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Sonntag, 11. August 2013

Bericht vom 6. HUTT in Perscheid 08.-11.08.2013


Datum: 09-11.08.2013
Ort: Perscheid im Hunsrück

Bericht vom Hunsrücker Teleskoptreffen 2013

Die ersten Zeilen dieses Berichts schreibe ich noch gemütlich vor meinem Zelt sitzend in der Nachmittagssonne, sonst sind die Erinnerung an den fantastischen Abend und die lange Nacht dahin bis ich wieder zu Hause bin. Gegen 16 Uhr traf ich im beschaulichen Perscheid ein, vor der großen Begrüßungsrunde war natürlich erst das Zelt und das Equipment aufzubauen, dank Wurfzelt kein großer Akt. Für die Hinfahrt brauchte ich um die anderthalb Stunden, aber wir fuhren auch die romantische Strecke am Rhein entlang und schraubten uns dann ab Bacharach in die Höhe in Richtung Perscheid.


Der Hauptaspekt eines Teleskoptreffens, insbesondere eines kleineren im familiären Rahmen ist natürlich das Kennenlernen von Sternfreunden und das Treffen von alten Bekannten, die ich stellenweise schon seit einigen Jahren nicht mehr gesehen hatte, allein für die vielen netten Kontakte und Gespräche hätte sich die Anreise schon gelohnt! Vielen Dank an dieser Stelle an alle, die dort waren und dazu beigetragen haben, das Treffen wirklich zu einem einmaligen Erlebnis zu machen.



Und hier noch zwei schöne Bilder von Claudia und Bernd, danke fürs Schicken!


Benny & Bernd - endlich ein persönliches Treffen






Während mein Sohnemann die Lust am Zelten schnell verging und doch lieber die Nacht beim zum Glück heraneilenden Opa zu verbringen war meine Kleine Feuer und Flamme, sicher auch weil sie sich schnell mit den Töchtern von Jörn und Markus angefreundet hat, ein tolles Erlebnis auch für sie... Nach einem mehr oder minder schmackhaften Abendessen (Dosenfraß) und vielen guten Gesprächen widmeten wir uns dann geschlossen dem langsam aufreissenden Sternhimmel. Zunächst galt es einige Geräte zu justieren (vor allem Armin und Andreas waren am Dauerkollimieren), dann ging an diesem Abend auch noch Jans ETX an seinen neuen Besitzer und wir verbrachten einige Zeit mit dem Aufstellen und Einstellen, ist auch bei mir schon etliche Jahre her, aber langsam kamen mir die Arbeitsschritte wieder und nach einiger Zeit schnurrte das ETX in bekannter Lautstärke sauber über den Himmel.




Einem Fast-Einsteiger führten Armin und ich in aller Ruhe die Vorzüge eines (in diesem Fall meines) 12“ Dobsons vor, die Begeisterung die da langsam heranreifte stieg im Prinzip parallel zur Grenzgröße an, der Himmel war in der ersten Nachthälfte sehr wechselnd bewölkt, stellenweise ging GAR nichts, dann war die Hälfte des Himmels wieder knackenklar. Bis dato hatte ich nur einige Standardobjekte angefahren, wir mussten eben das beobachten was gerade frei war ;)


Und wo wir gerade bei den beiden sind, hier ein schönes Foto, dass mir die Beiden noch für den Bericht zur Verfügung gestellt haben.



Eindrücklich war auch die Beobachtung von Neptun im 10“ Schiefspiegler! Kurioserweise war es vor etlichen Jahren genau DIESES Gerät in dem ich den Planten auf dem ATB das erste Mal gesehen habe :)

Während wir uns gerade unterhielten, passierte möglicherweise DAS Highlight schlechthin, aus dem Augenwinkel wurde es plötzlich gleissend hell – Gewitter? - schoss mir in einer Millisekunde durch Kopf, zum Glück ging mein Kopf auch direkt nach oben, in die richtige Richtung (Cas/Per) sah ich glücklicherweise schon und so sah ich den wohl beeindruckendsten Boliden, den ich jemals gesehen habe! Er wurde dann auch erst RICHTIG hell, giftgrün und tauchte den Platz, den Wald und mehr als den halben Himmel in ein gespenstisches Licht, so schnell wie er kam verglühte er auch, ein Zerbröckeln konnten wir nicht ausmachen, trotz seiner gleissenden Helligkeit, die ich gar nicht in Magnituden ausdrücken kann (eher Vollmond denn irgendein helles Gestirn!), war seine Spur nicht lange, nur langsam. Ein vielstimmiger Aufschrei begleitete dieses beeindruckende Schauspiel. Ein weiterer Glücksfall war die Tatsache, dass ich bereits seit über einer Stunde meine EOS mit Ulis Fischeyeobjektiv auf Dauerfeuer 30 Sekunden Aufnahmen machte, so war der Bolide dann auch wirklich perfekt eingefangen!

NACHTRAG: Dank Micha (Winnie) konnte der Bolide jetzt als Kappa-Cygnide eingeordnet werden, vor allem Radiant und die niedrige Geschwindigkeit wären typisch, wobei die Helligkeit schon ein starker Ausreisser nach oben ist.


Und noch ein ca. 90% Ausschnitt des Boliden

Je weiter die Nacht voranschritt, desto weniger wurde die Bewölkung und nach ein Uhr war der Himmel dann komplett frei und ordentlich dunkel, Nils maß einen Mittelwert von 21,33 mag/arcsec² und wir lagen ein gutes Stück jenseits der 6m3! So waren denn auch etliche Objekte genial zu sehen. Mit Nils besuchte ich nochmals das Galaxienpäärchen in der Leier. Doch damit nicht genug, zum ersten Mal habe ich mich getraut durch einen 18“er zu schauen, das habe ich bisher wohlweislich vermieden – zu Recht! Dieser Anblick macht einen erst sehr aufgeregt und dann seeeehr nachdenklich :D Auch an dieser stelle ein herzliches Dankeschön an Uta und Wolfgang, denen ich an diesem Abend noch viele unglaublich Anblicke bekannter Objekte mit diesem beneidenswertene Teleskop verdanke! So wünschte ich mir Stephans Quintett, dass einen mit 18“ recht einfach anspringen, aber schon NGC 7331 mit ihren etlichen Begleitern war ein wahrer Genuß. Später wurde auch noch die aktuelle Supernova und M74 beobachtete (die ich auch im 12er noch gut sehen konnte) und ein echter foto-like M33 mit allen Spiralarmen und auffälligen Knoten war noch eines der Highlights. Auch die Lyragalaxien sahen wir in diesem Gerät.

Strichspuren des Rohmaterials für das Zeitraffervideo



Einen Zwischenstopp legte ich auch noch bei Christian und seiner neuen „Liegestuhl-Bino-Montierung“ ein. Die lässt sich wirklich leicht verstelllen, bleibt eigentlich nur noch ein Drehteller unter dem Stuhl zu montieren und mann kann völlig entspannt ohne aufzustehen über den Himmel sausen.

