Montag, 6. Februar 2023

BB vom 06.02.2023 - Der Komet C/2022 E3 (ZTF)

Uhrzeit: 22:30-23:00
Ort: Feld bei Taunusstein
Wetter: Klar, -1° C

GG: Vollmond


Der Komet C/2022 E3 (ZTF) nervte mich jetzt schon eine ganze Weile, vor allem wegen seines ja doch sehr guten Standes nahe Polaris vor einigen Tagen - Aber wie so oft: Abends starke Bewölkung und morgens wenn ich aus dem Haus gehen muss blitzeblanker Himmel ;)

Aber heute Abend gab es schon eine so schöne Abendstimmung, dass ich einfach trotz Vollmond nochmal einen Versuch unternehmen musste, auch wenn es mal wieder einer dieser Kometen ist, die im Vorfeld über den Klee gelobt werden und dann nicht der große Knaller werden (und in gewisser Weise ist er als nichtperiodischer Komet ja durchaus etwas besonderes vor allem, da er ja eine erstaunliche Größe um die 5m erreicht hat).



Also ging es nachdem es mich schon fast wieder auf der Couch dahingerafft hat doch nochmals in die Kälte auf ein benachbartes Feld mit freier Sicht nach Westen, da der Komet inzwischen in den Fuhrmann gewandert ist. Trotz Vollmond ein schöner wenn auch nicht besonders sternreicher Nachthimmel, im Süden prangen Orion und Sirius. Mars strahl extrem hell im Stier und darüber findet sich der Fuhrmann mit dem ebenso hellen Capella. Auch die beiden Sterne mit denen der Komet heute Nacht ein fast perfektes Dreieck bildet (Eta und Zeta Aurigae) sind problemlos auszumachen. Der Komet selber bleibt mit bloßem Auge mit einer integrierten Helligkeit von nunmehr noch 5,8m erstmal unsichtbar. Er ist mit ziemlich genau 50 Mio Kilometer immer noch ziemlich erdnah. 


(Quelle: Stellarium)


Mit dem guten alten 10x50 Fernglas ist die Stelle schnell anvisiert und ja da isser... Haut mich jetzt nicht vom Hocker - was sicher anders wäre, wenn der Mond nicht da wäre aber immerhin ist das Kerngebiet recht gut auszumachen, von einem Schweif sehe ich zunächst nichts, mit etwas indirektem Sehen scheint die Koma aber durchaus zu wachsen. Ich muss nicht über den Mond schimpfen, es ist nun einmal so wie es ist ;) Immerhin konnte ich den so hochgehypten Eisklumpen wenigstens einmal selbst in Augenschein nehmen und von der Liste streichen. Er wird nun wohl täglich an Helligkeit verlieren sofern nicht ein noch unvorhergesehener Ausbruch ansteht. War trotzdem schön ein bisschen kalte Luft um die Nase zu bekommen und da das FG ohnehin gerade im Anschlag war habe ich dann gleich noch etwas über die Sternhaufen gesurft wie den Hyaden, den Plejaden aber auch h+x Persei waren noch ganz gut auszumachen, wobei das für mich eher Teleskopobjekte sind. M42 im Orion stand zu nah am Mond und blieb erwartungsgemäß blass.


Sonntag, 19. Juli 2020

BB vom 18.08.2020

Uhrzeit: 23:20 bis 1:00 Uhr
Wetter: Größtenteils klar

GG: Nicht gemessen, knapp unter 6m schätze ich 

Jetzt stellt sich die Frage, ob ich so was monothematisches wie eine Kometenbeobachtung eigentlich Beobachtungsbericht nennen darf ;) Ich mach es einfach mal, der letzte ist ja schon paar Tage her und meine Begeisterung wie der Komet C/2020F3 Neowise sich mir im Fernglas zeigte ist diese Zeilen wert...

Vor ein paar Tagen war ich schon einmal zwischen 2 und 3 Uhr mit mäßigen Erfolg, nee war schon ein Mißerfolg draußen. Wie so oft unvorbereitet und ich habe mir eine schlechte Stelle ausgesucht, hatte kein Fernglas dabei und hab ihn schlußendlich auch nicht gesehen - auch wenn er sich zu Hause dann DOCH auf einem meiner Fotos gezeigt hat.

Nun aber entsprechend vorbereitet stieg ich aus dem Auto und... hätte mir die Vorbereitung auch schenken können :P Strahlt mich das Ding unverschämt hell an, mit einem schon oculus nudis mächtigen Schweif! Die Kamera (ja hab seit etwa einem Jahr eine neue, nachdem mir meine treue EOS vor 3 Jahren den Geist aufgegeben hat) fix aufgestellt und dann erstmal mit dem Fernglas genossen. Bezeichnend, dass es (eher zufällig) auch noch mein ältestes optisches Gerät aus Kindheitstagen war, das 8x40 von meinem Opa :) 

Grandios! Trotz des großen Gesichtsfelds passt der zuerst sichtbare Teil des Kometenschweifs gerade so ins Feld, später kann man sogar noch ein Stück hochschwenken. Die nächste Stunde bin ich kaum noch davon loszueisen, nur ein paar Erinnerungsfotos an diesen doch eher außergewöhnlichen Kometen habe ich natürlich gemacht. Toll zum einen sein Stand ganz nahe bei Talitha (9Uma), zum anderen seine merklich grüne Farbe neben dem weißlichen Stern und zu guter Letzt zeigte sich bei 70mm und 25s Belichtungszeit sogar eine deutliche Teilung des Schweifs... Ich glaube zwar nicht, dass ihn jemand von Euch noch NICHT gesehen hat, falls dem aber doch so sein sollte: Nutzt die nächsten Tage! Seit 87P Holmes hat mich keiner dieser Schneebälle mehr so vom Hocker gehauen ;) 


70mm ISO 3200 25s Sony Alpha 290



18mm ISO 1600 30s Sony Alpha 290



55mm ISO 3200 20s Sony Alpha 290


Dienstag, 14. Juli 2020

Komet C/2020 F3 Neowise

Der Komet C/2020 F3 Neowise über Taunusstein heute Nacht. Wirklich hell der Bursche, kommt nur alle 5-7000 Jahre nah genug um derart hell zu werden und ist der hellste Komet seit Jahren in unseren Breiten 🙂Für jeden mit dem passenden Wetter auch die nächsten Tage nach 23 Uhr im Nordwesten, westlich des Großen Bären über dem Horizont zu sehen sogar mit bloßem Auge, ganz toll in einem Feldstecher, muss da nochmal mit mehr Brennweite ran...

