Dienstag, 1. August 2006

Beobachtungsbedingungen & Verbesserungen, Tuning

Dieser Artikel bedarf einer Überarbeitung oder Neufassung, zwar sind nach wie vor keine falschen Angaben zu finden, jedoch sehe ich ihn nach knapp zehn Jahren nicht mehr als tiefgehend genug an, ihr dürft ihn trotzdem weiterlesen, jedoch erfahrt ihr mehr zu diesem Thema im neueren Artikel "Die Wahl des richtigen Beobachtungsplatzes"

Auf dieser Seite möchte ich noch ein paar Tipps geben wenn die Beobachtungserfolge sich nicht so recht einstellen wollen und erklären was man selbst tun kann um Verbesserungen zu erreichen.
Beginnen wir mit dem wahrscheinlich allerwichtigsten Punkt:

Beobachtungsbedingungen

Man kann sie gar nicht hoch genug einschätzen, die Umgebungsbedingungen bei astronomischen Beobachtungen. Viele meinen, dass ein großes oder teures Gerät der Garant für erfolgreiche Beobachtungen ist - ein Trugschluss, bei schlechten Umweltbedingungen sieht man mit einem großen Gerät mitunter weniger als mit einem kleinen Einsteigergerät unter Idealbedingungen. So spricht man auch vom Gewinn an Größenklassen (Helligkeitsklassen) die man durch den Einsatz einer bestimmten Teleskopöffnung zu den mit freien Auge sichtbaren Sterne addiert, man kann sich also leicht vorstellen was ein Unterschied von sagen wir mal zwei Größenklassen an fehlender Öffnung kompensieren kann bzw. bei vorhandener Öffnung beschneidet.

Was zählt alles zu den Umgebungsbedingungen:

1.) Transparenz des Himmels: Ein klarer Himmel ist äußerst wichtig, das heißt dass die Luft möglichst dunstfrei sein sollte, Hochnebel und dergleichen sind Gift für erfolgreiche Beobachtungen, am besten kann man die Transparenz vor Sonnenuntergang einschätzen, ist der Himmel in Horizontnähe gräulich-blau spricht das für eher weniger gute Transparenz, sind die Himmelsfarben klar und kräftig bis zum Horizont kann man mit einer guten Transparenz rechnen, leider können auch hier die Bedingungen innerhalb weniger Stunden umschlagen.

2.) Dunkelheit: Nachts ist es dunkel - wirklich? Meist kann man erst wenn man einmal unter wirklich dunklem Landhimmel gestanden hat einschätzen wie schlecht mitunter die Bedingungen unter aufgehelltem Himmel in bewohnten Gebieten sind. Die Dunkelheit des Himmels kann man auch messen, die meiner Meinung nach beste Methode (es gibt aber unterschiedliche) ist die "Faintest Star" (schwächster Stern) Methode. Dazu nimmt man sich für einen bestimmten Himmelsbereich eine sehr detaillierte Sternkarte in der die Helligkeiten vor und ermittelt welchen Stern man noch mit bloßem Auge erkennen kann. Damit hat man die Qualität des Himmels schon ganz gut eingeschätzt. Hat der schwächste noch sichtbare Stern eine Helligkeit von bspw. 5,7mag sagt man fst 5,7m. Die sichtbare Grenzgröße kann je nach Standort und sonstigen Bedingungen sehr stark schwanken - mitten im Großstadtdschungel sieht man mitunter keinen einzigen Stern, während man in tiefster Abgeschiedenheit in Afrikas Grenzgrößen von bis zu 7,5mag erreichen kann. Grundsätzlich gilt, dass man einen möglichst dunklen Standort aufsuchen sollte, außerhalb von geschlossenen Ortschaften möglichst weit von diesen entfernt, denn die Lichtglocken größerer Städte sind auch aus Kilometer weiten Entfernung noch störend zu erkennen. Natürlich ist nicht jeder so mobil um unter dunklen Landhimmel zu fliehen aber auch dann sollte man sich einen möglichst dunklen Ort suchen, der in der Nähe ist (vielleicht ein Park oder ähnliches) und auch darauf achten dass keine Lichtquellen direkt sichtbar sind, da diese die Dunkeladaption zerstören. Das Auge braucht in etwa eine halbe Stunde in absoluter Dunkelheit um sich optimal anzupassen. Achtet einfach mal darauf, nach einiger Zeit ohne Blendung seht ihr mehr Sterne als gleich zu Beginn der Beobachtung. Einzig und allein schwaches rotes Licht stört die Dunkeladaption nicht, deshalb dürfen auch nur rote (z.B. mit Folie abgedunkelte) Lampen verwendet werden. Auch darf man nie vergessen was der Mond mit der Himmelshelligkeit anrichten kann, will man schwache Objekte beobachten ist die beste Zeit um Neumond!

