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Sonntag, 10. April 2016

BB Frühjahrstreffen Stumpertenrod 2016

Datum:  8-9. April
Ort: Vogelsberg
Zeit: 22:15 Uhr bis 2:30 Uhr
Grenzgröße: ~ 6m4+ 
Zu meiner.... Schande trifft es nicht, eher Trauer, muss ich gestehen, dass seit meinem letzten Aufenthalt im Vogelsberg vor fast genau einem Jahr meine astronomischen Freuden doch arg gedämpft waren, vielleicht noch mit Ausnahme der Beobachtungen in den Alpen im vergangenen Spätsommer sowie der Mondfinsternis. Aber von den Nächten von denen ich eigentlich "lebe" waren durch die Bank weg alle nicht dazu geeignet die Motivation aufrecht zu halten, der Himmel entweder ein gutes Stück von den Durchschnittswerten entfernt, der Wind so stark dass ernsthafte Einschränkungen die Folge waren... ect.

Diese Nacht beim Frühjahrstreffen der Sternwelt Vogelsberg hat mich aber endlich wieder geerdet, begeistert und tief befriedigt. Kurzentschlossen kam meine Tochter mit, so richtig begeistert war ich zunächst nicht, sollten die Nachtemperaturen doch merklich unter die Frostgrenze fallen, außerdem kamen wir erst sehr spät auf die Straße (nach 20 Uhr). Deshalb konnte ich natürlich nach 22 Uhr auch nicht mehr auf den Platz fahren, dank Jan der mich aber schon am Parkplatz hinter der Sternwarte in Empfang nahm war das nötigste Equipment problemlos an den unteren Rand des Platzes getragen und aufgebaut. Wegen dem mich bereits auf den letzten Kilometern im Auto extrem begeisternden Himmel (und wir reden hier von einem eher unspektakulären Frühlingshimmel!) wollte ich nicht viel Zeit mit Knipsen vertrödeln, weshalb man mir ein einziges, schlechtes und nichtssagendes Foto als Stimmungsbild verzeihen möge - es taugt eigentlich nur als Beweis: Die Sonne schien nicht.


Meine Tochter war noch ein kleines Weilchen wach, schon etwas geschwächt von der vorigen Nacht die sie wohl auch mehr wach als schlafend bei einer Freundin verbrachte ;) Aber immerhin sah sie noch alle Mitglieder des Leo-Triplets bevor sie sich in der Sternwarte mit dem Schlafsack in eine Ecke verkrümelte.

Bei Jan gab es im 16er eine weitere tolle Gruppe in Leo auf die Augen:
NGC3686/3684/3681/3691wobei die leztere etwas abseits steht und auch kleiner respektive schwächer ist. Natürlich trotzdem nicht sehr anspruchsvoll im 16er aber dafür umso schöner anzuschauen. Tatsächlich fand ich sie dann auch auf Anhieb im 8er wieder und auch hier waren alle Gruppenmitglieder mit 14mm zu sehen. Zerknirscht muss ich jetzt auch noch zugeben, dass ich meine letzte Beobachtung vor drei Jahren wieder völlig vergessen hatte ;)

Also bringen mir Galaxien nach wie vor das vertraute Kribbeln, dann ab in den Virgohaufen. Ich muss schon gestehen, dass ich etwas Bammel hatte ob alle Strategien und Handgriffe noch reibungslos funktionieren aber ja - als wäre ich letzten Monat zehn mal draußen gewesen.

Also Peilung auf Messier 100 um mich dann über 99 zu 84 und 86, dem Einstieg in die Makarian Chain. Ich halte kurz inne - natürlich ist die Kette ein tolles Highlight des Virgohaufens, aber schon wieder? Nein, ich schaue mich jetzt mal in die andere Richtung um. Zunächst identifiziere ich neben 84 und 86 auch nocht NGC 4402, 4387, 4388 (die ohnehin sehr hell ist) und sogar IC  3303! Weiter geht es Richtung Süden zu einer zumindest auf der Karte sehenswerten Dreiergruppe: NGC 4440, 4436, 4431. Die Karte erschien mir hier zwar in Sachen Ort völlig eindeutig aber der Abstand der Galaxien erschloß sich mir nicht sofort, so dass ich sie zwar sofort sah aber erst noch trennen wollte wo nichts mehr zu trennen war, die Mitglieder stehen schon ein Stückchen auseinander, das kam auf der Karte nicht ganz rüber. Bei Jan im 16er wurde mir das dann klar. Auch eine wunderschöne Gruppe, die den 8"er nicht überfordert hat.

