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Sonntag, 16. September 2018

1. Astronomische Nacht Heidenrod

15.09.2018
Uhrzeit: 19 Uhr bis Mitternacht
Ort: Segelflugplatz Heidenrod Laufenselden
Wetter: sehr wechselhaft, cirrig, bewölkt mit immer wieder auftauchenden Lücken
GG: Nicht gemessen, in klaren Moment sehr plastische Milchstraße im Zenit, immer wieder gute Stellen nach Osten und Westen

Die ortsansässige Kulturvereinigung kam auf die wirklich lobenswerte Idee einen öffentlichen Beobachtungsabend mit Vorträgen und jeder Menge Einladung an Vereine und Amateurastronomen auf dem Gelände des Laufenselder Segelflugvereins zu veranstalten. Der Platz liegt ganz in der Nähe des Platzes an dem ich jahrelang auch schon beobachtet habe, finde ihn aber durch die Abgrenzung durch ein kleines Wäldchens sogar noch idealer, es gibt praktisch keinerlei Störlicht, natürlich war die Lichtdisziplin bei so einer großen Veranstaltung mit vielen "Zivilisten" sehr ausbaufähig, aber das ist stand ja bei diesem Abend nicht im Vordergrund ;) 

Auf dem Weg dorthin war ich mir noch nicht so sicher ob man überhaupt etwas groß sehen könnte.


Als ich dann aber am Flugplatz ankam waren bereits kleine Teile des Himmels freigezogen und ich war überrascht wie viele Leute schon vor Ort waren! Zu meiner großen Freude war Andreas schon da und auch einige alte Bekannte durfte ich nach ziemlich (zu) langer Zeit mal wieder persönlich sehen und begrüßen, vor allem Horia und Thomas :)

So gab es auch eine große Auswahl an Instrumenten zu bewundern, darunter auch ein paar echte Exoten und tolle Selbstbauideen! Besonders lobend erwähne ich hier mal die selbstgebaute Konstruktion von Herrn Bentz, der mich auch zu diesem Event einlud, der Fantastisches aus (u.a.) Holz gebaut hat um seine Russentonne fototauglich zu bekommen.


Selbst die Klammern für die Akkus sind SELBSTgebaut


Holzsteuerung!


Außer einigen Leuten der Sternwarte Preßberg waren vor allem Mitglieder der Sternwarte Urania aus Wiesbaden vor Ort, samt und sonders sehr sympathische Leute mit tollen Geräten, doch dazu später noch mehr.

Der Abend bot zu Beginn eine echte Rarität - trotz suboptimalem Stand und immer noch reichlich vorhandenen Bewölkung konnten wir den vielen (!) interessierten Besuchern neben dem Mond VIER Planeten präsentieren und zeigen: Venus, Jupiter, Saturn und Mars.

Venus zeigte eine schöne Sichelform, Jupiter war eine Enttäuschung was aber ob des tiefen Standes keinen verwunderte, Saturn war selbstvertsändlich für viele Besucher der Eyecatcher schlechthin, Mars blieb zunächst (!) ein Scheibchen ohne nennenswerte Details, sieht man von einer leichten Phase ab.


Die nächste Zeit waren wirklich viele sehr ausdauernde interessierte Gäste bei mir und es machte so viel Spaß unser Hobby wieder mal ausführlich darzustellen und allerhand Objekte zu zeigen - Das war aber nicht so wirklich einfach, denn die Lücken wechselten schnell und stellenweise mussten wir auch mal einen Sternhaufen durch die Schleierbewölkung hindurch anschauen... Trotzdem gab es viele begeisterte Rufe bei Objekten wie dem Ringnebel, h+x oder auch der Andromedagalaxie vor allem in Verbindung mit den Erklärungen WAS man da nun gerade genau sieht.

Toll fand ich auch, dass so viele mega begeisterte Kinder an den Teleskopen hingen - ich glaube hier und da hat sich nochmal der Weihnachtswunsch geändert ;) 


Zu späterer Stunde wurde auch ein Vortrag gehalten und es gab Frisches vom Grill, leider konnte ich beides wegen der (positiven!) Dauerbelagerung am Teleskop nicht mitnehmen, der Himmel wurde stellenweise auch richtig gut, im Zenit konnte man endlich eine passable Landhimmel-Milchstraße zeigen, beim Thema Sternentode konnte ich einen sehr ansehnlichen Ringnebel zeigen, währen des nebenan den Hantelnebel zu sehen gab und bei Andreas schlussendlich einen sehr sehr schönen Cirrusnebel im 12er. 

Als schon alle Gäste auf dem Heimweg waren und sich auch die Reihe der Astronomen schon merklich gelichtet hatte konnte ich bei meinem Nachbarn von der Urania Sternwarte einen der besten Marsanblicke überhaupt genießen! Dachte nicht, dass das bei dem schlechten Stand überhaupt möglich ist aber in seinem genialen 4" Zeiss ED sah ich einen gestochen scharfen Mars mit Polkappe und blickweise klar zu erkennender großen Syrte! Wow - das wird definitiv in Erinnerung bleiben, man hatte blickweise in Momenten guten Seeings das Gefühl einen fotoähnlichen Anblick auf den Planeten zu erhaschen!

Danach zog es weiter zu und ich begann mit dem Abbau - Diese Veranstaltung kann man als vollen Erfolg bezeichnen und ich hoffe, dass die Veranstalter das nicht das letzte Mal gemacht haben :)

Update: Zwischenzeitlich ist auch ein Artikel im Wiesbadener Kurier erschienen :)

Mittwoch, 12. September 2018

Einladung zur 1. Astronomischen Nacht in Heidenrod 15. September

Vor einiger Zeit lud mich Herr Dr. Bentz bei mir aus dem Ort ein, an dieser öffentlichen Veranstaltung teilzunehmen, daher teile ich gerne den entsprechenden Artikel im lokalen "Blättche" - das ganze richtet sich vor allem an Besucher und Gäste aus der Region ohne Vorerfahrung aber mit Interesse am Thema Astronomie!

Sofern das Wetter das Stattfinden erlaubt werde ich mit einigen Gerätschaften vor Ort sein :) 


Dienstag, 4. Juni 2013

BB vom 03.06.2013

Ort: Sportplatz Laufenselden Zeit: 23 Uhr bis 2:15 Uhr Wetter: Klar bis cirrig, zeitweise Teilbewölkung 7°
GG: fst. ~ 5m8, im Zenit oft besser

Und einmal mehr liegt fast ein kompletter Monat zwischen den Beobachtungen, die Prognosen liesen auch mehr auf Lückenspechteln, denn auf eine ernsthafte Nacht hoffen. Aber selbst mit einem Blick auf zwei oder drei Objekte wäre ich diesmal zufrieden gewesen und ich haderte recht lang bis ich mich entschloss loszufahren, dann aber änderte Meteoblue seine Prognose ab 23 Uhr auf KLAR und auch der Blick aus dem Fenster lies ähnliches hoffen.

Zuhause hatte ich mir schon eine schöne Tour durch Coma Berenices zusammengestellt und da auch keine positiven Reaktionen auf meinen Aufruf folgten, ging ich zum ersten Mal seit Ewigkeiten fest davon aus, daß ich diesemal die Nacht allein rumbringen müsste - alles egal nach diesen grässlichen Wochen. Quasi im letzten Moment habe ich mich aber erinnert, daß ich unserem neuen Forenmitglied und Namensbruder Benny versprochen hatte mich bei nächstbester Gelegenheit zu melden wenn ich rausfahren - gesagt getan und er hat auch noch zugesagt - Spitze!

