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Sonntag, 19. Juli 2020

BB vom 18.08.2020

Uhrzeit: 23:20 bis 1:00 Uhr
Wetter: Größtenteils klar

GG: Nicht gemessen, knapp unter 6m schätze ich 

Jetzt stellt sich die Frage, ob ich so was monothematisches wie eine Kometenbeobachtung eigentlich Beobachtungsbericht nennen darf ;) Ich mach es einfach mal, der letzte ist ja schon paar Tage her und meine Begeisterung wie der Komet C/2020F3 Neowise sich mir im Fernglas zeigte ist diese Zeilen wert...

Vor ein paar Tagen war ich schon einmal zwischen 2 und 3 Uhr mit mäßigen Erfolg, nee war schon ein Mißerfolg draußen. Wie so oft unvorbereitet und ich habe mir eine schlechte Stelle ausgesucht, hatte kein Fernglas dabei und hab ihn schlußendlich auch nicht gesehen - auch wenn er sich zu Hause dann DOCH auf einem meiner Fotos gezeigt hat.

Nun aber entsprechend vorbereitet stieg ich aus dem Auto und... hätte mir die Vorbereitung auch schenken können :P Strahlt mich das Ding unverschämt hell an, mit einem schon oculus nudis mächtigen Schweif! Die Kamera (ja hab seit etwa einem Jahr eine neue, nachdem mir meine treue EOS vor 3 Jahren den Geist aufgegeben hat) fix aufgestellt und dann erstmal mit dem Fernglas genossen. Bezeichnend, dass es (eher zufällig) auch noch mein ältestes optisches Gerät aus Kindheitstagen war, das 8x40 von meinem Opa :) 

Grandios! Trotz des großen Gesichtsfelds passt der zuerst sichtbare Teil des Kometenschweifs gerade so ins Feld, später kann man sogar noch ein Stück hochschwenken. Die nächste Stunde bin ich kaum noch davon loszueisen, nur ein paar Erinnerungsfotos an diesen doch eher außergewöhnlichen Kometen habe ich natürlich gemacht. Toll zum einen sein Stand ganz nahe bei Talitha (9Uma), zum anderen seine merklich grüne Farbe neben dem weißlichen Stern und zu guter Letzt zeigte sich bei 70mm und 25s Belichtungszeit sogar eine deutliche Teilung des Schweifs... Ich glaube zwar nicht, dass ihn jemand von Euch noch NICHT gesehen hat, falls dem aber doch so sein sollte: Nutzt die nächsten Tage! Seit 87P Holmes hat mich keiner dieser Schneebälle mehr so vom Hocker gehauen ;) 


70mm ISO 3200 25s Sony Alpha 290



18mm ISO 1600 30s Sony Alpha 290



55mm ISO 3200 20s Sony Alpha 290


Dienstag, 14. Juli 2020

Komet C/2020 F3 Neowise

Der Komet C/2020 F3 Neowise über Taunusstein heute Nacht. Wirklich hell der Bursche, kommt nur alle 5-7000 Jahre nah genug um derart hell zu werden und ist der hellste Komet seit Jahren in unseren Breiten 🙂Für jeden mit dem passenden Wetter auch die nächsten Tage nach 23 Uhr im Nordwesten, westlich des Großen Bären über dem Horizont zu sehen sogar mit bloßem Auge, ganz toll in einem Feldstecher, muss da nochmal mit mehr Brennweite ran...

Ich bin relativ... nein TOTAL unvorbereitet um 2:15 Uhr rausgefahren und hab ihn deshalb erstmal völlig übersehen und auf der falschen Seite des Sternbilds gesucht
 😅



Montag, 28. September 2015

BB vom 28.09.2015

Ort: Westtaunus
Zeit: 2:50 bis 6:10 Uhr
Wetter: sehr klar, später Nebel in den Niederungen
GG: nicht gemessen, während der Totalität aber beachtlich (6m+)

Die anstehende Mondfinsternis war wetter- und beobachtungstechnisch ein voller Erfolg. Mein ursprünglicher Plan sah vor mich hier einen Ort weiter auf einen Hügel zu stellen und die Totalität zu beobachten und zu fotografieren. Kurzfristig entschied ich mich zwei Orte weiter zu fahren und dafür etwas abgeschiedener zu stehen und zu meiner Überraschung und vor allem großer Freude meldete sich Jan mit Michel zum Mitbeobachten an. Das war dann vor allem der Motivation sehr zuträglich und der frühe Morgen konnte so nochmal erheblich ausgedeht werden ;)

Als ich gegen viertel vor drei am Platz ankam war der Mond mit bloßem Auge noch ziemlich unbeeinträchtigt ein sehr schmaler Rand war aber bereits beschattet. Zu Beginn machte ich noch alle 5min ein Foto, gab das aber dann irgendwann auf, auch wenn sich da schon deutlich der Fortschritt bemerkbar machte. Bevor die beiden dann auch eintrafen war alles aufgestellt, Testfotos gemacht und auch schon der ein oder andere Blick durch den kleinen 80mm Mak-Dobson getan. Fast die volle Winteraustattung war angelegt, immerhin waren es bei der Ankunft nur 3°C - allerdings fand ich es dann doch eher angenehm und keinesfalls kalt, der Tee kam so erst kurz vor dem Ende zum Einsatz...


So wurde der Mond schwächer und schwächer, man konnte fast minütlich mehr Sterne sehen - und das ist es ja was einen waschechten Deepskybeobachter am meisten an so einer Finsternis reizt ;) Orion kulminierte schon fast im Süden und war fein zu sehen. Zur Totalität zeigte sich der Himmel glasklar, knackenscharf und mit einer toll strukturierten Milchstraße, ausgedehnter Andromedagalaxie... herrlich.

