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Sonntag, 11. August 2013

Bericht vom 6. HUTT in Perscheid 08.-11.08.2013


Datum: 09-11.08.2013
Ort: Perscheid im Hunsrück

Bericht vom Hunsrücker Teleskoptreffen 2013

Die ersten Zeilen dieses Berichts schreibe ich noch gemütlich vor meinem Zelt sitzend in der Nachmittagssonne, sonst sind die Erinnerung an den fantastischen Abend und die lange Nacht dahin bis ich wieder zu Hause bin. Gegen 16 Uhr traf ich im beschaulichen Perscheid ein, vor der großen Begrüßungsrunde war natürlich erst das Zelt und das Equipment aufzubauen, dank Wurfzelt kein großer Akt. Für die Hinfahrt brauchte ich um die anderthalb Stunden, aber wir fuhren auch die romantische Strecke am Rhein entlang und schraubten uns dann ab Bacharach in die Höhe in Richtung Perscheid.


Der Hauptaspekt eines Teleskoptreffens, insbesondere eines kleineren im familiären Rahmen ist natürlich das Kennenlernen von Sternfreunden und das Treffen von alten Bekannten, die ich stellenweise schon seit einigen Jahren nicht mehr gesehen hatte, allein für die vielen netten Kontakte und Gespräche hätte sich die Anreise schon gelohnt! Vielen Dank an dieser Stelle an alle, die dort waren und dazu beigetragen haben, das Treffen wirklich zu einem einmaligen Erlebnis zu machen.



Und hier noch zwei schöne Bilder von Claudia und Bernd, danke fürs Schicken!


Benny & Bernd - endlich ein persönliches Treffen






Während mein Sohnemann die Lust am Zelten schnell verging und doch lieber die Nacht beim zum Glück heraneilenden Opa zu verbringen war meine Kleine Feuer und Flamme, sicher auch weil sie sich schnell mit den Töchtern von Jörn und Markus angefreundet hat, ein tolles Erlebnis auch für sie... Nach einem mehr oder minder schmackhaften Abendessen (Dosenfraß) und vielen guten Gesprächen widmeten wir uns dann geschlossen dem langsam aufreissenden Sternhimmel. Zunächst galt es einige Geräte zu justieren (vor allem Armin und Andreas waren am Dauerkollimieren), dann ging an diesem Abend auch noch Jans ETX an seinen neuen Besitzer und wir verbrachten einige Zeit mit dem Aufstellen und Einstellen, ist auch bei mir schon etliche Jahre her, aber langsam kamen mir die Arbeitsschritte wieder und nach einiger Zeit schnurrte das ETX in bekannter Lautstärke sauber über den Himmel.




Einem Fast-Einsteiger führten Armin und ich in aller Ruhe die Vorzüge eines (in diesem Fall meines) 12“ Dobsons vor, die Begeisterung die da langsam heranreifte stieg im Prinzip parallel zur Grenzgröße an, der Himmel war in der ersten Nachthälfte sehr wechselnd bewölkt, stellenweise ging GAR nichts, dann war die Hälfte des Himmels wieder knackenklar. Bis dato hatte ich nur einige Standardobjekte angefahren, wir mussten eben das beobachten was gerade frei war ;)


Und wo wir gerade bei den beiden sind, hier ein schönes Foto, dass mir die Beiden noch für den Bericht zur Verfügung gestellt haben.



Eindrücklich war auch die Beobachtung von Neptun im 10“ Schiefspiegler! Kurioserweise war es vor etlichen Jahren genau DIESES Gerät in dem ich den Planten auf dem ATB das erste Mal gesehen habe :)

Während wir uns gerade unterhielten, passierte möglicherweise DAS Highlight schlechthin, aus dem Augenwinkel wurde es plötzlich gleissend hell – Gewitter? - schoss mir in einer Millisekunde durch Kopf, zum Glück ging mein Kopf auch direkt nach oben, in die richtige Richtung (Cas/Per) sah ich glücklicherweise schon und so sah ich den wohl beeindruckendsten Boliden, den ich jemals gesehen habe! Er wurde dann auch erst RICHTIG hell, giftgrün und tauchte den Platz, den Wald und mehr als den halben Himmel in ein gespenstisches Licht, so schnell wie er kam verglühte er auch, ein Zerbröckeln konnten wir nicht ausmachen, trotz seiner gleissenden Helligkeit, die ich gar nicht in Magnituden ausdrücken kann (eher Vollmond denn irgendein helles Gestirn!), war seine Spur nicht lange, nur langsam. Ein vielstimmiger Aufschrei begleitete dieses beeindruckende Schauspiel. Ein weiterer Glücksfall war die Tatsache, dass ich bereits seit über einer Stunde meine EOS mit Ulis Fischeyeobjektiv auf Dauerfeuer 30 Sekunden Aufnahmen machte, so war der Bolide dann auch wirklich perfekt eingefangen!