Ich bin relativ... nein TOTAL unvorbereitet um 2:15 Uhr rausgefahren und hab ihn deshalb erstmal völlig übersehen und auf der falschen Seite des Sternbilds gesucht
 😅



Mittwoch, 16. Oktober 2019

Wer gibt den Exoplaneten eigentlich ihre Namen?

Gastbeitrag von Jonas Kemmer Zentrum für Astronomie Heidelberg, Landessternwarte Königstuhl

Wer gibt den Exoplaneten eigentlich ihre Namen?

Eine Frage, die ich oft im Zusammenhang mit den von uns entdeckten Planeten höre, lautet: „Und wie wird der Planet dann heißen? Jonas 1?“ Und mal ehrlich, wer würde nicht gerne sich selbst, oder seinen Partner, am Himmel verewigen? Aber leider muss ich das verneinen, denn die Benennung von Exoplaneten folgt einem bestimmten Schema, das von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) festgelegt wurde. Wir Astronomen haben uns darauf geeinigt, dass sich der Name der Exoplaneten aus dem Katalognamen des Zentralsterns um den der Planet kreist und dem Zusatz eines Kleinbuchstabens zusammensetzt. So heiß z.B. der erste mit unserem CARMENES Instrument gefundene Planet HD 147379 b, weil er den Stern HD 147379 umkreist. Der angehängte Kleinbuchstabe „b“ weist darauf hin, dass es sich um den ersten um diesen Stern gefundenen Planeten handelt. Würde man jetzt noch einen zweiten Planeten um den Stern finden, bekäme der den Zusatz „c“, der dritte würde den Zusatz „d“ bekommen - und so weiter. Das macht es uns viel einfacher den Überblick über die inzwischen über 4000 gefunden Exoplaneten zu behalten, weil wir auch gleich wissen zu welchem Stern der Planet gehört. 

Es gibt aber auch eine Reihe von Exoplaneten, die ganz klassische Namen, ähnlich zu denen in unserem Sonnensystem haben. Im Jahr 2015 gab es von der IAU einen Wettbewerb (NameExoWorlds), bei dem jeder einen Namen für 31 verschiedene Planeten einreichen und später auch dafür abstimmen konnte.

Dieses Jahr beschloss die IAU zu ihrem 100-jährigen Jubiläum, dass jedes Mitgliedsland einen weiteren Exoplaneten und seinen Zentralstern benennen darf. Die deutsche Öffentlichkeit darf dabei den Planeten um den Stern HD 32518 im nördlichen Sternbild Giraffe benennen. Dieser Riesen-Jupiter in rund 400 Lichtjahren Entfernung wurde im Jahr 2009 von Michaela Döllinger entdeckt. Die Namenvorschläge für den Planeten (und den Stern) kamen diesmal von Schulklassen, Kindergartengruppen oder amateurastronomischen Vereinigungen.

Der Vorschlag der Dr. Kurt-Schöllhammer-Grundschule aus Simmern wurde dabei als einer von 5 für die Endauswahl nominiert‼️

Die Abstimmung ist frei für jeden, der im Abstimmungszeitraum (bis 14. November 2019) in Deutschland ansässig ist. Ab heute könnt ihr also bei der Entscheidung um den zukünftigen eines Exoplaneten mitmachen! Alle Infos dazu findet ihr auf:

EXOPLANET-BENENNEN.DE - NameExoWorlds: Name für Exoplanet HD 32518b


Mittwoch, 10. April 2019

Erstes Foto eines schwarzen Loches veröffentlicht!

Wow! Ich hätte es eigentlich nicht für möglich gehalten, dass ich ein solches Foto mal zu meinen Lebzeiten vor Augen haben würde! Und nicht nur ich, selbst viele Wissenschaftler hielten es noch vor einen Jahrzehnt für äußerst unwahrscheinlich...

Dank einer fantastischen wissenschaftlichen Kooperation und dem größten zusammengeschalteten "virtuellen Teleskop" wurde das unsichtbare nun doch sichtbar.

Ich hätte mich zwar sehr über ein Foto von Sagittarius A gefreut aber M87 ist ja nun auch ein alter Bekannter für mich ;-) Dazu die schiere Entfernung von Dutzenden Millionen Lichtjahren lässt einen ob der Auflösung einfach nur noch staunen...


Die komplette Story gibt es u.A. hier

Es wird die nächsten Jahre spannender denn je! 


Event Horizon Telescope National Science Foundation

Montag, 21. Januar 2019

Totale Mondfinsternis 21. Januar 2019

Da ist sie, die erstmal letzte totale Mondfinsternis für die nächsten ZEHN Jahre... Auch wenn ich schon so einige in den vergangenen sagen wir mal 15 Jahren erleben durfte, konnte ich mir diese natürlich schon ehrenhalber nicht durch die Lappen gehen lassen ;)

Zum Vorteil gereichte mir da, dass ich heute Morgen eh um 6:30 das Haus verlassen musste, was lag also näher als den Wecker noch etwas früher zu stellen und den 8" f/6 und das Videoequipment auf den Westbalkon zu packen - bei Minus 13 Grad! 

Es ist immer wieder ein beeindruckendes Schauspiel, konnte einige tolle Blicke durch das Teleskop werfen, fotografisch bin ich mehr oder weniger auf mein Handy beschränkt, aber für einen Schnappschuss oder zwei reichte das auch:



Dazu hatte ich mir nebenher die Videokamera (Panasonic HC-V180) aufgebaut und einfach laufen lassen und immer mal wieder den Mond in den Sucher geholt, dadurch entstand dieses Zeitraffervideo zwischen 5:40 und 6:20 Uhr.