Direkt nach dem Aufbau, daher noch groß illuminiert


Gegen 23 Uhr in Richtung Westen



Gegen 23 Uhr traf ich auf dem noch recht hellen Platz ein und baute fix den Krempel auf. Ich ging auch getrieben durch schiere Gier nach Deepsky sofort auf Starttour (nach einem kurzen Startbesuch bei Saturn, der ein nicht ganz so tolles Seeing versprach). Die Dämmerung war natürlich noch nicht abgeschlossen und so spare ich mir mal die Beschreibung altbekannter Kandidaten unter mauen Bedingungen, gegen Ende landete ich bei der Doppelgalaxie Arp 269 und wollte gerade den Bleistift ansetzen, als ein Auto um die Ecke bog.

Zwei Fotos die schön zeigen was auch in den "weißen Nächten" mit etwas Warten noch aus dem Himmel zu holen ist.... 


Zu meiner großen Freude hatte Benny wider Erwarten doch sein komplettes Equipment mitgeschleppt. Zum ersten Mal, daß ich so einen Orion Sky Quest in 12" gesehen habe - ein echter Trumm, nicht von der Größe, das schenkt sich nichts zu den GSO/Galaxy Volltuben, aber das Gewicht ist schon atemberaubend (Gesamtgewicht 46kg, hab nachgeschaut ^^). 

Da das Gerät nahezu jungfräulich aufgebaut wurde und Benny es ja auch erst seit zwei Wochen sein eigen nennt stand erst einmal Justieren auf dem Programm - PUSTEKUCHEN, der Mann hat geübt! Schneller und sauberer hätte ich das auch nicht hinbekommen, meinen Respekt. Die Abbildung ist auch mehr als sauber, dieses Teleskop war definitiv kein Fehlgriff.

Weil wir nicht wussten wie lange der Himmel halten würde und auch weil Benny schon so einige Objektwünsche hatte begannen wir zügig mit einer Art "Einführungstour" über den Himmel der sich inzwischen wirklich gemausert hatte, den 6m1 Stern in UMi konnte ich beim besten Willen nicht ausmachen, aber der Dunst war auch in diese Richtung stärker als am Rest des Himmels, die Durchsicht änderte sich im Laufe der Nacht noch einige Male, einmal waren wir sogar sicher: Das wars, größere Wolkenfelder bedeckten den östlichen Himmel bis auf gut 70° - doch nur für eine Viertelstunde, danach waren noch geniale Beobachtungen auch in diese Richtung und weitaus niedriger möglich!

Natürlich muss das teleskopische Sehen geschult werden aber auch das hatte Benny überraschend schnell raus und beschriebe toll die Objekte, gegen Ende hatten wir sogar den Cirruskomplex im Bild - super Sache um den krassen Effekt des [OIII] Filters zu demonstrieren - und er nahm sogar einen grünen Farbton an den hellsten Stellen war, das ist mir leider bekanntermaßen verwehrt. Toll auch wie er die Strukturen in der Knochenhand sah und beschrieb: Du hast dir definitiv das richtige Hobby gewählt ;) Die guten Gespräche helfen hoffentlich hier und da nochmal über spätere Equipmentstärkungen nachzudenken, aber Benny hat den Bogen schon wirklich gut raus, den Rest bringt einfach die Übung.

Am Ende hatten wir eine Vielzahl von tollen Standardobjekten beobachtet (M81,82,51,13,109,101,57,h+x,NGC 6910), die Freude war immens und die glühende Begeisterung meines Mitbeobachters färbte immens ab. Wozu wir leider nicht mehr kamen war der Funktionstest des Goto/Nachführungssystems, das Kabel zu kurz und eine externe Stromversorgung war nicht vorhanden. Ich witzelte noch, so etwas lieber nicht ans Auto anzuschliessen, hatten wir doch auch schon erlebt, dass hier ein Fotograf nicht mehr wegkam weil die Batterie streikte. Hätt ich doch nur nix gesagt :D ... 

Das absolute Sahnehäubchen dieses Abends kam aber noch! "Was ist das da?" - Blick nach Westen - Die ISS verdammt hell, rast auf uns zu! Den müden Kopf schnell zum Denken anspornen, welches Okular hatte ich damals, 22mm, wo liegt es, zack ran ans Teleskop und grob der ISS vorgehalten, Jaaaaaaaa da ist sie! Unglaublich groß in ihrer jetzigen Ausbaustufe, man erkennt die Module und Solarsegel, unglaublich dieser Anblick (Das letzte Mal sah ich sie glaube vor 2,5 Jahren im Teleskop), die Nachführung klappt nach ein paar Sekunden gar nicht so schlecht. Ich will Benny nicht dem Punkt nachstarrten lassen und nach etwa halber Strecke über das Firmament lasse ich ihn ans Okular und werden zum lebenden Nachführmotor am Telrad, klappte erstaunlich gut, also hatten wir sogar beide was davon :)

Um zwei Uhr hätten wir sicher noch weiterbeobachten können trotz aufziehender Dämmerung, aber die Vernuft siegte dann doch, wir begannen mit dem Abbau im Schein meines Scheinwerfers.... Gaaaanz schlechte Idee - hab doch glatt verdrängt, daß meine Batterie schon im Winter einmal das zeitliche segnete und ich sie nur neu geladen habe statt auszutauschen... lange Reder kurzer Sinn: Benny durfte/musste mich zur Abfahrt einmal kräftig anschieben sonst hätte ich in Laufi campieren können ^^ Vielen Dank nochmal für die Hilfe!

So ging eine (für die Prognosen) fantastische Nacht zu Ende und ich denke wir haben hier einen hervorragenden Mitbeobachter gewonnen, der unter dem Taunushimmel noch eine ganze Menge Freude am Universum erleben wird :)


Samstag, 26. Mai 2012

BB vom 25.05.2012

Ort: Laufenselden 

Zeit: 21:30 bis 3:00 

GG: fst 6m2 

Wetter: klar, sehr gute Transparenz, 15-10° C

Schon in den Mittagsstunden wurde ich etwas kribbelig, von einem Panoramablick an dem ich im Nordwesten Wiesbadens vorbeifuhr waren die Gipfel des Odenwaldes sehr scharf definiert zu sehen! Der Himmel selber war schon den ganzen Tag von einem tiefen klaren blau.


Wenig überraschend also, als ich nach 20 Uhr einiges an Beobachtungsaufrufen im Postfach hatte, da mein Teleskop schon den halben Tag im Auto lag war nicht mehr zu tun als eine Flasche Wasser unter den Arm zu packen und loszudüsen.

Am Platz angekommen waren Ingo und Hans schon voll im Aufbau, etwas später gesellten sich Horia, gegen 23 Uhr Thomas und zu guter Letzt um bloß kein Restlicht mehr mitzubekommen Rainer zu uns.