Zwischendurch mal ein bisschen die Beine vertreten und bei Basti am Nachbarteleskop einen saftigen M51 beobachten, das wird dann auch noch an den anderen Geräten gemacht - die vielen Knoten in den Spiralarmen sprechen eine klare Sprache: Heute wurde was richtig gemacht am Himmel! Ein Blick in Richtung UMi sagt auch, dass wir hier eine echt transparente Nacht haben, der 6,2er springt einen sofort an und mit etwas Geduld komme ich auf gut 6m4 Grenzgröße, im Zenith mag sie sogar darüber gelegen haben. Allein am Horizont ist etwas Dunst. Es ist schon erstaunlich kalt für Aprik, etwa -3° und die volle Winterkleidung ist am Körper und sorgt für das nötige Durchhaltevermögen.

Die Kette in Virgo beobachte ich natürlich trotzdem noch durch bis M88 die bereits in Coma Berenices liegt. Ich verlängere die Kurve noch über NGC 4516 bis M91. Im Sternbild Coma besuche ich dann noch ein altbekanntes und immerwieder überraschendes Pärchen: Nahe Alpha Coma und damit eigentlich nicht zu übersehen liegen zwei Kugelsternhaufen in einem (Übersichts) Gesichtfeld die unterschiedlicher nicht sei können obwohl sie sogar ähnliche Nummern haben.

M53 ist natürlich ein heller, schön aufzulösender Kugelsternhaufen wie man ihn vielfach aus dem Messierkatalog kennt. Am Gesichtsfeldrand des 24mm Okulars sieht man mit NGC 5053 ein wesentlich schwächerer Vertreter. Zwischen 8m33 und 9m8 mögen auf dem Papier keine gigantischen Unterschiede bestehen aber durch die sehr schwache Konzentration des NGC Haufens ist der Kontrast schon sehr auffällig.

Die Sommermilchstraße erhebt sich langsam im Osten über den Horizontdunst, der aber langsam etwas höher kriecht, sehr zufrieden lehnen wir uns auf den Stühlen zurück und lassen die Ruhe auf uns wirken, nur unterbrochen vom Schnarchen der Zusammengebrochen und dem Surren der Unbelehrbaren. Gegen halb drei mache ich es mir dann doch auf meinem Feldbett bequem (und es ist in der Tat bequem!).

Der Morgen kommt früh mit der natürlich nun ausgeschlafenen Tochter die voller Tatendrang um kurz nach Sieben in die noch eisbedeckte Morgenkälte springt. Nach einem wärmenden Kaffee und einfachen Frühstück kommen die weiteren Protagonisten aus ihren Zelten und Autos und neben etwas Fachsimpelei machen wir uns nochmals auf die Socken um ein wenig die wunderschöne Natur der Umgebung zu genießen. Nach dem Mittagessen machen wir uns dann aber ob der Prognosen und der nach Fahrplan aufziehenden Bewölkung auf den Nachhauseweg. Es war kurz, ja - aber selten hat von Anfang bis Ende alles gepasst und einmal mehr war es der Vogelsberg der mir genau das gegeben hat was ich bei diesem Hobby suche: Tiefe Einblicke in einen beeindruckenden Himmel, nette Gleichgesinnte um mich herum und nah an einer wunderschönen Natur zu sein.

Ans Ende stelle ich noch einige Eindrücke des Frühlingstreffens.