Das einzige was man dieser Nacht vorwerfen kann und muss: Es war verflucht feucht :| Das schlug sich dann im wahrsten Sinne des Wortes auch in Form von Tau auf der Kamera und den Ferngläsern nieder. Apropos: Ein sehr toller, ästethischer Anblick der Totalität war nicht nur in Jans Heritage sondern auch in den Ferngläsern zu sehen! Nach vier war der Mond nunmehr nicht aufälliger als die brennenden Plejaden etwas weiter östlich, das Fotografieren habe ich mangels Fokus und Dauertau dann auch irgendwann eingestellt und wir haben uns gemütlich in die Sitze gehauen und dem Schauspiel genußvoll zugeschaut. Am Ende der Nacht war viel Unscharfes auf dem Chip, aber eine kleine Auswahl war halbwegs brauchbar, aus dem dann dieses Komposit als "Beweisfoto" der Finsternis entstand.

 
Mitten in der Totalität krähte der erste Hahn... oder sollte ich besser sagen: Er versuchte es - und scheiterte kläglich :D Ich hab noch nie so ein jämmerliches Krächzen gehört... mit einiger Wahrscheinlichkeit hatte der Bauer da gerade die Hand an der Gurgel. 



Die langsam hinter uns erwachende Landstraße und die aufziehende Dämmerung im Osten kündeten den neuen Tag und der Mond war auch bereits wieder teilweise erhellt und strahlte nun auf die Nebelschwaden über den Feldern und die fast geschlossene Nebeldecke in den Tälern. Nachdem wir alles wieder gemächlich in den Autos verstaut und uns verabschiedet haben, hielt ich auf der kurzen Heimfahrt nochmals am Straßenrand um die tolle Stimmung der Dämmerung einzufangen... die gleißende Venus und daunter Jupiter machen das ganze noch netter - allerdings war hier auch IN der Kamera der Tau angekommen, was zu ein paar lustigen Effekten im Bild führte ;)


Fazit: Ein beeindruckendes Schauspiel - wie immer, die letzte die mir so eindrücklich in Erinnerung ist (auch was das klare Wetter angeht) war diejenige im Jahre 2007. Vielen Dank an Michel und Jan, die mir Gesellschaft geleistet haben, war richtig klasse und alleine wäre die Nacht sicher etwas früher vorbei gewesen.

Sonntag, 22. März 2015

Mond und Venus am 22.03.2015

Nicht mehr als ein kleiner Schnappschuss mit dem Tamron 70-300mm ;)

109mm ISO 400 2s EOS 400D

 

Samstag, 14. Februar 2015

BB vom 14.02.2015

Feld bei Taunusstein
20:00 Uhr bis 21:00 Uhr
fst ~5m6
cirrig, Wolken im Nordosten und Süden.

Schon am Vorabend hatte ich etwas mit der EQ Plattform auf dem heimischen Balkon experimentiert, mit durchwachsenem Erfolg - freie Sicht auf Polaris ist schon hilfreich, ausserdem habe ich durch die Bebauung ohnehin kaum Ziele von dort. Heute deshalb die kurz Fahrt aufs nächste Feld jenseits der Ortsgrenzen. Es sah schon recht ansprechend aus, ein bisschen habe ich mich geärgert, nicht wenigstens das Fernglas mitgenommen zu haben, aber meine Knipsereien erforderten ohnehin eine Menge Handarbeit, ausserdem war die Session durch von Osten und Süden aufziehende Wolken auch recht schnell wieder beendet.

Welche Stolpersteine liegen im Weg der Fotografie mit der EQ Plattform? Da wäre zunächst das Aufstellen, dank einer kleinen Wasserwaage war das gerade Aufstellen mit Hilfe einiger Unterlegbrettchen kein großes Problem. Durch die freie Rundumsicht von diesem Platz aus war auch grob auf Polaris richten kein Akt, aber eben nur grob... selbst das Hinlegen auf Augenhöhe mit der Plattform - sprich auf den Boden - hilft nur eingeschränkt bei einer wirklich genauen Einnordung, aber immerhin besser als auf dem Balkon wo der Polarstern gar nicht in Sicht ist. Was sich nur herauskristallisierte: Für eine möglichste genaue Einstellung der Nachführung sollte man (ich) ein hochvergrößerndes Teleskop dabei haben. Zwar sieht das auf den ersten Blick alles perfekt aus, aber der Teufel versteckt sich im Detail und zwar in der korrekt Nachführgeschwindigkeit was ja an der Martiniplattform mittels eines kleinen Poti eingestellt wird. Das klappt nun mal nur gescheit bei hoher Vergrößerung durch ein Okular. Seis drum - das ging dann eben heute nicht, was auch hohe Brennweite mit dem 70-300mm Tamron erfolgreich unterband (auch wenn ich einige Testschüsse mit 300mm und ~130mm machte). Immerhin fielen ein paar nette aber natürlich noch arg eingeschränkte Weitfeldaufnahmen mit 70mm ab :) Das Fokussieren gelang dank Jupiter ganz ordentlich via Autofokus... ideal ist hier aber natürlich eher Software á la Astrojantools, aber mangels Laptop derzeit nicht nutzbar.

Zentralregion Orion. 70mm ISO 800 45s f/5 Ein Hauch von Flammennebel ist schon drauf...


Messier 45 - selbe Aufnahmedaten, in 100% keine runden Sterne mehr aber bereits Ansatz vom Nebel im Sternhaufen



Messier 31 - Hier war irgendwas an der Klemmung nicht okay, rutschte am Ende durch, zu der Zeit zog auch bereits Mist über den Himmel.



Noch einen Blick auf den Kometen C/2014 Q2 Lovejoy, auch hier nur knapp dem Absauftod durch Wolkenbänke entronnen


Zu guter Letzt noch einmal Orion... vom Vorabend mit mehr Brennweite (130mm)






Sonntag, 6. April 2014

Kleine Knipserei: Mond bei Jupiter (oder umgekehrt..)

Ein paar schnelle Schnappschüsse vom Balkon...

Zuächst Mond und Jupiter mit 70mm (Tamron)


Danach kam mir die Idee mal mit mehr Brennweite hinzuhalten - 300mm. Beim Mond habe ich das schon erfolgreicher hinbekommen, aber als ich dann noch Jupiter kurz belichtete und die schön aufgereihten Monde sah, hab ich fix ein Komposit daraus gebastelt und Jupiter einfach näher an den Mond gerückt... Der Farbfehler ist bitter, aber schaut nett aus.