Schon in der Dämmerung hatten wir schöne Beobachtungen am Mondterminator, Venus und auch Saturn. Die Dunkelheit legte sich naturgemäß für diese fortgeschrittene Jahreszeit nur langsam über uns, aber es war schnell zu sehen, dass die Transparenz heute ausserordentlich gut wurde, nadelfein und zahlreich erschienen über uns die Sterne, selbst das Seeing war uns nicht unbedingt ungnädig. Leider schien mein Laser beim letzten Mal nicht richtig ausgeschaltet gewesen sein ... leer :( Aber dank Ingo kein größeres Problem und fix ging es an die Justage.



Horia machte uns bei der Ankunft schon den Mund wässrig mit einigen Quasaren, die er für die Nacht recherchiert hatte, leider waren wir bei diesen Objekten (wie auch später mit Rainer) nicht erfolgreich, die Objekte, die zu allem Übel wohl auch noch eine recht hohe Variabilität aufweisen, blieben uns verborgen.



Doch der ausklingende Frühjahrs- und der bereits ansprechend hoch stehende Sommerhimmel liesen keine Wünsche offen :) Wie oft habe ich das schon geschrieben... aber ein Himmel von merklich über 6m sieht man den Objekten auf Anhieb einfach an, noch relativ am Anfang ging es zu M81/82, feine Dunkelstrukturen in M82 waren oblegatorisch, der Ansatz des einen eng anliegenden Spiralarms von M81 hingegen bekommt man nicht so oft zu Gesicht. Auch M51 wusste mit klar definierten Spiralarmen und Knoten innerhalb der Arme zu begeistern.

Horia hatte derweil die aktuelle Supernove in Virgo eingestellt, SN2012au in der Galaxie NGC 4790 war mehr als nur auffällig, ich würde sogar sagen sie betont die ansonsten eher schwächlich 12m1 Galaxie enorm.


Da diese Nacht wohl leider schon den Abschluss des (von mir dieses wie auch letztes Jahr sträflichst vernachlässigten) Frühjahrshimmels bedeutete, hatte ich mir fest vorgenommen mit etwas System die Jungfrau zu durchwandern, vor allem natürlich zu einem meiner unerreichten Lieblingsobjekten am Himmel: Makarians Galaxienkette. Es brauchte dann doch noch etwas Auffrischungsstudium der Karten um den Einstieg in die Jungfrau über das "große T" nahe M 98, wie mir Ingo den Begriff nochmal in Erinnerung rief, zu finden.

Von dort aus ging es dann aber problemlos in die Tiefen des Virgohaufens, das ist am Ende doch ein bisschen so wie bei der Rückkehr an einen lange nicht mehr besuchten Urlaubsort, man fremdelt zunächst etwas aber ist man erstmal alles abgelaufen sind die alten Pfade wieder voll präsent ;)

M 98 zeigte sich als helle, oval elongierte Galaxie, nur ein kleiner Sprung und man ist bei M 99, die im Gegesatz zu 98 fast gar keine Elongation aufweist, an einer Seite aber ausgefranst wirkt, ein Spiralarm? Dort kaum ein Gesichtsfeld entfernt noch ein echtes Schätzchen, dass ich noch gar nicht kannte, einem engen Päärchen bestehend aus NGC 4302, die sehr spindelig daher kommt und NGC 4298 die schwächer erscheint, nur leicht oval ist und klar von der Nachbargalaxie getrennt ist. Geniale Kombination!

Ein etwas weiterer Sprung, der aber dank dem untersten Stern des "T"s sehr einfach ist, und zack wird man von dem eindrucksvollen Galaxiendreieck M86 M84 und NGC 4388. Daneben gesellt sich noch exakt in der Mitte dieses Dreiecks NGC 4387 und unterhalb von M 86 die etwas schwächliche NGC 4402. Von hier aus ein Schwenk nicht mal ausserhalb des Gesichtsfeldes des 14mm Speers Walers leuchten mir "The Eyes" zwei nah beieiander stehende Galaxien (NGC 4435 und NGC 4438 aka Arp 120) ins Gesicht. Nur wenig weiter und schon ist das nächsten Galaxienpaar der Kette im Gesichtsfeld, diesmal NGC 4458 und NGC 4461. Nun ist es ein etwas "weiterer" Sprung nach oben zum nächsten Kandidaten namens NGC 4473. Nahe bei und sehr ähnlich wirkend folgt NGC 4477, hier meine ich entweder ein Detail oder einen Begleiter gesehen zu haben, sehr nah an der Galaxie, leider war da aber nichts in der Karte vermerkt. Nun folgt der längste Sprung innerhalb der Galaxienkette und ich lande am Ende von Makarians Kette: M88, der sich als im Vergleich mit den vorhergegangenen Galaxien als fetter heller Blop erstmal erschreckt :D Nahe bei M 88 ist elongiert die schwächere NGC 4459 zu sehen. Ich stecke hier wirklich lange Zeit fest, fahre die Kette immer wieder vor und zurück, versuche mir einzuprägen wie die Kette komplett im Gesichtsfeld aussehen würde, einfach eine unvergleichliche Objektansammlung und wie ich weiss, braucht es hier nichtmal einen 12"er, die Kette geht komplett auch schon mit bedeutend kleinerem Gerät. Eine Zeichnung meines "Einstiegsgesichtsfeldes" gönne ich mir dann doch noch, diese Galaxienkonstellation ist einfach zu fantastisch.



Nun lasse ich es wieder etwas langsamer angehen, hier und da mal ein Schwätzchen, besonders interessant war das IR Thermometer von Ingo, ein interessantes Mittel zur Transparenzbestimmung abseits von SQM und GG-Schätzung, denn das SQM-L zeigt heute keinerlei besseren Wert an als vor zwei Wochen als die Transparenz wirklich MERKLICH schlechter war, die IR-Temperatur hingegen schwankt, leider hat auch Ingo noch keine tiefergehenden Messreihen damit gemacht, aber das ist eine Geschichte die man ruhig mal weiter verfolgen sollte :)

Sowohl die Quasarenjagden bei Horia als auch bei Rainer sind heute leider nicht von Erfolg gekrönt, da ich selbst nicht mitgesucht habe sondern nur mit das eingstellte Gesichtsfeld begutachtet habe, weiss ich nicht genau woran es im Endeffekt lag, aber die Objekte haben eine nicht näher bekannte Variabilität, der eine hätte zumindest jenseits der 16m liegen können... wie ich die beiden kenne werden sie aber dran bleiben.

Jetzt schalte ich erstmal in den Leerlauf, die große Luftmatratze aus dem Auto (unaufgepumpt natürlich) und die Augen in den Sommer gerichtet, der Schwan lässt mit seiner stark strukturierten Milchstrasse den Kiefer nach unten klappen. Ich hole mir noch schnell das 8x42 Fernglas und beginne zu surfen. Nordamerika ist bereits erstaunlich gut zu sehen und das in dieser Höhe! Der Hantelnebel ist schon fast in seiner Form erfassbar, in jedem Fall aber ein unübersehbar helles Objekt. Thomas leitet mich von Deneb aus zu "Barnards Zigarre" einem beeindruckenden Dunkelnebel fürs Fernglas. Es dauert eine ganze Weile, dann wird es mir trotz Unterlage doch etwas kühl am Rücken und ich wechsele wieder an den 12er. Angestachelt durch die Beobachtung mit dem Fernglas wandert der [OIII] ins 22er LVW und der Cirrusnebel strahlt trotz des niedrigen Standes in bekannter Pracht. Auch der Hantelnebel profitiert erheblich vom [OIII], ohne ist die Hantelform besonders deutlich, mit verliert sie sich fast durch die Helligkeit der Henkel. Ein kurzer Sprung zu M57, atemberaubend, bei 5mm (300x) bleibt mir nichts anderes zur Beschreibung übrig als zu sagen: Graustufen Fotografie! Ausgefranste Ränder, ein Verdickung und einfach toll :)

Wir sind schon über die 2 Uhr hinweg, im Osten regt sich bereits zaghaft aber unaufhaltsam die Dämmerung, gegen 3 Uhr wird es merklich heller und wir beginnen mit dem Abbau, nur Rainer, der noch etwas nachzuholen hat weil er ja auch als letztes ankam bleibt eisern und tapfer am Teleskop stehen.

