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Montag, 5. August 2013

BB vom 04.08.2013

Ort: Laufenselden
Zeit: 22:15 bis 3:20 Uhr
Wetter: Klar, wechselnde meist horizontnahe Zirren
Grenzgröße: SQM(L) 21,06m/arcsec² ~ 6m1

Und wieder mal - Zittern und Unsicherheit - die Wetterdienste schwenkten erst recht spät am Tage um und hatten am Ende sogar Recht behalten: Die Schönwetterperiode geht weiter und eine erneut klare Nacht steht uns bevor.

Benny war schnell motiviert mit rauszufahren, Ingo war sogar schon vor Ort und Rainer stiess ebenfalls noch zeitig hinzu. Ich war mit relativ leichtem Gepäck in Form des Heritags und der Barndoor unterwegs. Die Zeit vor Mitternacht verbrachte ich mit einigen Schnappschüssen und zwischendurch auch erste Beobachtungen von einigen Standardobjekten. Natürlich war auch Pal9 noch einmal dabei, dem wir mit Ingos 8"er bei 200x auch einige Einzelsterne entlocken konnten!

Fotografisch hielt ich vor allem wieder in Richtung Schwan, dabei enstand bei 50mm Brennweite f/4 ISO 1600 in 127 Sekunden dieses Foto auf dem eine Vielzahl von Objekten sichtbar wurde.

In 100% (was leider nicht sehr sehenswert ist) sieht man neben einer Unzahl an Gasnebeln (die später in weiten Teilen auch visuell noch fällig waren!) und Sternhaufen sogar einen als solchen erkennbaren Hantelnebel.


Mit 135mm f/2,8 wurde dann nochmal 120s auf die Region um Deneb gehalten, das Foto ist ein Ausschnitt aus dem Original.


Ebenfalls mit dieser Brennweite versuchte ich noch die IC Gasnebel um Sadr auf den Chip zu bekommen, in Ansätzen ist das sogar bei nur 30s Belichtungszeit gelungen!


Nach diesen fotografischen Ausflügen wollte ich mich den Rest der erstaunlich guten Nacht rein visuell widmen. Rainer war bereits auf der Suche nach schwachen Galaxien, Benny und Ingo surften mit 8" und 12" durch die Sommermilchstraße.

Kurz bevor Benny ankam hatten wir noch etwas ungewöhnlichen aber durchaus freundlichen Besuch vom Revierförster der sich wegen anhaltender Feldschädigungen durch große Rotten Schwarzwild mal zeigen wollte um die Viecher eventuell zu vertreiben. Zwar versprachen wir, den Platz im näheren Umkreis erstmal "wildsaufrei" zu halten, war das schon ein bissl mulmig, zumal wir etwa eine dreiviertel Stunde später ein ziemlich lautes, verdammt nahes heftiges Quiekgrunzen zu hören war! Dazu Dauergeraschel und sogar galoppieren über den benachbarten Sportplatz. Naja gefressen worden sind wir trotzdem nicht :D

In der aktuellen Interstellarum stellt die Rubrik "100 Quadradgrad" die Gasnebel der zweiten Reihe im Sternbild Schwan vor, glücklicherweise hatte ich die Zeitschrift mit Aufsuchkarte und vor allem einer Fotoübersicht noch im Auto liegen, schauen wir doch mal ob der kleine Dobson mir da weiterhelfen kann. Die bekannten Vertreter Nordamerika, Pelikan und Cirrus waren natürlich mit [OIII] kein Problem. Alsdann versuche ich mich zunächst an NGC 6888, dem Crescentnebel. Und tatsächlich bei kleiner Vergrößerung von 26-fach war er super auszumachen. Der hellste Teil springt sofort ins Auge aber Geduld wird hier eindeutig belohnt, und nach einiger Zeit bekommt die zarte Sichel weite Ausläufer und schliesst sich fast wieder zu einem ovalen Nebel mit entsprechend prägnanter Kante. Dank Ingo konnte ich das ganze Schauspiel auch mit 8" und dementsprechend mehr Details erleben, aber mit Filter ist es durchaus ein Objekt für kleinere Öffnungen.

Als nächstes ging es dann an den durchaus etwas anspruchsvolleren Butterfly Nebula - IC1318. Dank der fotografischen Übersicht des Bereichs um Sadr kann man ihn tatsächlich recht schnell festnageln, Fieldsweeping machte mir hier schnell klar, daß ich richtig liege! Sehr schön sind die beiden hellsten Kanten der Nebelteile IC1318B und IC1318C zu sehen, die vom markanten Dunkelnebel LDN889 getrennt sind, AP und Filter sind in klaren Nächten wohl eine Garantie auf Sichtung. Es gibt noch einen dritten Nebelteil, namentlich IC1318A, der ein gutes Stück entfernt liegt, auch dieser war im 5"er beim Schwenken schnell entdeckt, ein mehr als lohnendes Gebiet, das ich unbedingt auch auf meine Zeichenliste setzen muss!


Zwischendurch wechselte die Zirrenbewölkung zwischen praktisch nicht existent und doch durchaus in bestimmten Arealen störend. Ein Grund warum ich mich danach mit dem Gebiet um Cassiopeia näher beschäftigte und dabei neben den üblichen Verdächtigen wie M 103, NGC 457 und dem alten OH NGC 7789 (Herschels Spiralhaufen), der sich übrigens im Heritage toll aus dem Hintergrund schälte, auch seit langem mal wieder der Pacman Nebel NGC 281 beobachtet wurde. Ein paar Czernik Haufen aus dem Triatlas rundeten den Abstecher ab.

Jetzt wurde es aber Zeit mit Rainer auf die Reise zu gehen, und das heisst bei ihm immer: Wechselwäsche einpacken denn es geht WEIT weg! Die Galaxie mit dem klangvollen Namen MCG 13-12-22 war ihm zum Opfer gefallen und nach seiner Anleitung machte ich mich mit seiner Aufsuchkarte vertraut. Tatsächlich war seine Einteilung der Sterne optimal um eine Sichtung möglich zu machen. Eine schlichte Skizze aus dem Gedächtnis:


Das Objekt war wirklich sehr knackig, die Stelle ware auf der Karte optimal gelegen, so dass die "Zeigersterne" eigentlich kein großes Suchen notwendig machen - wohl aber erhebliches Augeverbiegen! Zwar blitzte er recht schnell auf, war aber auch genauso schnell wieder weg und dabei blieb es, indirekt war ein dauerhaftes Halten nicht möglich, allerdings brachte eine nochmals höhere Vergrößerung eine Verbesserung in der Form, dass sie noch etwas öfter aufblitzte. Nun aber der beeindruckende Part dieses schwachen, flächigen Fleckchens an der Wahrnehmungsgrenze - Es handelt sich hierbei um eine Galaxie die unglaublich 760 Mio Lichtjahre entfernt ist! 300x weiter als die Andromedagalaxie, 15x weiter als der Virgocluster und immerhin noch fast doppelt so weit wie der Comacluster (damit sind nicht die vielen bekannten Vordergrundgalaxien in Coma gemeint, sonder der schwache Abellcluster!). Ein definitiv eindrückliches Erlebnis, so unspektakulär es visuell auch sein mag.