Etwas später konnte ich bei Toni im 16“er sogar noch eine zweite Supernova beobachten SN2013dy in NGC 7250 – zwei Supernovae in einer Nacht ist auch eher ungewöhnlich, einfach klasse :D Irgendwann nach einer Nacht die zwar wirklich lang war aber andererseits auch wie im Flug verging kroch ich dann doch ziemlich müde gegen 4 Uhr ins Zelt. Es hatte zwar etwas gedauert aber in der zweiten Nachthälfte konnte man die Bedingungen durchaus als genial bezeichnen, dazu ging fast durchgehend ein leichter Wind, der später zwar etwas frösteln lies, aber auch jeden Tau verhinderte.

 

6. HUTT Perscheid/Hunsrück 09.-11.08.2013 from Benny Hartmann on Vimeo.

Der nächste Morgen kam zwar um 7:30 Uhr unbarmherzig früh, dafür aber warm und sonnig. Die friedliche Stimmung über dem zum allergrößten Teil noch schlummernden Platz nutze ich um ein paar Video-Eindrücke zu sammeln.

Obwoh ich eigentlich nur einen „One-night-stand“ geplant hatte, hat es dann doch noch geklappt eine zweite Nacht dranzuhängen! Meine Frau und mein Sohn wurden also „kurzerhand“ (es waren schon ein paar stressige Stunden bis ich wieder in Perscheid war) abgeholt, nebst größerem Zelt. Zwar war Sohnemann wie immer arg unentschlosen ob er jetzt Spaß haben sollte oder lieber dauermaulen angesagt war, spätestens als die Mädels ihn zum Küchendienst und Kaffekochen eingespannt haben fand er es dann aber doch ganz nett ;)

Das abendliche Grillen war wieder eine schöne gesellige Runde und auch die nichtübernachtenden Besucher vom Vortag (Armin, Markus und Björn mit Familie und Anhang) waren wieder zu uns gestossen. Das Wetter war ein paar Grad kühler als am Vortag und auch der Wind hatte ganz schln aufgefrischt, trocken blieb es aber dennoch und der klaren Himmel zeigte sich heute schon bedeutend früher und lies erste Beobachtungen zu. Zwar zogen im Laufe der Nacht auch immer wieder größere Wolken durch, aber lange mussten wir eigentlich nie warten bis es weitergehen konnte. Ehrlich gesagt war ich aber auch noch ziemlich platt von der vorherigen wirklich langen Nacht und so war das eigentliche Beobachten eher zweitrangig und der nächtliche Stuhlkreis mit lustigen und interessanten Gesprächen das Highlight der Nacht. Die Kälte war sicher auch müdigkeitsbedingt etwas nagend und umgekehrt die Müdigkeit der Kühle geschuldet aber um viertel vor zwo zog es mich dann doch unumkehrbar in meinen Schlafsack, aber nicht ohne vorher noch mit meiner Frau einen kleinen Himmelsspaziergang mit dem 12er gemacht zu haben, ein mehr als seltenes Vergnügen bei zwei kleinen Kindern!








Der typische TT-Morgen: Verstopfte Nase, leicht gemarterte Knochen und natürlich viel zu kurze Nacht :D Egal, wir haben noch eine nette Fahrt nach Rheinböllen zum Brötchenmann gemacht und dabei die wirklich tolle Landschaft im morgendlichen Licht genossen. Nach dem gemütlichen Frühstück im Vereinsheim (ich fands doch noch bissl zu frisch fürs Outdoor-Futtern), machten wir uns dann auch schon an den Abbau und nach einer größeren Verabschiedungsrunde über den Platz ging es nach Hause, nicht ohne noch eine Fährfahrt über den Rhein und ein Besuch der Germania mit der Gondelbahn bei Rüdesheim mitzunehmen ;)

Puuuh Zeit für ein Fazit – Das HUTT in Perscheid war nicht nur das Highlight des Jahres was Treffen angeht, es wird mit auch lange als eines der schönsten Treffen überhaupt in Erinnerung bleiben, nicht nur wegen einiger fantastischer astronomischen Ereignisse wie dem Megaboliden, den beiden Supernovae und den unglaublichen Details im 18“er, das war unerwartetes und tolle Beiwerk, aber die eigentlich Freude haben wie immer die Leute vor Ort bereitet. Alte Gesichter die ich mitunter viel zu lange nicht mehr gesehen und gesprochen habe (exemplarisch nenne ich hier mal Franz, Armin, Jörn, Andreas, Uli und natürlich die „Hunsrücker“ selber) sondern auch die vielen neuen Bekanntschaften die oft endlich ein Gesicht hinter dem Avatar im Internet aber IMMER sehr liebe Menschen offenbarten, wie Markus, meine neuen „Lieblingskisten“ (mit süchtigmachender „Medizin“ ;) ), Toni, Marie, Stefanie,  Uta und Wolfgang sowie die mitgereisten Familen und allen deren Namen mein löchriges Gedächtnis auf Schlafentzug gerade LEIDER nicht hergibt, die mir aber sicher im Laufe der nächsten Tage wieder einfallen :D

Die Organisation war toll wie unauffällig und das Treffen ein voller Erfolg. Sogar meine wenig astronomisch ambitionierte Frau hat auf der Rückfahrt gesagt:“Nächstes Jahr nehm ich mir dann aber schon ab Freitag Urlaub.“ - DAS will was heissen, glaubt mir ;) Der Platz ist Bäume hin, Bäume her durchaus als ideal zu bezeichnen und die Infrastruktur lässt eigentlich keine Wünsche offen, die Lage auf einer Kuppe und fernab der echten Lichtglocken tut sein Übriges...





Danke für die unvergesslichen Tage.


>>Bennys Bericht vom 6.HUTT 2013 - auf ATDS<<
>>Bericht im Astrotreff<<

Donnerstag, 8. August 2013

6. Hunsrücker Teleskoptreffen

Ein bisschen Vorfreude will ich hiermit verbreiten ;)

In 24h sitze ich hoffentlich neben meine Zelt und Teleskopen im bis dahin hoffentlich wolkenlosen und sackdunklen Hunsrück!


Lang ist es her, seit ich das letzte Mal im Hunsrück war und der Himmel ist mir immer noch in Erinnerung :)


Freitag, 28. August 2009

BB vom 28.08.2009

28.08.2009
Hunsrück ca. 630m
23 Uhr bis 3 Uhr
fst ? Ungewiss, nicht messbar aber in den wenigen Lücken jenseits von Gut und Böse
Wetter: Bewölkt, vereinzelt Lücken
12" f/5 10" f/5 8x56 FG

Nach langer Abstinenz ging es gestern Abend nach der Arbeit gleich gen Hunsrück zu Nils, im Kofferraum lag schon der 12er bereit. Im RheinMain Gebiet waren die Wolken noch sehr präsent, je weiter ich nach Westen fuhr desto klarer wurde es.
In Benzweiler angekommen lud ich Nils nebst seinem 10er ins Auto und wir fuhren etwa 20min zu seinem neuen Beobachtungsplatz - Junge Junge! Sowas von abseits der Zivilisation :D

Ein wunderschöne Waldwiese auf über 600m Höhe, einzige Lichtquelle, paar rote Pünktchen eines entfernten Fernsehturms, doch die Wolken zogen sich immer dichter zusammen. In weiser Voraussicht hatte ich meine E-Klampfe dabei und ich versuchte die Wolken mit schrägen Tönen zu verjagen :D Klappte sogar teilweise!


