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Sonntag, 10. April 2016

BB Frühjahrstreffen Stumpertenrod 2016

Datum:  8-9. April
Ort: Vogelsberg
Zeit: 22:15 Uhr bis 2:30 Uhr
Grenzgröße: ~ 6m4+ 
Zu meiner.... Schande trifft es nicht, eher Trauer, muss ich gestehen, dass seit meinem letzten Aufenthalt im Vogelsberg vor fast genau einem Jahr meine astronomischen Freuden doch arg gedämpft waren, vielleicht noch mit Ausnahme der Beobachtungen in den Alpen im vergangenen Spätsommer sowie der Mondfinsternis. Aber von den Nächten von denen ich eigentlich "lebe" waren durch die Bank weg alle nicht dazu geeignet die Motivation aufrecht zu halten, der Himmel entweder ein gutes Stück von den Durchschnittswerten entfernt, der Wind so stark dass ernsthafte Einschränkungen die Folge waren... ect.

Diese Nacht beim Frühjahrstreffen der Sternwelt Vogelsberg hat mich aber endlich wieder geerdet, begeistert und tief befriedigt. Kurzentschlossen kam meine Tochter mit, so richtig begeistert war ich zunächst nicht, sollten die Nachtemperaturen doch merklich unter die Frostgrenze fallen, außerdem kamen wir erst sehr spät auf die Straße (nach 20 Uhr). Deshalb konnte ich natürlich nach 22 Uhr auch nicht mehr auf den Platz fahren, dank Jan der mich aber schon am Parkplatz hinter der Sternwarte in Empfang nahm war das nötigste Equipment problemlos an den unteren Rand des Platzes getragen und aufgebaut. Wegen dem mich bereits auf den letzten Kilometern im Auto extrem begeisternden Himmel (und wir reden hier von einem eher unspektakulären Frühlingshimmel!) wollte ich nicht viel Zeit mit Knipsen vertrödeln, weshalb man mir ein einziges, schlechtes und nichtssagendes Foto als Stimmungsbild verzeihen möge - es taugt eigentlich nur als Beweis: Die Sonne schien nicht.


Meine Tochter war noch ein kleines Weilchen wach, schon etwas geschwächt von der vorigen Nacht die sie wohl auch mehr wach als schlafend bei einer Freundin verbrachte ;) Aber immerhin sah sie noch alle Mitglieder des Leo-Triplets bevor sie sich in der Sternwarte mit dem Schlafsack in eine Ecke verkrümelte.

Bei Jan gab es im 16er eine weitere tolle Gruppe in Leo auf die Augen:
NGC3686/3684/3681/3691wobei die leztere etwas abseits steht und auch kleiner respektive schwächer ist. Natürlich trotzdem nicht sehr anspruchsvoll im 16er aber dafür umso schöner anzuschauen. Tatsächlich fand ich sie dann auch auf Anhieb im 8er wieder und auch hier waren alle Gruppenmitglieder mit 14mm zu sehen. Zerknirscht muss ich jetzt auch noch zugeben, dass ich meine letzte Beobachtung vor drei Jahren wieder völlig vergessen hatte ;)

Also bringen mir Galaxien nach wie vor das vertraute Kribbeln, dann ab in den Virgohaufen. Ich muss schon gestehen, dass ich etwas Bammel hatte ob alle Strategien und Handgriffe noch reibungslos funktionieren aber ja - als wäre ich letzten Monat zehn mal draußen gewesen.

Also Peilung auf Messier 100 um mich dann über 99 zu 84 und 86, dem Einstieg in die Makarian Chain. Ich halte kurz inne - natürlich ist die Kette ein tolles Highlight des Virgohaufens, aber schon wieder? Nein, ich schaue mich jetzt mal in die andere Richtung um. Zunächst identifiziere ich neben 84 und 86 auch nocht NGC 4402, 4387, 4388 (die ohnehin sehr hell ist) und sogar IC  3303! Weiter geht es Richtung Süden zu einer zumindest auf der Karte sehenswerten Dreiergruppe: NGC 4440, 4436, 4431. Die Karte erschien mir hier zwar in Sachen Ort völlig eindeutig aber der Abstand der Galaxien erschloß sich mir nicht sofort, so dass ich sie zwar sofort sah aber erst noch trennen wollte wo nichts mehr zu trennen war, die Mitglieder stehen schon ein Stückchen auseinander, das kam auf der Karte nicht ganz rüber. Bei Jan im 16er wurde mir das dann klar. Auch eine wunderschöne Gruppe, die den 8"er nicht überfordert hat.

Zwischendurch mal ein bisschen die Beine vertreten und bei Basti am Nachbarteleskop einen saftigen M51 beobachten, das wird dann auch noch an den anderen Geräten gemacht - die vielen Knoten in den Spiralarmen sprechen eine klare Sprache: Heute wurde was richtig gemacht am Himmel! Ein Blick in Richtung UMi sagt auch, dass wir hier eine echt transparente Nacht haben, der 6,2er springt einen sofort an und mit etwas Geduld komme ich auf gut 6m4 Grenzgröße, im Zenith mag sie sogar darüber gelegen haben. Allein am Horizont ist etwas Dunst. Es ist schon erstaunlich kalt für Aprik, etwa -3° und die volle Winterkleidung ist am Körper und sorgt für das nötige Durchhaltevermögen.

Die Kette in Virgo beobachte ich natürlich trotzdem noch durch bis M88 die bereits in Coma Berenices liegt. Ich verlängere die Kurve noch über NGC 4516 bis M91. Im Sternbild Coma besuche ich dann noch ein altbekanntes und immerwieder überraschendes Pärchen: Nahe Alpha Coma und damit eigentlich nicht zu übersehen liegen zwei Kugelsternhaufen in einem (Übersichts) Gesichtfeld die unterschiedlicher nicht sei können obwohl sie sogar ähnliche Nummern haben.

M53 ist natürlich ein heller, schön aufzulösender Kugelsternhaufen wie man ihn vielfach aus dem Messierkatalog kennt. Am Gesichtsfeldrand des 24mm Okulars sieht man mit NGC 5053 ein wesentlich schwächerer Vertreter. Zwischen 8m33 und 9m8 mögen auf dem Papier keine gigantischen Unterschiede bestehen aber durch die sehr schwache Konzentration des NGC Haufens ist der Kontrast schon sehr auffällig.