Die Nacht schritt voran, Benny und Ingo mussten los um morgens wenigstens halbwegs als sie selbst durchzugehen. Rainer und ich blieben noch bis weit nach 3 Uhr, am Ende zog der Himmel sogar nochmal erstaunlich frei, keinerlei Zirren mehr ausser im äussersten Westen und Osten. Ich lies den Abend mit einigen einfachereren Objekten wie M31, M33 und NGC 7331 ausklingen. Rainer versuchte sich noch am Zentralstern von M57, ich konnte da allerdings leider nichts mehr ausmachen, anders als den von NGC 7662, der ja dafür bekannt ist seinen Stern recht einfach zu zeigen.

Als Fazit dieser sehr schönen Nacht bleibt die große Angst, dass sich diese durchgehend tolle Beobachtungsperiode seit dem Sommeranfang irgendwann im Herbst oder Winter ganz böse rächen muss :D Naa, hoffen wir das beste, bin jedenfalls froh diese tollen Bedingungen genutzt zu haben, in Gesellschaft lohnt ja ohnehin JEDES Rausfahren, aber heute war sogar richtig was zu beobachten.

Dienstag, 9. Juli 2013

BB/Fotobericht vom 09.07.2013

Ort: Feld bei Taunusstein
Zeit: 0:00 Uhr bis 1:15 Uh
Wetter: klar

Ich war gestern nochmal zwischen Mitternacht und 1 Uhr ein bisschen auf dem heimischen Feld um die Barndoor tickern zu lassen.

Aufstellen und Knipsen war an sich kein Problem und hat auch Spaß gemacht, allerdings habe ich zwei massive Probleme bekommen. Zwar wusste ich, daß die beiden alten M42 Objektive die ich benutzt habe, nicht mit f/2,8 benutzt werden dürfen, weil dann die Sternabbildung bis zur Unkenntlichkeit verzerrt wird, aber gerade diese beiden (35mm und 28mm) sind wohl doch so grottig, dass ich sie auch nicht mit f/4 betreiben kann [glare] Jedenfalls war die Abbildung trotz super Nachführung und recht gutem Fokus Müll.

Hauptproblem stellt aber für mich die Bearbeitung da, habe Ewigkeiten nix mehr gestackt und nach Anleitung das ganze mit dem Deepskystacker machen lassen - Katastrophe!!

Erstmal die Aufnahmedaten: ISO 1600 f/4 3x105s Light + 2x105s Dark (sollte mir zum Üben erstmal reichen, ich weiss ja immerhin was ich mitunter schon aus einem EINZELbilder herausholen kann)

Rohbild/Dark/DSS Stack


Jetzt bin ich ja nicht ganz doof und hab mich an die weitere Bearbeitung in Fitswork und Gimp gemacht, mit ersterem habe ich erstmal den Hintergrund geebnet, denn da ist schon eine böse Aufhellung im Schwan obwohl er schon so hoch stand - Frankfurt halt, dem kann ich bei mir vor der Haustür nicht entgehen!

Aber die Bearbeitung, Kurven, Werte ect. hat alles nur noch schlimmer gemacht :( Da war wirklich nichts mehr rauszuholen, alles viel zu hell, kein gescheites Verhältnis zwischen Kontrast und Helligkeit herstellbar.

Am Ende hab ich dann den Stackingmist verworfen und aus einem ersten (Einzel)Schuss mit f/2,8 Sternen einen kleinen Ausschnitt solange verbogen bis er wenigstens nach ETWAS aussah :D

Ein 105s Einzelbild bei ISO 1600 f/2,8, den rechten Rand wo die Aufhellung am schlimmsten war hab ich einfach abgeschnitten...


 
Das selbe Spiel hat sich auch in Cas nochmal wiederholt... nur habe ich hier nichts beschnitten. Man beachte die hellen Kometen die auf die Bildmitte zurasen [lol] Lehrbuchmässig...


 
Mein Fazit: Die alten Objektive sind leider für die Katz, das heisst nicht alle, mein 50mm und 135mm sind soweit okay, zumindest bei f/3,5 - f/4. Das Kitobjektiv (18-55) leistet da einfach Welten mehr, dafür hat es keinen Unendlichkeitsanschlag sondern muss mühsam über den mitzuführenden Rechner fokussiert werden (die 400D hat ja leider noch kein Liveview).

Einziges Zubehörteil, daß sich keinerlei Schwächen geleistet hat, war mal wieder die Barndoor selber - Achja und mein 8x40 mit dem ich während des Knipsens ganz entspannt über den Himmel gerauscht bin.

Samstag, 6. Juli 2013

BB vom 05.07.2013

Laufenselden
22:30 - 2:30 Uhr
wolkenlos, stärkerer Dunst bis etwa 35° Höhe
Im Zenit ~ 6m

Schon Anfang der Woche versprachen mir die Wetterdienste, dass diese Nacht die erste brauchbare der Neumondphase sein sollte, blöderweise sah es den ganzen Tag gar nicht danach aus, aber zumindest wolkenlos war es dann wirklich wenn auch wirklich noch schmierig, aber freier Himmel will genutzt sein... Bei Andreas und Benny rannte ich damit offene Türen ein und schon standen wir auf dem Acker, umschwirrt von erstaunlich vielen Glühwürmchen (die dringend auf Rotlicht umgebaut werden sollten!).

Zu allem Überfluss war heute auch noch das fussballerische Saisonende zu feiern, also war im Vereinsheim bis  nach Mitternacht noch Licht und hin und wieder auch ein Auto, dass uns das Leben schwer machte. Irgendwann war dann aber endlich Ruhe und auch der Himmel hatte sich massiv gemausert! Die beeindruckende Milchstraße war fast von Horizont bis Horizont zu verfolgen.

Objekttechnisch war ich heute endlich mal wieder auf "Abwegen". Das war nach langer Zeit, in der ich hauptsächlich ungezielt altbekannte Objekte aus dem Kopf angefahren habe, oder Spontaneingebungen aus dem Atlas gesucht habe, wieder ein vorbereitetes Projekt mit entsprechenden Karten.
Während die Sommermilchstrasse bekanntermaßen ein Übermaß an Sternhaufen, Planetarischen Nebeln und Nebeln bietet, sind Galaxien relativ rar und bestimmte Sternbilder weisen gar keine bekannten Galaxien auf - was aber nicht heisst, dass es dort keine gibt! Für diesen Abend habe ich einige Galaxien in der Leier vorbereitet.

Den Start markierte die Galaxie NGC 6675. Sie liegt weniger als 2° von Vega entfernt und war gestern zu Beginn noch recht knifflig. Die Galaxie hat eine "Helligkeit" von 13m3 und 14m/arcsec² Oberflächenhelligkeit In der Aufsuchvergrößerung mit 22mm tastete ich mich Stern für Stern an die mutmaßliche Stelle heran, die war dank der CNebulaX Karten auch wirklich gut zu finden, auch wenn ich das nächste Mal die Sterne etwas zurückfahren werde, die 15m Sterne verwirrten da mitunter mehr als sie halfen, gerade bei niedrigerer Vergrößerung. Ans Eingemachte ging es aber mit dem 14mm Speers Waler.



Zwei recht markante Sternenkonstellationen im Gesichtsfeld halfen immens beim Festnageln. Da ist zum einen ein kleines "Sterngewimmel" das vom unteren Gesichtsfeldrand hereinragt, zum anderern eine visuell gut zu erfassende Sechsergruppe (eigentlich sind es mehr als sechs, auch visuell aber sechs sind von änlicher Helligkeit, die an die Sechs auf einem Würfel erinnern), diese zeigt praktisch direkt auf die Galaxie. Beim Augenrollen nahm ich recht schnell eine immer wiederkehrende Aufhellung an der richtigen Stelle wahr, sie war aber nicht dauerhaft zu halten, weswegen ich Andreas hinzurief, der nach einigem Einsehen die Galaxie bestätigen konnte. Nach einiger Zeit hatte ich den Dreh dann auch besser raus, sie war dann auch dauerhaft indirekt zu halten, wenn man den rechten unteren Okularfeldrand fixiert. Sie erscheint leicht elongiert gibt aber sonst keine Details preis.