Montag, 6. Mai 2013

BB vom 05.05.2013

Ort: Sportplatz Laufenselden
Zeit: 20 Uhr bis 1:15 Uhr
Wetter: Klar, im Laufe der Nacht verschlechternde Transparenz
SQM-L: max. 21,1

Ein schöner Tag der förmlich nach einer würdigen Verlängerung in die klare Nacht verlangte. Die ersten Mails der Sternsüchtigen trudelten schon am frühen Abend ins Postfach und so wurde das Astromobil kurzfristig beladen. Diesmal mit tatkräftiger Unterstützung von meiner Tochter, die diesmal keinesfalls den Papa alleine rausfahren lassen wollte.

Wir waren schon EINIGES "zu früh" am Platz, aber so konnten wir noch eine Weile gemütlich in den letzten Sonnenstrahlen lümmeln und den Fußballplatz seinem originären Zweck zuführen. Auch für den ein oder anderen Schnappschuss der wirklich schönen Sonnenuntergangsstimmung der Frühlingspracht war noch genug Zeit.



Jan war der erste der am Platz antraf und wir konnten in aller Ruhe mit Aufbau und Justage beginnen. Nur kurze Zeit später gesellten sich auch Horia und Ronald dazu, später folgten Hans und Ingo, gar nicht mal so leer :)

Noch in der Dämmerung bestaunte meine Tochter sowohl mit dem Spektiv als auch im 12er Jupiter und Saturn (man muss nicht lange rätseln welches Gerät ihr besser gefiel...).


Jan geht ein Licht auf - in diesem Fall Jupiter

Die Nacht schritt voran und zu Beginn war es gar nicht mal so übel, ich ging hauptsächlich ein paar Standardobjekte an, M13, M57 (zu Beginn echt lohnen bei über 400x!!), ein früher NGC 7000 war ebenso dabei wie das "Rocking Horse" NGC 6910.  Wie immer hatte ich wieder essentielle Ausrüstung daheim gelassen :P  heute: ALLE Kartenwerke... Dank Jan war es mir aber trotzdem vergönnt in die Jungfrau aufzubrechen, zugegeben - ich hatte erstmal wieder richtig dicke holländische Tomaten auf den Augen und sah das "T" (sehr guter Einstiegspunkt in die Galaxienfülle der Jungfrau) vor lauter Sternen nicht! Nochmal nachschauen, nochmal schwenken... aaah da habe ich das Feld überschätzt, wir liegen also richtig und los geht es bei M98 über M99 zum Start der "Makarian's Chain" - die geniale Gruppe die aus M64, M68, IC4388, IC4387 und IC4402 besteht ist einfach nicht zu übersehen und der perfekte Startpunkt durch die Kette.




Leider war der Himmel inzwischen doch merklich schlechter geworden, das merkte man den Galaxien bereits an und als ich nochmals auf M57 schwenkte und ähnlich hohe Vergrößerungen wie am Anfang aufziehen wollte - zappeduster, ich dachte schon mein Auge ist kaputt :D

Allgemeine Aufbruchstimmung, abnehmende Transparenz und natürlich auch etwas Müdigkeit waren perfekte Gründe gegen 1 Uhr mit dem Abbau der Gerätschaften zu beginnen. Trotz streckenweise suboptimalen Bedingungen war es eine sehr schöne Nacht, nicht zu überlaufen wie wir das ja letzthin schon manchmal am Platz hatte, ein Wiedersehen mit alten Bekannten (sowohl am Himmel als auch am Teleskop) und mein erster Blick durch einen 5" Takahashi Apo in seiner Firstlight Nacht - hat man ja auch nicht alle Tage ;)

Die Nacht ist leider inzwischen schon wieder heftig kurz und das obwohl wir soooo lange Winter hatten, aber mit etwas Glück sind noch ein oder zwei Nächte vor dem Sommer drin... 

>>BB Frühjahrssaisonstart und gleichzeitig Ende<<

Samstag, 26. Mai 2012

BB vom 25.05.2012

Ort: Laufenselden 

Zeit: 21:30 bis 3:00 

GG: fst 6m2 

Wetter: klar, sehr gute Transparenz, 15-10° C

Schon in den Mittagsstunden wurde ich etwas kribbelig, von einem Panoramablick an dem ich im Nordwesten Wiesbadens vorbeifuhr waren die Gipfel des Odenwaldes sehr scharf definiert zu sehen! Der Himmel selber war schon den ganzen Tag von einem tiefen klaren blau.