Immer wieder taten sich Lücken auf, die leider nie sehr gross waren und auch nicht lange an einem Platz verharrten. Aber der Himmel der sich hinter den Wolken verbarg brannte! Die Milchstrasse war durch die Wolken zu sehen und illuminierte sie auf eine Weise wie ich es noch nicht gesehen hatte, selbst bei den 7mm AP des 8x56 Fernglases und im 31er Nagler war der Himmelshintergrund einfach [b]schwarz[/b], die Sterne leuchteten in einer unnatürlichen Intensität. Eine Grenzgrössenschätzung war nicht möglich und auch das SQM konnte man praktisch vergessen, denn der Messkegel war immer grösser als die Lücken. In jedem Fall war der Himmel dunkler und transparenter als beim ATB vor einer Woche und da hatte das SQM bis zu 21,5 angezeigt....

Die Objekte: M31 war von ungeahnter Ausdehnung im Fernglas zu sehen, M32 völlig eindeutig innerhalb der sichtbaren Aussenbereich von M31, beide Staubbänder im Teleskop, der Supercluster NGC 206 ein auffälliges Objekt das man nicht übersehen konnte.

M33 war mit blossem Auge sichtbar und das nochmals einfacher als auf dem ATB, wo ich sie das erste Mal mit blossem Auge sah. Im Teleskop war sie leider schnell wieder hinter einer durchziehenden Wolke verschwunden, ich beobachtete sie aber nochmal im 8x56 und wollte kaum glauben dass sich hier Strukturen zeigten.

Das wäre die Nacht gewesen wenn's nicht so viel Wolken gehabt hätte....


Aber so waren wir mehr oder weniger zufrieden - in jedem Fall tief beeindruckt von dem was wir sahen. Ein im Fernglas stark aufgelöster h+x war genauso dabei wie M57 oder Nordamerika im Fernglas.

Der Platz ist wenn man von Bäumen im Rücken (Norden) einmal absieht scheinbar wirklich ideal, er liegt sogar in einem Bereich wo (ich hab die Ecke schon oft in Google Earth gesehen, dachte aber da gibts keine Möglichkeiten durch den Hochwald), die Lichtverschmutzungskarte kein hellblau, nein auch kein dunkelblau sondern tiefes Schwarz angibt :D


Jut, mit den Wolken das üben wir nochmal, aber da muss ich wohl noch hin bis ich mir mal so richtig die Augen ausgeschaut habe ;)
Auf der Heimfahrt gab es dann übrigens fast durchgehend CS aber länger hätte ich nicht durchgehalten, stand doch noch eine gute Stunde Fahrt vor mir. Die Transparenz wurde aber in tieferen Lagen nicht mehr erreicht.
© 2009 Benny Hartmann

Samstag, 28. März 2009

BB vom 28.03.2009

Datum 28.März 2009
Zeit 21:30 bis 0:30 Uhr
Ort Hunsrück
Wetter Bewölkung wechselnd 60-100%
Seeing -
Grenzgröße - 
Geräte 12" f/5 10" f5 10" f/10 6" f/5

Obwohl die Wetterberichte nur Lücken vorhersagten ging es nach Benzweiler um Nils, Franz-Jakob, Jonas und Max zu treffen, der 12 Ender sollte nun mit gewaschenem Spiegel und vernünftiger Grundjustage (und nun dank gelöster Schrauben auch guter Endjustage) nochmal zeigen was er kann. Diese Möglichkeit bekam ich auch an einigen Objekten. Die Bewölkung wechselte im Minutentakt und oft war nach dem ersten Anschwenken das Objekt schon wieder von einer durchziehenden Wolkenbank verdeckt. Auch die andern Geräte inklusive Franz' SC bekamen eine Justage. Jonas' 6" Selbstbaurockerbox ist wieder ein Ausbaustufe weiter und sieht einfach hochprofessionell aus (und bewegt sich auch so!). Die Objektauswahl war somit nicht sehr groß aber die angepeilten haben nicht minder Spass gemacht wenn sie denn zu sehen waren :) Bei der Peilerjustage blieb ich dann sogar eine Weile am schönen Doppelstern Castor hängen, der wegen seiner recht weit auseinander liegenden Komponenten schon in der niedrigsten Übersichtsvergrösserung seine Doppelsternnatur zeigt. 

M13 entzog sich mir hartnäckig, Nils und Franz hatten ihn einige Male beeindruckend im 10" SC doch ich war immer ein paar Sekunden zu spät und sah ihn nur durch die Wolken wohl aber einmal freiäugig. Wogegen M51 sehr beeindruckend mit seiner Spiralstruktur zu sehen war. An Saturn dann endlich ein aussagekräftiges Bild im 12er nachdem ich beim Firstlight Abend nicht justieren konnte weil die Schrauben so fest sassen - ich bin mehr als beruhigt, ein fantastisch scharfes und kontrastreiches Bild (trotz noch immer fehlendem Velours), mit feinen Wolkenbändern und einer beidseitigen schwarzen Lücke zwischen Planet und Ring, all das im 10mm Speers (150x). M37 begeisterte ebenfalls mit einer Vielzahl an schwachen Sternen. M82 war von dem etwas ungünstigen Aufstellort des 12ers nicht zu sehen aber auch in Franz' SC kamen die Staubstrukturen bereits gut raus. Ich versuchte mich nun an die genaue Position von NGC 2419 zu erinnern, dem mit 300.000 LJ schon fast im intergalaktischen Raum liegenden Kugelsternhaufen. Nach etwas Schwenkerei fand ich die markante Sternenkette und an deren Ende auch den Kugelsternhaufen. Bei 150x kam die Konzentration zum Zentraum sehr gut und die Oberfläche zeigte sich sehr unruhig, einen Einzelstern konnte ich aber nicht herauslösen. Nach Mitternacht wurden die Lücken immer rarer und so beschlossen wir abzubauen.