Nach diesem eher unspektakulären Gesellen versuchte ich mich noch an der mit 11m4 "hellsten" Galaxie in der Leier: NGC 6703. 



Das Aufsuchen gestaltete sich von 13Lyr aus unproblematisch und schon sehe ich sie, nicht brennend hell aber direkt ganz klar auszumachen und fast perfekt rund. Recht schnell fällt mir eine weitere Galaxie im Gesichtsfeld ins Auge, NGC 6702, der mit 12m2 merklich schwächere Begleiter, der aber auch problemlos zu sehen ist. Dieses Feld sollte man sich übrigens als lohnendes Zeichenobjekt markieren! Die beiden Galaxien bilden mit einer kleinen Sternanhäufung ein nahezu perfektes Dreieck, sehr ästhetisch!


Diese drei Galaxien, blieben die letzten in der Leier in dieser Nacht, denn die Dämmerung kroch heran und irgendwie saß mir die kühle Feuchtigkeit auch langsam in den Knochen. Thema Feuchtigkeit: Man konnte es schon am starken Horizontdunst erahnen, es war tierisch nass! Koffer, Karten und Okulare blieben
auf der Heckablage, aber die Autos sahen aus wie nach einem Starkregen und der Holzschutz konnte heute auch mal zeigen was er drauf hat. Meinen Tausammler (aka Telrad) habe ich im Laufe der Nacht sicher drei Dutzend mal abgewischt. Für die Feuchtigkeit war der Himmel dann aber doch mehr als lohnend und wir hatten eine angenehme kleine Runde. Zum Abschluss schaute ich mit Benny noch M31 und zeigte ihm Mirachs Geist - NGC 404. Pegasus war schon komplett aufgestiegen und man hätte sich sogar noch in die Gegend um NGC 7331 wagen können, aber gen Osten wurde es schon langsam heller und so verschoben wir weitere Beobachtungen auf die nächsten Nächte, die wohl auch alle nutzbar sein werden!

Zu Beginn liess ich noch die Kamera leerlaufen, aus 109 Aufnahmen á 20s bei ISO 800 habe ich den Dämmerungsverlauf (~23 Uhr bis 23:40 Uhr) und das Vorbeiziehen des Skorpions festhalten, "schön" zu sehen auch der ungewöhnliche Publikumsverkehr ;) Achtet mal auf den ortsfesten leuchtenden Punkt direkt RECHTS neben meinem Teleskop auf Höhe des Huts - da saß allen Ernstes stundenlang regungslos aber leuchtend ein Glühwürmchen auf einem Grashalm, das Vieh muss mit Duracell laufen, auch nach 2 Uhr war es immer noch munter am leuchten :D Mann kann es recht gut von den zwei Deadpixeln unterscheiden weil es manchmal die Helligkeit ändert.



Timelapse Beobachtungsnacht vom 05.06.2013 from Benny Hartmann on Vimeo.

Zu guter Letzt noch das bearbeitete Summenbild der Serie (Autoframes wurden ausgeschnitten daher die Lücken)



Freitag, 7. Juni 2013

BB vom 06.06.2013

Ort: Sportplatz Laufenselden Zeit: 21:30 Uhr bis 2:20 Uhr  
Wetter: klar und wolkenlos
GG: fst. 6m2

Die nunmehr dritte Nachte dieser Woche wollte wieder herrlich werden. Man muss schon ehrlich sein, daß man sich da einen klitzekleinen Moment fragt ob man die Woche nicht schon sein "Soll" erfüllt hat, aber der Blick auf den Himmel und die Glut der letzten Nächte noch im Herzen bleibt einem gar nichts anderes übrig - Schlaf ist völlig überbewertet und ganz ernsthaft verfliegt bei den meisten die Müdigkeit spätestens wenn man am Platz ankommt.

Ankommen... Schon immer wollte ich mal eine Beobachtungsnacht in mehr als nur Worten und Schnappschüssen festhalten, gar nicht so einfach, aber ich habe dieses Mal ein paar Videoschnipsel zusammengetragen, denn die Fahrt zum Platz ist für mich auch ein Teil des emotionalen Aufwärmens und gehört einfach dazu. Ebenso der Aufbau des ganzen Gelumps, was ich deshalb an diesem Abend mal in einem Zeitraffervideo festgehalten habe.

Horia brach mal wieder alle Rekorde und obwohl ich wirklich früh nur ganz kurz nach Sonnenuntergang in hellster Helligkeit ankam war er bereits vor Ort. Insgesamt wurde es sogar recht voll, so dass wir am Ende mit Thomas, Horia, Michael, Ronald, Jan, Andreas, Benny(2), Franz, Rainer und mir auf stolze 10 Köpfe und noch mehr Aperturen kamen ;)

Das wäre mal ein würdiges Airbrush



Was die Bedingungen angeht, reiht sich diese Nacht nahtlos in die wirklich toll brauchbaren dieser Woche ein, jeden Tag ein bissl besser. Das Seeing erschien mir etwas schlechter im Vergleich zur voherigen Beobachtungsnacht, die Transparenz war aber nochmals merklich besser und der Tau hielt sich in Grenzen - Tau: Da ich des Tags ohnehin die Familien-Wurfstrandmuschel im Auto hatte und mir die Atlanten vorgestern echt nass geworden sind wollte ich das mal testen - lohnt sich eigentlich nicht, zwar blieb alles knochentrocken, aber es war ja insgesamt nicht feucht (Telrad nicht einmal abgewischt!) und der Abbau am Ende nervt doch gewaltig.

Merkur und Venus ziehen die Objektive auf sich...


Kleine Deals unter Freunden?



Objektseitig war die Nacht durchaus abwechslungsreich, Galaxien kam mir heute tatsächlich nur eine einzige vor die Flinte (flauer M64 in Coma), dafür gab es eine erkleckliche Anzahl von Kugelsternhaufen zu betrachten. Neben den üblichen Verdächtigen wie M13 M92 M56 und M3 ging es im Ophiochus noch zu M14 und M12, sowie zu dem hochinteressanten GC-Päärchen Messier 53 und NGC 5053 in Coma. Dort zeigte sich auch, daß bei aller Liebe der Himmel nunmal nicht mehr ganz so dunkel wie gewohnt war, aber da warten wir einfach nochmal auf Ende Juli, NGC 5053 mit seinen knapp 12m war nur ein Hauch...

Die ISS beehrte uns in dieser Nacht unglaubliche DREI Mal und wurde jeweils ausgiebig von allen nachgeführt, das wird noch zum Volkssport ^^ Dabei blieb sie aber von ihrer Größe etwas hinter dem zurück, was noch vor zwei Tagen zu sehen war.

Ein VÖLLIG klarer Fall für #Aufschrei waren die Szenen, die sich vor Michaels neuer Binomount abspielten (und ich schließe mich da nicht aus!), gestandene Männer streicheln minutenlang mit versonnenem Blick, ihrer Speichelflussregulation verlustig, über die unnatürlich glatten, zarten Rundungen dieses Kunstwerks. Das Finish kann man nur als perfekt bezeichnen und darüberhinaus funktioniert sie auch noch genauso sanft und zart wie sie sich anfühlt :D

Michaels Satelliten-Äpp versprach uns für 1:17 einen sage und schreibe -7m(!) hellen Iridium Flare, ergo fing ich bereits eine Viertelstunde vorher eine Serienaufnahme des entsprechenden Bereichs unter Corona Borealis an. Leider war das ganze ein halber Reinfall, der Flare kam zwar pünktlich, aber wenn ich ihn mit ca. +2m angebe, dann ist das sicher nicht übertrieben. 