NACHTRAG: Dank Micha (Winnie) konnte der Bolide jetzt als Kappa-Cygnide eingeordnet werden, vor allem Radiant und die niedrige Geschwindigkeit wären typisch, wobei die Helligkeit schon ein starker Ausreisser nach oben ist.


Und noch ein ca. 90% Ausschnitt des Boliden

Je weiter die Nacht voranschritt, desto weniger wurde die Bewölkung und nach ein Uhr war der Himmel dann komplett frei und ordentlich dunkel, Nils maß einen Mittelwert von 21,33 mag/arcsec² und wir lagen ein gutes Stück jenseits der 6m3! So waren denn auch etliche Objekte genial zu sehen. Mit Nils besuchte ich nochmals das Galaxienpäärchen in der Leier. Doch damit nicht genug, zum ersten Mal habe ich mich getraut durch einen 18“er zu schauen, das habe ich bisher wohlweislich vermieden – zu Recht! Dieser Anblick macht einen erst sehr aufgeregt und dann seeeehr nachdenklich :D Auch an dieser stelle ein herzliches Dankeschön an Uta und Wolfgang, denen ich an diesem Abend noch viele unglaublich Anblicke bekannter Objekte mit diesem beneidenswertene Teleskop verdanke! So wünschte ich mir Stephans Quintett, dass einen mit 18“ recht einfach anspringen, aber schon NGC 7331 mit ihren etlichen Begleitern war ein wahrer Genuß. Später wurde auch noch die aktuelle Supernova und M74 beobachtete (die ich auch im 12er noch gut sehen konnte) und ein echter foto-like M33 mit allen Spiralarmen und auffälligen Knoten war noch eines der Highlights. Auch die Lyragalaxien sahen wir in diesem Gerät.

Strichspuren des Rohmaterials für das Zeitraffervideo



Einen Zwischenstopp legte ich auch noch bei Christian und seiner neuen „Liegestuhl-Bino-Montierung“ ein. Die lässt sich wirklich leicht verstelllen, bleibt eigentlich nur noch ein Drehteller unter dem Stuhl zu montieren und mann kann völlig entspannt ohne aufzustehen über den Himmel sausen.

Etwas später konnte ich bei Toni im 16“er sogar noch eine zweite Supernova beobachten SN2013dy in NGC 7250 – zwei Supernovae in einer Nacht ist auch eher ungewöhnlich, einfach klasse :D Irgendwann nach einer Nacht die zwar wirklich lang war aber andererseits auch wie im Flug verging kroch ich dann doch ziemlich müde gegen 4 Uhr ins Zelt. Es hatte zwar etwas gedauert aber in der zweiten Nachthälfte konnte man die Bedingungen durchaus als genial bezeichnen, dazu ging fast durchgehend ein leichter Wind, der später zwar etwas frösteln lies, aber auch jeden Tau verhinderte.

 

6. HUTT Perscheid/Hunsrück 09.-11.08.2013 from Benny Hartmann on Vimeo.

Der nächste Morgen kam zwar um 7:30 Uhr unbarmherzig früh, dafür aber warm und sonnig. Die friedliche Stimmung über dem zum allergrößten Teil noch schlummernden Platz nutze ich um ein paar Video-Eindrücke zu sammeln.

