibt auch für kleine Geräte die Hoffnung unter sehr guten Bedingungen mehr zu sehen als bei durchschnittlichen und man darf natürlich nicht viel erwarten wenn man schwache Nebel oder Sternhaufen bei hellem Mondlicht beobachten will...

Tuning und Verbesserungen am Teleskop

Da man an den Bedingungen seiner Umwelt praktisch nichts ändern kann, außer dass man versuchen kann ihnen zu entfliehen kann man auch am Gerät selber einige Verbesserungen vornehmen um die Leistung zu verbessern. Einiges kann man mit wenig handwerklichem Geschick selber machen. Wenn man sich die eine oder andere Maßnahme nicht zutraut sollte man es im Zweifel lieber lassen oder jemanden mit Erfahrung um Hilfe bitten.

Am Teleskop selber ist eine beliebte und einfache Maßnahme den Tubus mit so genannter (schwarzer) Veloursfolie auszukleiden. Damit wirkt man der meist schlechten Schwärzung der Tuben entgegen, einfallendes Streulicht kostet dann einiges an Kontrast und der Unterschied fällt beim Beobachten in der Regel sofort auf. Die Folie ist im Baumarkt oder auch im Internet für ein paar Euro erhältlich. Da man dafür normalerweise die optischen Komponenten auseinander- bzw. ausbauen muss sollte man sehr sorgsam damit umgehen und sie während dem Umbau sorgsam, sauber und staubfrei lagern. Die Seite binoviewer.at enthält viele Tipps und Anleitungen zum Thema Umbau und Tuning. Dort findet man auch Berichte über die Verbesserung der Stabilität von einfachen Montierungen.

Einfache Einsteigergeräte kranken meist an zwei grundlegenden Problemen, zum einen eine unterdimensionierte Montierung und zum zweiten, schlecht verarbeitete oder unpassende Okulare. Auch durch den Einsatz höher wertige Okulare kann man noch einiges an Leistung aus dem Gerät kitzeln. Jetzt stellt sich natürlich die Frage welche Okulare man sich zulegen sollte. Nicht leicht zu beantworten - wirklich gute Okulare kosten mitunter ein Vielfaches des Teleskoppreises! Meist reicht es schon ein paar Plössl-Okulare zu kaufen, diese sind schon besser als die meist mitgelieferten einlinsigen Huygens oder Kellnerokulare. Für um die 25€ gibt es immer mal wieder zwei (Super)Plösslokulare als Set.