Ausschnitt des Fotos auf dem der Flare zu sehen ist.




Die Milchstraße war inzwischen schon brilliant und strukturiert von Horizont zu Horizont gespannt und so mussten natürlich auch noch Ausflüge zu den Gasnebeln dieser Region unternommen werden, einmal mehr beeindruckt hat mich hier das 31er N, daß Andreas mir kurz überliess. Pickerings Triangular Wisp war mit [OIII] heute ein durchaus auffälliges Objekt, daß den Blick auf sich zog, sowie man den Sturmvogel bzw. den Stern auch nur leicht aus dem Gesichtsfeld platzierte.

60s unnachgeführte Milchstraße im Schwan (ISO1600/18mm)




Einen tollen Abschluss mit einem Objekt, daß ich selber noch nie gesehen hatte bescherte mir Horia, der NGC 6309 "The Box Nebula" eingestellt hatte. Dieser winzige planetarische Nebel war bei 200x Vergrößerung OHNE Filter erstaunlich hell und liegt interessant direkt an einem ähnlich hellen Stern. Mit etwas Einsehen wird auch klar, daß das hier kein runder Nebel ist und somit seinen Namen zu Recht hat.

Heute musste ich mich doch etwas zum Abbau zwingen, denn auch wenn die Dämmerung schon heranzog war der Himmel nach wie vor brauchbar und man hätte eventuell sogar noch bis 3 Uhr beobachten können (Rainer und Ronald blieben auch als letzte noch zurück um weiterzugucken), aber die dritte Nacht foderte doch etwas ihren Tribut. Der krönende Abschluss eine genialen Astrowoche - Jetzt wirds wohl erstmal wieder Mistwetter geben...

Danke an alle die dabei waren!

Weiter Bilder auf dem Blog von Jan.

>>Aller guten Nächte sind DREI!<<


Beobachtungsnacht vom 06.06.2013 from Benny Hartmann on Vimeo.

Mittwoch, 5. Juni 2013

BB vom 04.06.2013

Ort: Sportplatz Laufenselden Zeit: 22:20 Uhr bis 2:00 Uhr  
Wetter: klar und wolkenlos, gutes Seeing
GG: fst. 6m1


Mir war gestern schon klar, daß harte Tage vor uns liegen mit wenig Schlaf ;)

Die Wetterprognosen waren sehr uneinheitlich, eigentlich waren noch bessere Bedingungen als in der vergangenen Nacht angesagt, doch verschiedene Wetterdienste zeichneten ein unheitliches Bild. Ob rauszufahren sei, die Frage stellte sich aber eigentlich gar nicht. Am Ende war das Bauchgefühl wieder einmal das richtige, es war eine geniale Nacht, mit einer der besten Saturnbeobachtungen überhaupt und ,trotz wenig Dunkelheit, tollen Deepskybeobachtungen.

Obwohl ich mich wirklich sputete war Horia schon voll einsatzbereit und Andreas kam zeitgleich mit mir an. Nach dem Aufbau hielten wir mit geballten 36" auf den Ringplaneten, das Seeing war stellenweise hervorrragend und nach einiger Zeit des Auskühlens näherten sich die Bilder in meinem und Andreas Teleskop immer weiter dem leckeren Bild von Horias 12er an (den Nachmittag verbrachte ich mit Tuning des Huts, dabei war nicht nur die mal wieder dringend angebrachte Grundjustage angesagt sondern die Löcher der Justierschrauben wurden nochmal etwas aufgeweitet um ein Verkanten zu verhindern und Spiegelkante und Schrauben wurden geschwärzt). Blickweise waren tolle Details auf dem Planeten zu sehen und der Ring setzte sich grandios von der Planetenscheibe ab. In guten Momenten konnte die Cassiniteilung sehr weit verfolgt werden, bei Vergrößerungen zwischen 200x und 350x konnte ich mich nur langsam von Saturn trennen. Horia identifizierte für uns die vier sichtbaren Monde (Titan, Rhea, Dione und Tethys wenn ich nicht irre).

36" vs. den Herrn der Ringe

Langsam wurde es aber Zeit sich den tiefen Perlen des Himmels zu widmen, die Dämmerung schritt naturgemäß langsam voran und das erste Objekt war zunächst M13, lichtresistent und ein guter Test der Justage - japp die passt heute mal nahe 100%!

Für diese Nacht wollte ich meine geplante Tour durch Coma Berenices nachholen. Gleich vorweg - das muss noch weiter warten, gegen Mitternacht traf dann doch noch Benny ein und mit Aufbau und Tests des Dobsons waren wir dann eine Weile beschäftigt. Trotzdem war ich nicht ganz erfolglos. Sehr nah an ɣ Com steht die 11m1 helle Galaxie NGC 4448. Schon im 22er LVW gut erkennbar sieht man bei 107x den hellen Kern und eine Kante sieht etwas stärker abgesetzt aus. Im Feld waren neben den Sternen auch noch einige sehr schwache Tupfen an der Wahrnehmungsgrenze wahrzunehmen, identifizieren konnte ich sie nicht und da sie mehr aufblitzten als zu sehen habe ich sie auch nicht eingezeichnet, doch würde es mich nicht wundern, wenn es in diesem Feld noch mehr schwache Galaxien gibt. Die Zeit reichte sogar noch für eine Zeichnung bevor anschließend Benny eintraf.

Alsdann ging es an das Testen des Gotosystems von Benny Dobson, mal schauen wie lange er es benutzen wird, die Nachführung ist in jedem Fall eine tolle Sache wenn sie bereits integriert ist. Nachdem etwas Verwirrung ob der seltsamen Reihenfolge der Ortskoordinaten entdeckt wurde (ich hab extra nochmal nach den Koordinaten geschaut als ich heim kam: Lt. Gerät befanden wir uns in der Nähe des kleinen Städchens Eyl an der somalischen Küste) schnurrte das Teil über den Himmel und fand erwartungsgemäß auch Objekte bei höherer Vergrößerung.

Die ISS gab sich auch wieder ein Stelldichein! NOCH genialer als gestern, Horia, Andreas und ich beobachteten synchron den Durchlauf, diesmal war es vor allem deshalb besser weil ich es nach dem ersten holprigen Nachführen schaffte richtig synchron nachzuführen - huiii DANN kommen erst die Details so richtig zu Tage! beiderseits der Raumstation waren etwas dunkler, bräunlich-golden, abgesetzt lange Sonnensegel, während die übrigen Aufbauten und Module in gleißendem silber-weiß erstrahlten - ein unvergesslicher Anblick, der den besten Webcamaufnahmen die man im Internet so findet kaum nachsteht.