Diese Nacht hat das Feuer mal wieder mächtig geschürt, eine dieser Nächte die sich von anderen einfach abheben und in Erinnerung bleiben (und sei es dank dieses BBs...). Allein die Tatsache, dass es entgegen der meisten Nächte auch einfach mal eine halbe Stunde mucksmäuschenstill war, weil jeder gebannt und intensiv beobachet hat spricht für sich. Nun folgen die weißen Nächte und der Frühjahrsgalaxienhimmel ist leider dahin, aber auch wenn ich dieses Jahr nur wenig draussen war kann ich das nun guten Gewissens annehmen.

"Die letzte ergiebige Galaxiennacht des Frühjahrs 

Sonntag, 13. Mai 2012

BB vom 13.05.2012

Laufenselden 13.05.2012

21:30 bis 1:20 Uhr

SQM: 21,20

Aus den mannigfaltigsten Gründen war ich in diesem schon weit fortgeschrittenen Jahr erst ein einziges Mal unter den Sternenhimmel gekommen – eigentlich unhaltbar! Aber gut, es gab schon Gründe, als mich Jan schon am Samstag zu motivieren versuchte es endlich mal wieder in Angriff zu nehmen, waren mir doch noch etwas viele Wolken unterwegs, auch wenn es wohl wie ich später sah tief in der zweiten Nachthälfte doch noch brauchbar wurde.



Sonntagnachmittag war mir aber schnell klar: Wenn du heute nicht gehst grenzt das an Blasphemie. Also ein kurzer Anruf an die andere Seite des Taunus bei Jan und dann ging es auch schon ans Packen, lange lag jetzt alles im Keller aber mit dem 8“er waren das zwei Griffe und die Fahrt konnte losgehen. Mir war ob des Himmels schon klar, dass ich in Laufi heute mit Gesellschaft rechnen konnte, am Ende waren es dann in der Tat acht Photonenjünger die sich die Nacht um die Ohren schlugen. Aufbau... gut nix verlernt, der 8er ist ja fast ein „Popup Teleskop“ aus dem Kofferraum purzeln lassen – fertig.

Kalt wars! Hier haben wir um diese Jahreszeit schon mit kurzen Hosen gestanden, das war heute mit um die 2°C nicht zu empfehlen ^^


Interessanter Ansatz zum Telradtauschutz 

Mit dem Auffinden war es dann doch nach so langer Telradabstinenz doch erstmal etwas eingerostet, im Endeffekt müsste ich mich echt mal wieder hinsetzen und die Karten nochmal überfliegen :P



Objektmässig war ich arg zurückhaltend, einige Standards zum Wiederreinfinden, wie z.B. Leotriplett, M13, M57 und Co. Venus war zu Beginn des Abends mit der stark ausgeprägten Sichel auf jeden Fall ein Hingucker in allen Geräten. Saturn war in Horias Binoansatz am 12“er ebenfalls fantastisch. In Jans Großbino war die "The Hidden Galaxy" heute gar nicht so hidden, auch wenn mich der Himmel trotz guter Werte nicht ganz so vom Hocker riss.



Highlight war (auf jeden Fall für mich) das von Rainer ausgesuchte und eingestellte Objekt. Der klingende Name lässt bereits auf einen Augenschmauss schliessen: GSOB1634+7037 in Draco

Wie immer sprechen wir hier natürlich von einem unscheinbaren Fünkchen, aber dieses hatte es in sich! Nachdem Armin eine gute Aufsuchmethode innerhalb des Gesichtsfelds gefunden hatte, war es überraschend leicht den 14,7mag „hellen“ Quasar zu sehen, auch direkt mit 12“ möglich. Die Faszination macht in diesem Fall die ENORME Rotverschiebung (z) aus, mein persönlicher Rekord, hätte nicht gedacht, dass über 10 Milliarden Lichtjahre so „einfach“ zu haben sind :) Ich bin nicht mehr so firm in der Umrechnung, Reiner sprach von ~11 Mrd, ein Umrechner gab mir bei z=1,337 ~9Mrd aus, in jedem Fall, v e r f l u c h t altes Licht!

Reiners Auffindeskills sprengten heute mal wieder alle Grenzen ,so bekam ich noch einige leider für mich erst einmal namenlose Mitglieder des Hercules Clusters (Abell 2151) zu sehen mit etwa einer halben Milliarde Lichtjahre Entfernung auch nicht mehr in der näheren Nachbarschaft Wink

Leider ging es dann für mich an den Abbau und war somit sogar der erste der heute aufbrechen musste, sehr schön hier heute wieder so viele Gleichgesinnte getroffen zu haben und wenigstens noch eine Nacht vor den „weissen Nächten“ genutzt zu haben.

"Spontanes Großtreffen im Taunus" 

Donnerstag, 15. Januar 2009

BB vom 15.01.2009

Datum 15.Januar 2009
Zeit 21:00 bis 0:00 Uhr
Ort Feld im Taunus
Wetter zunächst klar, aufziehender Nebel -5° C
Seeing -
Grenzgröße zu Beginn ca. 5,9m stetig schlechter werdend
Geräte 8" f/6 4" f/13

Heute schien es die letzte Nacht für einige Zeit wegen dem Wechsel zu bewölktem, nassen Wetter, werden. Also packte ich kurzfristig meinen Dobson ins Auto und Jan (dessen Auto sowieso dauer-astro-gepackt ist) nahm die weite Fahrt zu mir in Kauf damit ich da nicht alleine stehe ;)
Ich war gegen 21 Uhr am Platz und der Himmel zeigte sich wirklich gut, viel besser als die Wettervorhersage vermuten lies, die Milchstrasse spannte sich gut sichtbar über den gesamten Hmmel, und die ersten zwei Stimmungsfotos schoss ich nachdem der Newton aufgebaut und justiert war.


Als Jan eintraf war sein Mak schnell auf seiner neuen Giro aufgestellt - eine geniale Montierung an der er mit Sicherheit lange Spass haben wird! Wie auf dem Bild zu sehen ist, zog der Nebel langsam immer dichter so dass man nur noch zenitnah beobachten konnte, doch zunächst war es noch klar...