Die Sommermilchstraße erhebt sich langsam im Osten über den Horizontdunst, der aber langsam etwas höher kriecht, sehr zufrieden lehnen wir uns auf den Stühlen zurück und lassen die Ruhe auf uns wirken, nur unterbrochen vom Schnarchen der Zusammengebrochen und dem Surren der Unbelehrbaren. Gegen halb drei mache ich es mir dann doch auf meinem Feldbett bequem (und es ist in der Tat bequem!).

Der Morgen kommt früh mit der natürlich nun ausgeschlafenen Tochter die voller Tatendrang um kurz nach Sieben in die noch eisbedeckte Morgenkälte springt. Nach einem wärmenden Kaffee und einfachen Frühstück kommen die weiteren Protagonisten aus ihren Zelten und Autos und neben etwas Fachsimpelei machen wir uns nochmals auf die Socken um ein wenig die wunderschöne Natur der Umgebung zu genießen. Nach dem Mittagessen machen wir uns dann aber ob der Prognosen und der nach Fahrplan aufziehenden Bewölkung auf den Nachhauseweg. Es war kurz, ja - aber selten hat von Anfang bis Ende alles gepasst und einmal mehr war es der Vogelsberg der mir genau das gegeben hat was ich bei diesem Hobby suche: Tiefe Einblicke in einen beeindruckenden Himmel, nette Gleichgesinnte um mich herum und nah an einer wunderschönen Natur zu sein.

Ans Ende stelle ich noch einige Eindrücke des Frühlingstreffens.







Sonntag, 4. Mai 2014

BB vom 03.05.2014

Datum: 03.05.2014
Ort: "Silent Hill"
Zeit: 21:00 - 3:00 Uhr
Wetter: Zu Beginn noch stark bewölkt später frei und selten gute Transparenz
GG: fst 6m3

Um 6 Uhr morgens checkte ich das heutige Wetter für einen Familienausflug, was ist das für ein seltsames Symbol in der Nacht? Sichelförmige Wolke auf schwarzem Hintergrund, kenn ich gar nicht die Wolkenart... ! Ein paar Klicks weiter war klar, dass es nicht nur an unserem Ausflugsziel so werden sollte sondern auch im Taunus, allzuviel Hoffnung wollte ich aber noch nicht aufkeimen lassen. Der Tag war noch lang und was in der letzten Zeit an "klarem" Himmel geboten wurde ist ja hinlänglich bekannt...

Nach einem langen, SEHR schönen Tag und einer sehr kilometerlastigen Tour (sowohl was Autobahn als auch Fußmärsche angeht) kam ich doch recht platt nach Hause, aber mit Jan war schon ausgetauscht, dass man uns nicht mehr Astronomen nennen sollte wenn wir daheim bleiben ;) Der Himmel war inzwischen wieder stark bewölkt aber Wurscht, gegen 21 Uhr fuhr ich vor, um einen bereits ziemlich einsatzbereiten Jan vorzufinden, gedrängt hat uns nichts, die ersten Stunden waren von sukszessiven Wolkenabzug und -auflösung geprägt, der Mond "störte" ja auch noch ein wenig, wurde aber trotzdem als Beobachtungsobjekt gemieden.








Der Himmel wurde nicht nur freier sondern auch erstaunlich durchsichtig, die Lichtdome von Wiesbaden und Frankfurt - fein säuberlich voneinander getrennt (was auch nicht immer der Fall ist) - ragten etwa 10° und klar definiert im Bereich West, Südwest über den Horizont, das geht auch BEDEUTEND schlechter. Zu späterer Stunde machten wir uns an die Grenzgrößenzeigersterne um Polaris und nach Gegenprüfung zu Hause waren es tatsächlich schmackhafte 6m33! Das ist ein positiver Rückfall in alte Zeiten, liegt nicht sehr weit von Bestwerten an unserem Standort entfernt und ist somit nachweislich die beste Nacht seit 2012 gewesen :)

Galaxienhimmel... Und genau darauf wollte ich mich heute auch in aller Ausführlichkeit stürzen, mit der Deepsky Hunter Atlas Detail Karte A14 startete ich meine Tour in Coma und Virgo. War ich vorher schon angetan vom Kartenwerk, stehe ich nunmehr kurz vor der Scheidung um meine Liebe zu dieser Karte auch mit einer gesetzlichen Eheschliesslung zu besiegeln :D

Ich war ja schon wirklich oft im "Gewimmel" unterwegs, aber ich bemerkte mit einer so netten Begleitung hoppt man nicht zwangsläufig zu seinem Ziel sondern trödelt immens lange auf dem Weg dorthin herum, man könnte es auch "Genußwandern mit hohem Erkenntnisgewinn" bezeichnen. Viele Felder überfährt man (ich) oft auf dem Weg von Starhop zu Starhop, dabei entgehen mir wie ich nun feststellte regelmässig Unmengen an kleinen Objekten, für die man nur wenige Sekunden im jeweiligen Feld verweilen müsste um sie wahrzunehmen. Wie auch immer, genau das habe ich in dieser Nacht getan um so weit mehr als eine Stunde für die wenigen Grad zwischen Messier 98 und Messier 88 als Start der Makarian Chain zugebracht!

Zu meiner Schande habe ich weder gezeichnet noch Notizen zu den Objekten gemacht, allerdings waren die meisten der "Fizzelchen" auch eben einfach da ;) Egal, heute lass ich mal fünf gerade sein, allein das touren und identifizieren hat mir große Freude gemacht.

Mein Einstiegspunkt war wie gesagt Messier 98. Normalerweise springe ich von hier entweder über eine Sternenkette und 99 zu Messier 84 oder über M100 zu M88, das ist eine Sache von 10 Sekunden und man startet durch die Markarian Kette... Nun wird aber detailliert Sternchen für Sternchen untersucht, als erstes versuche ich den kleinen Begleiter NGC 4186 zu sehen, aber egal wie hoch ich vergrößere, da will sich einfach nichts herausschälen, inzwischen habe ich die Helligkeit recherchiert und mit knapp unter 15m war sie wohl doch zu viel des Guten für den 8"er. Etwas weiter östlich in relativer Nähe eines hellen Sterns ist NGC 4237 hingegen überhaupt kein Problem (11m7). Die nächstgrößere ist Messier 99, von hier nur ein kleiner Schwenk und es zeigt sich die kleine NGC 4262 (11m5), die aber schwächer als die heller angegebene 4237 erscheint. IC 781 direkt daneben will sie partout nicht zeigen ist mit 14m8 aber auch schon verdammt schwach...