Coma stand danach leider etwas zu tief um die Tour fortzusetzen, also schauten wir uns noch einige nebulöse Kameraden im Schwan an, besonders beeindruckt hat mich hier ein absolut sehenswerter Crescent (NGC 6888), der im [OIII] Filter bei Horia RICHTIG knackig rüberkam!
Gegen 1:30 Uhr wurde die Dämmerung unübersehbar und eine viertel Stunde später brach dann auch die Transparenz vollends ein, Tau war die letzte halbe Stunde ebenfalls ein feuchter Begleiter, aber ich will nicht meckern, die Nacht war genial und lohnend und so beschloss ich den Abend mit einem Foto von der Cyrusregion und dem Skorpion, der leichte Beschlag des Objektivs hat dabei sogar ausnahmsweise mal positive Dienst geleistet um einen schönen Look hinzubekommen. Nicht übel, dafür daß die Morgendämmerung schon in vollem Gange war.




Unter Umständen hält das Wetter ja noch etwas länger, heute wird jedenfalls nach zwei Nächten mit nur 4h Schlaf ebenjener mal nachgeholt ;)

>>Schönwetter Katastrophe Reloaded: Von Ringen und Galaxien<<

Freitag, 30. September 2011

BB vom 30.09.2011

Datum: 30. September 2011
Ort: Taunus
22:15 bis 02:30
GG: fst 6m3 UMi SQM (nicht L): 21.04 mag/arcsec²
ca. 12° klar klar klar 
Nachdem ja nun die ganze Woche mehr oder weniger klaren Himmel geboten hat, war für Freitag Nacht die beste Transparenz der Woche gemeldet, und unsere Erwartungen wurden definitiv NICHT enttäuscht, es wurde die beste Nacht des bisherigen Jahres und die Chancen, dass es die beste bleiben wird, stehen ganz gut ;)
Verabredet war ich eigentlich "nur" mit Andreas und Rainer, der mit seiner Lightbridge das erste Mal zu unserer Beobachtungstruppe stossen wollte - irgendetwas sagte mir aber, dass es da auch so noch den ein oder anderen hinverschlagen würde bei der Vorhersage. Schon auf der Hinfahrt fiel mit der Sternenreichtum in tiefer Horizontnähe gen Westen auf, da war beim letzten Besuch des Platzes vor 5 Tagen bis 30° Höhe fast gar nichts zu sehen gewesen. Nach der letzten Kurve empfing mich bereits eine Phallanx an Autos, Teleskopen und Mannen. Der erste den ich begrüsste machte mir letzte Zweifel zunichte: Oliver, ein über die Jahre wirklich untrüglicher Garant für Ausnahmenächte (da ist mit Sicherheit seiner weiten Anreise geschuldet!). Ausserdem waren noch Andreas, Rainer, Stefan mit seinem neuen 6" Meade und Ingo mit seinem leckeren 8" Selbstschliff/-bau vor Ort.


Die reich strukturierte, wenngleich bereits untergehende Milchstrasse bot schon ein tolles Bild, meine üblichen Stimmungsaufnahmen zu Beginn waren trotz ISO 1600 diesmal (man vergleiche mal mit dem BB vor 5 Tagen) so dunkel, dass kaum was von unserem Krempel zu sehen war ^^


Zu fortgeschrittener Stunde bestimmten wir die Grenzgrösse in Umi auf relativ problemlose 6m3, in Zenitnähe dürften wir durchaus hie und da mal die magischen 6m5 geknackt haben, das ist für diesen Standort schon das obereste Ende der Fahnenstange, man sah es aber (wie immer) auch sehr schön den Objekten im Okular an. Ingo lies mehrfach sein SQM kreisen, bedenkt man, dass es sich nicht um die "engere" L-Variante handelt sind die 21.04 m/arcsec² durchaus nicht übel, wenn sie auch schon an diesem Ort bei SQM-L Messungen überboten wurden. Interessant war der Effekt der wirklich sehr guten Transparenz in Richtung Osten, in fast direkte Blickrichtung von Frankfurt war selbstverständlich auch heute die Aufhellung zu sehen, doch sehr viel schwächer und M42 war dort bereits wenige Grad über dem Horizont, exakt an der Baumgrenze mit blossem Auge sichtbar, in der Megadunstlichtglocke von FFM normalerweise ein Ding der Unmöglichkeit. Positiv kam dazu, dass die Luftfeuchtigkeit wohl (ungemessen) niedriger lag als prognositiziert, ich musst erst nach über drei Stunden das erste Mal die Telradscheibe leicht abwischen, vor einigen Tagen war das bereits nach 15min zu...
Nachdem bei so vielen Leutchen üblicherweise etwas längeren "Einpalaverphase" ging es dann auch an die ersten Objekte. Es wurmte mich - und wohl auch Andreas - dass wir am vergangenen Sonntag Caldwell 5 alias IC342 so extrem grenzwertig wahrnehmen konnten, heute sollte das doch besser gehen, dank Rainer der mir einen Blick auf sein (wirklich vorbildlich mit dicker Folie abgedunkeltes!) Eye&Telescope gewährte war die Galaxie bzw. das Zielgebiet zügig im Okular, ein kurzer Fieldsweep und tatsächlich, hier gab es nun nichts mehr zu raten, noch weit entfernt davon besonders hell zu erscheinen, war die Galaxie ohne weiteres zu identifizieren, erleichternder Weise auch an genau der Stelle an der ich sie am Sonntag mehr vermutet als wirklich gesehen habe :) Heute war definitiv der richtige Himmel Galaxien sämtlicher Art mit höhere Vergrösserung und niedriger AP anzugehen, brachte schon das 22mm LVW einen Fortschritt in Sachen Kontrast, war sie mit 14mm plötzlich auch direkt nicht mehr zu verfehlen.