Sonntag, 29. September 2013

Probleme und Grenzen der Einsteigerberatung

"Ja wie nun? Ich möchte doch einfach nur mal ein Teleskop kaufen!"

In den Internetforen der Amateur-Astronomen lesen "wir", die wir immer gerne Anfänger die den (vollkommen richtigen und bereits lobenswerten) Schritt unternommen haben und VOR dem Kauf eines (ersten?) Teleskopes die Frage stellen, welches denn nun das richtige sei, solche erstaunten Ausrufe wenn man etwas tiefer bohrt was Vorwissen, Vorstellungen und Ausgangsbedigungen angeht.

Ich höre den Begriff "Berater" eigentlich überhaupt nicht gerne. Ein Berater sitzt in meinen Augen in einer Bank und versucht einem ein Finanzprodukt aufs Auge zu drücken. Was mit Einsteigerberatung gemeint ist, ist das Antworten und tatkräftige Unterstützen von Neueinsteigern, die vor dem Kauf ihres mutmaßlich ersten Teleskops Hilfe suchen um ihr sauer verdientes Geld nicht in den Sand zu setzen. Im Gegensatz zu einem Berater, haben die Amateure die sich dann hinsetzen und erklären worauf es ankommt, was es alles zur Auswahl gibt und wie es mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis aussieht, davon keinerlei wie auch immer gearteten Vorteile, bekommen kein Geld (oft auch keinen Dank oder Rückmeldung) sondern nur das gute Gefühl, jemanden mit latentem Interesse möglichweise geholfen zu haben einen freudvollen Einstieg in das "schönste Hobby der Welt" zu ermöglichen, denn ist das Feuer erst einmal entfacht... Da unterscheidet uns wohl nichts von engagierten Kleintierzüchtern, Modelleisenbahnern oder Kitesurfern - wir vermitteln gerne die Freude an unserem Hobby und versuchen mit Ratschlägen typische Anfängerfehler zu minimieren, denn Viele hören schnell entnervt wieder auf wenn man mit falschem Equipment oder den falschen Vorstellungen startet...

Dass es DAS Teleskop nicht gibt, darauf könnte man kommen wenn man versucht Parallelen zu anderen Dingen zu ziehen. So gibt es ebensowenig DAS richtige Auto, DIE richtige Wohnung ectpp... Natürlich gibt es typische Einsteigergeräte, die vielfach gekauft und auch empfohlen werden, aber ein bisschen Feedback sollte man vor dem Rat zu einem Gerät schon einholen - und nicht nur das, auch das WARUM, die Vor- wie Nachteile sollte man in Ruhe auseinandersetzen.

Mit diesem Artikel möchte ich Einsteiger etwas sensibilisieren und aufzeigen warum bestimmte Fragen gestellt werden, warum manche Ideen zu Beginn eine Sackgasse darstellen und weswegen manche Entscheidungen nicht durch Anlesen sondern nur durch Ausprobieren getroffen werden sollten.

  • Wo wohnst du?
Was soll das denn?! Alle Welt redet von Datenschutz und ausgerechnet in einem anonymen Internetforum soll ich ausposaunen wo ich wohne?!

Nunja, das hat seinen Grund - Niemand will hier ernsthaft deine Adresse in Erfahrung bringen. Es geht darum abschätzen zu können ob Du eher ländlich wohnst, in einer kleinen Stadt oder mitten in einem Ballungsgebiet. Das hat zum Einen erheblichen Einfluss auf die Himmelsqualität und damit auch auf der ideale Gerät, zum anderen stellt das Beobachten fast IMMER den Anspruch an Mobilität, desto mehr, je heller der heimische Himmel ist. Sitzt man nun mit einer Monatskarte des ÖPNV im 12. Stock in der Mitte von Frankfurt ist eventuell etwas gänzlich anderes gefragt als bei demjenigen, der mit Van im Bayrischen Wald am Dorfrand lebt. Ausserdem kann eine Ortsangabe helfen, Kontakte vor Ort zu vermitteln, sei es, dass engagierte Forenmitglieder in der Nähe leben, die gerne live Teleskope vorführen oder aber auch eine Sternwarte in erreichbarer Entfernung exisitiert wo man sich ebenfalls schlau machen könnte. Also keine Angst, wir wollen nicht hören: Stuttgart, Mustergasse 23a, zweite Tür links sondern eher "kleines 5000 Seelen Dorf in der südlichen Eifel" - "Vorort von München" oder auch "Nähe Hamm"... das reicht in der Regel aus.

  • Bist du mobil?
Auch hier steht die Frage im Raum, kann der Einsteiger  dem eventuell aufgehellten Heimathimmel mit einem Auto entfliehen oder sitzt er in der Altstadt fest, oder haben wir gar einen Schüler vor uns, der weder die Möglichkeit hat nachts alleine durch die Gegend zu ziehen, ganz zu schweigen 30kg Equipment über 15km auf die Wiese zu schaffen.

  • Wieviel Geld willst/kannst du ausgeben?
Diese Frage bedarf wohl keiner Erklärung. Vieleicht noch der Hinweis, dass mitunter natürlich falsche Vorstellungen kursieren was ein Teleskop "zu kosten hat", man bekommt weder ein brauchbares für 50€ NOCH ist es korrekt, dass man einen Tausender auf den Tisch legen muss, die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen und es gibt günstige Möglichkeiten die späteres Auf- und Nachrüsten zulassen.