Obwoh ich eigentlich nur einen „One-night-stand“ geplant hatte, hat es dann doch noch geklappt eine zweite Nacht dranzuhängen! Meine Frau und mein Sohn wurden also „kurzerhand“ (es waren schon ein paar stressige Stunden bis ich wieder in Perscheid war) abgeholt, nebst größerem Zelt. Zwar war Sohnemann wie immer arg unentschlosen ob er jetzt Spaß haben sollte oder lieber dauermaulen angesagt war, spätestens als die Mädels ihn zum Küchendienst und Kaffekochen eingespannt haben fand er es dann aber doch ganz nett ;)

Das abendliche Grillen war wieder eine schöne gesellige Runde und auch die nichtübernachtenden Besucher vom Vortag (Armin, Markus und Björn mit Familie und Anhang) waren wieder zu uns gestossen. Das Wetter war ein paar Grad kühler als am Vortag und auch der Wind hatte ganz schln aufgefrischt, trocken blieb es aber dennoch und der klaren Himmel zeigte sich heute schon bedeutend früher und lies erste Beobachtungen zu. Zwar zogen im Laufe der Nacht auch immer wieder größere Wolken durch, aber lange mussten wir eigentlich nie warten bis es weitergehen konnte. Ehrlich gesagt war ich aber auch noch ziemlich platt von der vorherigen wirklich langen Nacht und so war das eigentliche Beobachten eher zweitrangig und der nächtliche Stuhlkreis mit lustigen und interessanten Gesprächen das Highlight der Nacht. Die Kälte war sicher auch müdigkeitsbedingt etwas nagend und umgekehrt die Müdigkeit der Kühle geschuldet aber um viertel vor zwo zog es mich dann doch unumkehrbar in meinen Schlafsack, aber nicht ohne vorher noch mit meiner Frau einen kleinen Himmelsspaziergang mit dem 12er gemacht zu haben, ein mehr als seltenes Vergnügen bei zwei kleinen Kindern!








Der typische TT-Morgen: Verstopfte Nase, leicht gemarterte Knochen und natürlich viel zu kurze Nacht :D Egal, wir haben noch eine nette Fahrt nach Rheinböllen zum Brötchenmann gemacht und dabei die wirklich tolle Landschaft im morgendlichen Licht genossen. Nach dem gemütlichen Frühstück im Vereinsheim (ich fands doch noch bissl zu frisch fürs Outdoor-Futtern), machten wir uns dann auch schon an den Abbau und nach einer größeren Verabschiedungsrunde über den Platz ging es nach Hause, nicht ohne noch eine Fährfahrt über den Rhein und ein Besuch der Germania mit der Gondelbahn bei Rüdesheim mitzunehmen ;)

Puuuh Zeit für ein Fazit – Das HUTT in Perscheid war nicht nur das Highlight des Jahres was Treffen angeht, es wird mit auch lange als eines der schönsten Treffen überhaupt in Erinnerung bleiben, nicht nur wegen einiger fantastischer astronomischen Ereignisse wie dem Megaboliden, den beiden Supernovae und den unglaublichen Details im 18“er, das war unerwartetes und tolle Beiwerk, aber die eigentlich Freude haben wie immer die Leute vor Ort bereitet. Alte Gesichter die ich mitunter viel zu lange nicht mehr gesehen und gesprochen habe (exemplarisch nenne ich hier mal Franz, Armin, Jörn, Andreas, Uli und natürlich die „Hunsrücker“ selber) sondern auch die vielen neuen Bekanntschaften die oft endlich ein Gesicht hinter dem Avatar im Internet aber IMMER sehr liebe Menschen offenbarten, wie Markus, meine neuen „Lieblingskisten“ (mit süchtigmachender „Medizin“ ;) ), Toni, Marie, Stefanie,  Uta und Wolfgang sowie die mitgereisten Familen und allen deren Namen mein löchriges Gedächtnis auf Schlafentzug gerade LEIDER nicht hergibt, die mir aber sicher im Laufe der nächsten Tage wieder einfallen :D

Die Organisation war toll wie unauffällig und das Treffen ein voller Erfolg. Sogar meine wenig astronomisch ambitionierte Frau hat auf der Rückfahrt gesagt:“Nächstes Jahr nehm ich mir dann aber schon ab Freitag Urlaub.“ - DAS will was heissen, glaubt mir ;) Der Platz ist Bäume hin, Bäume her durchaus als ideal zu bezeichnen und die Infrastruktur lässt eigentlich keine Wünsche offen, die Lage auf einer Kuppe und fernab der echten Lichtglocken tut sein Übriges...





Danke für die unvergesslichen Tage.