Danach gab es zur Augenentspannung einen Schwenk auf einen reich strukturierten Cirrusnebel, insbesondere die Knochenhand war in Andreas' 12er mit höherer Vergrösserung ein Genuss mit fotoähnlichen Filamenten und Verwirbelungen! Auch Nordamerika und der Hantelnebel schwenkte ich kurz an aber gab ihnen nicht allzuviel Zeit, denn heute riefen die schönsten Sirenen des Deepsky: Die Galaxien...
NGC 1023 im Perseus war zum wieder warm werden genau das richtige, mit 10m kaum zu übersehen und schön in einer Sternkette gelegen. NGC 404 zeigte ich Stefan, der sie auch gut sah, ich weiss jetzt gar nicht ob er sie danach auch nochmal mit dem 6er angefahren hat, auch da ist sie ja kein Problem. M31.. huiii Es war fast völlig Jacke welche Vergrösserung man hier heute einsetzte: beide Staubbänder respektive die Spiralarme waren über weite Strecken direkt sichtbar und übers Feld zu verfolgen, es gibt nicht allzuviele Nächte (bei mir) wo die Galaxie so nah an fotografische Ergebnisse rankommt. Rainer machte sich sogar - und das wohl erfolgreich - daran, die Galaxie bis zu ihren äussersten Grenzen wie man sie von Fotos kennt noch wahrzunehmen. Da bot es sich natürlich an auch gleich den "Nachbarn" M33 einen Besuch abzustatten, die HII Region war auch ohne Filter sofort ein auffälliger runder Fleck am Ende einer Sternkette die sich Richtung Zentrum zieht, die Spiralarme konnte man über weite Strecken verfolgen und mit 14mm war es eine Riesenfreude die Verdickungen und Knoten in den Armen abzufahren, so im Galaxienfieber war ich schon länger nicht mehr ;)
Andreas hatte aber einen Leckerbissen ganz anderer Art, den ich noch nie versucht habe: Den PN Jones 1 im Pegasus, nachdem er mir die Position erklärt hat (wirklich lohnenswert, da echt nicht schwer zu finden!) schaut ich durch sein Okular und tatsächlich war der PN ohne grössere Schwierigkeiten wahrzunehmen, er ist überraschend gross und zwei sich gegenüberliegnde Stellen des planetaren Nebels sind besonders hell und dementsprechend leicht (mit Filter) zu sehen, indirekt wurde das ganze nochmals deutlicher, nun macht der PN den Eindruck eines "C"s - ich will mich nicht festnageln, dass dieses C wirklich geschlossen war, die schwächste Stelle ist wirklich schwach und das Gehirn setzt ja gerne etwas fort wo man um die Struktur weiss, aber mit einem "C" kann man das Aussehen eben am besten beschreiben ;)
Alsdann ging ich zu meiner alten Hassliebe, Stephans Quintett über, nochmal ein genauer Blick auf Rainers Kartenausschnitt und ab dafür, auch hier zeigte sich eklatant der Unterschied zur letzten Nacht, kaum übersehbar steht der Galaxienknäuel unweit der hellen NGC 7331, nachdem wir am letzten Sonntag noch gerätselt haben ob Jan und ich das selbe Sternen-"T" als Aufsuchhilfe meinten war klar: Ja wir meinten das selbe. Mit Höherer Vergrösserung (107x) wurde das ganze noch wesentlich besser und kontrastreicher, ich glaube es war aber die 214x in Rainers 12" Lightbridge wo ich sie dann auch eindeutig trennen konnte, wenngleich das bei den beiden wirklich NAH zusammenhängenden Galaxien kein Kinderspiel für mich ist. Rainer war überhaupt extrem gut darin, nicht nur Objekte aufzufinden, sondern ihnen auch die passende AP zu verpassen, und da versuchte er sich bei unserem ersten Telefonat vor ein paar Tagen noch als Einsteiger hinzustellen :D An der Stelle muss ich ihm auch mal direkt für das nächste Objekt danken, nicht alltäglich aber er hatte es nach kurzem Kartenstudium sicher im Okular und erstaunlicher Weise war es auch für alle die durchschauten (und alle schauten durch) sofort sichtbar, dank der Karte konnte man den 14m2 "hellen" Quasar KUV 18217+6419 schnell und sicher identifizieren. Mit einer Rotverschiebung von z=0,297 liegen wir hier (je nachdem welche Quelle man befragt gehts auch bis 4) schon jenseits der 3.000.000.000 Lichtjahre Entfernung, es fasziniert mich immer wieder... da war hier auf der Erde gerade die erste Party der Cyanobakterien angesagt, die sich und ihre Enstehung aus der Ursuppe feierten ^^

Hatte ich eigentlich am Abend noch gedacht, wegen meiner Erkältung mach ich heut mal früher Schluss war es doch schon fast 2 Uhr als ich das erste Mal wieder daran dachte... Stefan war auch schon in Aufbruchstimmung, Rainer kaum noch vom Okular wegzubekommen als er noch diverse Objekte beobachtete, die besonders von diesem Himmel profitieren. Ein näheren Blick konnte ich noch auf die wirklich schön Konstruktion von Ingo werfen, der 8"er ist handwerklich wirklich professionell gebaut und das Bewegen des Dobsons über den Himmel macht einfach Spass. Das konnte man von der Lightbridge nur eingeschränkt behaupten, die Abbildung ist zwar definitiv gut aber an der Mechanik lässt sich sicher noch so einiges verbessern, da fühlte ich mich doch ein bissl mit dem Martini verwöhnt.
Eines der letzten Objekte die ich vor dem Zusammenbauen noch beobachtete war NGC 891 in Rainers Lightbridge, fanastisch lang mit kaum zu übersehendem Dunkelband zog sich die Spindelgalaxie in Andromeda durch das Gesichtsfeld. Alsdann machte ich mich wie die anderen auch ans Zusammenbauen, lediglich Rainer und Ingo waren nicht mehr von den Okularen wegzubekommen und ich will gar nicht wissen wie lange sie da noch gestanden haben heute Nacht, aber Recht haben sie! :D
Gegen halb drei fuhr ich los, eine Nacht im Kopf, von der ich durchaus längere Zeit zehren kann, selten sind sie diese Nächte aber sie wiegen auch lange Wolken-/Mondphasen auf wenn man sich ihrer wieder erinnert :)

Ein grosses Danke an alle die dort waren und die ich wieder oder zum ersten Mal "sehen" durfte.


 "6 Mann - 6 Optiken aber mehr als 6mag"









Mittwoch, 7. Juli 2010

BB vom 07.07.2010

Datum: 07. Juli 2010
Ort: Taunus
23:00 bis 2:30
GG: fst 6m2
Wetter: weitestgehend klar
21 ° C
12" f/5 - 4" Bino

Nach ein paar Nächten mit "angezogener Handbremse" versprach die heutige Nacht der erste echt Knülller dieses Sommers zu werden, als einer der ersten Tage nach der Sommersonnenwende wird es wenn auch nur kurz auch wieder richtig dunkel.
Am Platz angekommen war Christina bereits am Schwenken, kurz darauf trafen auch Horia und Thomas ein und bauten auf. Als Nachzügler erschien vor Mitternacht noch unser SC-Freund aus Wiesbaden. Der Himmel war nach Norden leicht und fluffig bewölkt, ansonsten frei und von stellenweiese atemberaubender Transparenz wie ich sie dort noch nicht sehr oft gesehen habem vor allem nach Süden war die Sicht genial. 



Der Beginn markierten einige Standardobjekte wie M57, M27 und M13. In M13 begeisterten feinste Sternketten im Zentrum (vor allem nachdem ich nochmals die Justage wiederholt hatte), die Begleitgalaxie NGC 6207 war auffällig und sprang ins Auge. Erster Knacki des Abends sollte NGC 6118, die "Blinking Galaxy" in Serpens sein. Zusammen mit Thomas und Horia verbrachten wir relativ viel Zeit diese 13,x mag Galaxie aufzuspüren, aber obwohl wir zum Schluss jedes markante Merkmal des Zielgebiets identifiziert hatten gelang leider keine Sichtung. Bei Christina warf ich noch einen letzten Blick auf Saturn nebst Monden, der sich aber immer weiter in den tiefen Westen verzog.
Als nächstes Ziel hatte ich mir schon am Nachmittag die zentrale Galaxie des Galaxienhaufens Abell 2199 auserkoren: NGC 6166. Nur wenige Grad westlich von M13 entfernt, war das Auffinden recht problemlos, auch machte die ausgedruckte Detailkarte mit Sternen bis 14mag das Identifizieren der richtigen Stelle einfach. Tatsächlich war die 11m8 helle Galaxie auch problemlos zu sehen. Eine leichte Elongation war auszumachen, jedoch nicht sehr prägnant, ganz im Gegensatz zum sehr auffälligen, halbkreisförmigen Sternmuster um die Galaxie herum. Dank Thomas Leihgabe seines Beobachtungsstuhls konnte ich sogar eine Zeichnung anfertigen :)



Nach diesem eher ungewöhnlichen aber unspektakulären Objekt, durfte ich einen Blick durch Thomas' 4" Bino werfen. Der Cirruskomplex war fantastisch und sogar detailreich zu sehen, und das ohne Filter! Davon begeistert machte ich mich gleich daran den Nebelkomplex im 12"er mit [OIII] Filter aufzusuchen - es verschlug mir glatt die Sprache - sprichwörtlich knallehell und so detailreich, dass so manches Foto vor Neid verrauschen würde zeigte sich der fette Sturmvogel und die feingesponnene Knochenhand bei 6,3mm AP. Triangular Wisp - ungerechterweise von mit oft "das Gefussel in der Mitte" bezeichnet - habe ich derart detailiert noch nicht gesehen! Von diesem Nebelerlebnis berauscht, schwenkte ich einige Grad weiter zu Nordamerika - erneutes Staunen! Ich wusste vor lauter Nebel auf den ersten Blick erstmal gar nicht wo genau ich mich befinde. Schnell war ich aber am kleinen Orion orientiert und konnte den gigantischen Nebelkomplex abfahren. Die Form war so überdeutlich wie selten und sogar helle "Schockfronten" an der Kante des Nebels waren leicht auszumachen. Sogar der Nachbar - der Pelikannebel - wäre heute ob der Detailfülle ein dankbares Zeichenobjekt gewesen! Christina brach nach eins als erste auf, nachdem sie noch tapfer die Nacht genutzt hatte, trotz des in wenigen Stunden beginnenden 24h Dienstes...