  • Fotografie
Ein extrem leidiges Thema für die beratenden Amateure, denn a.) will nahezu JEDER der sich mit dem Thema beschäftigt fotografieren, immerhin will man ja festhalten was man so beobachtet und b.) kommt es immer wieder (sehr hoher Prozentsatz!) vor, dass der Einsteiger sich auch gleich auf die Fotografie festlegen möchte. Ich möchte die Astrofotografie niemandem ausreden, es lebe die Vielfalt, aber ein Einstieg DIREKT in die Fotografie durch ein Teleskop setzt neben einem ERHEBLICH größeren Budget (im Vergleich zu einem visuellen=beobachtenden Einstieg), eine hohe Leidesfähigkeit gegenüber mitunter herben Rückschlägen, technisches Verständnis und vor allem die Bereitschaft sehr viel Zeit und Energie in dieses Hobby zu stecken. Ich will nicht ganz ausschliessen, dass es solche Zeitgenossem gibt, die es auf diesem Weg wirklich schaffen, aber hier steht am Anfang eine extrem steile Lernkurve und man muss nicht nur eine Technik beherrschen lernen die mit der normalen Taglichtfotografie etwa so viel zu tun hat wie ein Spielen an der Spielekonsole mit der Beherrschung eines Airbus, sondern gleichzeitig auch noch die Orientierung am Himmel erlernen.
Ein Kompromiss (nicht mehr und nicht weniger!) gibt es beim wirklich hartnäckigen Wunsch SOFORT damit zu beginnen, zweigleisig einzusteigen mit einem visuellen Teleskop und einer Anfangsaustattung zur Fotografie - das beide bleibt aber getrennt! Ein Teleskop, das gleichermaßen fotografisch wie visuell zu nutzen ist, gibt es nicht. Eine der beiden Disziplinen wird unweigerlich leiden, meist hat man dann für BEIDES ein suboptimales Equipment.
  • Okulare
Ein (wichtiges) Zubehörteil, mit dem ich mich aber doch immer wieder schwer tue. Natürlich habe ich meine Lieblingsokulare und halte sie auch für jedermann empfehlenswert. Allerdings ist es eines der subjektivsten Themen überhaupt. Natürlich gibt es die "Highend" Okulare, die über jeden Verdacht erhaben sind schlecht zu sein, aber selbst die können dem einen gefallen und dem anderen nicht, was nicht unbedingt etwas mit der Abbildungsqualität oder dem Preis zu tun haben muss. Die Art wie wir sehen ist bei jedem Menschen unterschiedlich und gerade das Einblickverhalten (von Faktoren wie Augenabstand, Feldverzerrungen u.ä. abhängig) ist so unterschiedlich, dass man zwar allgemeine Ratschläge geben kann, die keinesfalls schlecht sind, aber auf der sicheren Seite ist man hier eigentlich nur wenn man es selber ausprobiert!

  • Anschluss suchen und finden
 Eine einsame Nacht auf dunklem Feld. Schöne Vorstellung bis man selbst dort steht ;) Im Ernst, das Hobby gemeinsam mit anderen auszuüben bringt mehr als nur Schutz vor Wildschweinen, die Lernkurve nimmt sich mit Hilfe eines fortgeschritteren Beobachtungs viel leichter. Ich habe selbst die ersten zwei Jahre alleine auf meiner heimischen Terrasse gewerkelt, geflucht und Spaß gehabt bis ich den Anschluss an eine Beobachtergruppe in meiner Nähe gefunden habe.

Der soziale Anschluss ist nicht jedermanns Sache, ich bin selbst das krasse Gegenteil eines "Vereinsmeiers", aber ohne die Hilfe und Unterstützung meiner "Mentoren" hätte ich vieles viel später erst selber herausgefunden oder auch gar nicht. Eine lockere Beobachtungsgruppe oder eine engagierte Einzelperson mit denen man sich hin und wieder treffen KANN aber nie MUSS ist eine tolle Sache. Es gibt einfach Dinge, die kein Forum und keine Internetseite und auch kein Buch erklären kann, die aber in 5min am Teleskop gezeigt, erklärt und verstanden wird. Diesen Tipp sollte man also durchaus ernst nehmen. Wer danach wieder allein beobachten möchte - kein Problem, man kann solche Probleme ja auch nur bei Bedarf mit anderen austauschen und sich dann wieder in die eigenen "vier Wände" zurückziehen.
  • Ungeduld und falsche Vorstellungen
Dieser Punkt ist mir extrem wichtig! Es mag in der Natur unserer Zeit liegen, aber ich merke in den letzten Jahren immer wieder, dass es sehr viele junge (höhö so alt bin ich selbst noch nicht, aber naja es gibt nunmal langsam ein paar Jüngere) Menschen gibt, die sich zwar für die Astronomie interessieren, die aber vor allem eins wollen: Schnelle Ergebnisse/Erlebnisse. Klar, wer will das nicht?! Was aber heute kaum noch ankommt: Die beobachtende Astronomie ist ein anachronistisches Hobby, während viele unserer Freizeitbeschäftigungen heute darauf ausgerichtet sind uns zu unterhalten und die (zugegebenermaßen für viele RARE) Freizeit effizient zu bespaßen ist es mit der Amateurastronomie viel mehr so, dass man natürlich unglaubliche Entspannung darin finden wird, aber man muss auch einiges an Energie und Zeit investieren um den richtigen Spaß an der Sache zu finden. Natürlich gibt es auch Beobachter, die ihr Teleskop ein oder zweimal im Monat auf den Balkon oder in dne Garten stellen und sich am Mond erfreuen - VOLLKOMMEN in Ordnung, das macht unbenommen Spaß! Aber die Vorstellungen die heute über die Anblicke am Teleskop kursieren sind eben von HD-Reportagen mit überragenden Computeranimationen mit monumentaler Sounduntermalung geprägt und damit ergibt sich für viele die Idee,  dass das Beobachten am Teleskop ein "Konsum-Hobby" ist, wie DVD-Schauen oder in den Zoo gehen und Tiere beobachten. Dem ist aber nicht so und manchmal ist es schwer zu vermitteln warum das so ist.