Aufbruchsstimmung v.l. Franz, Nils, Jonas

Auf der Rückfahrt waren dann noch 60km CS angesagt :D Aber man kann nicht immer zur rechten Zeit am rechten Ort sein, Spass hat es trotzdem gemacht und die Erkenntnis: Wenn's bei Lücken schnell gehen muss ist ein Dobson dem Goto doch etwas überlegen ;)

Dienstag, 17. März 2009

BB vom 17.03.2009

Datum 17.März 2009
Zeit 22:15 bis 3:20 Uhr
Ort Hunsrück
Wetter Horizontdunst -2°
Seeing -
Grenzgröße fst 6m4
Geräte 12" f/5 10" f5 6" f/5  

Nach einer (mal wieder) viel zu langen Schlechtwetter-Mondphase wurde dieser Tag schon lange im Vorraus als sehr gut eingestuft und tatsächlich verschwanden die Wolken zum Abend hin immer weite bis es vollständig klar war. Allerdings war es noch relativ dunstig. Nils, Jan und Jörn trafen sich bereits früh am Abend im Hunsrück, ich konnte leider erst gegen 22 Uhr eintreffen. Wie immer erstmal ein tief befriedigendes Gefühl wieder einen umspannenden Sternenhimmel aufs Auge zu bekommen, Aufhellungen waren insbesondere nach Osten durch den Dunst stark wahrnehmbar. Im Laufe der Nacht (vor allem nach der Nachtabschaltung) war der Himmel aber alles andere als schlecht. Ich schätzte die Grenzgrösse aufgrund der fehlenden Milchstrasse sogar noch ein gutes Stück schlechter als die Bestimmung in UMi dann offenbarte, der schwächste von mir wahrnehmbare Stern hatte 6m4, Nils sah noch einen 6m5 Stern der bei mir aber nicht aufblitzte. Die Himmelsqualität schwankte aber auch relativ stark von Himmelsrichtung zu Himmelsrichtung, während der Dunst und die Aufhellung im Süden und Westen am stärksten schien war der Osten am besten. 

Einige Firstlights standen an diesem Abend auf dem Programm, für mich persönlich natürlich am wichtigsten, der erste Blick durch den neuen 12" Galaxy. Die Justage machte Probleme, während der FS schnell ausgerichtet war, liesen sich die HS Schrauben nicht bewegen! Nun gut, in der Dunkelheit wollte ich nun nicht anfangen mit schwerem Gerät an die Schrauben zu gehen und so musste ich wohl oder übel eine nicht ganz optimale Justage hinnehmen, die aber auch sichtbar war und blieb, zwischendrin kam nochmals der Laser in den OAZ und das Bild wurde nochmal etwas besser aber Vergrösserungen über 250x waren definitiv nicht drin. Als erstes Objekt für das neue Instrument hatte ich mir M51 ausgesucht - gute Entscheidung, die Galaxie enttäuschte nicht! Was mich hier am meisten überraschte war der enorm große Halo der sonst nicht zu sehen ist, der sich auf den Begleiter windende Spiralarm ist einzigartig. M81/82 - Die beiden Galaxien waren derart hell, dass ich im ersten Moment richtig baff war, die Strukturen werden bei 150x derart deutlich, dass praktisch kein indirektes Sehen mehr notwendig ist (aber natürlich trotzdem davon profitiert). Natürlich will ich heute vor allem mir bekannte Objekte mit der neuen Optik beobachten, also besuche ich Arp 23 in UMa, die Arp Galaxie selber ist ja ohnehin nicht die dunkelste aber die benachbarte NGC 4085 (12m4) ist um Welten einfacher als zuvor ;) Eine von mir bisher nur selten besuchte Galaxie bildet das nächste Highlight - Die Sombrerogalaxie M 104. Schon im 22er LVW ein genialer heller Anblick, scharf begrenzt mit einem aufragenden Zentralbereich. Nun ereilt mich beim Höhervergrössern die Crux des Abends - Die Okulare tauen immer wieder zu, Zwangspause... Auch ein Grund warum ich mir wenig Zeit für einzelne Objekte nahm weil ein kontinuierliches Beobachten eines Objekts nicht möglich war, zu viel geatmet :) Beim erneuten Aufsuchen von M104 bleibe ich plötzlich hängen - ist das etwa...? Ja, durch Zufall bin ich über das "Stargate" gestoplert ein Astermismus der mehr als beeindruckend ist, hier eine kleine Skizze (zu Hause angefertigt):


Nils ist vom 12er angetan und springt munter über den Himmel, darunter ist z.B. M 64 - so einfach und detailreich war das "schwarze Auge" noch nie zu sehen gewesen. Jörn beackert derweil sehr intensiv und konzentriert Objekte im Luchs, er zeigt mir ein echtes Schmankerl in Form eines mir bisher völlig unbekannten Kugelsternhaufens: NGC 2419 - der am weitesten entfernte Kugelsternhaufen der Milchstrasse! Mit 300.000 Lichtjahren Entfernung liegt er sogar noch weiter als die Magellanschen Wolken vom Milchstrassenzentrum entfernt, eine Runde um unsere Galaxie nimmt mal eben 3 Millarden Jahre in Anspruch, in dieser Zeit umkreiste die Sonne bereits 13x das galaktische Zentrum. Der Kugelsternhaufen zeigt sich im 6"er schon relativ gut aber natürlich schwach, auch im 12"er gelingt es nicht Einzelsterne zu zeigen, er liegt am Ende einer markanten Dreiersternkette. Nils ist so nett und zeigt mir Arp 29 - NGC 6946, eine Spiralgalaxie an der Grenze zum Schwan. Sie hat eine ziemlich niedrige Oberfächenhelligkeit (~14m) und sieht auf den ersten Blick aus wie M33 in kleiner Öffnung bei schlechtem Himmel, wie Nils es gut umschreibt. Besonders interessant ist aber das Feld, den im selben Gesichtsfeld steht der sehr schöne offene Sternhaufen NGC 6939.


Die Sommermilchstrasse hat sich inzwischen aus dem Horizontdunst gekämpft, M 13 ist mit bloßen Auge zusehen und begeistert hochgradig bei hohen Vergrösserungen, hier sieht man deutlichst den Sprung von 8 auf 12" aber auch der Unterschied zu 10" ist auffällig wenngleich natürlich keine Welten dazwischen liegen. Noch in 7° Höhe über dem Horizont versuche ich mich - spasseshalber - am Ringnebel M 57... offene Kinnlade ist die Folge, was ich hier vor mir sehe ist ein Sättigungsberaubtes Foto, irgendetwas sagt mir, dass ich mit dem Gerät noch viel Spass haben werden :) Nils meint es ernst und nimmt zu später Stunde schon den Nordamerikanebel NGC 7000 und den Cirruskomplex mit OIII aufs Korn, obwohl ich es nicht gedacht hätte, gingen alle Objekte relativ leicht trotz niedrigem Stand, beeindruckend werden sie natürlich erst in einigen Monaten. Der Skropion ist ebenfalls durch die Bäume zu sehen, die Südsicht ist an diesem Platz aber leider stark eingeschränkt. Deshalb geht es zum Schluss nochmal in den Zenit zu M 97 und M 109 - auch bei diesen beiden Objekten kommen Freudentränen, M109 zeigt eine sehr unruhige Oberfläche, am Eulennebel sind ohne Filtereinsatz (der taute dann beim zweiten Versuch einfach zu) die "Augen" zu sehen!
Der Mond schält sich durch den Wald und der Himmel ist bereits merklich aufgehellt, ein Blick auf die Uhr... uii! Mist in 2,5 Stunden geht der Wecker und noch eine Stunde Heimfahrt - Nur gut, dass ich mich nach dem Klingeln nochmal eine Stunde hinlegen konnte :D Leider etwas zu kurz kamen die Vergleiche von Jans neuen Okularen, durch beide konnte ich einen Blick werfen aber entweder waren die Objekte nicht optimal oder der Himmel oder eins war gerade mal wieder zugetaut... Da wird beim nächsten Mal nochmal intensiv in Augenschein genommen :)
 