Die südliche Milchstrasse war an diesem Abend besonders beeindrucken für das blosse Auge, sehr selten hat man an unserem Platz so gute Transparenz in diese Richtung, so war die Milchstrasse sogar zu später Stunde. der Mond war schon aufgegangen bis zur Baumgrenze in ca. 4-5° Höhe visuell wahrzunehmen und reich strukturiert. Das Foto entstand gegen viertel nach zwei, also nach Mondaufgang in Richtung Süden, 30s Einzelbild...
Der Schütze war schon sehr niedrig und trotzdem noch alle seine Stern gut zu sehen, der rote Antares strahlte noch fein wenige Minuten vor seinem Verschwinden hinter dem Baumhorizont!

Das zeigte sich natürlich auch an den Objekten, die ich allesamt in Horias 12"er bewundern durfte (mein Gerät stand einige Meter zu weit hinter der Hecke für den Süden). Ein hochgradig beeindruckender M17 bildete den Auftakt, so hell und strukturreich habe ich ihn vom letzten Jahr definitiv nicht in Erinnerung, allerdings war ich da auch mit [OIII] zu Gange während Horia einen UHC einsetzte. Der Trifidnebel war von feinen Dunkelnebeln geteilt und der Lagunennebel war nochmals weitaus besser zu sehen als in meiner Zeichnung vom vergangenen Jahr. Mit Thomas 8x42 Fernglas war das Surfen durch die südliche Milchstrasse ein unglaublicher Genuss und zum ersten Mal sah ich bewusst den Dunkelnebel Barnard 142/143 im Adler der sich deutlich vom hellen Milchstrassenband abhob.



Zum Abschluss der Nacht gönnte ich mir schon einen Vorgeschmack auf den Herbst, mit einem noch tiefen aber nicht minder schönen h+x, der Galaxie NGC 7331 im Pegasus und zu guter Letzt noch ein intensiver Blick auf den sich emporarbeitenden Jupiter, der aber noch mit atmosphärischen Details geizte.
Wenn irgendeine Nacht seit dem letzten Jahr das Prädikat wertvoll und aufputschend verdient hat, dann war es diese wunderbare Sommernacht - und um das ganze noch rund zu machen verabredeten wir uns gleich für die morgige Nacht erneut bevor wir um halb drei unserer Wege zogen ;)

Freitag, 19. Juni 2009

BB vom 19.06.2009

Datum: 19. Juni
Ort: Laufenselden
Zeit: 22 Uhr bis 3:00 Uhr
Grenzgösse: fst. 6m2 (Umi) 21,30 mag/arcsec²
Wetter: zu Beginn durchziehende Wolkenfetzen, klar
Gerät: 12" f/5 6" f/5 10" f/5 8" f/5 

Zur Dämmerung war der Himmel noch leicht vercirrt und einzelne Wolkenfelder zogen durch. Noch bei sehr hellem Himmel trafen Jan, Nils und ich uns am üblichen Platz im Taunus. Später als es dann mit dem Beobachten losgehen konnte gesellte sich auch Andreas noch dazu, eine sehr schöne Runde :)

 

Ab und an zogen nochmal einzelne zwarte Wölkchen durch ab halb eins wurde der Himmel dann richtig ergiebig, 6m2 waren um Polaris sicher zu halten, Nils SQM-L wurde häufig bemüht und kämpfte sich bis zu einem mehrfach gemessenen Maximum von 21,30 hoch - sehr schön für die Nacht vor der Sommersonnenwende. 

Objektlisten gab es heut keine, zumindest nicht meinerseits also wurde munter von Himmel geholt was gerade in den Sinn kam. Highlights waren für mich eindeutig M13 - der auch freiäugig sichtbar war - und M57 bei 428x mit dem LVW 3,5 von Andreas... wow, M13 schon sich majestätisch hoch aufgelöst ins Gesichtsfeld, eine rein mittige Positionierung lies den Kugelsternhaufencharakter kaum noch wahrnehmen. Der Ringnebel hingegen war einfach nur als schwarzweiss Foto zu bezeichnen, feine Abstufungen im Ring sowie die ausgefransten Enden der gequetschen Seitenspitzen... die Kinnlade fiel hier hörbar.

 

In einer Sommernacht darf natürlich der Nordamerikanebel sowie der Cirruskomplex nicht fehlen, ersteren konnte man mit dem 22er LVW am 12er schön abfahren, vor allem Cirrus war aber der Augenöffner schlechthin. Neben einem reichhaltig strukturierten Sturmvogel der wieder ähnlich aussah wie in der vorangegangen Nacht in der ich ihn zeichnete, war die Knochenhand unglaublich stark strukturier, mit mehr Ruhe und Muse wäre ich hier lange mit einer Zeichnung beschäftigt gewesen so viele Filiamente waren sichtbar. Nils nahm mich dann noch auf eine Sommertour durch die südliche Milchstrasse mit fantastisch detaillierten Bildern vom Trifidnebel M20 - mit einer gut sichtbaren Dreiteilung - dem Lagunennebel M8 der von Details nur so strotzte, und einem fantastischen Omeganebel M17, der eine Unmenge an feinen Details zeigte.

 

Einen Blick auf den sehr hellen Katzenaugennebel NGC 6543 durfte ich durch Jans 10er werfen, eine auch bei 180x auffällig helle ovale Scheibe die aber sonst keinerlei Details ausmachen lies. Nils sorgte dazwischen für zwei echte Exoten: Zum einen Seyfferts Sextett, Hickson 96 wo ich jedoch nur 3 Mitglieder klar als eigenständige Objekte sehen konnte, war schon anspruchsvoll fürs Auge mit Einzelhelligkeiten von 14m7, 14m98 und 15m3 aber erstaunlicher Weise dauert es nicht so lange bis sie wahrzunehmen waren, klasse Objekt muss ich nochmal mit 20 Zoll dran :D 

 

Alsdann gabs mit NGC 4676A + B noch einen weiteren Exoten hinterher: Die Mäusegalaxien. Sichtbar war im Feld sofort eine Aufhellung, die Trennung empfand ich aber als sehr schwierig, war allerdings auch gerade vorher geblendet... eindeutig gesehen aber nicht eindeutig in zwei Komponenten.
Dann ging ich zur Entspannung einfach noch ein paar Standards an, neben einer frühen Andromedagalaxie nebst Begleitern ging es noch zu Mirach's Geist, h+x, NGC 7331 und M27. Jupiter hatte sich zum Ende auch schon weit genug über die Bäume geschoben um den ersten Blick der Saisaon auf ihn zu werfen, das Seeing liess eher kleinere Vergrösserung zu aber mit Details geizte er trotzdem nicht. 