Da ich sehr kurzentschlossen rausfuhr blieb mir keine Zeit zur Vorbereitung von Objekten die wir im Rahmen des Herschel 400 Wettbewerbs beobachten wollten. Doch den interessanten Reflexionsnebel NGC 1999 unterhalb des Orionnebels hatte ich mir schon im Taki Staratlas markiert und der wurde nun aufs Korn genommen. Eigentlich gar nicht so schwer unweit des Orionnebels zu finden, war die Identifizierung des 10m Sterns um den sich der Nebel befindet gar nicht so leicht weil die Sternkarte einfach zu großen Maßstab hat. Doch beim Anfahren mehrerer Sterne im Gesichstfeld bei hoher Vergrösserung kam nur einer in Frage der einen schwer fassbaren Schimmer umfasste. Mit 7mm und 5mm war der Nebel recht gut auszumachen, er war nicht kreisrund um den Stern herum verteilt sondern mehr oder weniger nur nach einer Seite den Stern umlagernd. Bei mir ging der Nebel definitiv nur indirekt, Jan konnte ihn wohl sogar direkt erfassen. Bei 244x war das ganze zwar seeingbedingt nicht mehr ganz so einfach, doch braucht dieser winzige Nebel wirklich sehr hohe Vergrösserungen! Der Himmel war bereits weit davon entfernt wirklich gut zu sein, also gab ich mich mit der Identifizierung und einer kleinen Zeichnung zufrieden in der Hoffnung, bei gutem Himmel mehr zu sehen.


Abseits der Beobachtung von NGC 1999 wurden noch einige Standardkerzen beobachtet, die heute aber unter dem zunehmend schlechter werdendem Himmel nicht begeistern konnten. Als sich der Mond über die Bäume quälte war ausser ihm bereits fast nichts mehr am Himmel zu sehen und auch er selbst war durch den nebligen Dunst noch sehr dunkel, weswegen mit auch kein Foto durch den Refraktor gelang. Schön war dann aber noch der bekraterte Mondrand in Jan's Mak mit dem 7mm UWAN und auch ein Blick auf Saturn war uns noch möglich. Kurz vor Mitternacht wurde dann der Mond ausgeknipst und der Himmel war 100% bedeckt - Alsdann gings durch stellenweise sehr dichten Nebel in niedrigeren Lagen nach Hause.

Sonntag, 28. Dezember 2008

BB vom 28.12.2008

Datum 28.Dezember 2008
Zeit 19:30 bis 1:00 Uhr
Ort Feld im Taunus
Wetter klar, Horizontdunst
Seeing -
Grenzgröße 6,0m
Geräte 8" f/6 8" f/5 10" f/5 4,5" f/8 12,5" f/5 15x50 IS

Dies ist die letzte Nacht des Jahres die ich nochmals zum ausgiebigen Himmel-in-vollen-Zügen-Genießen nutzen wollte und sie wurde auch eine besonders lohnenswerte in meinen Augen, das lag nun nicht an einem übermäßig guten Himmel, der vom vergangenen Freitag wird so schnell nicht mehr getoppt werden, aber vor allem vor Jahresende nochmal alle Leute zu treffen (Armin, Andreas, Jan, Patrick und ich), eine große Geräteauswahl zum Objekt- und Okularvergleich und einige besonders schöne Bilder machten den Abend zum Erlebnis. Sogar ein neues Objekt gesellte sich in Form des Hubble's variable Nebula dazu. Ohne die motivierende Anwesenheit der Anderen, mit denen ausgiebige Schwätzchen gehalten wurden und ein heißer Tee getrunken (Danke Patrick!!) wurde, hätte wohl keiner so lange durchgehalten, denn das Thermometer fiel dann mal eben auf -8° und am Ende der Nacht waren nicht nur alle Autos und Teleskope eisbepanzert - sogar mein Daunenjäckchen, das aber gut warmhielt, glänzte von Reif. Ich kam als erster am Platz an und sah, dass es kein Fehler war die heutige Nacht zum Rausgehen zu wählen, die Milchstrasse spannte sich weit vom Schwan bis unter den Fuhrmann, der Horizontdunst war etwas höher als am Freitag. 

Noch keiner da, Zeit für ein paar Fotos...

Kurz darauf trafen Jan und Andreas ein und wir begannen mit dem Aufbau nachdem ich mich in mein Polarkostüm gezwängt habe. Armin und Patrick zügelten dann etwas später nach und die Truppe war komplett. Sehr beeindruckt hat mich auch der erste Blick durch das bildstabiliserte Canon 15x20 IS von Andreas! Ich bin ein Zitterer wenn's ans Fernglas geht (vieleicht mag ich sie deshalb nicht so) aber ein Knopfdruck und man hat das Gefühl durch ein Teleskop zu schauen, die - ich nenne es mal Navigation - mit der Hand ist ein Erlebnis, völlig smooth gleitet man über den Himmel und eine beachtliche Zahl an Objekten die es mir immer verwackelt hat sind plötzlich gar kein Problem mehr und ein echter Genuß! Schade, dass Canon so viel Geld dafür haben will ;) aber es ist jeden Cent wert..
.
Jetzt sind alle da, das Stativ kaputt also ab auf den Boden - 90s belichtet

Kleinen Schockmoment gabs noch als ich ein Hochkant Foto schiessen wollte und sich der eiskalte Stativkopf dazu entschloss in genau dem Moment abzubrechen, gerade noch die Kamera gefangen...
Und dann gabs für jedes Objekt auch irgendwie mal wieder die optimale Okular/Teleskopkombination die einen dann umgehauen hat, bei M45 war das Andreas' 8" f/5 mit 31er Nagler, beim Orionnebel, h+x und Eskimonebel Armins Großer mit 8mm Ethos - immer wieder krank durch dieses Okular zu schauen, man fragt sich unbewusst immer was man denn vom Hausrat verkaufen könnte um das zu ordern :-D So wurde im Laufe des Abends von mir eine Menge Objekte angefahren, diesmal klappte es auch erstaunlich einfach mit dem variablen Hubblenebel NGC 2261, er ist wirklich recht klein und braucht dann schon einige Vergrösserung um seine dreieckige Form zu zeigen, das hat er denn aber auch getan!

Frankfurt (45km Luftlinie) wird bei 120s Belichtungszeit schon recht hell, dem Himmel sei dank nur auf Fotos ;)

Im Laufe des Abends kroch die Kälte durch die dicksten Kleiderschichten, aber es war auszuhalten, vor allem weil noch heißer Tee von Patrick serviert wurde und man sich auch etwas bewegte von Teleskop zu Teleskop - Armin und Jan davon mal ausgenommen bei denen ich mich nicht gewundert hätte wenn sie vor dem 12,5"er am Boden festgefroren wären ;) Danke an dieser Stelle für die wohltätige Aufnahme diverser Okulare in Jan's "Enteisungsbox" - hat super funktioniert. Irgendwann vor eins gings dann den Füßen, Gesichtern (meins brennt gerade beim Tippen immer noch etwas) und Händen so ans eingemachte, dass die Teleskope verstaut, die Motoren warmgelaufen und die Scheiben gekratzt wurden und wir uns für dieses Jahr verabschiedeten... auf der Heimfahrt zeigte das Thermometer dann stolze -10° an.

Der Blick kann nur in eine Richtung gehen - nach oben!