Nun ein größerer Hopp zu Messier 100, diese Galaxie hat zwei nahe Begleiter, NGC 4328 und 4323, die sich beide nicht zeigen aber ebenfalls jenseit der 15m liegen. Dafür ist 4312 mit 11m8 im selben Feld wieder ein einfaches Ziel. Beim Springen bin ich immer mit 14mm unterwegs und wechsele dann bei jedem Objekt auf 8,8mm was sich in vielen Fällen als gewinnbringend erweist, manche Galaxie wird so erst richtig greifbar. Eine markante Kette mittelheller Sterne in der Nähe offenbart zwei Galaxien, NGC 4405 (12m9) und NGC 4383 (12m7), beide sind bei höherer Vergrößerung glasklar besser zu erkennen, eine dritte IC Galaxie (792) ist zwar auch nahebei aber fällt von der Helligkeit viel zu stark ab um im 8" Newton aufzutauchen. Nun geht es wieder ein Gesichtsfeld weiter nach unten, ein Päärchen! An der Wahrnehmungsgrenze! NGC 4396 (13m7) und viel auffälliger 4379. Auch hier bestätigt sich wieder: Die heller war in 14mm bereits sofort zu sehen, die schwächere bedurfte einer niedrigeren AP. Nur wenig Weiter in die grobe Richtung von Messier 88, aber kein ganzes Gesichtsfeld von den beiden vorherigen entfernt mache ich zunächst nahe eines Sterns NGC 4421 (11m6) aus, nicht beeindruckend aber leicht zu erkennen, anders die etwas südlicher gelegene NGC 4419, mit 11m ein richtig auffälliges Objekt und ein echter Kontrast zu den dunkleren Gesellen der vorherigen "Tourmeter", sie ist auch mit einem Sternchen in der Karte verzeichnet was beim DSHA ein Zeichen für besonders interessant Objekte gilt. Auf den letzten Metern zu Messier 88 versuche ich noch relativ hartnäckig IC 3392 (13m3) zu sichten und tatsächlich, da ist sie! Auch hier waren 136-fach erforderlich, aber dann konnte ich sie indirekt dauerhaft halten.

Nach dieser langen (zeitlich) und intensiven Tour bin ich doch etwas angeplättet,  so viele Galaxien auf gerade mal gerade mal 3x4 Ü-Oku Gesichtsfeldern... 

Danke an Christian für den folgenden Kartenausschnitt (Deepsky Hunter Atlas, den ich auch beim Beobachten genutzt habe)




Und eine 3D Visualisierung der räumlichen Verteilung der Galaxien



 
Angekommen bin ich jetzt bei der berühmten Kette, die natürlich abgefahren wird und auch einige Prominente des Virgo Zentralbereichs besuche ich noch, aber dann ist die Luft erstmal raus ;) Ich merke an: Das wäre der ideale Moment den Liegestuhl aufzustellen und mal eine halbe Stunde entspannt mit dem Fernglas über den Himmel zu pflügen, beides habe ich aber leider nicht dabei, und an Jans Auto zeigt sich bereits Eis, es ist verflucht kalt geworden, und das im Mai. Zum Glück fahre ich (oft unbewusst) ein Kaufhaus durch die Gegend und meine Skihose, ein zweites Paar Socken und eine weitere Jacke geben mir zusammen mit gemeinsamen Füßevertreten neue Energie.

Bei Jan bekommt die leicht sichbtare Galaxie NGC 4656 neben der Walfischgalaxie NGC 4631 (nebst Begleiter 4627) auch endlich ihren Eigennamen: Der Hockeyschläger, war mir bis dato auch noch nicht geläufig und ja, da ist etwas was den Namen rechtfertigt. 

Aus aktuellem Anlass beschäftige ich mich nun mit einer Sache, auf die ich bisher nicht ausreichend geachtet habe. Bis vor einiger Zeit habe ich Okulare beim Wechsel oft mit der Reduzierung aus dem OAZ genommen und gewechselt (drehbare selbstzentrierende Reduzierung), deshalb achtete ich nie besonders auf die Fokallagen der Okulare, seit einigen Monaten habe ich mir aber angewöhnt, die Reduzierhülse dauerhaft fest (!) im OAZ zu belassen (2" nutze ich bei vielen Touren ohnehin nur am Anfang und dann nicht mehr) und einfach rein/raus die 1,25er durchuzwechseln. Ergo wollte nun herausgefunden werden wie NAH die Fokallagen der ES Reihe tatsächlich beieinander liegen, Parfokalität wird der Reihe ja unterstellt (im 1,25" Bereich). Von 14mm beginnend, arbeitet ich mich über 8,8 und 6,7 bis auf 4,7 herunter. 14 und 8,8mm sind definitiv so parfokal wie ich das beim Justagezustand dieses Abends (Grundjustage war nicht sonderlich weil ich noch beim Einladen am FS vorbei tief in den Tubus griff um die Höhenräderschrauben festzuziehen!) nur beurteilen konnte, ein erneutes Fokussieren brachte keine kleineren Sterne. Wohl muss man aber von 14 ODER 8,8 auf 6,7 nachfokussieren, selbiges gilt für das 4,7er was wiederum mit dem 6,7mm auf einem Fokus liegt. Ich kann es nicht zu 100% in Zahlen ausdrücken aber es wir etwa 1/30 Umdrehung sein, also Arbeit für die Untersetzung (wobei ich am 8er keine habe sondern nur am 12er) und nichts wo man kräftig kurbeln müsste. Zum Vergleich: Das Zoom UWAN lag weit davon entfernt, sind natürlich auch zwei unterschiedliche Okulardesigns, vom Speers kenne ich das aber ähnlich, selbst zwischen 10 und 8mm liegt hier MERKLICH mehr Weg. 