Wenig überraschend also, als ich nach 20 Uhr einiges an Beobachtungsaufrufen im Postfach hatte, da mein Teleskop schon den halben Tag im Auto lag war nicht mehr zu tun als eine Flasche Wasser unter den Arm zu packen und loszudüsen.

Am Platz angekommen waren Ingo und Hans schon voll im Aufbau, etwas später gesellten sich Horia, gegen 23 Uhr Thomas und zu guter Letzt um bloß kein Restlicht mehr mitzubekommen Rainer zu uns.

Schon in der Dämmerung hatten wir schöne Beobachtungen am Mondterminator, Venus und auch Saturn. Die Dunkelheit legte sich naturgemäß für diese fortgeschrittene Jahreszeit nur langsam über uns, aber es war schnell zu sehen, dass die Transparenz heute ausserordentlich gut wurde, nadelfein und zahlreich erschienen über uns die Sterne, selbst das Seeing war uns nicht unbedingt ungnädig. Leider schien mein Laser beim letzten Mal nicht richtig ausgeschaltet gewesen sein ... leer :( Aber dank Ingo kein größeres Problem und fix ging es an die Justage.



Horia machte uns bei der Ankunft schon den Mund wässrig mit einigen Quasaren, die er für die Nacht recherchiert hatte, leider waren wir bei diesen Objekten (wie auch später mit Rainer) nicht erfolgreich, die Objekte, die zu allem Übel wohl auch noch eine recht hohe Variabilität aufweisen, blieben uns verborgen.



Doch der ausklingende Frühjahrs- und der bereits ansprechend hoch stehende Sommerhimmel liesen keine Wünsche offen :) Wie oft habe ich das schon geschrieben... aber ein Himmel von merklich über 6m sieht man den Objekten auf Anhieb einfach an, noch relativ am Anfang ging es zu M81/82, feine Dunkelstrukturen in M82 waren oblegatorisch, der Ansatz des einen eng anliegenden Spiralarms von M81 hingegen bekommt man nicht so oft zu Gesicht. Auch M51 wusste mit klar definierten Spiralarmen und Knoten innerhalb der Arme zu begeistern.

Horia hatte derweil die aktuelle Supernove in Virgo eingestellt, SN2012au in der Galaxie NGC 4790 war mehr als nur auffällig, ich würde sogar sagen sie betont die ansonsten eher schwächlich 12m1 Galaxie enorm.


Da diese Nacht wohl leider schon den Abschluss des (von mir dieses wie auch letztes Jahr sträflichst vernachlässigten) Frühjahrshimmels bedeutete, hatte ich mir fest vorgenommen mit etwas System die Jungfrau zu durchwandern, vor allem natürlich zu einem meiner unerreichten Lieblingsobjekten am Himmel: Makarians Galaxienkette. Es brauchte dann doch noch etwas Auffrischungsstudium der Karten um den Einstieg in die Jungfrau über das "große T" nahe M 98, wie mir Ingo den Begriff nochmal in Erinnerung rief, zu finden.

Von dort aus ging es dann aber problemlos in die Tiefen des Virgohaufens, das ist am Ende doch ein bisschen so wie bei der Rückkehr an einen lange nicht mehr besuchten Urlaubsort, man fremdelt zunächst etwas aber ist man erstmal alles abgelaufen sind die alten Pfade wieder voll präsent ;)

M 98 zeigte sich als helle, oval elongierte Galaxie, nur ein kleiner Sprung und man ist bei M 99, die im Gegesatz zu 98 fast gar keine Elongation aufweist, an einer Seite aber ausgefranst wirkt, ein Spiralarm? Dort kaum ein Gesichtsfeld entfernt noch ein echtes Schätzchen, dass ich noch gar nicht kannte, einem engen Päärchen bestehend aus NGC 4302, die sehr spindelig daher kommt und NGC 4298 die schwächer erscheint, nur leicht oval ist und klar von der Nachbargalaxie getrennt ist. Geniale Kombination!