Freitag, 30. Januar 2009

BB vom 30.01.2009

Datum 30.Januar 2009
Zeit 22:00 bis 3:00 Uhr
Ort Hunsrück
Wetter zunächst klar nach ca. 80min dicht
Seeing -
Grenzgröße ca, 6mag zunehmend schlechter
Geräte 8" f/6 10" f/5 4" f/5 4" f/6,6

Vor 10 Tagen war der Himmel am selben Platz atemberaubend und schlug alle Rekorde, was lag also näher als sich wieder im größeren Rahmen dort zu treffen? Gesagt getan, der Wetterbericht war sich leider nicht wirklich einig und am Ende sollte uns (oder zumindest mir, der erst gegen 22 Uhr ankam) nur etwas mehr als eine Stunde klarer Himmel gegönnt sein - schade aber es war deshalb nicht minder spassig, bewiesen durch die Tatsache, dass wir mehr als 3 Stunden unter dichten Wolken bei Minusgraden zusammensassen ;)


Unbearbeiteter Schnappschuss von h+x Persei 

Der Abend begann für mich schon zu Hause mit dem längst überfällige Nachziehen der Schrauben der Höhenräder die sich bei den letzten beiden Transporten fürchterlich gelockert hatten nachdem mir der Dobs unsanft beim Bremsen in den Rücken gerauscht ist. Der Fangspiegel musste also raus und ich hoffte bei Nacht die Grundjustage hinzubekommen, dank Jans Cheshire ist dies auch halbwegs gelungen, wobei es bei Dunkelheit wirklich keinen Spass macht! Dazu kam noch die Tatsache, dass ich bei der Gelegenheit gleich den HS spülte (zum ersten Mal in seinem dreijährigen Leben!) und mir beim Zusammenbau einen leichten Asti einfing, gut Schrauben sind schnell wieder gelockert...

Am Platz angekommen kam das große Aufbauen, auch die anderen waren wohl noch nicht lange damit fertig, Horia war mit einem ED80 dabei, Thomas mit seinem 4" Vixen ED, Marius und ich jeweils mit 8" f/6 GSO dazu mein 4" Farbwerfer, Jan mit Giro und Mak, Jörn mit dem 6" Orion und Nils mit dem 10" GSO - also buntgemischt :) Ich habe mir eine kleine Projektaufgabe gestellt und die hellsten Arp-Galaxien recherchiert (problemlos dank der tollen ArpGalaxies Seite von Martin Schoenball -> www.arpgalaxies.com), die allermeisten dieser 19 hellsten Galaxien des Katalogs von Halton Arp der sich ausschliesslich mit wechselwirkenden und meist deformierten Galaxien (peculiar galaxies) beschäftigt wären in dieser Nacht sogar in Reichweite gewesen. Um das Projekt zunächst überschaubar zu halten habe ich nur Galaxien heller 11mag aufgenommen, kein Problem mit 8" und auch mit kleineren Geräten. Noch bevor die Suche startete zogen aber schon die ersten Wolken am Osthorizont auf und so blieb es bei der mauen Ausbeute einer einzigen dieser Galaxien die aber hochbeeindruckend war. Arp 94 (NGC 3227) in Leo ist dank seiner Nähe zu Gamma Leo einfach aufzufinden, mit 10m4 auch noch recht hell. Immer wenn mal keine Dunstfetzen durch das Gesichtsfeld rauschten waren zwei Kerne zu sehen (NGC 3226/3227), einer größer und nicht ganz rund und ein kleinerer runder, der heller schien. Diese beiden wechselwirkenden Galaxien müssen bei sehr gutem Himmel und/oder mehr Öffnung ein fast M51 ebenbürtiges Duo sein!


Weiteres Highlight des Abends war für mich der Blick durch Thomas Maxbrightbino am 4" ED auf M42, normalerweise stehe ich mit binokularem Sehen, insbesondere bei Ferngläsern etwas auf dem Kriegsfuss, doch der plastische Eindruck am Binokularansatz war enorm, da gibt es sicher noch viele Objekte die davon immens profitieren können.
Marius bracht mir ein weiteres neues Objekt, NGC 281 den Packman Nebel, der mit 8" wirklich schon die typische Pacman Form zeigte, wie ein angeschnittener Kuchen, auch die Kombination mit dem Sternhaufen IC 1590 macht das Objekt zu einem echten Hingucker, danke Marius - den hab ich mit Sicherheit nicht das letzte Mal besucht!

Jan hingegen hatte am Vorabend bereits den Kometen 144P/Kushida beobachtet der direkt bei den Hyaden stand und den er mir zielsicher ins Okular holte, der Komet war gar nicht mal so dunkel wie ich ihn erwartet hatte und schien elongiert, mehr Details konnte ich bei dem zunehmend schlechteren Himmel leider nicht ausmachen.
So war der Abend zwar von wenigen aber durchweg neuen und vor allem interessanten Objekten und natürlich guter Stimmung und Gesprächen geprägt :) Juchu und dieses infernalische Gasheizding ist auch nicht in die Luft geflogen und so fuhr um 3 Uhr eine ziemlich durchgefrorene Truppe gen Heimat.

Das Vermummungsverbot greift ab -5° nicht mehr...

Mittwoch, 21. Januar 2009

BB vom 21.01.2009

Datum 21.Januar 2009
Zeit 23:00 bis 3:00 Uhr
Ort Hunsrück
Wetter zunächst bewölkt dann völlig klar -2°
Seeing -
Grenzgröße fst. 6,8mag in UMi
Geräte 10" f/5 4" f/5 6" f/5

Ein Zwischenhoch versprach zu später Stunde nochmal einen komplett klaren Himmel, trotz etwas Skepsis in Sachen Wettervorhersage machte ich mich am frühen Abend auf dem Weg in den Hunsrück - was ich später noch bereute: Ich nahm nur "leichtes Gepäck" in Form des 102/500 auf EQ3-2 mit. Zunächst war es wie auch zu Hause komplett bewölkt aber als wir vor 23 Uhr aus dem Fenster schauten zeigten sich erste Lücken - jetzt oder nie. Jörn der sich für den Fall von klarem Himmel angemeldet hatte wurde angerufen, der war aber schon längst auf dem (weiten) Weg :)


Am Platz angekommen hielten wir erstmal ein Schwätzchen während das Equipment aufgebaut wurde, die Lücken waren wieder verschwunden... Doch dann wie auf einen Schlag zog der Himmel frei - und zeigte sich höchst spektakulär. Wie wir dann an Hand der Karte um Polaris feststellten war ein 6,8m Stern immer wieder zu sehen, damit war das der verbürgt beste Himmel unter dem ich bisher gestanden und beobachtet habe! 