Später - schon unterwegs - konnte ich bei klirrend kaltem und klaren Himmel auch noch den partiellen Rest der Finsternis beobachten - bis zum nächsten Mal, auch wenn es diesmal lang dauert ;)


Sonntag, 16. September 2018

1. Astronomische Nacht Heidenrod

15.09.2018
Uhrzeit: 19 Uhr bis Mitternacht
Ort: Segelflugplatz Heidenrod Laufenselden
Wetter: sehr wechselhaft, cirrig, bewölkt mit immer wieder auftauchenden Lücken
GG: Nicht gemessen, in klaren Moment sehr plastische Milchstraße im Zenit, immer wieder gute Stellen nach Osten und Westen

Die ortsansässige Kulturvereinigung kam auf die wirklich lobenswerte Idee einen öffentlichen Beobachtungsabend mit Vorträgen und jeder Menge Einladung an Vereine und Amateurastronomen auf dem Gelände des Laufenselder Segelflugvereins zu veranstalten. Der Platz liegt ganz in der Nähe des Platzes an dem ich jahrelang auch schon beobachtet habe, finde ihn aber durch die Abgrenzung durch ein kleines Wäldchens sogar noch idealer, es gibt praktisch keinerlei Störlicht, natürlich war die Lichtdisziplin bei so einer großen Veranstaltung mit vielen "Zivilisten" sehr ausbaufähig, aber das ist stand ja bei diesem Abend nicht im Vordergrund ;) 

Auf dem Weg dorthin war ich mir noch nicht so sicher ob man überhaupt etwas groß sehen könnte.


Als ich dann aber am Flugplatz ankam waren bereits kleine Teile des Himmels freigezogen und ich war überrascht wie viele Leute schon vor Ort waren! Zu meiner großen Freude war Andreas schon da und auch einige alte Bekannte durfte ich nach ziemlich (zu) langer Zeit mal wieder persönlich sehen und begrüßen, vor allem Horia und Thomas :)

So gab es auch eine große Auswahl an Instrumenten zu bewundern, darunter auch ein paar echte Exoten und tolle Selbstbauideen! Besonders lobend erwähne ich hier mal die selbstgebaute Konstruktion von Herrn Bentz, der mich auch zu diesem Event einlud, der Fantastisches aus (u.a.) Holz gebaut hat um seine Russentonne fototauglich zu bekommen.


Selbst die Klammern für die Akkus sind SELBSTgebaut


Holzsteuerung!


Außer einigen Leuten der Sternwarte Preßberg waren vor allem Mitglieder der Sternwarte Urania aus Wiesbaden vor Ort, samt und sonders sehr sympathische Leute mit tollen Geräten, doch dazu später noch mehr.

Der Abend bot zu Beginn eine echte Rarität - trotz suboptimalem Stand und immer noch reichlich vorhandenen Bewölkung konnten wir den vielen (!) interessierten Besuchern neben dem Mond VIER Planeten präsentieren und zeigen: Venus, Jupiter, Saturn und Mars.

Venus zeigte eine schöne Sichelform, Jupiter war eine Enttäuschung was aber ob des tiefen Standes keinen verwunderte, Saturn war selbstvertsändlich für viele Besucher der Eyecatcher schlechthin, Mars blieb zunächst (!) ein Scheibchen ohne nennenswerte Details, sieht man von einer leichten Phase ab.


Die nächste Zeit waren wirklich viele sehr ausdauernde interessierte Gäste bei mir und es machte so viel Spaß unser Hobby wieder mal ausführlich darzustellen und allerhand Objekte zu zeigen - Das war aber nicht so wirklich einfach, denn die Lücken wechselten schnell und stellenweise mussten wir auch mal einen Sternhaufen durch die Schleierbewölkung hindurch anschauen... Trotzdem gab es viele begeisterte Rufe bei Objekten wie dem Ringnebel, h+x oder auch der Andromedagalaxie vor allem in Verbindung mit den Erklärungen WAS man da nun gerade genau sieht.

Toll fand ich auch, dass so viele mega begeisterte Kinder an den Teleskopen hingen - ich glaube hier und da hat sich nochmal der Weihnachtswunsch geändert ;) 


Zu späterer Stunde wurde auch ein Vortrag gehalten und es gab Frisches vom Grill, leider konnte ich beides wegen der (positiven!) Dauerbelagerung am Teleskop nicht mitnehmen, der Himmel wurde stellenweise auch richtig gut, im Zenit konnte man endlich eine passable Landhimmel-Milchstraße zeigen, beim Thema Sternentode konnte ich einen sehr ansehnlichen Ringnebel zeigen, währen des nebenan den Hantelnebel zu sehen gab und bei Andreas schlussendlich einen sehr sehr schönen Cirrusnebel im 12er. 

Als schon alle Gäste auf dem Heimweg waren und sich auch die Reihe der Astronomen schon merklich gelichtet hatte konnte ich bei meinem Nachbarn von der Urania Sternwarte einen der besten Marsanblicke überhaupt genießen! Dachte nicht, dass das bei dem schlechten Stand überhaupt möglich ist aber in seinem genialen 4" Zeiss ED sah ich einen gestochen scharfen Mars mit Polkappe und blickweise klar zu erkennender großen Syrte! Wow - das wird definitiv in Erinnerung bleiben, man hatte blickweise in Momenten guten Seeings das Gefühl einen fotoähnlichen Anblick auf den Planeten zu erhaschen!

Danach zog es weiter zu und ich begann mit dem Abbau - Diese Veranstaltung kann man als vollen Erfolg bezeichnen und ich hoffe, dass die Veranstalter das nicht das letzte Mal gemacht haben :)

Update: Zwischenzeitlich ist auch ein Artikel im Wiesbadener Kurier erschienen :)

Mittwoch, 12. September 2018

Einladung zur 1. Astronomischen Nacht in Heidenrod 15. September

Vor einiger Zeit lud mich Herr Dr. Bentz bei mir aus dem Ort ein, an dieser öffentlichen Veranstaltung teilzunehmen, daher teile ich gerne den entsprechenden Artikel im lokalen "Blättche" - das ganze richtet sich vor allem an Besucher und Gäste aus der Region ohne Vorerfahrung aber mit Interesse am Thema Astronomie!

Sofern das Wetter das Stattfinden erlaubt werde ich mit einigen Gerätschaften vor Ort sein :) 


Sonntag, 19. August 2018

BB vom 18.08.2018

Ort: Idsteiner Land
Uhrzeit: 23:45 bis 3:15
Wetter: zunächst stark verzirrt, später rundum klar, 10° C
GG: ~6m

Eine kleine feine Nacht mit der ích zu Beginn gar nicht gerechnet habe - denn eigentlich sah der Himmel richtig schlecht aus - aber Rainers Prognosen war einmal mehr zu trauen...