Ein etwas weiterer Sprung, der aber dank dem untersten Stern des "T"s sehr einfach ist, und zack wird man von dem eindrucksvollen Galaxiendreieck M86 M84 und NGC 4388. Daneben gesellt sich noch exakt in der Mitte dieses Dreiecks NGC 4387 und unterhalb von M 86 die etwas schwächliche NGC 4402. Von hier aus ein Schwenk nicht mal ausserhalb des Gesichtsfeldes des 14mm Speers Walers leuchten mir "The Eyes" zwei nah beieiander stehende Galaxien (NGC 4435 und NGC 4438 aka Arp 120) ins Gesicht. Nur wenig weiter und schon ist das nächsten Galaxienpaar der Kette im Gesichtsfeld, diesmal NGC 4458 und NGC 4461. Nun ist es ein etwas "weiterer" Sprung nach oben zum nächsten Kandidaten namens NGC 4473. Nahe bei und sehr ähnlich wirkend folgt NGC 4477, hier meine ich entweder ein Detail oder einen Begleiter gesehen zu haben, sehr nah an der Galaxie, leider war da aber nichts in der Karte vermerkt. Nun folgt der längste Sprung innerhalb der Galaxienkette und ich lande am Ende von Makarians Kette: M88, der sich als im Vergleich mit den vorhergegangenen Galaxien als fetter heller Blop erstmal erschreckt :D Nahe bei M 88 ist elongiert die schwächere NGC 4459 zu sehen. Ich stecke hier wirklich lange Zeit fest, fahre die Kette immer wieder vor und zurück, versuche mir einzuprägen wie die Kette komplett im Gesichtsfeld aussehen würde, einfach eine unvergleichliche Objektansammlung und wie ich weiss, braucht es hier nichtmal einen 12"er, die Kette geht komplett auch schon mit bedeutend kleinerem Gerät. Eine Zeichnung meines "Einstiegsgesichtsfeldes" gönne ich mir dann doch noch, diese Galaxienkonstellation ist einfach zu fantastisch.



Nun lasse ich es wieder etwas langsamer angehen, hier und da mal ein Schwätzchen, besonders interessant war das IR Thermometer von Ingo, ein interessantes Mittel zur Transparenzbestimmung abseits von SQM und GG-Schätzung, denn das SQM-L zeigt heute keinerlei besseren Wert an als vor zwei Wochen als die Transparenz wirklich MERKLICH schlechter war, die IR-Temperatur hingegen schwankt, leider hat auch Ingo noch keine tiefergehenden Messreihen damit gemacht, aber das ist eine Geschichte die man ruhig mal weiter verfolgen sollte :)

Sowohl die Quasarenjagden bei Horia als auch bei Rainer sind heute leider nicht von Erfolg gekrönt, da ich selbst nicht mitgesucht habe sondern nur mit das eingstellte Gesichtsfeld begutachtet habe, weiss ich nicht genau woran es im Endeffekt lag, aber die Objekte haben eine nicht näher bekannte Variabilität, der eine hätte zumindest jenseits der 16m liegen können... wie ich die beiden kenne werden sie aber dran bleiben.

Jetzt schalte ich erstmal in den Leerlauf, die große Luftmatratze aus dem Auto (unaufgepumpt natürlich) und die Augen in den Sommer gerichtet, der Schwan lässt mit seiner stark strukturierten Milchstrasse den Kiefer nach unten klappen. Ich hole mir noch schnell das 8x42 Fernglas und beginne zu surfen. Nordamerika ist bereits erstaunlich gut zu sehen und das in dieser Höhe! Der Hantelnebel ist schon fast in seiner Form erfassbar, in jedem Fall aber ein unübersehbar helles Objekt. Thomas leitet mich von Deneb aus zu "Barnards Zigarre" einem beeindruckenden Dunkelnebel fürs Fernglas. Es dauert eine ganze Weile, dann wird es mir trotz Unterlage doch etwas kühl am Rücken und ich wechsele wieder an den 12er. Angestachelt durch die Beobachtung mit dem Fernglas wandert der [OIII] ins 22er LVW und der Cirrusnebel strahlt trotz des niedrigen Standes in bekannter Pracht. Auch der Hantelnebel profitiert erheblich vom [OIII], ohne ist die Hantelform besonders deutlich, mit verliert sie sich fast durch die Helligkeit der Henkel. Ein kurzer Sprung zu M57, atemberaubend, bei 5mm (300x) bleibt mir nichts anderes zur Beschreibung übrig als zu sagen: Graustufen Fotografie! Ausgefranste Ränder, ein Verdickung und einfach toll :)