Und er zeigte sich auch beeindruckend, selbst sonst wenig auffällige Sternbilder zeigten eine enorme Sternzahl und die Wintermilchstrasse kann nur als toll bezeichnet werden, sogar später als sie sich immer tiefer an den Horizont schmiegte war sie durchgehend klar zu sehen. Zwischendurch zog eine Wolkenfront für etwa 15min nochmal den Himmel zu, danach brannten die Sterne wieder in unverminderter Stärke. Ich knipste zwar etwas nebenher aber lieber wäre mir natürlich mein 8"er gewesen, aber natürlich durfte ich dauernd an Nils 10"er hängen und auch durch Jörns wirklich tollen 6" Orion warf ich einige Blicke. Viele Objekte zeigten unter diesem extrem guten Himmel Details die selbst bei nur wenig schlechterem Himmel (6m+) einfach nicht da sind, dazu zählten vor allem Details in Galaxien wie M109/108, aber auch der Spiralarm von M81 war ähnlich problemlos zu sehen wie sonst die Staubbänder von M31! Der dunkle Himmel machte aber auch auf den Fotografien eine gute Figur, zwar lies ich nur immer mal ein paar Bilder nebenher laufen aber schon in der Vorschau sah man, dass der Himmel sich bei steigender Belichtungszeit nicht sonderlich aufhellte - Ein Hoch auf die Nachtabschaltung der Laternen!


Dies ist ein 60 Sekunden Einzelbild!!! (ISO 1600 f/5) Das hätte ich nie gedacht, dass die Grenzgrösse einen solch immensen Einfluss auf fotografische Ergebnisse haben kann, und in Sachen Astro EBV bin ich auch nicht sonderlich bewandert, also mal abwarten was Nils aus den übrigen 6 Frames machen wird ;) 

Auch das erste Ausprobieren der neuen Hülsen für die Speerswaler konnte ich durchführen, wie nicht anders zu erwarten hat alles perfekt gepasst und das 14er Speers wird nun ab jetzt nie wieder mit der Fokallage zu kämpfen haben ;) Die einzelnen Objekte fesselten auch ungemein, so dass es gar nicht so wahnsinnig viele waren die wir beobachteten - wie immer können wir es nicht abwarten und haben bereits Frühsommerobjekte beobachtet ;) M13 war schon frühzeitig im 10"er aufgelöst, etwas höher stehend dann auch im 6"er viele Einzelsterne. Das Foto ist nicht mehr als ein Schnappschuss geworden, denn ich war zwischenzeitlich schon ein paar Mal ans Stativ gestossen. 


Die Blackeyed Galaxy M64 war am inzwischen schon ausreichend hoch stehenden Frühlingshimmel genausobeeindruckend wie die Spindel NGC 4565 ist ohnehin ein "Must-See-Objekt". M101 zeigte auffällige knotenartige Strukturen und M51 Spiralarm und Materiebrücke. M42 war einfach unbeschreiblich, eine Zeichnung wäre die einzige Möglichkeit das zu vermitteln was man da sehen konnte. Selbst der nicht gerade oberflächenhelle Rosettennebel war mit 31er Nagler und OIII ein leichtes und stark strukturiertes Objekt. Gegen 3 Uhr mussten wir leider die Teleskope wieder verladen, hatten doch Jörn wie auch ich noch etwas mehr als eine Stunde Heimfahrt vor uns. Und wie gelegen kam es da, dass ich 10min nach der Abfahrt in dichtem Nebel mit knapp 50m Sichtweite fuhr - doch nicht zu früh losgefahren... ;) Es war somit ein absolut genialer Abend mit einem extrem geilen Himmel, auch besonders gefreut hat mich, dass wir Jörn kennengelernt haben und er wohl in der Zukunft mal öfter bei uns stehen wird, auch wenn er sogar noch ein paar Kilometer weiter zu fahren hat als ich.

Samstag, 25. Oktober 2008

BB vom 25.10.2008

Datum 25.Oktober 2008
Zeit 19:30 bis 5:00 Uhr MESZ
Ort Benzweiler / Hunsrück
Wetter Boden- und Horizontnebel
Seeing -
Grenzgröße ~ 5,8mag
Geräte 8" f/6 10" f/5 6" f/5 10" f/10  

Das 2. "HUTT" bei Nils im Hunsrück war wettermässig ein Glücksspiel, Tage vorher wechselten die Prognosen zwischen Regen, Bewölkung und nur leichter Bewölkung hin und her und pünktlich um 12 Uhr des Samstags kam die Prognose: Klar mit Cirren. Also ging es Abends Richtung Hunsrück. Insgesamt fanden wir uns zu Siebt auf einem Feldweg nahe Benzweiler ein, die anderen hatten schon alle aufgebaut und langsam wurde es dunkel genug für die ersten Beobachtungen. Schnell war klar: Die Nacht wird feucht! Und zwar sehr feucht wie sich noch zeigen sollte. Der Himmel war streckenweise nicht überwältigend, aber hatte eindeutig sehr gute Abschnitte, er profitierte in jedem Fall nochmals von der Nachtabschaltung gegen halb eins, kurz danach unterbrachen wir die Beobachtung allerdings für etwa 2 Stunden um die Okulare zu trocknen, ausnahmslos alle Teleskope wurden früher oder später vom Tau heimgesucht, mein Fangspiegel taute zeitgleich mit dem von Nils zu der im Gegensatz zu mir eine ordentlich dimensionierte Taukappe aufgesetzt hatte, ich denke hier zeigte sich was meine Isolierung bringt, eine Taukappe kann vieleicht noch eine zusätzliche halbe Stunde rausholen. Tau war zwar immer wieder präsent aber auch kein allzu grosses Problem, denn dank der Nähe zu Nils Haus war bis ins Feld Strom für den Föhn verlegt ,) Wir begannen mit einer kleinen Sternführung für diejenigen die erst frisch zur Astronomie gekommen waren und spannten so den Bogen von den zirkumpolaren Sternbildern zum Sommerhimmel und dann zum Herbsthimmel. 