AND
  • M31/32/110: Am schönsten im 15x50 Fernglas.
  • NGC 752: Der Paradesternhaufen in Andromeda
TRI
  • M33/NGC604: Die Galaxie ging auch schon in Patricks 4,5"er gar nicht schlecht, mit 8" und 12,5" konnte dann auch die H2 Region bestaunt werden.
PER
  • h+x: Ein Muß jeder Nacht, am fantastischsten kam der Doppelhaufen im 8er Ethos mit 12,5" aber auch schon im 10x50 ein Hingucker
  • M76: Den kleinen Hantelnebel hatte ich schon lange nicht mehr besucht, er war recht schnell aufgefunden und zeigte schon in der Übersicht seinen länglichen Charakter, bei 120x im 10mm Speers sah man dann die beiden Kerne die sogar einzelne NGC Nummern bekommen haben. In Patricks 114er war er ebenfalls zu sehen wenngleich schon recht schwach. Der Abschuss mal wieder mit 12,5" ausser der schönen Form griff auf einer Seite auch schon ein Bogen des Halos um den PN.
  • M34: im 15x50 schön aufgelöst.
CAS
  • M103: Wird von einem hellen Stern dominiert, klein und kompakt
  • NGC 457: Der drolligste Sternhaufen am Himmel
  • NGC 654/663: zwei schwächere aber ebenfalls sehr schöne offene Haufen die in ein Gesichtsfeld passen
AUR
  • M37/36/38: M38 mit dem 8,2m schwachen NGC 1907 ebenfalls lohnenswert
UMA
  • M81/82: Zu späterer Stunde schon besser als am Freitag, M82 zeigte wieder Staubstrukturen.
  • NGC 2841: Die kleine Galaxie hat interessanter Weise einen schwachen Stern im Aussenbereich stehen.
  • M108/M97: Der Eulennebel zusammen mit der länglichen Galaxie ist eine einzigartige Kombination.
CVN
  • M51: Zum ersten Mal in dieser (eigentlich noch gar nicht angebrochenen) Saison mal auf die Galaxien geschwenkt, sie sind aber noch wenig beeindruckend im Dunst, die Kerne waren natürlich problemlos zu beobachten aber an Spiralarme und Materiebrücke war noch nicht zu denken.
TAU
  • M45: ganz klar am schönsten im 8" f/5 mit 31er Nagler von Andreas.
  • M1: am genialsten natürlich mit großer Öffnung, aber in allen Geräten zumindest als ovaler Nebelfleck zu sehen.
ORI
  • M42/43: Das Pflichtobjekt des Winters, unbeschreibliche Details in allen Geräten, im 12,5"er mit 8er Ethos verschlägt es einem nur noch den Atem! Ein beachtlicher Teil von M42, am Rand sogar noch M43, passt in das gigantische Gesichtsfeld und das bei über 180x!
  • NGC 1973: Sichtbar aber nicht so gut wie am Freitag.
  • NGC 2024: Auch hier wieder am augenfälligsten mit über 12" Öffnung, Staubstrukturen im Inneren des Nebels.
GEM
  • M35: zusammen mit NGC 2158 der heute aber sichtbar weniger zeigt als die Tage zuvor.
  • NGC 2392: Eskimonebel - Vor zwei Tagen achtete ich gar nicht darauf aber nun merke ich, dass der Zentralstern des PN problemlos zu sehen ist, beachtliche Strukturen im Ring (12,5")
MON
  • NGC 2264: Hauptsächlich als Ausgangspunkt für die Such nach NGC 2261 genutzt.
  • NGC 2261: Hubbles Veränderlicher Nebel, nach etwas Rühren unterhalb des Weihnachtsbaumhaufens, springt bei konzentriertem Sehen ein kleiner Nebelfleck ins Auge, erst hohe Vergrösserung zeigt so richtig seine Form die gut als dreieckig rüberkommt, weitere Details waren aber Fehlanzeige.
CNC
  • M44: Wieder gut im bloßem Auge, und nach einem mißlungen Versuch (Taubeschlag!) genial im 15x50.

Sonntag, 4. Mai 2008

BB vom 04.05.2008

Datum 04.Mai 2008
Zeit 21:00 bis 2:00 Uhr
Ort westlicher T aunus
Wetter klar, etwas Horizontdunst
Seeing sehr gut
Grenzgröße ~6m M13 mit freiem Auge sichtbar
Geräte 8" f/6, 12,5 "f/5, 16" f/4,5, 3" f/7

Nach dem ich das ITV leider nicht besuchen konnte, ergab sich nun doch noch die Möglichkeit eine klare Neumondnacht im Mai zu nutzen. Mit Armin, Thomas und Oliver traf ich mich zum Sonnenuntergang, Merkur, der noch hätte gesehen werden können war leider wegen Bäumen unmöglich zu beobachten, doch schon nach dem ersten Blicken zu Saturn nach dem Aufbau zeigte sich, dass das Seeing ausgesprochen gut war! In Armins Gerät stand Saturn auch bei über 300x knackig scharf im Okular und zeigte neben Cassiniteilung auch atmosphärische Details und fünf Monde. Er konnte sogar das extrem selten eingesetzte 2,5mm Nagler gewinnbringend einsetzen - was für ein Anblick bei über 600x! Überrascht hat mich mal wieder wie gut sich mit einer richtig guten Mechanik auch solche Vergrösserungen noch nachführen lassen. Spasseshalber gabs dann nochmal den grössten Saturn den ich jemals gesehen habe, im 2,5mm Nagler + 2xBarlow > 1200x :) - Die Ringe berührten fast den Bildfeldrand, obwohl das Bild natürlich matschig war und wenig Details zeigte war es beeindruckend wie "ruhig" der Planet abgebildet wurde, natürlich war er innerhalb von zwei Sekunden aus dem Gesichtsfeld gewandert. In meinem eigenen Gerät zeigte sich der Planet bis 240x ebenfalls von seiner schönsten Seite. Mars peilten wir auch noch kurz an, doch war das Seeing in dieser Höhe nicht besonders, ausserdem ist er wieder ein Winzling, was aber sehr schön zu sehen war, war die Phase des Planeten. Als es dann immer dunkler wurde ging es natürlich in Richtung Deepsky, mit vielen tollen Objekten... Zum ersten Mal konnte ich auch durch den vielgelobten Pentax 75 SDHF, ein sehr schönes Richfield oder eher noch Fotogerät, visuell zeigte er im Rahmen seiner begrenzten Öffnung sehr viel, an M13 war bereits einiges in Sachen Randsterne zu sehen, M57 indirekt als winziger Ring zu erkennen. Den Karkoschka hatte ich in der Eile mal wieder liegen lassen und so suchte ich fast nur Objekte auf die ich bereits kannte, mit Ausnahme der "Begleit"galaxie von M13, die ich dank Armin erst bei ihm und schliesslich auch bei meinem Instrumente problemlos beobachten konnte. Für einen Abstecher in den Virgohaufen lieh ich mir von Thomas den Karkoschka und verfranzte mich aber trotzdem schnell in der Galaxienfülle ;) 