Um eine erfolgreiche Nacht mit Galaxien, Nebeln und Sternhaufen zu erleben bedarf es mehr als einfach das Teleskop rauszustellen und das Lid über dem Okular zu öffnen und zack ist das Erlebnis auf der Netzhaut - Sehen am Teleskop muss man erlenen wie Klavierspielen, Skifahren oder eine Fremdsprache - Das Hobby hat überhaupt mehr mit einer Kunst- oder Sportart gemein als mit eher passiven Freizeitbeschäftigungen - Training ist alles. 
Ein Beispiel: Eine solche Nacht "kostet" mich mindestens eine Stunde Vorbereitungszeit in Form von Karten und Atlanten wälzen, Objekte notieren und recherchieren, Detailkarten am PC erstellen/ausdrucken, das Equipment (je nach Lust und Laune können das zwischen 5kg (Fernglas + Flasche Cola) bis 50kg (Teleskop(e) mit Klapptisch, Stuhl, Atlanten, Koffern, Verpflegung)) ins Auto packen, eine Stunde Hin- und Rückfahrt, dann 2-5 wundervolle Stunden unterm Sternenhimmel, nach der Beobachtung nochmal locker eine Stunde Nachbereitung in Form eines Beobachtungsberichts (ich finde es immer schön, Erlebtes festzuhalten und sei es für sich selbst!), der Reinzeichnung und Bearbeitung von eventuell angefallen Zeichnungen ect. Wer fotografiert kann gerade für die Nachbearbeitung nochmal merklich mehr Zeit einplanen als für die Nacht selber, und die ist meist auch von viel technischer Arbeit geprägt, aber wem genau DAS gefällt, dem will ich das auch nicht verbieten. Nicht miteingerechnet sind hier die Nächte über Monate verteilt die man mit dem Kennenlernen und der Orientierung am Nachthimmel verbringt. Doch ALL DAS sollte Teil der Freude am Hobby sein, nicht nur die paar Stunden am Teleskop!

Als echte Fans des Erlebens unseres Universums sind wir natürlich glücklich über jeden der auch Interesse daran entdeckt, wir wollen mit unseren Ratschlägen die in Richtung "Bitte habe realistische Erwartungen und Vorstellungen" also alles andere als Begeisterung abwürgen oder gar madig reden - nein, wir wollen damit nur erreichen, dass man mit Geduld und auch einer Portion Ehrgeiz ans Werk geht und nicht nach dem Motto "Ich klicke mal eben auf Kaufen und sehe nächste Woche Dokus nur noch LIVE!" - das hat schon manche bittere Enttäuschung heraufbeschworen und ebay eine Menge Angebotsgebühren beschert.

  • Beratungsresistenz
Der Begriff klingt böse und überheblich. Und man muss schon unterscheiden ob der Einsteiger den wir vor uns haben wohlmöglich schon informiert genug um an bestimmten Entscheidungen festzuhalten oder ob es einfach wie ich es nenne "ertrotzte Realitätswahrnehmung" ist. Tatsache ist, dass bestimmte Grundannahmen für jeden gleich falsch sind - mit einem 4" f/14 Maksutov auf einer wackeligen Einsteigermontierung KANN man einfach nicht langzeitberichten und wenn die Hölle zufriert ;) Die meisten "Berater" in den Astronomie-Foren  (oder sagen wir mal so ist es zumindest in meinem Heimatforum, in den großen leider oftmals nicht) versuchen jedem Fragesteller erstmal ausführlich zu antworten und Sachverhalte zu erklären. Manchmal ist hier auch die Geduld und die Lust zu schreiben nicht auf 100% wenn vier Stunden vorher und im Forum damit nur eine Zeile tiefer die selbe Frage gerade ausführlich und erschöpfend behandelt wurde, das ist dann auch kein böser Wille.

Nun kommt es leider aber immer wieder vor, dass der Suchende so gar kein Verständnis dafür hat, dass seine Vorstellungen des Traumteleskops (meist untermauert durch einige Links zu Shopseiten) einfach nicht hinhaut. Das ganze ist kein Debattierwettbewerb, wir können nicht mehr tun als auf die Fallstricke und eklatantes Fehlwissen hinweisen um einen Fehkauf zu vermeiden - wir sind aber natürlich nicht diejenigen die das am Ende entscheiden, das ist derjenige der das Geld in der Tasche hat und als solcher darf man damit machen was man will - auch es aus dem Fenster werfen. Aber wenn man schon Hilfe und Rat sucht, gebt den Antworten eine Chance auch wenn sie Euch auf den ersten Blick nicht gefallen mögen. Viele Wege führen nach Rom und zumindest noch ein bisschen Selbstudium zu bestimmten Themen (sehr oft bekommt man auch passende Links zu weiterführenden Seiten) kann nicht schaden bevor man Antworten als unpassen von sich weist - Zum reinen Abnicken einer vorgefassten Meinung sollte man auf die Nachfrage in einem Forum lieber verzichten!

Am Ende möchte ich nochmal für denjenigen der Energie genug übrig hat ein krasses Extrembeispiel für falsche Vorstellungen und Beratungsresistenz zeigen, es hat EXAKT so stattgefunden, ist lediglich um einige offtopic Posts gekürzt und natürlich wurden alle Namen ausser meinem eigenen unkenntlich gemacht...

Wichtig: Diese Dokumente sollen niemanden lächerlich machen, sondern zeigen, dass auch von Seiten der Fragesteller etwas Konzentration, Geduld und der Wille das zu lesen was man geraten bekommt, von Nöten ist!


Fazit: Wir möchten uns wirklich Mühe geben Fragen anständig, fachlich korrekt und auf den jeweiligen Einzelfall sinnvoll zu beantworten aber es bedarf einfach einer gewissen Mitarbeit, einigen Angaben und auch ein gewisses Maß an Flexibilität was die eigenen Vorstellungen angeht. Wenn am Ende dann doch häufig das selbe geraten wird, dann liegt das nicht an der Faulheit nach etwas "passenderem" zu suchen sondern schlicht daran, dass das am häufigsten empfohlene Equipment einfach das ist, was a.) das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet b.) von der Bedienung her so einsteigerfreundlich ist, dass genug Hirnkapazität für die wichtigen Dinge bleibt (Finden von Objekten, Kennenlernen des Nachthimmels, Erlenen des Sehens) und c.) bei Nichtgefallen oder später anderer Interessengewichtung einen passablen Gebrauchtpreis und vor allem auch Abnehmer auf dem Gebrauchtmark bietet (oder auch lebenslang als Zweit/Dritt Teleskop weiter sein Dasein fristen darf).

Fragen sind niemals dumm! Im Gegenteil, allein die Tatsache, dass man sich dazu durchringt Hilfe für den Einstieg zu suchen kann gar nicht hoch genug gelobt werden! Aber seid fair und gebt den Tipps und Hinweisen eine Chance und zeigt Respekt gegenüber den helfenden Händen und LEST die Hinweise und Links. Bestehen danach noch Unklarheiten, ist das vollkommen normal, die vielen Fachbegriffe verwirren zu Beginn sehr, aber zumindest der Versuch des Einlesens in einige grundlegende Sachverhalte gehört einfach dazu.