Ein für mich kurzer (!) Vergleich von Zoomwan und ES 6,7mm brachte keinen eindeutigen Sieger hervor - allerdings sei gesagt: Ich war schon arg müde. Das Feld war M104 nebst Haifisch am 10" f/5 und ich habe nicht auf die Randschärfe geachtet sondern die Einfachheit mit der mir schwache Sterne und Details ins Auge sprangen. An der Galaxie konnte ich keine Unterschiede ausmachen, auch gab es in keinem der beiden Okulare MEHR Sterne aber im ES waren zwei schwächere Sterne (einer direkt "unter" der Galaxie) einfacher zu sehen. Da werde ich mich zu keinerlei Fazit hinreissen lassen, stimmte die Brennweite zu 100%? Habe ich die Okulare schnell genug gewechselt/fokussiert? Kein Gewinner, kein Verlieren, beides Topokulare :)

Die Nacht war weit fortgeschritten, die Müdigkeit bei aller Aufregung schon grenzwertig, so eine Art nervöser Zustand wo das Hirn ins Bett will, das Herz aber noch bleiben möchte (in so einer Nacht nur verständlich, normal ist das Hirn sehr schnell der Sieger...). Trotzdem startete ich noch einen Ausflug zu den Galaxien der Lyra. Im Bereich Epsion Lyrae und Vega gibt es ja doch einige Kandidaten von denen ich im vergangenen Jahr schon einige beobachtet hatte. Die Karte weist hier noch mehr auf als ich damals recherchiert hatte. Mindestens zwei Exemplare habe ich auch gesehen, aber es war schwer wiederholbar, meine Augen waren einfach durch für heute.. leider.

So blieb zum Abschluss nur noch die aufziehende Sommermilchstrasse abzulichten, was leidlich gelang - dank Jan kann ich noch ein zweites, merklich besseres Foto zeigen ^^ Zunächst meines, in Richtung Osten.



Und Jans Schuss in Richtung Nordosten




Fazit: Leute, ich sag mal wieder ne Weile nix über die Himmelsqualität ;) Ich bin beruhigt, dass anscheinend nichts grundlegendes irreversibel kaputt gemacht wurde in unseren Breiten (wie ich ja schon unkte), sondern dass wir einfach eine große Pechsträhne in Sachen Transparenz hatten! SO machts richtig Spaß, kein Nebelgeschwurbel und Cirrenmis! Mein ganz besonderer Dank gilt neben Jan als Süßkramlieferant und Brother in Arms, den übrigen Mitgliedern unseres Zirkels für ihr Fernbleiben :D Das war wohl diesmal wirklich genug Opfer! Gleichzeitig aber auch echt schade, dass ihr (unverschuldet) verhindert wart, wäre nur noch schöner gewesen ;(

Die Heimfahrt war nicht lang aber grenzwertig, zusammen mit dem Tag der ja schon anstrengend genug war, war ich heilfroh endlich um halb vier ins Bett zu fallen.

Montag, 6. Mai 2013

BB vom 05.05.2013

Ort: Sportplatz Laufenselden
Zeit: 20 Uhr bis 1:15 Uhr
Wetter: Klar, im Laufe der Nacht verschlechternde Transparenz
SQM-L: max. 21,1

Ein schöner Tag der förmlich nach einer würdigen Verlängerung in die klare Nacht verlangte. Die ersten Mails der Sternsüchtigen trudelten schon am frühen Abend ins Postfach und so wurde das Astromobil kurzfristig beladen. Diesmal mit tatkräftiger Unterstützung von meiner Tochter, die diesmal keinesfalls den Papa alleine rausfahren lassen wollte.

Wir waren schon EINIGES "zu früh" am Platz, aber so konnten wir noch eine Weile gemütlich in den letzten Sonnenstrahlen lümmeln und den Fußballplatz seinem originären Zweck zuführen. Auch für den ein oder anderen Schnappschuss der wirklich schönen Sonnenuntergangsstimmung der Frühlingspracht war noch genug Zeit.



Jan war der erste der am Platz antraf und wir konnten in aller Ruhe mit Aufbau und Justage beginnen. Nur kurze Zeit später gesellten sich auch Horia und Ronald dazu, später folgten Hans und Ingo, gar nicht mal so leer :)

Noch in der Dämmerung bestaunte meine Tochter sowohl mit dem Spektiv als auch im 12er Jupiter und Saturn (man muss nicht lange rätseln welches Gerät ihr besser gefiel...).


Jan geht ein Licht auf - in diesem Fall Jupiter

Die Nacht schritt voran und zu Beginn war es gar nicht mal so übel, ich ging hauptsächlich ein paar Standardobjekte an, M13, M57 (zu Beginn echt lohnen bei über 400x!!), ein früher NGC 7000 war ebenso dabei wie das "Rocking Horse" NGC 6910.  Wie immer hatte ich wieder essentielle Ausrüstung daheim gelassen :P  heute: ALLE Kartenwerke... Dank Jan war es mir aber trotzdem vergönnt in die Jungfrau aufzubrechen, zugegeben - ich hatte erstmal wieder richtig dicke holländische Tomaten auf den Augen und sah das "T" (sehr guter Einstiegspunkt in die Galaxienfülle der Jungfrau) vor lauter Sternen nicht! Nochmal nachschauen, nochmal schwenken... aaah da habe ich das Feld überschätzt, wir liegen also richtig und los geht es bei M98 über M99 zum Start der "Makarian's Chain" - die geniale Gruppe die aus M64, M68, IC4388, IC4387 und IC4402 besteht ist einfach nicht zu übersehen und der perfekte Startpunkt durch die Kette.




Leider war der Himmel inzwischen doch merklich schlechter geworden, das merkte man den Galaxien bereits an und als ich nochmals auf M57 schwenkte und ähnlich hohe Vergrößerungen wie am Anfang aufziehen wollte - zappeduster, ich dachte schon mein Auge ist kaputt :D

Allgemeine Aufbruchstimmung, abnehmende Transparenz und natürlich auch etwas Müdigkeit waren perfekte Gründe gegen 1 Uhr mit dem Abbau der Gerätschaften zu beginnen. Trotz streckenweise suboptimalen Bedingungen war es eine sehr schöne Nacht, nicht zu überlaufen wie wir das ja letzthin schon manchmal am Platz hatte, ein Wiedersehen mit alten Bekannten (sowohl am Himmel als auch am Teleskop) und mein erster Blick durch einen 5" Takahashi Apo in seiner Firstlight Nacht - hat man ja auch nicht alle Tage ;)

Die Nacht ist leider inzwischen schon wieder heftig kurz und das obwohl wir soooo lange Winter hatten, aber mit etwas Glück sind noch ein oder zwei Nächte vor dem Sommer drin... 