>>Bennys Bericht vom 6.HUTT 2013 - auf ATDS<<
>>Bericht im Astrotreff<<

Freitag, 15. Februar 2013

Meteoritenschauer in Russland

Uff, das was heute Morgen über Zentralrussland passiert ist, wird wohl der bestdokumentierte Eintritt eines relativ großen Brockens in die Erdatmosphäre, gleichzeitig auch das zivilsatorisch zerstörerischste Ereignis dieser Art in der Neuzeit. 



Was ist passiert? 

Über dem Ural trat heute Morgen 4:30 Uhr MEZ ein nach ersten Angaben wenige Meter großer Meteor mit 50.000 km/h in die Erdatmosphäre ein und explodierte in ca. 5000 Meter Höhe über einem besiedelten Gebiet um die Millionenstadt Tscheljabinsk. Zur Stunde (15 Uhr) spricht man von ca. 1000 Verletzten und erheblichen Schäden, wobei hier keinesfalls von Einschlägen spricht sondern lediglich von Auswirkungen der Druckwelle (zerplitterte Fenster ect.).  Wobei wir da sicher noch etwas auf Untersuchungen warten sollten, wenn man die Bilder von rauchenden, zusammengestürzten Industriehallen sieht mag man nicht ausschließlich auf Druckwelle schließen.

Mein erster Gedanke als ich gegen Mittag die Nachricht hörte war: Hat das eventuell etwas mit dem für heute Nacht erwarteten Meteoroiden 2012 DA 14 zu tun, der in nur 30 Tausend Kilometer Entfernung an der Erde vorbeisausen wird?

Nein - das ist inzwischen von Astronomen ausgeschlossen worden, die Eintrittsgeometrie spricht ganz klar dagegen. 

 Bei aller Tragik, der durch zerstörte Fenster verletzten Menschen, ein interessantes und geschichtsträchtiges Ereignis - die Chancen, daß heute lebende Menschen nochmals einen Fall dieser Art während ihres Lebens mitbekommen werden sind recht gering... 

Abschließend ein paar Links zu  weiterführenden Artikeln, die meisten mit weiterführenden Links und Videos: 


Montag, 20. August 2012

Das 3. ATDS TT 2012

... wo fange ich an?

Das Wochenende hatte es einfach in sich, von allem mehr als sonst, Wetter wie wir es uns manchmal wochen- oder monatelang wünschen, Sterne in ausreichender Zahl vor Auge und Optik, nette Gleichgesinnte und Gesprächspartner, lecker Würstchen vom indigenen Metzger, astronomisches Gerät jeglicher Couleur und VIEL Spaß.

Aber fangen wir von vorne an. Freitag mittag - alles gepackt und abfahrbereit aaaber mein Töchterchen (mit der ich auch schon drüber geredet hatte sie eventuell mal mitzunehmen) mochte mein Bein einfach nicht mehr loslassen, also kurzentschlossen ein paar Sachen von ihr in den Kofferraum geschmissen und dem armen Kind ein kleines Eckchen im vollgepackten Auto freigeräumt. Die Fahrt war bis auf ein bisschen Stau problemlos, gegen 18 Uhr rollten wir vor, gleich begrüßt von Seemichel mit den Worten: Aah der Benny, wir haben das Krankenhaus Korbach schon informiert." ^^ Da wollte und sollte ich dieses Jahr aber definitiv nicht aufschlagen.




Nach der ersten kurzen Begrüßungsrunde machte ich mich zügig an den Zeltaufbau (Danke an Jan fürs Organisieren und den Gummihammer, an Jonas für den Erst-Hammer), sollte ja schon vor Einbruch der Dämmerung stehen, zumal ich es erst einmal testweise aufgebaut hatte.

Lara war zu diesem Zeitpunkt schon hochgradig in den freien Fussballplatz verliebt, schon was anderes als an die Hauswand oder einen staubigen Bolzplatz kicken... Bei und nach der Fleischzufuhr gabs schon die ersten längeren und wirklich schönen Palaver mit unseren Leutchen, dieses Jahr (letztes Jahr war ich ja leider nicht dabei) waren es doch nochmal merklich mehr Besucher (hab da was von 44 im Kopf...), tolle Größe aber da sollten wir auch bleiben in der Größenordnung.


Lässig haben wir uns dann erstmal vor dem Tiggerschen Zelt im Kreise der Taunuiden hingefläzt und auf die Nacht gewartet. Lara war erstmal nicht kleinzukriegen, geschweige denn ins Zelt - also die schönste Art des Wegdämmerns: Auf einer Liege unter dem aufziehenden Sternenhimmel.