Ich war kurz vor ihm da, baute auf und blieb sehr skeptisch ob hier mehr als "Lückenspechteln" möglich wäre, der komplette Himmel war mit dicken, schlauchförmigen Zirren übersäht und ließ nur wenige Areale (wie zum Beispiel um Cassiopeia) durchscheinen. Rainer hatte Dennis mitgebracht, der uns schon einmal im letzten Jahr besucht hatte und ein dankbares Ziel für unser Fachgesimpel war ;) So absolvierte ich mit ihm eine großflächige Tour über den Himmel ausgehend vom Himmelspol über die gesamte Milchstraße hinweg bis zum bereits tiefstehenden Herkules im Westen. 

Mit was fängt man an, wenn man im Bereich Perseus/Cassiopeia startet? Natürlich h+x, den wir Dennis wohl auch schon im letzten Jahr gezeigt hatten und er sich entsprechend daran erinnern konnte. Danach folgten die Haufen NGC 457 und NGC 7789 mit seinem sehr kugeligen Eindruck. Wir wanderten weiter gen Süden und M31 zeigte nicht nur Ansätze des Staubbandes, in Rainers Gerät konnnten wir auch den extragalaktischen Kugelsternhaufen G1 sehen.

Weiter geht es mitten in die Sommermilchstraße, zum Auflockern erstmal den Rocking Horse Cluster NGC 6910. Und wenn schon vor Ort probieren wir trotz nicht ganz optimalen Bedingungen den Cirruskomplex, hier zeigen sich die mit bloßen Auge nicht ganz offensichtlichen Problemchen des heutigen Himmels, gerade vor 1:30 Uhr ziehen immer wieder kaum merklich Schleier über den Himmel und ohne Filter tue ich mich mit 8" schwer während der Sturmvogel (und auch die Knochenhand) mit 12" durchaus geht, auch mit [OIII] bleibt er hinter bessere Nächten etwas zurück zeigt aber durchaus etliche Details, auch Triangluar Wisp klappt - so schlecht wars dann also doch nicht ;)

Es folgen noch M27 und M57, letzteren auch mit höhern Vergrößerungen, sehr sehr nett... Rainer holt Dennis noch den unvermeidlichen M13 nebst Begleitgalaxie ins Okular, dann verabschiedet Dennis sich ob der fortgeschrittenen Stunde.

Rainer und ich bleiben noch anderthalb Stunden am Ball, ich hangele mich noch zu einigen Galaxien in Pegasus, darunter natürlich auch das Paradeobjekt 7331, deren Belgeiter ich aber heute mit 8" nicht ausmachen kann. Rainer ist derweil wieder mit Quasaren beschäftigt, einen davon (wie so oft habe ich die Nummer vergessen) habe ich ebenfalls gesehen und das auch nicht zum ersten Mal, es ist ein alter Bekannter. In seinem 12"er gibt es dazu auch noch eine sehr schöne NGC 891 mit Staubband aufs Auge. Die letzte Viertelstunde - Rainer auf der Suche nach einem weiteren Quasar - döse ich schon in meinem Stühlchen, genießen den Blick hoch in die Milchstraße und nach den quälend warmen Sommerwochen bekomme ich endlich mal wieder eine kühle Nase :D Herrlich! Zu unserem Glück ist es heute völlig windstill, nicht selbstverständlich für diesen Platz.. Wie um meine Gedanken zu bestätigen leuchtet im Osten schon der vollständige Herbsthimmel, mit einem hohen Perseus, den glitzernden Plejaden und auch Auriga und der Stier sind schon vollständig zu sehen - Winter is coming ;)



Samstag, 28. Juli 2018

Die "Jahrhundert" Mondfinsternis am 27.07.2018

Datum: 27.07.2018
Uhrzeit: 21 Uhr bis 22:45
Ort: Rossberg Sternwarte bei Cham/Bayrischer Wald

Irgendwie scheinen es Mondfinsternisse so an sich zu haben, dass ich sie in Bayern sehe ;) Wie schon im vergangenen Jahr weilte ich zur diesjährigen Totalen Mondfinsternis im schönen Bayrischen Wald... Für das Teleskop war im Kofferraum nicht genug Platz also hab ich mich kurzfristig auf Facebook schlau gemacht, ob es hier nicht auch ein paar Kollegen hat die rausfahren und denen ich mich anschließen könnte. Ich bekam  ein paar Tipps zu umliegenden Sternwarte und entschied mich für die Sternwarte der Sternfreunde Cham und ihrer Rossberg Sternwarte, die nur rund 25km von mir entfernt ist.




Dort angekommen merkte ich, dass hier in Bayern entweder ganz anderes Interesse an der Astronomie herrscht (was durchaus sein kann!) oder aber der Medienhype um diese  Jahrhundertfinsternis hat so viele Leute mobilisiert - jedenfalls war die Sternwarte RICHTIG gut besucht, ich schätze es waren mindestens 200 Leute die in Volksfeststimmung bei Bier und Wurst zusammen saßen während schon eifrig Teleskope und Kameras aufgebaut wurden und die beeindruckenden Geräte der Sternwarte bereit gemacht wurden. Ich hatte ein paar sehr nette Astronomen dort gesprochen, eine wirklich schöne und herzliche Sternwarte - vielen Dank für die Gastfreundlichkeit :)



Beeindruckende Südsicht oberhalb der kleinen Klapphütte (direkt neben der eigentlichen Sternwarte) - wie ich später während der Totalität sehen konnte herrschen hier auch 1A Himmelsverhältnisse!!

Ich hatte mir vorsorglich meinen Klappestuhl mitgebracht und machte es mir auf der Wiese gemütlich während erste Blicke auf den Jupiter und den Saturn geworfen werden konnten - das konnte ich vor allem Dank Patrick, der den Gästen einiges durch sein 150/650 Skywatcher PDS vorführte, an Ihn einen besonderen Dank, dass ich auch ein paar Fotos des Mondes durch sein Teleskop und seine Objektive zeigen darf, die ich teils abfotografiert und die er mir teils hinterher noch aufs Handy geschickt hat :)










Als der Mond hinter dem Wäldchen hervorkroch war er bereits blutrot und das Schauspiel ist ein ums andere Mal sehr beeindruckend. Ich bliebe ob des engen Zeitplans am nächsten Urlaubstag aber nicht bis zum Ende, konnte aber den Anblick - inbesondere auch mit dem gleisend hellen Mars wenige Grad unterhalb des Mondes auf der ganzen Heimfahrt beobachten.




Fazit: Das könnte eine der am meisten beobachtete Mofi gewesen sein, wenn ich schaue wie allenthalben die Leuten draußen gestanden haben... für mich war es ein schöner Ausflug zu einem wirklich netten Verein in einer wunderschönen Ecke Deutschlands - ich komme wieder!