>>BB Frühjahrssaisonstart und gleichzeitig Ende<<

Samstag, 26. Mai 2012

BB vom 25.05.2012

Ort: Laufenselden 

Zeit: 21:30 bis 3:00 

GG: fst 6m2 

Wetter: klar, sehr gute Transparenz, 15-10° C

Schon in den Mittagsstunden wurde ich etwas kribbelig, von einem Panoramablick an dem ich im Nordwesten Wiesbadens vorbeifuhr waren die Gipfel des Odenwaldes sehr scharf definiert zu sehen! Der Himmel selber war schon den ganzen Tag von einem tiefen klaren blau.


Wenig überraschend also, als ich nach 20 Uhr einiges an Beobachtungsaufrufen im Postfach hatte, da mein Teleskop schon den halben Tag im Auto lag war nicht mehr zu tun als eine Flasche Wasser unter den Arm zu packen und loszudüsen.

Am Platz angekommen waren Ingo und Hans schon voll im Aufbau, etwas später gesellten sich Horia, gegen 23 Uhr Thomas und zu guter Letzt um bloß kein Restlicht mehr mitzubekommen Rainer zu uns.

Schon in der Dämmerung hatten wir schöne Beobachtungen am Mondterminator, Venus und auch Saturn. Die Dunkelheit legte sich naturgemäß für diese fortgeschrittene Jahreszeit nur langsam über uns, aber es war schnell zu sehen, dass die Transparenz heute ausserordentlich gut wurde, nadelfein und zahlreich erschienen über uns die Sterne, selbst das Seeing war uns nicht unbedingt ungnädig. Leider schien mein Laser beim letzten Mal nicht richtig ausgeschaltet gewesen sein ... leer :( Aber dank Ingo kein größeres Problem und fix ging es an die Justage.



Horia machte uns bei der Ankunft schon den Mund wässrig mit einigen Quasaren, die er für die Nacht recherchiert hatte, leider waren wir bei diesen Objekten (wie auch später mit Rainer) nicht erfolgreich, die Objekte, die zu allem Übel wohl auch noch eine recht hohe Variabilität aufweisen, blieben uns verborgen.



Doch der ausklingende Frühjahrs- und der bereits ansprechend hoch stehende Sommerhimmel liesen keine Wünsche offen :) Wie oft habe ich das schon geschrieben... aber ein Himmel von merklich über 6m sieht man den Objekten auf Anhieb einfach an, noch relativ am Anfang ging es zu M81/82, feine Dunkelstrukturen in M82 waren oblegatorisch, der Ansatz des einen eng anliegenden Spiralarms von M81 hingegen bekommt man nicht so oft zu Gesicht. Auch M51 wusste mit klar definierten Spiralarmen und Knoten innerhalb der Arme zu begeistern.

Horia hatte derweil die aktuelle Supernove in Virgo eingestellt, SN2012au in der Galaxie NGC 4790 war mehr als nur auffällig, ich würde sogar sagen sie betont die ansonsten eher schwächlich 12m1 Galaxie enorm.


Da diese Nacht wohl leider schon den Abschluss des (von mir dieses wie auch letztes Jahr sträflichst vernachlässigten) Frühjahrshimmels bedeutete, hatte ich mir fest vorgenommen mit etwas System die Jungfrau zu durchwandern, vor allem natürlich zu einem meiner unerreichten Lieblingsobjekten am Himmel: Makarians Galaxienkette. Es brauchte dann doch noch etwas Auffrischungsstudium der Karten um den Einstieg in die Jungfrau über das "große T" nahe M 98, wie mir Ingo den Begriff nochmal in Erinnerung rief, zu finden.

Von dort aus ging es dann aber problemlos in die Tiefen des Virgohaufens, das ist am Ende doch ein bisschen so wie bei der Rückkehr an einen lange nicht mehr besuchten Urlaubsort, man fremdelt zunächst etwas aber ist man erstmal alles abgelaufen sind die alten Pfade wieder voll präsent ;)

M 98 zeigte sich als helle, oval elongierte Galaxie, nur ein kleiner Sprung und man ist bei M 99, die im Gegesatz zu 98 fast gar keine Elongation aufweist, an einer Seite aber ausgefranst wirkt, ein Spiralarm? Dort kaum ein Gesichtsfeld entfernt noch ein echtes Schätzchen, dass ich noch gar nicht kannte, einem engen Päärchen bestehend aus NGC 4302, die sehr spindelig daher kommt und NGC 4298 die schwächer erscheint, nur leicht oval ist und klar von der Nachbargalaxie getrennt ist. Geniale Kombination!

Ein etwas weiterer Sprung, der aber dank dem untersten Stern des "T"s sehr einfach ist, und zack wird man von dem eindrucksvollen Galaxiendreieck M86 M84 und NGC 4388. Daneben gesellt sich noch exakt in der Mitte dieses Dreiecks NGC 4387 und unterhalb von M 86 die etwas schwächliche NGC 4402. Von hier aus ein Schwenk nicht mal ausserhalb des Gesichtsfeldes des 14mm Speers Walers leuchten mir "The Eyes" zwei nah beieiander stehende Galaxien (NGC 4435 und NGC 4438 aka Arp 120) ins Gesicht. Nur wenig weiter und schon ist das nächsten Galaxienpaar der Kette im Gesichtsfeld, diesmal NGC 4458 und NGC 4461. Nun ist es ein etwas "weiterer" Sprung nach oben zum nächsten Kandidaten namens NGC 4473. Nahe bei und sehr ähnlich wirkend folgt NGC 4477, hier meine ich entweder ein Detail oder einen Begleiter gesehen zu haben, sehr nah an der Galaxie, leider war da aber nichts in der Karte vermerkt. Nun folgt der längste Sprung innerhalb der Galaxienkette und ich lande am Ende von Makarians Kette: M88, der sich als im Vergleich mit den vorhergegangenen Galaxien als fetter heller Blop erstmal erschreckt :D Nahe bei M 88 ist elongiert die schwächere NGC 4459 zu sehen. Ich stecke hier wirklich lange Zeit fest, fahre die Kette immer wieder vor und zurück, versuche mir einzuprägen wie die Kette komplett im Gesichtsfeld aussehen würde, einfach eine unvergleichliche Objektansammlung und wie ich weiss, braucht es hier nichtmal einen 12"er, die Kette geht komplett auch schon mit bedeutend kleinerem Gerät. Eine Zeichnung meines "Einstiegsgesichtsfeldes" gönne ich mir dann doch noch, diese Galaxienkonstellation ist einfach zu fantastisch.