Dann findet Ihr gemeinsam mit uns auch sicher EUER richtiges Teleskop für den Start in ein faszinierendes Hobby. 


Montag, 5. August 2013

BB vom 04.08.2013

Ort: Laufenselden
Zeit: 22:15 bis 3:20 Uhr
Wetter: Klar, wechselnde meist horizontnahe Zirren
Grenzgröße: SQM(L) 21,06m/arcsec² ~ 6m1

Und wieder mal - Zittern und Unsicherheit - die Wetterdienste schwenkten erst recht spät am Tage um und hatten am Ende sogar Recht behalten: Die Schönwetterperiode geht weiter und eine erneut klare Nacht steht uns bevor.

Benny war schnell motiviert mit rauszufahren, Ingo war sogar schon vor Ort und Rainer stiess ebenfalls noch zeitig hinzu. Ich war mit relativ leichtem Gepäck in Form des Heritags und der Barndoor unterwegs. Die Zeit vor Mitternacht verbrachte ich mit einigen Schnappschüssen und zwischendurch auch erste Beobachtungen von einigen Standardobjekten. Natürlich war auch Pal9 noch einmal dabei, dem wir mit Ingos 8"er bei 200x auch einige Einzelsterne entlocken konnten!

Fotografisch hielt ich vor allem wieder in Richtung Schwan, dabei enstand bei 50mm Brennweite f/4 ISO 1600 in 127 Sekunden dieses Foto auf dem eine Vielzahl von Objekten sichtbar wurde.

In 100% (was leider nicht sehr sehenswert ist) sieht man neben einer Unzahl an Gasnebeln (die später in weiten Teilen auch visuell noch fällig waren!) und Sternhaufen sogar einen als solchen erkennbaren Hantelnebel.


Mit 135mm f/2,8 wurde dann nochmal 120s auf die Region um Deneb gehalten, das Foto ist ein Ausschnitt aus dem Original.


Ebenfalls mit dieser Brennweite versuchte ich noch die IC Gasnebel um Sadr auf den Chip zu bekommen, in Ansätzen ist das sogar bei nur 30s Belichtungszeit gelungen!


Nach diesen fotografischen Ausflügen wollte ich mich den Rest der erstaunlich guten Nacht rein visuell widmen. Rainer war bereits auf der Suche nach schwachen Galaxien, Benny und Ingo surften mit 8" und 12" durch die Sommermilchstraße.

Kurz bevor Benny ankam hatten wir noch etwas ungewöhnlichen aber durchaus freundlichen Besuch vom Revierförster der sich wegen anhaltender Feldschädigungen durch große Rotten Schwarzwild mal zeigen wollte um die Viecher eventuell zu vertreiben. Zwar versprachen wir, den Platz im näheren Umkreis erstmal "wildsaufrei" zu halten, war das schon ein bissl mulmig, zumal wir etwa eine dreiviertel Stunde später ein ziemlich lautes, verdammt nahes heftiges Quiekgrunzen zu hören war! Dazu Dauergeraschel und sogar galoppieren über den benachbarten Sportplatz. Naja gefressen worden sind wir trotzdem nicht :D

In der aktuellen Interstellarum stellt die Rubrik "100 Quadradgrad" die Gasnebel der zweiten Reihe im Sternbild Schwan vor, glücklicherweise hatte ich die Zeitschrift mit Aufsuchkarte und vor allem einer Fotoübersicht noch im Auto liegen, schauen wir doch mal ob der kleine Dobson mir da weiterhelfen kann. Die bekannten Vertreter Nordamerika, Pelikan und Cirrus waren natürlich mit [OIII] kein Problem. Alsdann versuche ich mich zunächst an NGC 6888, dem Crescentnebel. Und tatsächlich bei kleiner Vergrößerung von 26-fach war er super auszumachen. Der hellste Teil springt sofort ins Auge aber Geduld wird hier eindeutig belohnt, und nach einiger Zeit bekommt die zarte Sichel weite Ausläufer und schliesst sich fast wieder zu einem ovalen Nebel mit entsprechend prägnanter Kante. Dank Ingo konnte ich das ganze Schauspiel auch mit 8" und dementsprechend mehr Details erleben, aber mit Filter ist es durchaus ein Objekt für kleinere Öffnungen.

Als nächstes ging es dann an den durchaus etwas anspruchsvolleren Butterfly Nebula - IC1318. Dank der fotografischen Übersicht des Bereichs um Sadr kann man ihn tatsächlich recht schnell festnageln, Fieldsweeping machte mir hier schnell klar, daß ich richtig liege! Sehr schön sind die beiden hellsten Kanten der Nebelteile IC1318B und IC1318C zu sehen, die vom markanten Dunkelnebel LDN889 getrennt sind, AP und Filter sind in klaren Nächten wohl eine Garantie auf Sichtung. Es gibt noch einen dritten Nebelteil, namentlich IC1318A, der ein gutes Stück entfernt liegt, auch dieser war im 5"er beim Schwenken schnell entdeckt, ein mehr als lohnendes Gebiet, das ich unbedingt auch auf meine Zeichenliste setzen muss!


Zwischendurch wechselte die Zirrenbewölkung zwischen praktisch nicht existent und doch durchaus in bestimmten Arealen störend. Ein Grund warum ich mich danach mit dem Gebiet um Cassiopeia näher beschäftigte und dabei neben den üblichen Verdächtigen wie M 103, NGC 457 und dem alten OH NGC 7789 (Herschels Spiralhaufen), der sich übrigens im Heritage toll aus dem Hintergrund schälte, auch seit langem mal wieder der Pacman Nebel NGC 281 beobachtet wurde. Ein paar Czernik Haufen aus dem Triatlas rundeten den Abstecher ab.