Gegen 4:30 (MESZ) da waren's nur noch drei.. (Jan, Nils, ich)
Der Stimmung tat das ohnehin keinen Abbruch, die war nämlich wie nicht anders zu erwarten mit so viel Gleichgesinnten einfach super. Natürlich wurde auch interessiert Equipment ausgetauscht und ausprobiert. Die Nacht brachte das Firstlight für das "neue" 22er LVW, zunächst peilte ich das Gebiet um Sadr mit dem Sternhaufen NGC 6910 an, mit dem 30er Reese zeigten sich zum Ran wie gehabt immer stärker werdende Unschärfe mit verzogenen Sternen, dann durfte ich das 25er SWAN von Williams mit 72° von Jan ausprobieren, der Gesichtsfeldunterschied war zu merken, Randunschärfe ebenfalls vorhanden wenngleich nicht im selben Umfang wie beim 30mm Reese. Dann kam das 22er LVW an die Reihe - wow eine sehr lohnende Anschaffung, nicht grundlos wird das Okular als endgültige Lösung empfohlens! Gestochen scharfe Sterne bis zum äussersten Rand des Gesichtsfelds, ich denke dieses Okular werde ich immer gerne in Sternreichen Gebieten und bei offenen Sternhaufen einsetzen, ich wiederholte den Test bei M45 und h+x. Ebenfalls von Jan stammt das Hyperion Zoom das ich zum ersten Mal in der Hand hatte, eine wirklich nette Spielerei die bei Trips mit leichtem Gepäck gerne mal den kompletten Okularkoffer ersetzen kann. Natürlich sind Zoomokulare, zumindest nicht solche über einen solchen Brennweitenbereich (8-24mm) in der Lage Festbrennweiten qualitativ zu ersetzen aber für zwischendurch bzw, unterwegs erfüllt das Okular seinen Zweck und das so gut wie ich das bei keinem ähnlichen Zoomokular bisher gesehen habe. Das TS Zoom bleibt sowohl mechanisch als auch optisch weit zurück und auch das immer mal wieder emfohlene Seben kann hier nicht mithalten. Meine Erinnerung an ein Meade Zoom sind schon etwas älter und es stand nicht zum Vergleich zur Verfügung aber weder verfügte es über Klickstopp noch über 68° Gesichtsfeld bei niedrigster Brennweite. Das Gesichtsfeld des Okulars steigt beim Vergrössern von nur knappen 50° bis zu vollen 68° wobei 50° natürlich einen argen Tunnelblick mit sich bringen. Von der Schärfe konnte bei den langen Brennweiten nicht allzusehr überzeugen bei den niedrigeren wurde es merklich besser.(Zoom von 24 auf 8mm an M36 und chi Persei). Die Herstellerangabe dass das Okular homofokal ist kann ich allerdings nicht nachvollziehen es musste stets nachfokussiert werden.


Im Laufe der Nacht kamen einige Standardobjekte ins Okular, für extravagante Objekte war die Durchsicht leider nicht optimal genug aber in einigen Momenten gab es höchst beeindruckende Blicke, wie bspw. auf M27 der eine überdurchschnittliche Menge an Details zeigte. Wie wichtig die richtige Kleidung ist konnte man an dem Abend auch mal wieder live erleben ;) Ich hatte an dem Abend meine geplante Winteraustattung angezogen (Stück für Stück wurde das nötiger) und schätzte die Temperatur durchgehend fast 10° wärmer ein als es tatsächlich war, deshalb schaute ich auch erstmal sehr ungläubig als mir Jan gegen Mitternacht ein vereistes Stativ unter die Nase hielt! Wow, tatsächlich waren die Temperaturen heftig in den Keller gerutscht und dank der vorherigen Taudusche war das Equipment bald mit einem dicken Eispanzer überzogen. So bröckelte dann auch die Menge der Leute auf dem Feld und nach der Trocknungspause in der der Nebel sehr dicht zuzog waren wir nur noch zu Dritt. Der Orion war nun bereits auf einer mehr als beträchtlichen Höhe und die Details einfach fantastisch! Mit Filter gewann er nochmals und zeigte weitausufernde Schwingen... 

30s Einzelbild 

Eispanzer am Auto und... 

..auch auf dem Equipment 

So kamen wir erst gegen 5 Uhr (MESZ, 4 Uhr MEZ) dazu uns auf die Heimfahrt zu machen, hätte ich gewusst was mich auf der Autobahn erwartet hätte ich den Nebel am Beobachtungsplatz nicht so verflucht, auf dem Weg Richtung Mainz gabs öfter mal weniger als 50m Sicht, aber gegen 6 Uhr (5 Uhr) angekommen wurde ich noch durch eine dünne Mondsichel am Osthorizont belohnt.


CYG
  • M29: Einer der langweiligeren Sternhaufen wie ich finde
  • M56: Ein kleiner schwacher Wattebausch im 30er, nicht ganz aufgelöst mit 10mm Speers
  • NGC7000: Schwach ohne Filter, gut aber nicht überragend mit OIII in 8" schon besser mit 10"
VUL
  • M 27: Sehr beeindruckend, ohne Filter sehr hell mit charakteristischer Hantelform und Helligkeitsverdichtung an den Enden, mit Filter "Henkel" umfassend zu sehen (8" / 10")
SGT
  • M71: teilweise aufgelöst bei 120x
LYR
  • Epsilon Lyrae: Sehr gut bei 120x im 8"er getrennt, an ihm offenbarte sich ein Astigmatismus an Jan's Spiegel, aber damit muss ja anscheinend jeder zweite GSO erstmal ausgeliefert werden und kann relativ problemlos rückgängig gemacht werden ;)
ORI
  • M42: Grandios, weit ausgreifende Schwingen die sich wieder nähern aber ob der Transparenz noch nicht zusammenstossen, M43 ebenfalls als fettes "Komma" zu sehen. Mit OIII anders, auf ganz andere Art beeindruckend. Auch in diversen Ferngläsern immer wieder einzigartig.
TAU
  • M45: Genial im 31er Nagler im 10"er, passt zwar nicht mehr ganz rein aber dafür sind die Reflexionsnebel zu sehen.
  • M1: Krebsnebel - als ovaler Nebelfleck ohne Details sichtbar.
PER
  • h+x: Wie immer eines der schönsten Objekte überhaupt, musste für viele Vergleichstests herhalten.
  • M34: Heute nicht sonderlich beeindruckend da das Gerät gerade zutaute
AND
  • M31: Nur kurz besucht.
TRI
  • M 33: Nur im 10x50 gesehen.
AUR
  • M36-M38: Auch hier wurden einige Okular ausprobiert.
GEM
  • M35: Zum Beobachtungszeitpunkt noch unspektakulär
PEG
  • NGC 7331: Beim Aufsuchen von Stephan's Quintett natürlich gesehen, das Quintett selber war in 10" wieder ein Nervenspiel, eindeutig war da nichts zu machen bei der Transparenz.
UMA
  • M81/82: Der 10"er zeigte bei M82 bereits problemlos die Staubstrukturen
Alles in Allem ein toller und spannender Beobachtungsabend der dann tatsächlich 9 Stunden dauerte und durch das Umstellen auf die Winterzeit begünstigt wurde. Ich freue mich in jedem Fall auf ein Wiedersehen mit den Leuten vom 2. "HUTT" ;)

Freitag, 26. September 2008

BB vom 26.09.2008

Datum 26.September 2008
Zeit 22:30 bis 2:30 Uhr
Ort Hunsrück
Wetter klar, Horizontdunst
Seeing durchwachsen
Grenzgröße 6,2m (zu Beginn etwa 5,8)
Geräte 8" f/6 10" f/5