Nun lasse ich es wieder etwas langsamer angehen, hier und da mal ein Schwätzchen, besonders interessant war das IR Thermometer von Ingo, ein interessantes Mittel zur Transparenzbestimmung abseits von SQM und GG-Schätzung, denn das SQM-L zeigt heute keinerlei besseren Wert an als vor zwei Wochen als die Transparenz wirklich MERKLICH schlechter war, die IR-Temperatur hingegen schwankt, leider hat auch Ingo noch keine tiefergehenden Messreihen damit gemacht, aber das ist eine Geschichte die man ruhig mal weiter verfolgen sollte :)

Sowohl die Quasarenjagden bei Horia als auch bei Rainer sind heute leider nicht von Erfolg gekrönt, da ich selbst nicht mitgesucht habe sondern nur mit das eingstellte Gesichtsfeld begutachtet habe, weiss ich nicht genau woran es im Endeffekt lag, aber die Objekte haben eine nicht näher bekannte Variabilität, der eine hätte zumindest jenseits der 16m liegen können... wie ich die beiden kenne werden sie aber dran bleiben.

Jetzt schalte ich erstmal in den Leerlauf, die große Luftmatratze aus dem Auto (unaufgepumpt natürlich) und die Augen in den Sommer gerichtet, der Schwan lässt mit seiner stark strukturierten Milchstrasse den Kiefer nach unten klappen. Ich hole mir noch schnell das 8x42 Fernglas und beginne zu surfen. Nordamerika ist bereits erstaunlich gut zu sehen und das in dieser Höhe! Der Hantelnebel ist schon fast in seiner Form erfassbar, in jedem Fall aber ein unübersehbar helles Objekt. Thomas leitet mich von Deneb aus zu "Barnards Zigarre" einem beeindruckenden Dunkelnebel fürs Fernglas. Es dauert eine ganze Weile, dann wird es mir trotz Unterlage doch etwas kühl am Rücken und ich wechsele wieder an den 12er. Angestachelt durch die Beobachtung mit dem Fernglas wandert der [OIII] ins 22er LVW und der Cirrusnebel strahlt trotz des niedrigen Standes in bekannter Pracht. Auch der Hantelnebel profitiert erheblich vom [OIII], ohne ist die Hantelform besonders deutlich, mit verliert sie sich fast durch die Helligkeit der Henkel. Ein kurzer Sprung zu M57, atemberaubend, bei 5mm (300x) bleibt mir nichts anderes zur Beschreibung übrig als zu sagen: Graustufen Fotografie! Ausgefranste Ränder, ein Verdickung und einfach toll :)

Wir sind schon über die 2 Uhr hinweg, im Osten regt sich bereits zaghaft aber unaufhaltsam die Dämmerung, gegen 3 Uhr wird es merklich heller und wir beginnen mit dem Abbau, nur Rainer, der noch etwas nachzuholen hat weil er ja auch als letztes ankam bleibt eisern und tapfer am Teleskop stehen.

Diese Nacht hat das Feuer mal wieder mächtig geschürt, eine dieser Nächte die sich von anderen einfach abheben und in Erinnerung bleiben (und sei es dank dieses BBs...). Allein die Tatsache, dass es entgegen der meisten Nächte auch einfach mal eine halbe Stunde mucksmäuschenstill war, weil jeder gebannt und intensiv beobachet hat spricht für sich. Nun folgen die weißen Nächte und der Frühjahrsgalaxienhimmel ist leider dahin, aber auch wenn ich dieses Jahr nur wenig draussen war kann ich das nun guten Gewissens annehmen.

"Die letzte ergiebige Galaxiennacht des Frühjahrs 

Dienstag, 6. Mai 2008

BB vom 06.05.2008

Datum 06.Mai 2008
Zeit 22:00 bis 1:45 Uhr
Ort westlicher Taunus
Wetter klar, Horizontdunst
Seeing gut
Grenzgröße ~5,9m M13 schwer aber blickweise freiäugig
Geräte 8" f/6, 12,5 "f/5, 10 " f/4,5, 80/600, 4" f/6,6  

Das anhaltend gute Wetter will genutzt werden und so trafen tatsächlich sechs Leute am Beobachtungsort ein, einige letzte Wolkenbänke waren gerade dabei sich zu verziehen und tatsächlich war es nach kurzer Zeit erstaunlich klar mit stärkererem Horizontdunst als noch vor zwei Tagen aber durchaus brauchbar. Zu Beginn stand die schmale Mondsichel am Horizont mit dem Planeten Merkur unmittelbar links daneben - und natürlich die Kamera vergessen...


Danke an Horia Costache für das Foto dass er an dem Abend geschossen hat.