Wir sind schon über die 2 Uhr hinweg, im Osten regt sich bereits zaghaft aber unaufhaltsam die Dämmerung, gegen 3 Uhr wird es merklich heller und wir beginnen mit dem Abbau, nur Rainer, der noch etwas nachzuholen hat weil er ja auch als letztes ankam bleibt eisern und tapfer am Teleskop stehen.

Diese Nacht hat das Feuer mal wieder mächtig geschürt, eine dieser Nächte die sich von anderen einfach abheben und in Erinnerung bleiben (und sei es dank dieses BBs...). Allein die Tatsache, dass es entgegen der meisten Nächte auch einfach mal eine halbe Stunde mucksmäuschenstill war, weil jeder gebannt und intensiv beobachet hat spricht für sich. Nun folgen die weißen Nächte und der Frühjahrsgalaxienhimmel ist leider dahin, aber auch wenn ich dieses Jahr nur wenig draussen war kann ich das nun guten Gewissens annehmen.

"Die letzte ergiebige Galaxiennacht des Frühjahrs 

Dienstag, 6. Mai 2008

BB vom 06.05.2008

Datum 06.Mai 2008
Zeit 22:00 bis 1:45 Uhr
Ort westlicher Taunus
Wetter klar, Horizontdunst
Seeing gut
Grenzgröße ~5,9m M13 schwer aber blickweise freiäugig
Geräte 8" f/6, 12,5 "f/5, 10 " f/4,5, 80/600, 4" f/6,6  

Das anhaltend gute Wetter will genutzt werden und so trafen tatsächlich sechs Leute am Beobachtungsort ein, einige letzte Wolkenbänke waren gerade dabei sich zu verziehen und tatsächlich war es nach kurzer Zeit erstaunlich klar mit stärkererem Horizontdunst als noch vor zwei Tagen aber durchaus brauchbar. Zu Beginn stand die schmale Mondsichel am Horizont mit dem Planeten Merkur unmittelbar links daneben - und natürlich die Kamera vergessen...


Danke an Horia Costache für das Foto dass er an dem Abend geschossen hat.