Mittwoch, 18. Oktober 2017

BB vom 17.10.2017

Ort: Idsteiner Land
Uhrzeit: 22:00 bis 1:18 Uhr
Wetter: Klar
GG: 6m+

Wenn ich etwas wirklich schon lang nicht mehr erlebt habe, dann eine Schönwetterkatastrophe, aber sie ist tatsächlich hier. Am späten Nachmittag war ich auf einer kleinen Wanderung noch mehr als skeptisch ob Andreas Pläne diese Nacht nochmals rauszufahren wirklich eine so gute Idee wären. So schön das atmosphärisch aussah, so wenig Hoffnung machte mir der vercirrte Himmel auf eine lohnende Beobachtungsnacht.



Ohnehin schon etwas abgekämpft von der Querfeldeinwanderung sagte ich Rainer erstmal prophylaktisch ab, Andreas beharrte aber auf seinen Transparenzprognosen und als die beiden dann aufbrachen... eieiei, ich konnte einfach nicht anders und hab den 8er wieder auf die Rückbank geworfen ;)

Was soll ich sagen? Die beste Entscheidung überhaupt! In der Tat hatten sich die Cirren in bestimmten Himmelsarealen so weit verzogen, dass man nicht nur annehmbar beobachten konnte, nein stellenweise toppte der Himmel sogar die Bedingungen von Sonntag was mich sehr erstaunte. Am besten sah man den Effekt im Cirruskomplex, war er vor einigen Tagen noch solala, selbst mit Filter am 12"er so war der Sturmvogel sogar am 8er OHNE Filter sichtbar und die Details mit Filter waren merklich einfacher.

Zu meiner großen Überraschung aber auch Freude wurde es am Platz dann auch wirklich "voll", neben Andreas und Rainer war auch Ralf mit dabei, den ich seit gut zwei Jahren nicht mehr gesehen hatte und überhaupt war es die erste Gruppenbeobachtung seit viel zu langer Zeit, sehr nostalgisch und es zeigte mir: in der größeren Gruppe ist doch nochmals eine andere Stimmung :) Dadurch dass ich Andreas und Ralf schon länger und extrem lang nicht mehr persönlich getroffen habe war die erste Stunde erstmal mit längst überfälligen Gesprächen gefüllt, danke Jungs - ich habs schon vermisst!

Beobachterisch war ich zunächst eher auf ungeplanter Standardrunde, aber es gab dann doch eine Reihe von genialen Objekten, die ich dank Rainer und Andreas vor die Augen bekam, sogar zu eine Zeichnung wurde ich endlich wieder motiviert!



Wir verbrachten an Andreas 12"er eine lange Zeit am Katzemaugennebel NGC 6543. 
Schon bei 8mm war der Zentralstern einfach zu sehen, dazu musste man das Objekt einfach fixieren und der Nebel schaltete Sekundenbruchteile später auf "stumm" und der Stern ploppt hervor, genialer Effekt, ähnlich dem Blinking Planetary. Der Nebel selber hat eine leicht ovale Form, der Helligkeitsunterschied von der Andeutung einer Ringstruktur zum Innenteil ist nicht sehr stark ausgeprägt, was auch das Sichten des Zentralsterns bei indirektem Sehen erschwert, der Kontrast geht durch die Nebelfülle gern mal flöten. Bereits bei der 187-fachen Vergrößerung war zu sehen, dass neben der schlichten Form in einem "spitzen Ende" des Ovals zusätzliche Details immer wieder hervorblitzten, ich kann es am besten als eine leichte halbrunde zweite Ringstruktur bezeichnen, mit einem minimalen Abstand dunklerer Nebelmasse zwischen sich und dem Rest des PN. Darüberhinaus zeigte sich bei langem indirekten Sehen um den offensichtlichen Teil des Nebels eine weitere merklich schwächere Aufhellung, den man als schwachen Halo bezeichnen könnte. Wir wechselten dann zu 6,7mm und am Ende noch höher in den Bereich um 5mm und die Details der Doppelstruktur wurden greifbarer, blieben aber anspruchsvoll. Es gab beim Wechsel vom direkten auf den indirekten Blick reproduzierbar und hochgradig begeisternd (!) immer wieder weitere Details auf der gegenüberliegenden Seite des PN, die Doppelring Struktur trat hier wirklich blickweise für Bruchteile von Sekunden zu Tage, absolut geil! Ich versuchte das Gesehene in einer groben Skizze festzuhalten, so faszinierte mich die Detailvielfalt, die ich so von diesem Objekt noch nicht kannte (oder vergessen hab). Der Nebel ist mir etwas groß geraten für 8mm, gibt eher die Größe bei 6,7mm wieder und der Ausriss an leichtem Grau in Richtung 2 Uhr ist NICHT der gesehen Halo sondern mein Finger der zu sehr schmierte ;) Der Halo war eher kreisrund und näher am PN.


Aber nun raus aus der Milchstraße, es war schon arg spät und mein Gewissen plagte mich weil ich morgens zeitig zur Arbeit musste, aber Rainer insistierte auf eine weitere grenzwertige Quasarbeobachtung :D Uff! Der hatte es mal wirklich in sich, das Hauptproblem war hier, dass sich mir das Feld von der Karte an Rainers Laptop so gar nicht erschloss, selten hab ich so lang gebraucht um die wichtigen Sterne zu identifizieren, aber als das dann nach mehreren Wechseln von Okular zum Rechner und zurück doch gelang, war der Quasar mit dem eingängigen Namen QSO HS 2154+2228 dann wirklich indirekt blickweise auszumachen - Ein Monsterobjekt!! 9,5 Milliarden Jahre altes Licht! Heut bereits mehr als 13 Mrd Lichtjahre von uns entfernt... wir sind verrückt.

Mein Teleskop war zwischenzeitlich schon verstaut, da kam Andreas noch mit dem Sahnehäubchen um die Ecke, Jones 1 den flächenhelligkeitsschwachen PN in Pegasus, ebenfalls schon lang nicht mehr gesehen. Trotz seiner nur geisterhaften Erscheinung war er recht schnell auszumachen, vor allem beim Fieldsweeping war der runde, sehr sehr kontrastarme Fleck gut auszumachen. Das einzige was mir heute verwehrt blieb war Pease 1, der planetarische Nebel innerhalb des Kugelsternhaufens M15, da war die Aufsuchkarte bzw das DSS Foto zu grob um die Identifizierung eindeutig machen zu können.