UMA
  • M81/82: Beide wunderschön in der Übersicht, passen ganz knapp noch ins 14er SpeersWaler, Staubtrukturen im Kernbereich von M82 und Ansatz eines Spiralarms bei M81
  • M108/97: Die Galaxie und der PN bilden ein schönes Paar im gemeinsamen Feld, die Gx ist länglich, der Eulennebel zeigte eine unruhige Oberfläche aber keine Augen.
  • M109: Schwach, wenig beeindruckend, ausser man Phad noch ins Gesichtsfeld, dann bildet der helle Stern mit der schwachen Galaxie einen interessanten Kontrast.
CVN
  • M51/NGC 5195 mit 12,5": Unbeschreiblich schön, Spiralarme und Materiebrücke nahezu wie auf einem Foto, dazu Lichtknoten.
  • M3: Auf dem Weg zwischen Cor Caroli und Arcturus liegt dieser wunderschöne, helle und bei mir bis ins Zentrum aufgelöste Kugelsternhaufen, das Peilen ist etwas haarig weil er in einer sternarmen Gegend liegt, aber mit ein paar Sekunden "Rühren" bekommt man ihn schnell zu Gesicht.
HER
  • M13: Konnte ich mich heute eigentlich gar nicht dran sattsehen, sowohl im eigenen Gerät bei den unterschiedlichsten Vergrösserungen als auch bei den anderen. Mit 8" bereits bei 120x bis ins Zentrum Einzelsterne, bei 240x ging sie heute auch noch sehr gut.
  • NGC 6207: Die 11,6m Galaxie passt mit dem 14er Speers noch zusammen mit M13 in ein Gesichtsfeld, erstaunlich leicht zu sehen und zusammen mit dem Kugelsternhaufen ein beeindruckendes Bild.
  • M92: War ebenfalls bis ins Zentrum aufgelöst, natürlich kleiner und etwas unspektakulärer als M13.
LYR
  • Epsilon Lirae: Mal zwischendurch getrennt, dieses Mal auch mit meinem wenig guten 5mm LE sehr sauber - danke liebes Seeing ;)
  • M57: Im 8"er bereits in der Übersichtsvergrösserung als winzgier Ring zu sehen, zeigt der PN bei hoher Vergrösserung einen nebligen Innteil und den etwas gequetschten hellen Ring mit ANsätzen von Struktur an den Rändern. Im 16"er eine Augenweide, es fehlt bei über 300x nicht mehr viel um einem Foto Konkurrenz zu machen.
LEO
  • Saturn: Grandios dank sehr guten Seeings, siehe Einleitungstext.
  • M66 M65 NGC 3628: Wunderbar zu beobachten, Struktur innerhalb der beiden M Galaxien, auch sie passen gerade noch ins Feld des 14ers
  • NGC 2903:Die Galaxie am Kopf des Löwen, hell, länglich
COM
  • Coma Haufen: Wunderschöner Sprenkel am Himmel mit blossem Auge
  • NGC 4565: Extreme Kantenlage, indirekt wächst sie noch mehr in die Länge. Im 12,5"er bei höherer Vergrösserung ganz klares Staubband, sie scheint fast bis zum Gesichtsfeld zu reichen, ebenso beeindruckendend zeigt sie sich in Thomas' 16"er.
  • M64: Im 12,5"er ist der schwarze Bereich im Kern überdeutlich und genial, im 8"er ebenfalls gut zu sehen, aber natürlich dezenter.
VIR
  • 3C 273: Einen Versuch war es wert, doch die Karkoschka Aufsuchkarte finde ich nicht sonderlich geeignet, ich versuche die markante Sternreihe wieder zu entdecken die ich das letzte Mal gezeigt bekommen habe, ich glaube sie auch gefunden zu haben, konnte das aber mangels guter Referenzkarte nicht bestätigen. M61 besuche ich aber bei dieser Gelegenheit
  • Kleine Tour durch Virgo: Ich setze bei M60 nud M59 an, die recht nah bei einander stehen, hangele mich von dort aus über M58 und M89, die zusammen mit M90 in einem Feld stehen bis zu Virgo A - M87, heller als ich dachte. Zugegebener Massen habe ich mich zwischendrin auch mal "verfahren" und musste zur Orientierung zurück zum Ausgangspunkt ;) M86 und M84 sind von M87 aus auch sehr schnell gefunden, dann verliere ich abermals die Orientierung im Galaxiegewimmel und da ich Thomas Karkoschka nicht den ganzen Abend in Beschlag nehmen kann, nehme ich mir vor den Virgo das nächste mal ausgiebiger zu durchforsten. Die Galaxiendichte ist immens, zwischen den hellen M Galaxien tauchen auch immer wieder diverse Schatten auf, bedeutend schwächere und kleinere Galaxien.
SCO
  • Der Skorpion klettert im Laufe der Nacht aus dem Horizontdunst empor. Schon in unseren Breiten wo ja nicht alles von ihm zu sehen ist finde ich ihn ausgesprochen beeindruckend.
  • M4: Zu Beginn noch sehr abgesoffen im Dunst, später dann viele Einzelsterne
  • M80: Auch hier zuerst ziemlich Dunst geschädigt und dazu noch recht klein, einiges an Einzelsternen kommt bei hoher Vergrösserung aber zum Vorschein.
VUL
  • Collinder 399: Der Kleiderbügelhaufen, zum ersten Mal in diesem Jahr durch das Dekarem von Oliver, freue mich diese schöne Anordnung wieder öfter sehen zu können.
  • M27: Der Hantelnebel erscheint hell und reich strukturiert, seine charakteristische Form ist direkt erfassbar, sah am besten im 14mm Speers aus.
SGE
  • M71: Kleiner Kugelsternhaufen, der sich aber bei höherer Vergrösserung viele Einzelsterne entlocken lies.
Im Laufe der Nacht war der Schwan bereits zu einiger Höhe aufgestiegen und die hellen Milchstrassenwolken zeigten schon ihre Pracht, allen voran natürlich die Cygnus-Sternwolke war reich strukturiert. Gegen 2 Uhr begannen wir mit dem Abbau, es war doch nochmal recht kühl mit etwa 6-7° geworden, durch einen stetigen Wind kam uns das noch ein gutes Stück kälter vor, der Himmel war einer der besseren gewesen und besonders das Seeing hatte heute Nacht mitgespielt.

Sonntag, 7. Oktober 2007

BB vom 07.10.2007

Datum 07. Oktober 2007
Zeit 22:15 bis 2:15
Ort Feld bei Heidenrod
Wetter klar, horizontnaher Dunst
Seeing wechselhaft
Grenzgröße fst. 6m0
Geräte 200/1200 f/6 GSO Dobson


Nachdem mir die letzte Nacht und damit ein Treffen mit Armin und einigen anderen durch die Lappen gegangen war weil mein Sohn fieberte, wollte ich das heute nachholen. Als ich nach 22 Uhr am Beobachtungsplatz ankam fand ich erfreulicherweise Thomas aus Mainz vor, der schon eine Weile mit dem 8" Hofheim beobachtete, alleine wäre ich sicher einiges früher wieder nach Hause gefahren aber in Gesellschaft macht es ja gleich nochmal so viel Spass. Im Laufe des Abends wurde eine Vielzahl von Objekten beobachtet, viele neue waren für mich dabei. Dank Thomas konnte ich einige echte Schmankerl sehen, so z.B. die Galaxie "Mirach's Geist" oder eine H-II Region in M33. Es war schon recht frisch (lt. Messung 6° C) und so war ich froh mich einigermassen warum eingepackt zu haben und eine Thermoskanne mit Tee dabei zu haben. Nach dem Aufbau und der üblichen Justage ging es zunächst mal mit einigen Standardobjekten los...