Heute war ich kartenmässig besser vorbereitet und wollte endlich den Virgohaufen mal intensiv beobachten und vor allem mir die Wege dort einprägen. So verbrachte ich auch den Grossteil der Beobachtungszeit dort, am beeindruckendsten war da natürlich Makarians Galaxienkette, nachdem ich im grossem Newton den Bereich abfahren durfte und eine Vielzahl an schwachen und schwächsten Galaxien sehen konnte fiel es mir auch leichter im 8"er die "hellsten" Vertreter wahrzunehmen, eine tolle Fahrt durch den Cluster! Neben den Beobachtungen fasznierte mich besonders der 10" Selbstbau, ein so genannter Stringdobson, der komplett drei Kilo weniger wiegt als meine Rockerbox! Eine geniale Konstruktion, zusammengebaut voll rucksacktauglich...
CVN
  • M3: Sterne bis ins Zentrum bei 120x
HER
  • M13: Durfte natürlich nicht ausgelassen werden, bis 240x wunderbarer aufgelöster Anblick
  • NGC 6207: Auch heute war die 11,6m Galaxie problemlos zu sehen, zusammen im Gesichtsfeld mit M13
LYR
  • M57: Nur bei 240x beobachtet, leicht zitronenförmig, heller Ring und etwas dunklerer Nebel im Inneren.
LEO
  • Saturn: Zeigte auch heute wieder Cassiniteilung in den Ansen, Bauchbinde und dunkles Polgebiet (240x)
  • M66 M65 NGC 3628: Nur kurz angefahren.
VIR/COM
  • Die Tour durch den Virgo Haufen beginne ich wieder bei M60 die nah bei M59 steht. Von dort schwenke ich über M58 in dessen Gesichtsfeld auch noch M89 zu sehen ist. Dann weiter zum dicken Plop M87. Ein kleiner Schwenk reicht und ich sehe M84 und M86 der Ausgangspunkt für Makarians Chain. Schon in der Übersichtsvergrösserung bemerke ich eine weiter Galaxie die mit 84/86 ein Dreieck bildet, es ist NGC 4388 (11m). Fast genau im Mittelpunkt dieses Galaxiendreiecks sitzt ein sehr kleiner Vertreter, den ich auch erst bei höherer Vergrösserung und nachdem ich ihn direkt im 12,5"er gesehen habe, indirekt sicher halten kann, NGC 4387(12,1m). Leicht nach rechts versetzt zu dieser Gruppe mache ich eine weitere schwache Galaxie aus, NGC 4425 (11,8m). In der Verlängerung der Linie M84/86 erscheint schnell eine weitere auffällige Galaxie, NGC 4438 (10,2m) ihr kleiner Begleiter NGC 4435 (10,8m) ist ebenfalls gut zu erkennen wenn auch viel kleiner. Die Kette schlängelt sich weiter nach unten, NGC 4461 (11,2m) ist noch vergleichsweise einfach zu sehen und sticht ins Auge, der winzige (1,5'x1,5') Begleiter NGC 4458 (12,1m) erfordet schon etwas mehr Anstrengung, geht aber auch indirekt sicher. Weiter geht es nach unten, NGC 4473 (10,2m) und im gleichen Feld darunter NGC 4477 (10,4m) sind dagegen wieder einfache Objekte. Den kleinen 12,4m Begleiter von 4477 hab ich leider nicht gepackt. Die Galaxienkette schlägt nun einen Haken, NGC 4459 (10,4m) gefolgt von NGC 4474 (11,5m), zwischen diesen beiden liegt noch eine 12,8m schwache kleine Galaxie die in Armins grossem Gerät problemlos zu sehen war, mir bleibt sie aber verwehrt. Nun bleibt ein letzter grösserer Sprung zu M88 mit 9,6m fast blendend ;) Die Tour fahre ich einige Male in beide Richtungen durch, es ist faszinierend so viele Galaxien zu sehen und mit einer guten Karte macht es richtig Spass. Vor allem bin ich aber froh mich im Virgohaufen nun halbwegs gut orientieren zu können. Die Karte die mir Horia gab fand ich von der Darstellung am besten, meine mitgebrachte aus CdC tat ihren Dienst aber auch.
  •  
makarians
Quelle: Freewareprogramm Cartes du Ciel

BOO
  • Epsilon Boo: Doppelstern bei 240x problemlos getrennt, die beiden Komponenten (ihrerseits wieder Doppsterne aber weit über den Möglichkeiten meines Geräts) sollen einen schönen Farbkontrast haben, ich nehme ihn nicht so deutlich wahr.
LAC
  • NGC 7243: Offener Sternhaufen in der Eidechse, leidlich helle Sterne, eher stärker konzentriert
CYG
  • M39: Sinnlos im Teleskop, nur wenige aber sehr helle Sterne
Der Himmel war ein bisschen schlechter als am Sonntag aber durchaus gut, in UMa war ein 5m7 Stern direkt problemlos sichtbar, leider gibt es dort zu wenig Abstufungen um die GG genauer zu bestimmen, andere GG-Karten hatte ich nicht mit. Durch bedeutend weniger Wind war es aber heute um einiges angenehmer was die Temperatur angeht. Zum Ende war die Sommermilchstrasse durch den Schwan schon nett zu sehen, aber auch hier leider vom Strukturreichtum der letzten Nacht entfernt, in Zenitnähe war es aber durchweg sehr gut.

Sonntag, 4. Mai 2008

BB vom 04.05.2008

Datum 04.Mai 2008
Zeit 21:00 bis 2:00 Uhr
Ort westlicher T aunus
Wetter klar, etwas Horizontdunst
Seeing sehr gut
Grenzgröße ~6m M13 mit freiem Auge sichtbar
Geräte 8" f/6, 12,5 "f/5, 16" f/4,5, 3" f/7

Nach dem ich das ITV leider nicht besuchen konnte, ergab sich nun doch noch die Möglichkeit eine klare Neumondnacht im Mai zu nutzen. Mit Armin, Thomas und Oliver traf ich mich zum Sonnenuntergang, Merkur, der noch hätte gesehen werden können war leider wegen Bäumen unmöglich zu beobachten, doch schon nach dem ersten Blicken zu Saturn nach dem Aufbau zeigte sich, dass das Seeing ausgesprochen gut war! In Armins Gerät stand Saturn auch bei über 300x knackig scharf im Okular und zeigte neben Cassiniteilung auch atmosphärische Details und fünf Monde. Er konnte sogar das extrem selten eingesetzte 2,5mm Nagler gewinnbringend einsetzen - was für ein Anblick bei über 600x! Überrascht hat mich mal wieder wie gut sich mit einer richtig guten Mechanik auch solche Vergrösserungen noch nachführen lassen. Spasseshalber gabs dann nochmal den grössten Saturn den ich jemals gesehen habe, im 2,5mm Nagler + 2xBarlow > 1200x :) - Die Ringe berührten fast den Bildfeldrand, obwohl das Bild natürlich matschig war und wenig Details zeigte war es beeindruckend wie "ruhig" der Planet abgebildet wurde, natürlich war er innerhalb von zwei Sekunden aus dem Gesichtsfeld gewandert. In meinem eigenen Gerät zeigte sich der Planet bis 240x ebenfalls von seiner schönsten Seite. Mars peilten wir auch noch kurz an, doch war das Seeing in dieser Höhe nicht besonders, ausserdem ist er wieder ein Winzling, was aber sehr schön zu sehen war, war die Phase des Planeten. Als es dann immer dunkler wurde ging es natürlich in Richtung Deepsky, mit vielen tollen Objekten... Zum ersten Mal konnte ich auch durch den vielgelobten Pentax 75 SDHF, ein sehr schönes Richfield oder eher noch Fotogerät, visuell zeigte er im Rahmen seiner begrenzten Öffnung sehr viel, an M13 war bereits einiges in Sachen Randsterne zu sehen, M57 indirekt als winziger Ring zu erkennen. Den Karkoschka hatte ich in der Eile mal wieder liegen lassen und so suchte ich fast nur Objekte auf die ich bereits kannte, mit Ausnahme der "Begleit"galaxie von M13, die ich dank Armin erst bei ihm und schliesslich auch bei meinem Instrumente problemlos beobachten konnte. Für einen Abstecher in den Virgohaufen lieh ich mir von Thomas den Karkoschka und verfranzte mich aber trotzdem schnell in der Galaxienfülle ;) 