Fast exakt zur selben Zeit wie am Sonntag verabschiedete ich mich von meinen dunklen Beobachtungsgenossen und fuhr heim... Oh Mann ich hätte mich mit Recht geohrfeigt wenn ich dieses schöne Zusammentreffen hätte sausen lassen, vor allem in der alten Gruppe gemeinsam zu beobachten hat mir sehr gut gefallen und mich etwas wehmütig werden lassen - das muss wieder intensiviert werden, danke Euch allen.

Link zum ATDS

Montag, 16. Oktober 2017

BB vom 15.10.2017

Ort: Idsteiner Land
Uhrzeit: 20:00 bis 1:20 Uhr
Wetter: Klar, leichter Wind, 7-10° C
GG: ~ 6m

Zeit aus der "Sommerpause" zurückzukehren ;) Die alte Daumenregel, nach dem mich das All am lautesten ruft wenn die Blätter wie auch die Temperaturen fallen stimmt wieder ein mal. Außerdem wenn Rainer zur nächtlichen Audienz bittet, wer bin ich mich dem zu verweigern :D Spaß beiseite, wurde echt Zeit und die Freude der Nacht  gab uns einmal mehr recht!

Ich schlug einige Zeit vor Rainer auf und baute zunächst meine Barndoor auf, die ich nun schon seit etlicher Zeit nicht mehr im Einsatz hatte. Am Nachmittag hatte ich mir überlegt wie ich eine alte Schwäche ausmerzen könnte - dadurch dass ich nach wie vor keinen Kugelkopf montiert habe sondern einen alten Fullsize Videoneiger kam die Montierung schon immer hart an ihre Belastungsgrenze selbst nur mit Kitobjektiv rutschte mir die Konstruktion irgendwann von der Kupplung :( Ich entfernte als die Fotoschraube sowohl an der Schnellwechselplatte des Stativs als auch die relativ dünne Aufnahme mit Fotogewinde an der Unterseite der Barndoor und verband die beiden Teil mit der dicken Spax, die normal den Teflonblock auf dem unteren Teil der Barndoor hält - siehe da: plötzlich merklich fester!




Einnordung mit Hilfe des Lasers in der Führungsschiene der Barndoor


Glücklich wurde ich allerdings trotzdem nicht, die Kombination ist nach wie vor nicht fest genug, jede Kameraausrichtung führte zu irgendwelchen Verwindungen die eine saubere Nachführung verhinderten, zusammen mit meiner sprichwörtlichen Unfähigkeit zu Fokussieren führte das zu praktisch 100% Ausschuss :P Wurscht... für ein paar Stimmungsbilder hat es am Ende gereicht aber ohne anderes Material komme ich hier leider nicht weiter, selbst 18mm Aufnahmen lassen sich keine Minute nachführen...



Perseus und Andromeda

Gegen 21 Uhr kam dann Rainer zusammen mit Dennis (bitte melden falls du mit einem N geschrieben wirst ;)) am Platz an und begann mit dem Aufbau. Wir konnten die Zeit nutzen und begannen unsere kleine Einführung in die Astronomie und die Beobachtungsziele, die uns immer wieder in die Dunkelheit ziehen. Macht doch immer wieder Spaß jemanden an das was wir tun und beobachten heranzuführen. So entwickelte sich der Abend zu einem bunten Potpourri an diversen Deepsky Objekten bei denen wir ganz systematisch - größtenteils parallel mit 8 und 12" unser gesamtes beobachtbares Universum besuchten. Von den nächsten Sternnachbarn wie Vega, über Doppelsterne wie Epsilon Lyrae und Albireo, weiter zu nahen und fernen Sternhaufen und weit weit darüber hinaus.


60 Sekunden zum Abschied der Sommermilchstraße

Im Anschluss an die "Augenöffner" wie h+x Persei, die wohl jedem Erstbeobachter begeistern können, wandten wir uns dem traurigeren Kapitel der Sterntode zu. Natürlich in üblicher Manier mit Erklärung welche chemischen und astrophysikalischen Prozesse das Ende der Sterne unterschiedlicher Masse zu Grunde liegen, dabei beobachteten wir neben dem Ring- und dem Hantelnebel natürlich auch den Cirruskomplex, der heute ein wenig schwächelte, die Transparenz war wohl nicht 100%ig in diesem Bereich, trotz [OIII] war er nicht wirklich knallig obschon noch gar nicht so tiefstehend...



Und damit verließen wir auch bereits die Ebene der Milchstraße und begaben uns zu unseren nächsten Satelliten, den Kugelsternhaufen die wir in Form vom absteigenden M13 und M15 im Pegasus vorführten. Ich selbst wäre jetzt im Anschluss natürlich gleich zur Andromeda Galaxie fortgeschritten, die wir auch schon mit bloßem Auge zeigen und sehen konnten - aber Rainer wäre nicht Rainer wenn er sich nicht strikt an die kosmische Reihenfolge halten würde :D Also gabs den ersten Knacki aufs Auge und Rainer führte uns zum einzig sichtbaren extragalaktischen Kugelsternhaufen G1, war gar nicht so schwer wie ich ihn in Erinnerung hatte. Nun waren wir also im Reich der Galaxien angekommen und tasteten uns über diverse Vertreter weiter hinaus, M81 und 82 durften da natürlich nicht fehlen, ich selbst stattete auch nochmal NGC 7331 einen Besuch ab und auch M33 der auch ohne Filter fein seine auffällig HII Region NGC 604 zeigte. 

Als letzten Schritt vor den unausweichlichen Quasaren stellte Rainer eine sehr weit entfernten Galaxie ein, eine recht leuchtschwache Galaxie in einer Entfernung von 750 Mio Lichtjahren, McG 13-12-22 Indirekt war sie wiederholt sicher zu sehen, wahrlich kein Leuchtfeuer.

Nachdem wir uns am Quasar nochmal so richtig die Augen verbogen hatten, kam ich auf die Idee: Jetzt noch ein Komet!! Also mit zugekniffenem Beobachtungsauge doch einen Blick aufs Handy gewagt, aber Vorbereitung sieht anders aus ;) der einzige der mir auffiel war C/2017 O1 ASASSN, zufälligerweise war der Abend auch kurz vor der maximalen "Helligkeit" wenn auch nur (anders als die Vorhersagekurve andeutete) nur 14m. Die Karte die mir vorlag war nicht sonderlich detailliert aber ich sah von Rainer bestätigt an der Stelle eine leichte Nebulosität, allerdings mit erheblichen Sternen im Hintergrund, weswegen ich wohl eher über einen schwachen Sternhaufen gestolpert sein dürfte - gilt als NICHT gesehen.