Zwar waren etliche Zirren unterwegs aber die 6m Grenze sollte im Laufe des Abends und der Nacht trotzdem noch problemlos geknackt werden. Ich ging am ersten Abend erst recht spät an mein Gerät und habe auch nicht viel mehr als ein paar der üblichen Standardkerzen beobachtet. Im Laufe der Nacht kamen auch noch ein paar Gäste aus dem Ort die von Jan fachmännisch in Sachen Astronomie auf den Minimalstand gebracht wurden und auch durch etliche Gerät schauten - in Hypatia entlockte ich ihnen sogar einige Wows an h+x Persei. Insgesamt war der Himmel vor allem im Zenit durchaus brauchbar allerdings sehr feucht, eltiche Male musste die Telradscheibe und auch die Okus in die Jackentasche wandern.

Die Nacht in Worte zu fassen ist schwer, denn die meiste Zeit wurde gefachsimpelt oder gesmalltalked und bei mir nur im Rahmen beobachtet, dafür habe ich endlich mal eine ganz erkleckliche Anzahl an Sternschnuppen gesehen, die ich sonst immer verpasse wenn ich am Okular klebe ;) Um etwa vier Uhr schleppte ich mich dann in mein Tipi.

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7 Uhr - Das Zelt ist schon lichtdurchflutet, das Töchterchen mit wesentlich mehr Schlaf als ich auch schon hellwach. Draussen ist es noch sehr ruhig, aber schon herrliches Wetter und viel ist auch schon wieder im Trocknen begriffen, die Spiegel und die Okulare werden gelüftet. Meine EOS hat leider immer noch einiges an Kondenswasser zu bieten, was allerdings zu sehr netten Fotos führt.




Nach der Dusche regt sich immer mehr Leben im Camp und das Frühstück naht, echte Champions hauen sich da gleich nochmal ein paar Würstchen mit Bacon auf den Kocher (Danke an Manny für selbige Leihgabe!). Danach fahren wir beide erstmal nach Korbach, immerhin hatte ich mit der Verpflegung bis 5min vor Abfahrt nur für eine Person gerechnet und das Trinken ist ob der Hitze schon fast weg...



Auf unserem Platz ist es bei der Rückkehr bereits sehr wimmelig und noch sehr viel heisser, heute sollen ja bereits die 35° geknackt werden - Jan hat da natürlich mal was vorbereitet um uns dieser Bullenhitze zu entreissen: Ein kleiner Wanderausflug - Das Uppland bietet ja wie jeder sehen konnte eine tolle Landschaft und vor allem bei solcher Hitze auch genug kühle Wälder. Zu uns gesellt sich noch Seemichel und Sebastian (Danke fürs Durchhalten, war nicht immer so spannend für dich).

Wer uns kennt, der weiss, dass wir selten nur "für Spaß" durch den Wald tapsen (obwohl die meisten Wälder das durchaus auch verdienen) sondern auf der Suche nach dem ein oder anderen Geocache sind - so auch hier. Jan lotst uns auf den Eisenberg, oben angekommen bereits die ersten Ohs und Ahs meinerseits wegen einer toll restaurierten Ruine und dem beeindruckenden Aussichtsturm.



Eben jener hat mir dann nach ungezählten Stüfchen auch einen der, wen nicht DEN besten, Rundumfernblick meines Lebens beschert! Man mags von unten kaum glauben aber von oben hat man 360° (nicht 359,9) v ö l l i g obstruktionsfreien Fernblick in alle Himmelsrichtungen, und beim heutigen Wetter auch wirklich weit! Die Fotoschilder machen mir weiss, dass ich von hier den Taunus sehe - japp definitiv zu sehen dabei locker über 100km Luftlinie entfernt!



Lara hingegen hatte mehr Spaß in der Burgruine (nebst einem tiiiiefen ehemaligen Bergwerksschacht - natürlich gesichert). Von hier aus darf uns nun Sebastian mit dem GPS in der Hand lotsen und schon nach ein paar Metern gibts den ersten "Schatzfund" - im Wald ist es merklich kühler und so ist der Abstieg zu unserer nächsten Station auch mehr Labsal als Anstrengung. Ums kurz zu machen, wir haben dann noch einen sehenswerten (und richtig KALTEN) ehemaligen Goldstollen gesehen, von den Temperaturen her hätte ich da gerne noch bis zur Dämmerung gestanden... (8 Sekunden ISO 800, man konnte natürlich nur so 5m weiter gucken oculus nudis...)