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3.) Seeing - Das Seeing gibt die Luft(un)ruhe an, die verschiedenen Luftschichten wabern und bewegen sich, das verhindert das Erkennen von Details und kommt am ehesten am Mond, den Planeten und der Trennung von Doppelsternen zum Tragen. Auch hier kann man selbst etwas tun auch wenn man natürlich nichts am Seeing selber ändern kann. Wenn nachts die Luft abkühlt ist das Seeing besonders über Beton und Häusern am stärksten, da diese die Wärme länger speichern, deshalb gilt auch hier, am besten raus aus bewohntem Gebiet und auf Feld oder Wiese. Auf der Seite meteoblue der Universität Basel gibt es eine erstaunliche genaue Seeing-Vorhersage. Wichtig ist auch nie aus der Wohnung heraus oder über Schornsteine hinweg zu beobachten da dort das lokale Seeing extrem schlecht ist. Grundsätzlich sollte man warten bis das zu beobachtende Objekt seine maximale Höhe am Himmel erreicht, denn in Zenitnähe ist das Seeing meist besser, weil das Licht so nur einen vergleichsweise kurzen Weg durch die Atmosphäre hat.

Fazit: Wer unter dunklem klaren Himmel beobachtet sieht immer mehr als unter aufgehelltem oder dunstigen Himmelsbedingungen. Manchmal entscheiden schon wenige Kilometer darüber ob man bestimmte Objekte sehen kann oder nicht. Deshalb darf man nicht verzagen wenn man mit seinem neuen Gerät auf Anhieb keinen Erfolg hat, auf der anderen Seite bleibt auch für kleine Geräte die Hoffnung unter sehr guten Bedingungen mehr zu sehen als bei durchschnittlichen und man darf natürlich nicht viel erwarten wenn man schwache Nebel oder Sternhaufen bei hellem Mondlicht beobachten will...

Tuning und Verbesserungen am Teleskop

Da man an den Bedingungen seiner Umwelt praktisch nichts ändern kann, außer dass man versuchen kann ihnen zu entfliehen kann man auch am Gerät selber einige Verbesserungen vornehmen um die Leistung zu verbessern. Einiges kann man mit wenig handwerklichem Geschick selber machen. Wenn man sich die eine oder andere Maßnahme nicht zutraut sollte man es im Zweifel lieber lassen oder jemanden mit Erfahrung um Hilfe bitten.

Am Teleskop selber ist eine beliebte und einfache Maßnahme den Tubus mit so genannter (schwarzer) Veloursfolie auszukleiden. Damit wirkt man der meist schlechten Schwärzung der Tuben entgegen, einfallendes Streulicht kostet dann einiges an Kontrast und der Unterschied fällt beim Beobachten in der Regel sofort auf. Die Folie ist im Baumarkt oder auch im Internet für ein paar Euro erhältlich. Da man dafür normalerweise die optischen Komponenten auseinander- bzw. ausbauen muss sollte man sehr sorgsam damit umgehen und sie während dem Umbau sorgsam, sauber und staubfrei lagern. Die Seite binoviewer.at enthält viele Tipps und Anleitungen zum Thema Umbau und Tuning. Dort findet man auch Berichte über die Verbesserung der Stabilität von einfachen Montierungen.

Einfache Einsteigergeräte kranken meist an zwei grundlegenden Problemen, zum einen eine unterdimensionierte Montierung und zum zweiten, schlecht verarbeitete oder unpassende Okulare. Auch durch den Einsatz höher wertige Okulare kann man noch einiges an Leistung aus dem Gerät kitzeln. Jetzt stellt sich natürlich die Frage welche Okulare man sich zulegen sollte. Nicht leicht zu beantworten - wirklich gute Okulare kosten mitunter ein Vielfaches des Teleskoppreises! Meist reicht es schon ein paar Plössl-Okulare zu kaufen, diese sind schon besser als die meist mitgelieferten einlinsigen Huygens oder Kellnerokulare. Für um die 25€ gibt es immer mal wieder zwei (Super)Plösslokulare als Set.

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