Nach wochenlanger Beschränkung auf das Beobachten von Regenwolken endlich wieder die Chance auf klaren Himmel! Dieser Umstand machte mich zum CO² Sünder und ich fuhr zu Nils in den Hunsrück, Sorgen machte ich mir um die Vorhersage, dass der Himmel zwar wolkenlos bleiben sollte, jedoch in Gewässernähe verstärkt mit Nebel und Bodennebel zu rechnen sei. Auf der Fahrt von Mainz Richtung Koblenz sah es auch tatsächlich so aus, sogar einige Nebelfetzen... Bei Nils angekommen zeigte sich meine Sorge aber als unbegründet, die Höhe (etwas über 500m am Beobachtungsort) hat es rausgerissen und im Verlauf der Nacht sogar sehr gute Bedingungen beschert als der aufgezogene Nebel den wir in der Ferne um einige Berge wabern sahen die tieferliegende Lichtglocken von tiefer liegenden Orten Richtung Rheintal aufsaugten. Zu Beginn war die Aufhellung noch immens, die Transparenz auch nicht die allerbeste und das Seeing schlecht :) Die Transparenz wurde aber zunehmend besser, das Seeing blieb durchwachsen aber auch leicht besser als zu Beginn und nach der Nachtabschaltung der umliegenden Gemeinden und dem Aufziehen von Nebel in niedrigeren Bereichen der Himmel wirklich beeindruckend. 

Zum ersten Mal konnte ich das 5mm Planetary testen, viel will ich noch nicht dazu sagen, da ich weder einen Planeten noch den Mond sehen konnte (Jupi war schon hinterm Wald verschwunden), weil ich ja hauptsächlich auf die Randaufhellung achten wollte. Stattdessen musste die Vega herhalten: Ja der helle Ring ist da, ich erachte ihn im Moment als nicht sondernlich störend, die Speers Waler zeigen da weitaus weniger sind aber auch nicht perfekt schwarz. Bei Deepskygucken hat es mich nun kaum gestört, wie das bei Mond- und Planetenbeobachtungen aussieht muss sich noch zeigen, mit Schärfe und Transmission war ich zufrieden, es gab keine sichtbaren Unterschiede zwischen meinem und Nils Planetary (beide 5mm). Ansonsten wurde es eine tolle Nacht mit vielen schönen und vor allem auch neuen Objekten. Dank Nils der unbedingt die Sculptorgalaxie (NGC 253) beobachten wollte obwohl in dieses Richtung zu dem Zeitpunkt einiger Dunst lag (stand nur etwa 10° über dem Horizont), sah ich diese Gx auch das erste Mal, schon in dieser geringen Höhe im Dunst war sie ernsthaft beeindruckend was Helligkeit und Grösse angeht! Ein weiteres Highlight war (wen wundert es) der Cirruskomplex mit dem wir uns in dieser Nacht sehr lange und ausgiebig beschäftigten, zwischen Knochenhand und Sturmvogel traten mit OIII aber auch im UHC überdeutlich weitere Strukturen hervor, ich würde eindeutig 3 einzelne Objekte verschiedener Grösse erkennen in unterschiedlicher Form und Grösse, einer dreieckig, mit CdC konnte ich nur zwei zusätzliche NGC Nummern identifizieren habe aber irgendwo noch einen Artikel über Cirrus in dem möglicherweise noch mehr steht. Aber nun zu den beobachteten Objekten:
PER
  • h+x: Grandios... wie immer
  • M34: schöner konzentrierter Sternhaufen
  • NGC 1023: Gx in Kantenlage, liegt mitten in einer Sternkette
LYR
  • M57: kurz besucht um Peiler zu justiern... noch da noch hell noch ringelig
CYG
  • NGC 7000: Ausgesprochen ausgedehnt und beeindruckend, viel besser als auf dem ATB in meinem Gerät
  • IC 5067: ebenfalls leicht zu sehen, Form schwieriger zu erfassen
  • NGC 6990:auch ohne Filter sichtbar, besser im TS UHC, am besten im Baader OIII
  • NGC 6960: auch hier wieder ohne Filter sichtbar aber immenser Gewinn im Filter, feinste Details, sogar bei hoher Vergrösserung viele fein Filiamente sichtbar
  • NGC 6974, NGC 6979: Nebelfetzen zwischen Knochenhand und Sturmvogel, sprangen mich im OIII förmlich an, natürlich einiges schwächer aber klar mehrere Objekte unterschiedlicher Grösse und Form.
AND
  • M31/32/110: Auch hier bewies sich der wirklich gute Himmel, beide Staubbänder waren relativ problemlos sichtbar und sehr beeindruckend, mit blossem Auge hatte Andromeda eine subjektiv sehr grosse Ausdehnung bei indirektem Sehen.
  • NGC 404: Kurz besucht, Mirach's Geist
  • NGC 752: Interessanter, schwach konzentrierter aber sternreicher Haufen
  • NGC 891: sehr länglich, Andromeda's Spindel
TRI
  • M33: Sehr gut zu erkennen bereits im 50mm Sucher von Nils und im Ferngls, Ansatz von Struktur, H2 Region NGC 604 schon bei 40x sichtbar, besser bei 100x.
TAU
  • M45: Nur mit blossem Auge, die schönste "Dekoration" des Osthimmels
  • M1: ovaler Nebel ohne Strukturen
AUR
  • M36,37,38,1907,1931: Die Parade der offenen Sternhaufen im Fuhrmann, hier sollte ich demnächst auch nochmal den Bleistift zücken
UMA
  • M81/82: ein kurzer Besuch, beide noch nicht sehr hoch stehend aber bereits erste Strukturen in M82.
SCL
  • NGC 253: Die Sculptorgalaxie, trotz niedrigem Stand und Dunst eine beeindruckende Galaxie, sie gibt bereits eine Ahnung was hier bei bester Transparenz bzw. höherem Stand geht.
PSC
  • M74: eher unbeeindruckende Galaxie mit Kern, fast rund
VUL
  • M27: Heute sehr beeindruckender Hantelnebel im OIII, die Hantelform geht fast im Halo unter soviel ist heute davon zu sehen.
PEG
  • NGC 7331: Kurz besucht, schöne Gx in Kantenlage
  • M15: ein interessanter Kugelsternhaufen, er ist ausgesprochen hell und hat Vergrösserungen bis 240x problemlos mitgemacht, dann zeigt er sehr viele Einzelsterne aber das wirklich sehr dichte Zentrum bleibt diffus.
AQR
  • NGC 7293: Sehr grosser PN (15'), wunderbar in der Übersichtsvergrösserunge mit OIII, hier zeigt sich sogar in dem grossen Ring bereits eine unruhige Obefläche.
ORI
  • M42: Ganz am Ende noch niedrig im Dunst, aber im OIII bereits recht gut, etwa so wie in einer eher durchschnittlichen Nacht ohne Filter ;)
Was bleibt ist eine sehr schöne Nacht, die verflucht kalt wurde (etwa 4°C) aber auch einen beeindruckenden Himmel mit tollen Objekten... Auf der Heimfahrt bewahrheitete sich meine Vermutung, dass die Höhe schon eine enorme Wirkung hatte, in den Rheinniederungen war es relativ dunstig. Und so konnte ich dann gegen Viertel vor Vier glücklich zum Matratzenhorchdienst antreten ;)