Auf der Heimfahrt noch ein kurzer Stopp am "Korbach International Airport", da gabs heuer ein kleines Flughafenfest, aber irgenwie wars uns dann doch zu warm um es dort länger auszuhalten, also zurück ins kühle Auto und ab nach Rhena.



Am Platz holte ich mir dann auch mal einen heilsamen Schock an den beiden genialen Sonnenteleskopen (Kalzium und H-Alpha) von Hubertus - WOW!! Ich sah bisher nur durch kleinere H-Alpha Röhrchen von Lunt und dem PST... das hier ist eine komplett andere Welt und lässt mich direkt an die Veräusserung meines zukünftigen Erbes denken :D:D:D



In für mich ungewöhnlichen Kalziumlicht war die Sonne richtig cool und feine Gespinnste waren zu entdecken - im H-Alpha Teleskop hingegen sah die Sonne einfach wie ein gut gemachtes Foto in eben jener Wellenlänge zu beobachten mit feinst detaillierten und auch großen Protuberanzen (der "Bohrturm"!), ein Dank fürs Durchschauen lassen :)

Das Foto dazu war natürlich dilletantisch aber mit dem realen Eindruck im Hinterkopf wird es mir als Gedächtnisstütze dienen.



Dort fing dann auch zeitnah der Vortrag von Christian zum Thema Kometen an - ich bin nun kein ausgewiesener Kometenfan wenngleich ich sie mir immer mal gern anschaue wenn wieder ein hellerer in der Nähe ist - aber der Vortrag war spannend und umfassend, man konnte in jedem Fall auf den Geschmack kommen! Vor allem die Aussicht auf C/2011 L4 PANSTARRS im Frühjahr 2013 hat wohl allen das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen - und dank Christians Ausführungen weiss ich jetzt sogar (endlich!) was C/2011 L4 auch wirklich bedeutet :D



Heute Abend wollte ich endlich mal wieder eine gescheite Grundjustage herstellen - etwas was ich gestern leider versäumt hatte - dank Meister Mannys Werkzeugkiste war das auch zügig erledigt und wir konnten wieder zum geselligen Teil des Abends übergehen, dem gemeinsamen Grillen - schon am Vormittag konnten wir uns beim örtlichen Metzger ausreichend Tierchen vorbestellen, die dann sogar frei Haus geliefert wurden (froh ist er sicher gewesen, immerhin hatte Rhena an dem Wochenende mal eben die doppelte Einwohnerzahl :D ). Die Uppländer Würstchen (mit Rosmarin) waren dann auch wirklich eine Offenbarung - ebenso die für alle kostenlose Kräuterbutter...mmmmmmmh aber ich nehme vom schreiben schon wieder zu ^^



Schon beim Grillen waren wir baff von den Veränderungen des Himmels im Vergleich zum Vortag aber auch zum Mittag - KEIN Wölkchen und KEIN Schleier - einfach tiefstes blau höchstens mal von einem Flieger mit kurzem Kondensstreifen angekratzt - Diese Nacht sollte uns nochmal merklich bessere Bedingungen bieten und zeigen was der nordhessische Himmel so auf der Pfanne hat. Um das auch zu würdigen habe ich mir vor dieser Nacht zumindest mal ein paar Karten angeschaut um auch was zum Gucken zu haben.



Nach der Dämmerung der Start ins All - erstmal wieder ein paar Standardobjekte wie den "Rocking Horse Cluster", den tollen alten Haufen NGC 7789 "Herschels Spiralhaufen" und auch den Cirrus Komplex (dank des bereits zu Beginn sehr guten Himmels auch mit Triangular Wisp und viiiel Nebelgespinst).



Nun will ich nach langer Zeit mal wieder einen alten Bekannten in Perseus besuchen, die Arp Galaxie 135 - NGC 1023 Aufgefunden ist sie relativ zügig und zeigt sich wie immer schön in Mitten einer Sternkette liegend. Auch die Andromeda Galaxie mit ihren Begleitern lässt sich bei locker 6m3 sehr schön beobachten, mit etwas Geduld und an der richtigen Stelle auch mit BEIDEN Staubbändern, allerdings hat sie noch nciht ihren höchsten Stand erreicht und leider sollte die Transparenz in Richtung Mitternacht einbrechen.