UMA
  • M81/82: Beide wunderschön in der Übersicht, passen ganz knapp noch ins 14er SpeersWaler, Staubtrukturen im Kernbereich von M82 und Ansatz eines Spiralarms bei M81
  • M108/97: Die Galaxie und der PN bilden ein schönes Paar im gemeinsamen Feld, die Gx ist länglich, der Eulennebel zeigte eine unruhige Oberfläche aber keine Augen.
  • M109: Schwach, wenig beeindruckend, ausser man Phad noch ins Gesichtsfeld, dann bildet der helle Stern mit der schwachen Galaxie einen interessanten Kontrast.
CVN
  • M51/NGC 5195 mit 12,5": Unbeschreiblich schön, Spiralarme und Materiebrücke nahezu wie auf einem Foto, dazu Lichtknoten.
  • M3: Auf dem Weg zwischen Cor Caroli und Arcturus liegt dieser wunderschöne, helle und bei mir bis ins Zentrum aufgelöste Kugelsternhaufen, das Peilen ist etwas haarig weil er in einer sternarmen Gegend liegt, aber mit ein paar Sekunden "Rühren" bekommt man ihn schnell zu Gesicht.
HER
  • M13: Konnte ich mich heute eigentlich gar nicht dran sattsehen, sowohl im eigenen Gerät bei den unterschiedlichsten Vergrösserungen als auch bei den anderen. Mit 8" bereits bei 120x bis ins Zentrum Einzelsterne, bei 240x ging sie heute auch noch sehr gut.
  • NGC 6207: Die 11,6m Galaxie passt mit dem 14er Speers noch zusammen mit M13 in ein Gesichtsfeld, erstaunlich leicht zu sehen und zusammen mit dem Kugelsternhaufen ein beeindruckendes Bild.
  • M92: War ebenfalls bis ins Zentrum aufgelöst, natürlich kleiner und etwas unspektakulärer als M13.
LYR
  • Epsilon Lirae: Mal zwischendurch getrennt, dieses Mal auch mit meinem wenig guten 5mm LE sehr sauber - danke liebes Seeing ;)
  • M57: Im 8"er bereits in der Übersichtsvergrösserung als winzgier Ring zu sehen, zeigt der PN bei hoher Vergrösserung einen nebligen Innteil und den etwas gequetschten hellen Ring mit ANsätzen von Struktur an den Rändern. Im 16"er eine Augenweide, es fehlt bei über 300x nicht mehr viel um einem Foto Konkurrenz zu machen.
LEO
  • Saturn: Grandios dank sehr guten Seeings, siehe Einleitungstext.
  • M66 M65 NGC 3628: Wunderbar zu beobachten, Struktur innerhalb der beiden M Galaxien, auch sie passen gerade noch ins Feld des 14ers
  • NGC 2903:Die Galaxie am Kopf des Löwen, hell, länglich
COM
  • Coma Haufen: Wunderschöner Sprenkel am Himmel mit blossem Auge
  • NGC 4565: Extreme Kantenlage, indirekt wächst sie noch mehr in die Länge. Im 12,5"er bei höherer Vergrösserung ganz klares Staubband, sie scheint fast bis zum Gesichtsfeld zu reichen, ebenso beeindruckendend zeigt sie sich in Thomas' 16"er.
  • M64: Im 12,5"er ist der schwarze Bereich im Kern überdeutlich und genial, im 8"er ebenfalls gut zu sehen, aber natürlich dezenter.
VIR
  • 3C 273: Einen Versuch war es wert, doch die Karkoschka Aufsuchkarte finde ich nicht sonderlich geeignet, ich versuche die markante Sternreihe wieder zu entdecken die ich das letzte Mal gezeigt bekommen habe, ich glaube sie auch gefunden zu haben, konnte das aber mangels guter Referenzkarte nicht bestätigen. M61 besuche ich aber bei dieser Gelegenheit
  • Kleine Tour durch Virgo: Ich setze bei M60 nud M59 an, die recht nah bei einander stehen, hangele mich von dort aus über M58 und M89, die zusammen mit M90 in einem Feld stehen bis zu Virgo A - M87, heller als ich dachte. Zugegebener Massen habe ich mich zwischendrin auch mal "verfahren" und musste zur Orientierung zurück zum Ausgangspunkt ;) M86 und M84 sind von M87 aus auch sehr schnell gefunden, dann verliere ich abermals die Orientierung im Galaxiegewimmel und da ich Thomas Karkoschka nicht den ganzen Abend in Beschlag nehmen kann, nehme ich mir vor den Virgo das nächste mal ausgiebiger zu durchforsten. Die Galaxiendichte ist immens, zwischen den hellen M Galaxien tauchen auch immer wieder diverse Schatten auf, bedeutend schwächere und kleinere Galaxien.
SCO
  • Der Skorpion klettert im Laufe der Nacht aus dem Horizontdunst empor. Schon in unseren Breiten wo ja nicht alles von ihm zu sehen ist finde ich ihn ausgesprochen beeindruckend.
  • M4: Zu Beginn noch sehr abgesoffen im Dunst, später dann viele Einzelsterne
  • M80: Auch hier zuerst ziemlich Dunst geschädigt und dazu noch recht klein, einiges an Einzelsternen kommt bei hoher Vergrösserung aber zum Vorschein.
VUL
  • Collinder 399: Der Kleiderbügelhaufen, zum ersten Mal in diesem Jahr durch das Dekarem von Oliver, freue mich diese schöne Anordnung wieder öfter sehen zu können.
  • M27: Der Hantelnebel erscheint hell und reich strukturiert, seine charakteristische Form ist direkt erfassbar, sah am besten im 14mm Speers aus.
SGE
  • M71: Kleiner Kugelsternhaufen, der sich aber bei höherer Vergrösserung viele Einzelsterne entlocken lies.
Im Laufe der Nacht war der Schwan bereits zu einiger Höhe aufgestiegen und die hellen Milchstrassenwolken zeigten schon ihre Pracht, allen voran natürlich die Cygnus-Sternwolke war reich strukturiert. Gegen 2 Uhr begannen wir mit dem Abbau, es war doch nochmal recht kühl mit etwa 6-7° geworden, durch einen stetigen Wind kam uns das noch ein gutes Stück kälter vor, der Himmel war einer der besseren gewesen und besonders das Seeing hatte heute Nacht mitgespielt.