Jetzt wurde es aber Zeit mit Rainer auf die Reise zu gehen, und das heisst bei ihm immer: Wechselwäsche einpacken denn es geht WEIT weg! Die Galaxie mit dem klangvollen Namen MCG 13-12-22 war ihm zum Opfer gefallen und nach seiner Anleitung machte ich mich mit seiner Aufsuchkarte vertraut. Tatsächlich war seine Einteilung der Sterne optimal um eine Sichtung möglich zu machen. Eine schlichte Skizze aus dem Gedächtnis:


Das Objekt war wirklich sehr knackig, die Stelle ware auf der Karte optimal gelegen, so dass die "Zeigersterne" eigentlich kein großes Suchen notwendig machen - wohl aber erhebliches Augeverbiegen! Zwar blitzte er recht schnell auf, war aber auch genauso schnell wieder weg und dabei blieb es, indirekt war ein dauerhaftes Halten nicht möglich, allerdings brachte eine nochmals höhere Vergrößerung eine Verbesserung in der Form, dass sie noch etwas öfter aufblitzte. Nun aber der beeindruckende Part dieses schwachen, flächigen Fleckchens an der Wahrnehmungsgrenze - Es handelt sich hierbei um eine Galaxie die unglaublich 760 Mio Lichtjahre entfernt ist! 300x weiter als die Andromedagalaxie, 15x weiter als der Virgocluster und immerhin noch fast doppelt so weit wie der Comacluster (damit sind nicht die vielen bekannten Vordergrundgalaxien in Coma gemeint, sonder der schwache Abellcluster!). Ein definitiv eindrückliches Erlebnis, so unspektakulär es visuell auch sein mag.

Die Nacht schritt voran, Benny und Ingo mussten los um morgens wenigstens halbwegs als sie selbst durchzugehen. Rainer und ich blieben noch bis weit nach 3 Uhr, am Ende zog der Himmel sogar nochmal erstaunlich frei, keinerlei Zirren mehr ausser im äussersten Westen und Osten. Ich lies den Abend mit einigen einfachereren Objekten wie M31, M33 und NGC 7331 ausklingen. Rainer versuchte sich noch am Zentralstern von M57, ich konnte da allerdings leider nichts mehr ausmachen, anders als den von NGC 7662, der ja dafür bekannt ist seinen Stern recht einfach zu zeigen.

Als Fazit dieser sehr schönen Nacht bleibt die große Angst, dass sich diese durchgehend tolle Beobachtungsperiode seit dem Sommeranfang irgendwann im Herbst oder Winter ganz böse rächen muss :D Naa, hoffen wir das beste, bin jedenfalls froh diese tollen Bedingungen genutzt zu haben, in Gesellschaft lohnt ja ohnehin JEDES Rausfahren, aber heute war sogar richtig was zu beobachten.

Dienstag, 9. Juli 2013

BB/Fotobericht vom 09.07.2013

Ort: Feld bei Taunusstein
Zeit: 0:00 Uhr bis 1:15 Uh
Wetter: klar

Ich war gestern nochmal zwischen Mitternacht und 1 Uhr ein bisschen auf dem heimischen Feld um die Barndoor tickern zu lassen.

Aufstellen und Knipsen war an sich kein Problem und hat auch Spaß gemacht, allerdings habe ich zwei massive Probleme bekommen. Zwar wusste ich, daß die beiden alten M42 Objektive die ich benutzt habe, nicht mit f/2,8 benutzt werden dürfen, weil dann die Sternabbildung bis zur Unkenntlichkeit verzerrt wird, aber gerade diese beiden (35mm und 28mm) sind wohl doch so grottig, dass ich sie auch nicht mit f/4 betreiben kann [glare] Jedenfalls war die Abbildung trotz super Nachführung und recht gutem Fokus Müll.

Hauptproblem stellt aber für mich die Bearbeitung da, habe Ewigkeiten nix mehr gestackt und nach Anleitung das ganze mit dem Deepskystacker machen lassen - Katastrophe!!

Erstmal die Aufnahmedaten: ISO 1600 f/4 3x105s Light + 2x105s Dark (sollte mir zum Üben erstmal reichen, ich weiss ja immerhin was ich mitunter schon aus einem EINZELbilder herausholen kann)

Rohbild/Dark/DSS Stack


Jetzt bin ich ja nicht ganz doof und hab mich an die weitere Bearbeitung in Fitswork und Gimp gemacht, mit ersterem habe ich erstmal den Hintergrund geebnet, denn da ist schon eine böse Aufhellung im Schwan obwohl er schon so hoch stand - Frankfurt halt, dem kann ich bei mir vor der Haustür nicht entgehen!

Aber die Bearbeitung, Kurven, Werte ect. hat alles nur noch schlimmer gemacht :( Da war wirklich nichts mehr rauszuholen, alles viel zu hell, kein gescheites Verhältnis zwischen Kontrast und Helligkeit herstellbar.

Am Ende hab ich dann den Stackingmist verworfen und aus einem ersten (Einzel)Schuss mit f/2,8 Sternen einen kleinen Ausschnitt solange verbogen bis er wenigstens nach ETWAS aussah :D

Ein 105s Einzelbild bei ISO 1600 f/2,8, den rechten Rand wo die Aufhellung am schlimmsten war hab ich einfach abgeschnitten...


 
Das selbe Spiel hat sich auch in Cas nochmal wiederholt... nur habe ich hier nichts beschnitten. Man beachte die hellen Kometen die auf die Bildmitte zurasen [lol] Lehrbuchmässig...


 
Mein Fazit: Die alten Objektive sind leider für die Katz, das heisst nicht alle, mein 50mm und 135mm sind soweit okay, zumindest bei f/3,5 - f/4. Das Kitobjektiv (18-55) leistet da einfach Welten mehr, dafür hat es keinen Unendlichkeitsanschlag sondern muss mühsam über den mitzuführenden Rechner fokussiert werden (die 400D hat ja leider noch kein Liveview).

Einziges Zubehörteil, daß sich keinerlei Schwächen geleistet hat, war mal wieder die Barndoor selber - Achja und mein 8x40 mit dem ich während des Knipsens ganz entspannt über den Himmel gerauscht bin.