AND
  • M31/M32/M110: Die Andromedagalaxie geizte heute nicht Details, das auffälligste Staubband war auszumachen.
  • NGC 404 Mirach's Geist: Eine Galaxie die interessanterweise sehr nah beim hellen Stern Mirach steht und deshalb sicher häufig mal übersehen wird, hat man die Aufhellung erstmal entdeckt bildet sie einen besonders schönen Kontrast zum hellen Mirach.
  • NGC 7662 Blue Snowball: Wie auch beim letzten Mal war der planetare Nebel schnell aufgefunden. In der Übersichtsvergrösserung macht er sich bemerkbar dass er beim direkten Fixieren schwächer wird, bei 120x sieht man ein hellbläulich-türkises Scheibchen, dem ich leider keine weiteren Details entlocken konnte.
TRI
  • M33: Beim ersten Aufsuchen der Gx zeigte sie sich wie meist, sehr diffus mit aufgehelltem Zentrum, ich habe immer Schwierigkeiten die Ausdehnung zu erfassen. Später als Thomas mir eine seiner sehr detailierten Zeichnungen von M33 zeigt, erklärt er mir wie und wo ich eine interessante H-II Region am Rande der Galaxie finden kann. Und tatsächlich, nach der Beschreibung finde ich schnell einen runden kleinen Nebelfleck direkt unterhalb eines schwachen Sterns. Im Laufe der Zeit zeigt sich mir auch der Ansatz des Spiralarms an dessen Ende die H-II Region liegt, ganz durchgängig bis ins Zentrum der Galaxie kann ich ihn nicht verfolgen, ein noch besserer Himmel wäre hier sicher nötig gewesen.
TAU
  • M45: Die Plejaden bekommen heute mangels Fernglas nur einen kurzen Besuch abgestattet, der brillianteste Sternhaufen aber 1200mm Brennweite sind nun mal zu viel des Guten. Die Plejaden boten aber wie immer auch schon mit dem freien Auge ein wunderschönes Juwel am Himmel.
  • M1: Der Krabbennebel zeigt sich als leicht elongierter ovaler Nebelfleck der keine Details zeigt.
HER
  • M13: Natürlich bekommt das Standardobjekt einen Besuch abgestatten, bei 120x im 10mm Speers Waler bis ins Zentrum Einzelsterne.
AUR
  • M37: Der Sternhaufen besteht aus einer Vielzahl feiner schwächerer Sterne, konzentriert
  • M36: heller als M37, weniger kompakt
  • NGC 2281: Unregelmässiger nicht konzentrierter offener Haufen, wenig imposant
PER
  • M76: Der kleine Hantelnebel ist relativ hell und leicht zu finden, bereits in der Übersichtsvergrösserung sieht man, dass er länglich ist, bei 120x und UHC Filter zeigt sich eine "erdnussartige" Form mit deutlichen Aufhellungen in den Zentren der beiden Teile, das schwache Halo das man von Fotos kennt ist erwartungsgemäss nicht zu sehen.
GEM
  • M35: Der offene Sternhaufen ist brilliant und fast noch in einem Gesichtsfeld mit dem Mars zu sehen! Direkt neben dem Haufen ist ein sehr schwacher OH aufzumachen NGC 2158 mit 8m6, der zunächst nur als Nebel wahrnehmbar ist, bei hoher Vergrösserung blitzen einige sehr schwache Sterne auf.
  • Mars: Das Scheibchen des roten Planeten ist in den letzten Wochen bereits merklich grösser geworden, als erstes fällt die nicht ganz volle Phase des Planeten auf. In den wenigen Moment grösserer Luftruhe sind immer wieder dunkle Strukturen auf der hellrosé farbenen Planetenscheibe sichtbar, eine Polkappe kann ich leider nicht ausmachen, das Seeing ist aber stellenweise richtig grauselig 120x und 240x
  • NGC 2392: Der Eskimonebel ist mein letztes Objekt des Abends kurz vorm Abbau, so bleibt nur ein kurzer Blick mit 10mm Speers Waler und UHC Filter, die nicht ganz regelmäsige Scheibe des planetaren Nebels ist relativ leicht zu finden und zu beobachten.
MON
  • NGC 2264: Eigentlich noch etwas früh im Jahr, aber der Weihnachtsbaumhaufen ist ein fantastisches Objekt und trotz des tiefen Standes wunderschön anzusehen, die typische Weihnachstbaumform ist so offensichtlich dass man auf Anhieb weiss was man da vor sich hat.
AQR
  • NGC 7293: Den Helixnebel sehe ich zum ersten Mal im 8" f/4 von Thomas, ein gigantischer PN der bei gutem Himmel und höherem Stand sicher mehr als eindrucksvoll ist, leider säuft er trotz UHC Filter schon etwas ab.
UMA
  • M81: Nachdem Ursa Major die "Talsohle" durchschritten hatte peilte ich das schöne Galaxienpaar an. M81 zeigte sich hell, leicht elongiert mit konzentriertem Zentrum, für den Spiralarm(e) war der Himmel leider nicht gut genug, vor allem nicht klar genug in dieser Tiefe.
  • M82: Die stark elongierte Galaxie sah schon in der Übersichtsvergrösserung "unruhig" im Zentrum aus, bei 120x zeigten sich ganz eindeutige Staubstrukturen im Inneren der Starburst Galxie.
CYG
  • NGC 6826: Ich hangele mich mit der Aufsuchkarte in Richtung des 'Blinking Planetary' im eigenen Gerät habe ich ihn bisher noch nicht gesehen wohl aber schon in Armins 12,5"er. Nach einiger Zeit bin ich mir sicher an der richtigen Stelle zu sein und der UHC Filter gibt mir Recht, der PN ist sehr klein und bei 120x gerade so als Scheibchen auszumachen, das Problem dass ich schon bei früheren Beobachtungen hatte habe ich auch heute wieder, bei mir "blinkt" er nicht, d.h. wenn ich ihn indirekt beobachte ist er sehr gut sichtbar und auch fast noch bei direktem Ansehen, irgendwann ist er dann weg, aber den Zentralstern mache ich trotzdem nicht aus, mag aber auch am Einsatz des UHC Filters gelegen haben, Thomas bestätigte mir auch dass er den Wechsel von Nebel und Zentralstern auch nicht sah...
ORI
  • M42 / M43: Der Himmelsjäger klettert nun endlich unaufhaltsam über den Horizont, trotz der Aufhellung durch das Rhein Main Gebiet in diese Richtung und dem Dunst, gönne ich mir einen ersten Blick auf den Orionnebel. Wunderbar, selbst bei diesem Stand sind bereits eine Vielzahl von Strukturen im Nebel auszumachen, das Trapez ist trotz miesen Seeings gut aufzulösen, M43 zeigt sich ebenfalls in seiner charakteristischen Komma-Form.
Es war ein wirklich toller Beobachtungsabend, die Grenzgrösse bestimmten wir um Polaris mit 6m, wobei Thomas ab und zu kurz einen 6m3 Stern indirekt aufblitzen sah, den konnte ich aber leider nicht entdecken. Die Vielzahl an neuen spannenden Objekten machte den Abend sehr lohnend und ich werde ein Utensil wohl nicht mehr aus dem Okularkoffer nehmen - Die Augenklappe die wirklich ein bedeutend entspannteres Beobachtung zulässt als das zugekniffene Auge. Ohne Gesellschaft hätte ich wie schon erwähnt sicher nicht vier Stunden durchgehalten zumal ich definitiv zu leichte Schuhe an hatte. So brachen wir nach zwei Uhr unsere Zelte ab und machten uns auf den Heimweg.