Dennis war schon länger abgereist als wir uns zum Abschluss noch den Blick auf Uranus und seine Monde (!) gönnten.. Oberon war vergleichsweise einfach zu sehen, ich bekam auch Titania noch zu Gesicht, wenngleich schwerer - schön, den dicken blauen hab ich schon länger nicht mehr gesehen. Die drei näheren Monde blieben unsichtbar waren aber auch ungleich schwächer.


Der Himmelsjäger - Orion

Der Abbau war dann schnell gehalten und eine sehr schöne Nacht ging zu Ende, sehr froh endlich mal wieder draußen gewesen zu sein und vor allem auch Rainer wieder zurück am OAZ begrüßen zu können... oh apropos OAZ - den hatte ich am Nachmittag noch getauscht, der JMI den ich seit 12" Tagen immer montiert hatte zwickte mich schon länger am 8"er - mit keinem einzigen Okular kam ich mehr in den Fokus und ich trauere meinem 1:10 Crayford durchaus hinterher - nun verrichtet wieder der originale Zahntrieb GSO OAZ seinen Dienst und das verflucht gut! Erinnere mich noch daran, dass mir vor vielen Jahren Günther selbigen mit Teflonband überarbeitet hatte - das macht sich nach wie vor bemerkbar, der Unterschied zum Crayford ist verschwindend gering geworden (die Untersetzung fehlt natürlich nach wie vor) aber er war sogar smoother als mein JMI, der aber aufgrund seiner tiefbauenden Art auch weniger für einen GSO von der Stange geeignet ist ;)

Dank der doofen Sperrung der B417 sank ich erst gegen zwo Uhr ins Bett ;)

Link zum ATDS

Montag, 7. August 2017

Mondfinsternis vom 07.08.2017

Uhrzeit: 21.15 Uhr
Ort: Viechtach / Bayrischer Wald
Wetter. Wolkenlos, klar

Fast ging es an mir vorrüber aber eben stolperte ich drüber und bin dann. da gerade im Urlaub weilend, vor die Ferienwohnung mit der EOS und Tatsache: Angefressener Mond! 

Also gibts hier jetzt einen Schnellschuss mit der EOS 400D + 300mm Tamron


Sonntag, 30. April 2017

BB vom 29.04.2017

Ort: Östlicher Rheingau-Taunus
Uhrzeit: 21:30 bis 3:00 Uhr
Wetter: Klar aber dunstig, starker Wind, 3°
GG: ~ 5m8

Der Bericht wird ein ein kurzer bleiben, dabei war der Himmel alles andere als schlecht. Aber einmal mehr war ein sehr starker Wind der Showstopper schlechthin, ich erlebte das in ähnlichen Maße erst im vergangenen Jahr. Als inzwischen zum Weichei-Astronom Mutierter fror ich fast vom ersten Moment an ;) Klar... ich habs einmal mehr unterschätzt und auch nicht die richtigen Klamotten am Mann, irgendwann war die dritte Jacke angezogen aber wärmer wurde mir nicht... 




Trotzdem: Jan hat einen frischen Platz aufgetan der sehr schön zu erreichen ist, Kuppenlage mit schöner Rundumsicht und wäre es etwas weniger dunstig gewesen hätten wir in Sachen Himmelsqualität gar nichts zu meckern gehabt. Aber schon die noch eher schwache Mondsichel die sich die ersten zwei Stunden quälend langsam in Richtung Untergang schob zeigte sich, dass er den Himmel doch nachhaltig beeinflußte - ein klares Indiz für einen nicht besonders transparenten Himmel.

Den Widrigkeiten zum Trotz wurde es ein schöner Abend, der seinen Spaß vor allem daraus bezog, dass nach Mitternacht noch ein Gast eintraf und wir seit Langem mal wieder einem noch nicht mit der praktischen Astronomie vertrauten Menschen den Spaß an unserem Hobby und die Schätze des Himmels näher bringen konnten - das hab ich durchaus vermisst merke ich!



Sie zeigte sich auch ausgeprochen begabt was das Beobachten angeht, dass M13, M51 und ein hartgefilterter Cirrus Komplex im 16"er Begeisterungsstürme auslösen war ja durchaus zu erwarten aber mit erstaunlicher Hartnäckigkeit wurden die einzelnen Objekte beobachtet bis sogar Triangular Wisp erkannt und bestaunt wurde.

Mein persönliches "Highlight" war nach langer Zeit mal wieder ein neuer Komet. C/2015 V2 Johnson war dank einer schönen Karte von Jan selbst im Fernglas schnell wenn auch schwach gefunden. Im 8er zeigte sich dann auch bei Mond schon ein eindeutiger Fleck, der später nach Monduntergang und vor allem im Großen Spiegel einen gut sichtbaren Schweif zeigte.


Gegen zwei Uhr konnte ich kaum noch einen Gesichtsmuskel bewegen und ich packte zusammen, verfluchter Wind, blöder Pulli, fehlender Gürtel :D Ich könnte mich über so einiges ärgern - nicht aber, dass ich rausgefahren bin :)



Dienstag, 28. März 2017

BB vom 27.03.2017

Uhrzeit: 21:45 bis 1:45 Uhr
Wetter: Klar, leichter Horizontdunst, 5° frischer Wind
GG: ca. 6m
Ort: Idsteiner Land

Nachdem mich mein "kleines" Cabin-in-the-Woods Projekt fast durchgehend über das vergangene Jahr seit dem Frühjahr auf Trab und in Atem gehalten hat nun seit einigen Wochen weitestgehend abgeschlossen ist konnte ich endlich wieder einmal die Einladung von Rainer zu einem gemeinsamen Beobachtungsabend annehmen - er sollte dann auch viel länger und gehaltvoller werden als wir beide das ursprünglich geplant hatten!