Heute war ich kartenmässig besser vorbereitet und wollte endlich den Virgohaufen mal intensiv beobachten und vor allem mir die Wege dort einprägen. So verbrachte ich auch den Grossteil der Beobachtungszeit dort, am beeindruckendsten war da natürlich Makarians Galaxienkette, nachdem ich im grossem Newton den Bereich abfahren durfte und eine Vielzahl an schwachen und schwächsten Galaxien sehen konnte fiel es mir auch leichter im 8"er die "hellsten" Vertreter wahrzunehmen, eine tolle Fahrt durch den Cluster! Neben den Beobachtungen fasznierte mich besonders der 10" Selbstbau, ein so genannter Stringdobson, der komplett drei Kilo weniger wiegt als meine Rockerbox! Eine geniale Konstruktion, zusammengebaut voll rucksacktauglich...
CVN
  • M3: Sterne bis ins Zentrum bei 120x
HER
  • M13: Durfte natürlich nicht ausgelassen werden, bis 240x wunderbarer aufgelöster Anblick
  • NGC 6207: Auch heute war die 11,6m Galaxie problemlos zu sehen, zusammen im Gesichtsfeld mit M13
LYR
  • M57: Nur bei 240x beobachtet, leicht zitronenförmig, heller Ring und etwas dunklerer Nebel im Inneren.
LEO
  • Saturn: Zeigte auch heute wieder Cassiniteilung in den Ansen, Bauchbinde und dunkles Polgebiet (240x)
  • M66 M65 NGC 3628: Nur kurz angefahren.
VIR/COM
  • Die Tour durch den Virgo Haufen beginne ich wieder bei M60 die nah bei M59 steht. Von dort schwenke ich über M58 in dessen Gesichtsfeld auch noch M89 zu sehen ist. Dann weiter zum dicken Plop M87. Ein kleiner Schwenk reicht und ich sehe M84 und M86 der Ausgangspunkt für Makarians Chain. Schon in der Übersichtsvergrösserung bemerke ich eine weiter Galaxie die mit 84/86 ein Dreieck bildet, es ist NGC 4388 (11m). Fast genau im Mittelpunkt dieses Galaxiendreiecks sitzt ein sehr kleiner Vertreter, den ich auch erst bei höherer Vergrösserung und nachdem ich ihn direkt im 12,5"er gesehen habe, indirekt sicher halten kann, NGC 4387(12,1m). Leicht nach rechts versetzt zu dieser Gruppe mache ich eine weitere schwache Galaxie aus, NGC 4425 (11,8m). In der Verlängerung der Linie M84/86 erscheint schnell eine weitere auffällige Galaxie, NGC 4438 (10,2m) ihr kleiner Begleiter NGC 4435 (10,8m) ist ebenfalls gut zu erkennen wenn auch viel kleiner. Die Kette schlängelt sich weiter nach unten, NGC 4461 (11,2m) ist noch vergleichsweise einfach zu sehen und sticht ins Auge, der winzige (1,5'x1,5') Begleiter NGC 4458 (12,1m) erfordet schon etwas mehr Anstrengung, geht aber auch indirekt sicher. Weiter geht es nach unten, NGC 4473 (10,2m) und im gleichen Feld darunter NGC 4477 (10,4m) sind dagegen wieder einfache Objekte. Den kleinen 12,4m Begleiter von 4477 hab ich leider nicht gepackt. Die Galaxienkette schlägt nun einen Haken, NGC 4459 (10,4m) gefolgt von NGC 4474 (11,5m), zwischen diesen beiden liegt noch eine 12,8m schwache kleine Galaxie die in Armins grossem Gerät problemlos zu sehen war, mir bleibt sie aber verwehrt. Nun bleibt ein letzter grösserer Sprung zu M88 mit 9,6m fast blendend ;) Die Tour fahre ich einige Male in beide Richtungen durch, es ist faszinierend so viele Galaxien zu sehen und mit einer guten Karte macht es richtig Spass. Vor allem bin ich aber froh mich im Virgohaufen nun halbwegs gut orientieren zu können. Die Karte die mir Horia gab fand ich von der Darstellung am besten, meine mitgebrachte aus CdC tat ihren Dienst aber auch.
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makarians
Quelle: Freewareprogramm Cartes du Ciel

BOO
  • Epsilon Boo: Doppelstern bei 240x problemlos getrennt, die beiden Komponenten (ihrerseits wieder Doppsterne aber weit über den Möglichkeiten meines Geräts) sollen einen schönen Farbkontrast haben, ich nehme ihn nicht so deutlich wahr.
LAC
  • NGC 7243: Offener Sternhaufen in der Eidechse, leidlich helle Sterne, eher stärker konzentriert
CYG
  • M39: Sinnlos im Teleskop, nur wenige aber sehr helle Sterne
Der Himmel war ein bisschen schlechter als am Sonntag aber durchaus gut, in UMa war ein 5m7 Stern direkt problemlos sichtbar, leider gibt es dort zu wenig Abstufungen um die GG genauer zu bestimmen, andere GG-Karten hatte ich nicht mit. Durch bedeutend weniger Wind war es aber heute um einiges angenehmer was die Temperatur angeht. Zum Ende war die Sommermilchstrasse durch den Schwan schon nett zu sehen, aber auch hier leider vom Strukturreichtum der letzten Nacht entfernt, in Zenitnähe war es aber durchweg sehr gut.