Zwei weitere Objekte die ich mir rausgesucht hatte, waren die beiden Kugelsternhaufen NGC 7006 und NGC 6934, beide im Sternbild Delphin beheimatet. 7006 ist wie auch 6934 schnell aufzusuchen und zeigt sich recht schwach und egal ob bei 107x oder bei 187x nur unaufgelöst wenngleich gemottelt und mit unruhiger Oberfläche. 6934 hingegen ist merklich heller und größer und zeigt schon bei mittleren Vergrösserungen Einzelsterne, bleibt aber auch bei höheren Vergrösserungen noch zu einem guten Teil unaufgelöst und nebulös.

Ein Abstecher in die Andromeda brachte Besuche bei "Mirachs Geist" (NGC 404 - aber man findet sie ganz einfach ;) ) und der Edgeon 891.

Wie schon erwähnt brach der Himmel leider in Richtung Mitternacht ein, aber vorher gönnte ich mir noch längere Zeit einen Flug ins All auf Jans Liegestuhl, wow! Ohne jegliche Obstruktion durch Bäume und ähnliches im Gesichtsfeld hatte ich ernsthaft die Bodenhaftung verloren wenn ich den Zenit bewunderte, auf diese Weise konnte ich auch meinen persönlichen Rekord von 11 Sternschnuppen in einer Nach aufstellen, normal bin ich nämlich immer DER, der zu gegebener Zeit in die falsche Richtung schaut ;)

Da die vorige Nacht recht lang war, diese am Ende schlechter wurde als Freitag und natürlich am nächsten Tag auch noch die Heimreise anstand war um 1:30 Uhr "schon" Schluss - aber sie hat mich nichtsdestotrotz einmal mehr hochgradig begeistert und tief befriedigt.

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8 Uhr - Wieder brennende Sonne, soll ja heute auch durchaus nochmal ein paar Grad wärmer werden als gestern...

Das Frühstück fällt wegen der gelieferten Brötchen mal üppiger aus, sehr schade, dass so viel übrig blieb, da müssen wir nächstes Jahr entweder merklich wenige bestellen oder auf Selbstversorgung umstellen... Viele sind natürlich auch schon in Aufbruchstimmung, je nach Wegeslänge liegt ja ein heisser Tag im Auto vor uns.

So wuselt das Lager wieder in heftiger Betriebsamkeit bis alles Gerödel wieder in den Autos verstaut ist - trotzdem bleibt noch genug Zeit für ein paar schöne Gespräche und das Ausruhen im Schatten (ging auch nicht anders ohne einen Hitzschlag zu bekommen...)



Um halb eins ist es schon ruhig und leer geworden, ein paar Wenige wie Michael, Jan, Stefan, Stephan und Jörn halten noch die Stellung, Reinigung ist bereits abgeschlossen und der erfreuten Mine unseres Platzwartes zu folgern sind wir auch im nächsten Jahr wieder gern gesehene Gäste in Rhena ;)

Nach der letzten Verabschiedung gehts es auf den Weg, Jan holt mich noch ein und wir bleiben bis kurz vor meinem Ziel in Formation ^^ Spätestens als ich 60km vor Wiesbaden die Skyline von Frankfurt sehe heisst es: Das war das ATDS TT 2012 - mit dem wohl besten Wetter der vergangenen Jahre, vielen vielen sehr netten Mitstreitern und Gesprächen und das astronomisch-gesellschaftlichen Highlight des Jahres!




Danke an ALLE die da waren, an alle mit denen ich ein bisschen länger klönen konnte, für etliche hilfreiche Hände, Werkzeuge, Nudelsalat (!) und Kinderbetreuer (Hier vor allem einen Gruß in den Hunsrück und den Hochtaunus!) und aussergewöhnliche musikalische Begleitung auf der Heimfahrt (was für eine Stimme!!)  :D Wir sind nächstes Jahr auf jeden Fall wieder mit dabei - dann hoffentlich in voller familiärer Besetzung und damit auch vieleicht auch eins, zwei Tage früher...

Zum Ende sollen einfach noch ein paar Stimmungsbilder für sich sprechen...

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