Am altbekannten Platz angekommen schoß ich zunächst ein paar Stimmungsbildchen bis Rainer dann eintraf und wir uns, die wir in den letzten Monaten eigentlich nur telefonisch palavert haben selbiges endlich mal ausgiebig vis-a-vis ausleben und das taten wir dann auch sehr ausführlich :)



Um dem sich verabschiedenden Winter nochmal zu huldigen war so auch mein erstes Objekt der bereits im Sinkflug befindliche Orionnebel, hach ja... ich wage es kaum zu sagen aber es war ein später und doch der ERSTE Blick in dieser Saison oO ... nicht minder schön aber eben auch nicht mehr ganz auf der Höhe... M1 war dann auch nur einen kurzen Stopp wert

Aber es galt nicht nur meine wahren Lieblingsobjekte zu beobachten sondern zunächst sehr kleinlaut zu hoffen, dass ich nicht schon alles vergessen habe ;) Zumindest diese Sorge war aber unbegründet, so wie man nach Jahren jede Straßenecke der Heimat kennt, so werde ich wohl auch nie die Positionen der Ganzlichter des Galaxienparks wirklich vergessen... Startpunkt war der hochstehende M51 der seine majestätische Spirale zeigte, gefolgt vom nur wenig weiter gelegenen Leckerbissen NGC 4490 mit seinem charakteristischen Haken und dem kleinen runden Begleiter.

Bei Rainer schaute ich mir noch M81 in Höchstvergrößerung an und uns dünkte, dass der abzweigende Spiralarm durchaus zu sehen war, aber sah ich schon besser/einfacher. Ich ging stattdessen aber auf die Jagd nach dem Sombrero - landete ich zunächst zielgenau am "Stargate" wer noch nie dort war - unbedingt mal mitnehmen wenn man gerade in der Gegend ist.

M104 zeigte sein extrem scharf begrenztes Staubband und ich konnte reproduzierbar (auch später an Rainers 12er) ein schwaches Glimmen gegenüber der Kernregion auf der anderer Seite des Staubbandes ausmachen.

Alsdann wechselte ich in Coma - nein ich war hellwach, auch nicht selbstverständlich schlief ich doch im letzten Jahr tatsächlich mal mit dem Fernglas auf dem Feld ein :D - und schoss mir zunächst etliche Einzelsterne im Kugelsternhaufen M 53 und natürlich KEINE im extrem schwächeren "Begleiter" NGC 5053, aber das ungleiche Paar ist immer einen Pflichtbesuch wert im Frühjahr.


Apropos Einzelstern... Rainer bemerkte, dass sich der Somme mit Herkules ja auch schon ankündigt, natürlich noch recht tief aber bei dieser Helligkeit darf man da ruhig auch schon hinhalten, sogar die schwache Begleitgalaxie ging bereits, wenn auch weitaus schwieriger als im Sommer wenn sie wenn man weiss wo sie steht kaum zu übersehen ist.

Aber zurück ins Haar der Berenike... die Black Eyed Galaxie M64 kostet mich doch ein paar Sekunden rühren aber konnte sich ob ihrer Helligkeit nicht wirklich verstecken... die charakteristischen Dunkelstrukturen im Inneren waren bereits im 8" gut auszumachen im 12" überdeutlich und ein echter Eyecatcher.

Der Löwe war dann meine nächste Destination, selbstverständlich war hier das namensgebende Triplet mein erstes Ziel, aber danach durfte es etwas knackiger werden und ich begab mich an den Hals des Löwen und hielt Ausschau nach der Hickson 44 Gruppe, hier tat ich mich wirklich nicht ganz so leicht und das schwächste Mitglied blieb mir komischerweise verwehrt, nächstes Mal wieder...

So "langsam" gebot die Vernuft einzupacken, aber die musste dann doch nochmal ein Stündchen zurücktreten, denn ich wollte mir noch an Jupiter die Augen verblitzen ;) ... Wow!! Sehr feine Wolkenstrukturen in den Bändern, die Polregion deutlichst dunkler und das bekannt schöne Spiel der Mond, Io verschwandt dann während der Beobachtung hinter dem Gasriesen, ich hielt ihn zunächst für einen Stern, hatte sich das Licht doch vorher schon abgeschwächt. Das tolle war aber der GRF, der sich in einer Überdeutlichkeit aufdrängte wie ich ihn noch nicht sah! Von Färbung keine Spur, aber das muss nicht am (in den letzten Jahren objektiv entsättigten) Fleck gelegen haben, ich bin ja bekanntermaßen etwas gehandicapt in Sachen astronomisches Farbsehen...

Als Rainer merklich später zum Abschluss ebenfalls nochmals in Richtung Jupiter hielt konnte er ihn ebenfalls erspähen und er war sichtbar weiter gewandert - allerdings empfand ich das Bild im 12er als zu hell, trotz hoher Vergrößerung, der Kontrast war da schwerer herzustellen.

Wie immer wenn man sich auf ein astronomisches Abenteuer mit Rainer einlässt - und ich tue es auch GERADE deshalb immer wieder gern - kommt man nicht umhin den läppischen galaktischen Vorgarten unserer Milchstraße mit lächerlichen Entfernungen von einigen Dutzend Millionen Lichtjahren zu verlassen und sich auf WIRKLICH kosmologische Distanzen und Lichtlaufzeiten einzulassen... So holte er einmal mehr den rekordverdächtigen (18 Milliarden Sonnenmassen!!) Quasar OJ 287 im Sternbild Krebs ins Okular - lustigerweise konnte ich mich plötzlich wieder recht lebhaft an die Nacht erinnern als ich ihn schon einmal in Rainers Gerät sah, die Aufsuchkarte kam mir sofort bekannt vor... Spannend war aber nicht nur das gigantische Alter der Photonen die mich da kitzelten (mein Ur....ur-Großopa war damals gerade dabei sich eine Zellhülle anzueignen vor 3.500.000.000 Jahren) sondern vor allem die Tatsache mit welcher Leichtigkeit wir ihn sehen konnten, sogar DIREKT :o Das sollte eigentlich gar nicht möglich sein, da er mit 15m auch im 12"er kein Scheinwerfer ist, zwar ist seine Variabilität bekannt aber sein 12 Jahreshoch liegt eigentlich bereits hinter ihm, im Vergleich mit einigen Referenzsternen im Feld kamen wir aber auf eine tatsächliche Helligeit die zwischen 13,4 und 14m lag, also möglicherweise ein Helligkeitsausbruch der nicht mit seinem üblichen Rythmus zusammenhängt.

Nach diesem sehr befriedigenden Abschluss trennten sich unsere Wege dann kurz vor zwo und ich fuhr mit dem guten Gefühl nach Hause, das auch lange Pausen weder dem Spaß an der Freude noch den jahrelang eingeübten Handgriffen wirklich etwas anhaben können ;)