Es begann langsam zu dämmern, die Milchstrasse war noch reich strukturiert zu sehen doch fing sie schon leicht an zu verblassen, also packten wir zusammen und machten uns auf den Heimweg. Als wir die schöne schmale Mondsichel am Dämmerungshimmel sahen, hielten wir sogar nochmal für ein paar Schnappschüsse nochmal an... Eine tolle From-Dusk-Till-Dawn Nacht ;) 

 

Freitag, 22. Mai 2009

BB vom 22.05.2009

Datum 22.Mai 2009
Zeit 23:00 bis 2:15 Uhr
Ort Taunus
Wetter vollkommen klar, sehr transparent, 5 Grad
Seeing - 
Grenzgröße fst 6m5 in UMi, zenitnah noch besser
Geräte 8" f/6 - 4" f/5 - 3" f/6,7.

Das ITV musste ich nach einer wolkenverhangenen Nacht wieder gen Heimat verlassen, aber als es im Laufe des Tages immer klarer und transparenter wurde war mir klar, dass ich zumindest vor der Haustür etwas Beobachten muss.

Seit Langem rechnete ich mal wieder völlig solo zu beobachten, schon sehr lange nicht mehr vorgekommen und war auch wieder nicht der Fall :D Als ich am Platz ankam war dort bereits Oliver zu Gange, die Dämmerung übrigens auch noch... Aber es war schon abzusehen, dass diese Nacht extrem gut werden würde, denn bis tief an den Horizont war die Luft so sauber, dass man selbst in der Dämmerung schon Sterne bis tief hinunter ausmachen konnte. Später sollte sich bei einer intensiven Grenzgrössenschätzung auch herausstellen, das an diesem Abend die Bestmarke für unseren Beobachtungsplatz erreicht und überschritten wurde - Oliver ist wegen seiner immens langen Anfahrt immer ein Garant für gute Nächte ;) 6m5 lag demnach an und das in bekanntermassen niedrigen Breiten um Polaris. Die Sommermilchstrasse gewann im 10-Minuten Takt an Struktur und Intensität und obwohl sie am Ende noch lang nicht ihre maximale Höhe erreicht hatte war sie hochstrukturiert von tief in Cassiopeia bis wiederum tief hinunter in den Skorpion sichtbar, sie erreichte an diesem Abend definitiv die tiefste Horizontsichtbarkeit die ich von diesem Beobachtungsplatz kannte.

 

h+x - wie M31 später freisichtig - in etwa 7 Grad Höhe und die Milchstrasse tief durch die tiefstehende Cassiopeia 

Und so kam es auch, dass wir immer mal wieder minutenlang gar nicht durch die Teleskope schauten sondern einfach mit dem Kopf im Nacken das grandiose Schauspiel der Milchstrasse genossen. Ich hatte dazu heute ein Firstlight der ganz besondern Art, endlich - nach gut 6 Monaten die ich ihn nun schon besitze - hat der 102/500 Richfieldachromat seinen Platz auf dem 8 Zöller gefunden, nachdem ich auf dem ITV Rohrschellen für ihn bekommen habe. Was noch fehlt ist die Friktionsbremse, Material liegt aber bereits in der Schublade, bis etwa 35 Grad Höhe bekomme ich die mehr als geniale Kombination ins Gleichgewicht, darunter kippt er noch weg, wobei ich ihn auch gerne weiter oben haben möchte, zenitnah sitzt man derzeit noch auf dem Boden :) Eins weiss ich aber nach dieser Nacht: Diese Kombination aus Deepskylichteimer und Weitfeldgerät werde ich nie wieder hergeben, unglaublich den Cirruskomplex als ganzes mit Triangular Wisp bei 16x mit OIII zu beobachten und einen OAZ weiter die Details in der Knochenhand mit 8 Zoll abzufahren, ein zweiter OIII wäre noch was feines.... Auch nett wenn man Mitbeobachter Objekte im Dobson zeigt, kann meine eine Etage tiefer mitschauen oder beim Nachführen helfen :p

 

Traumkombination - Weitfeldlinse + Deepskyspiegel 

Die Objekte des Abends waren nicht so zahlreich wie man vermuten mag was aber definitiv daran lag, dass jedes einzelne die ganze Nacht hätte begeistern können. Für mich waren die Stars des Abends Nordamerika und Cirrus, die sich so detailreich präsentierten wie selten und die heute ohne OIII so gut zu sehen waren wie noch vor wenigen Tagen mit Filter. M27 verlor fast seine Hantelform durch das intensive Halo. M13 präsentierte sich hell und aufgelöst wie ich es von durchschnittlicheren Nächten in 12 Zoll kenne. Während der Kleiderbügelhaufen Collinder 399 im Richfielder bequemst komplett ins Gesichtsfeld passte konnte man im 8 Zöller den schwachen Sternhaufen NGC 6802 an dessen Rand. Ein Besuch an der Grenze von Cepheus und Cygnus bringt die beiden Leckerbissen vom Montag wieder in Erinnerung - NGC 6939 und 6946, beide auch schon schön im Vierzöller sichtbar. 

 

Die südliche Milchstrasse bis an den Horizont - das hat man hier sehr selten - visuell wohlgemerkt
Da ohnehin gerade bei den Nebeln des Schwans, versuchte ich mich mit Hilfe von Oliver, der das Objekt bereits fotografiert hat, und meinem Takiatlas, an NGC 6888 dem Crescentnebel. Nach dem Blick in die Karte war der Nebel schnell im Gesichtsfeld mit OIII, die Sterne an dieser Stelle bilden eine markante Ansammlung und dazwischen zeigt sich der Nebel zumindest die hellsten Teile. Bei Oliver im 75mm Apo sah ich noch M8, sowie M16 und M17 in einem Gesichtsfeld was auch hoch beeindruckend war - M17 war auch in seiner Form bereits erfassbar. Auch sehr sehr gut geschlagen hat sich das Gerät an M13, schon bei dieser Öffnung gab es eine überraschende Zahl an Einzelsternen, was sicher auch am Okular lag, ein nostalgisches 0,96'' Ortho von hoher Qualiät.

Ein paar Galaxien wollten aber doch noch besucht werden, immerhin werden die meisten nach den hellen Nächten die nun anstehen wieder sehr niedrig stehen. Also nocheinmal M51, bei diesem Himmel auch im Achtzöller mit Spiralarmen, ebenso besuchten wir nochmal M81 und M82, beide mit Struktur. Bei NGC 4088 schaute ich nur kurz vorbei und tatsächlich NGC 4085 sprang wesentlich entspannter ins Auge als bei früheren Versuchen mit dem Achter.

 

Die reichstukturierte Milchstrasse im Schwan, auch NGC 7000 ist gut sichtbar - 30s ISO 1600 f/3,5

Es war sehr schwer mich gegen zwei Uhr ans Abbauen zu machen, aber die Dämmerung lauerte schon uns sollte in wenigen Minuten beginnen und länger konnte ich auch leider nicht bleiben. Es war der beeindruckendste Himmel den ich bisher in Laufenselden erleben durfte und ich war auch sehr froh, die Nacht wider Erwarten doch in Gesellschaft von Oliver verbracht zu haben, war auch sehr gut ihn als erfahrenen Grenzgrössenschätzer dabei gehabt zu haben ;)
Die Nacht war in jedem Fall ein grandioses Trostpflaster dafür, dass ich sie nicht auf dem ITV verbringen konnte, bin aber sehr gespannt was die anderen dort erlebt haben.