Samstag, 15. Juni 2013

BB vom 15.06.2013

Ort: Bleidenstädter Heide
Uhrzeit: 23:00 - 0:30 Uhr
Wetter: Klar

Klares Wetter, aber Mond und wenig Zeit um ernsthaft zu beobachten? Da bleibt ja noch, ein paar Fotos mit der Barndoor zu schießen!

Wie immer ist natürlich alles in die Hose gegangen - das ist normal wenn ich Fotografie anpacke - aber Spaß gemacht hat es trotzdem und ich kenne zumindest nun wieder ein paar Dinge mehr die ich ANDERS machen muss BigGrin

Da war zum einen die recht hohe Belastung durch meinen immer noch viel zu schweren Neiger, der wenn ich übermorgen noch daran denke, durch einen Kugelkopf zu ersetzen ist. Dann ist mein 135mm Okular zwar wunderschön und weils so alt war sogar kostenlos gewesen, aber der Fokus verstellt sich durch die leider lose Mechanik hin und wieder. Na und dann der Rest wie Rempler, usw... Eeegal - Es geht ja um den Spaß an der Freude und den hatte ich auch heute Abend, in anderthalb stunden sind bis ca. 0:30 einige Bilder gemacht worden, die leider fast alle am Ende Ausschuss waren. Zwei hab ich trotzdem mal rausgesucht (das zweite hat sogar noch Potential, da habe ich noch ein paar zum Stacken was ich aber erst wieder neu erlernen muss...).

NGC 7789 in Cassiopeia
(ISO 800 - 90s - 135mm)

NGC 7000 und Umgebung in Cygnus
(ISO 800 - 120s - 135mm)

Alle mit meiner guten alten (unmodifizierten) 400D

Freitag, 11. Januar 2013

Ein weiterer Schnappschuss mit der Barndoor

Gestern Abend gab es eine von offiziellen Wettervorhersageportalen NICHT genehmigte Lücke in der wochenlangen Wolkendecke!

In Ungewissheit der Dauer, habe ich mich wenigstens dazu durchgerungen die Barndoor mal einem Balkontest zu unterziehen - sicher beschränkte Sicht und und und... - was solls, Dank Dosenlibelle(n), Gradanzeige und eingebautem Kompass des Dörr Stativs war die fehlende Sicht auf Polaris (so zumindest meine Hoffnung) zu verschmerzen.

Problematisch bleibt der Revue Neiger, zum einen wegen des großen Eigengewichts, des Weiteren wegen der eingeschränkten Verstellbarkeit in Richtung Süden und zu guter Letzt die nicht gutzumachende laberige Klemmung, die schweres Zubehör wie das derzeit geliehene 300mm Objektiv leider verbieten...

Egal, nach ein paar Probeschüssen und Ausrichtungen wurde einfach mal 2min bei ISO 800 in Richtung Andromeda gehalten... Das Bild lass ich einfach mal so stehen, nichts besonderes, aber immerhin war die Nachführung für das blinde Ausrichten in Richtung Norden durchaus brauchbar!


Mittwoch, 2. Januar 2013

Firstlight Barndoor

Gänzlich unverdient habe ich zu Weihnachten eine herrliche, nagelneue Barndoormontierung von meinem treuen Jan geschenkt bekommen! Womit ich das verdient habe werde ich noch ergründen...

In jedem Fall habe ich mich naturgemäß tierisch darüber gefreut, zumal das nicht irgendetwas zusammengeschustertes ist, sonder ein Qualitätsprodukt aus dem Hause Mark (Woody)! Ich will an dieser Stelle gar nicht so detailliert auf die Finessen der Konstruktion eingehen, sie wurde an anderer Stelle ja schon ausgiebig vorgestellt, einen Detailbericht werd ich sicher demnächst noch im Blog vorstellen. Es reicht zu wissen: Hier wurde gedacht - und zwar an alles. Die erste Erkenntnis nach der Montage auf mein Revuestativ: Da muss was wesentlich stabileres her. Nach etwas Recherche vorab entschied ich mich im Laden dann für ein Dörr Pro Black 3 XL. Es gab nur ein Manfrotto in ähnlicher Preislage mit merklich schlechterer Austattung und weniger Tragkraft. Nun hat das Stativ neben 5kg angegebener Belastbarkeit auch zwei Dosenlibellen und sogar einen Kompass integriert und eine Gradskala in beiden Achsen (nicht ganz uninteressant von meinem Balkon aus sehe ich Polaris nicht). Als Neiger auf der Barndoor nutze ich jetzt erst einmal den vom Revuestativ, der ist allerdings recht schwer und ein Kugelkopf muss noch her. Glücklicherweise hat Woddy auch an eine stabile Sucherhalterung gedacht und ich konnte einfach meinen Polsucher aus der EQ3-2 rausschrauben und dort befestigen!





 
Gestern tat sich endlich eine gnadenvolle Großlücke  auf, und so fuhr ich fix aufs benachbarte Feld, auch wenn der Fastnochvollmond natürlich bereits eine gewisse Höhe hatte.

Schlauer Weise habe ich erst einmal das Auto in ein Schlammloch gesetzt, viel besser sah es außen herum auch nicht aus, aber egal, soll ja nur ein erster Test sein. Ein kleiner Denkfehler machte es nötig, das Stativbein etwas einzuziehen um die nötige Polhöhe zu erreichen.

Skeptisch war ich, nicht wegen der Konstruktion sondern wegen der Belastung durch das Gewicht auf der Barndoor, nachdem ich ein paar Testaufnahmen für das richtige Feld gemacht hatte, wurde dann eine 120 Sekunden Aufnahme bei ISO 800 und 18mm Brennweite mit dem Kabelauslöser gemacht. Auf mehr habe ich ob des Matschfeldes um mich herum in die das Stativ bereits begann einzusinken verzichtet, aber zu Hause wurde ich durch ein für mich begeisterndes Rohbild belohnt! Sie arbeitet tadellos und das obwohl bei der Aufstellung noch einiges im Argen lag, ich denke damit werde ich noch RICHTIG viel Spaß haben.

Ich stelle mal mehrere Versionen ein, Rohbild, mit Fitswork geebneter Hintergrund (hat den Baum versaut aber was solls) und eine Bearbeitung von Jan (in dieser Reihenfolge).