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Montag, 21. Januar 2019

Totale Mondfinsternis 21. Januar 2019

Da ist sie, die erstmal letzte totale Mondfinsternis für die nächsten ZEHN Jahre... Auch wenn ich schon so einige in den vergangenen sagen wir mal 15 Jahren erleben durfte, konnte ich mir diese natürlich schon ehrenhalber nicht durch die Lappen gehen lassen ;)

Zum Vorteil gereichte mir da, dass ich heute Morgen eh um 6:30 das Haus verlassen musste, was lag also näher als den Wecker noch etwas früher zu stellen und den 8" f/6 und das Videoequipment auf den Westbalkon zu packen - bei Minus 13 Grad! 

Es ist immer wieder ein beeindruckendes Schauspiel, konnte einige tolle Blicke durch das Teleskop werfen, fotografisch bin ich mehr oder weniger auf mein Handy beschränkt, aber für einen Schnappschuss oder zwei reichte das auch:



Dazu hatte ich mir nebenher die Videokamera (Panasonic HC-V180) aufgebaut und einfach laufen lassen und immer mal wieder den Mond in den Sucher geholt, dadurch entstand dieses Zeitraffervideo zwischen 5:40 und 6:20 Uhr.



Später - schon unterwegs - konnte ich bei klirrend kaltem und klaren Himmel auch noch den partiellen Rest der Finsternis beobachten - bis zum nächsten Mal, auch wenn es diesmal lang dauert ;)


Montag, 20. April 2015

BB Frühjahrstreffen Stumpertenrod 2015

Datum:  17-19. April
Ort: Vogelsberg
Zeit: Freitag 20 Uhr bis 2:30 Uhr Samstag 20 Uhr bis 3:45 Uhr
Grenzgröße: Freitag ca. 6m1 - 6m2 Samstag 21.45 m/arcmin²

Lange darauf hingefiebert - nun endlich komme ich mal wieder von meiner Scholle weg und unter potentiell dunkleren Himmel. Jan hat schon viele Tage vorher sein Lager aufgeschlagen. Schon vormittags kann ich mich loseisen und mache mich auf den Weg, im Gepäck das "große Besteck", Grinsen treibt mir mein neues Auto ins Gesicht, dass sich als ideal für solche Astroexkursionen zeigt, mit ausgebauten Sitzen (was ich mir sogar hätte schenken können), könnte ich sogar auf ein Zelt verzichten und mich bequem direkt hineinbetten.



Das Wetter verspricht nach ein paar richtig warmen, schon fast zu warmen Tagen, wieder deutlich abzukühlen aber auch klar zu werden! Bei meiner Ankunft zur Mittagszeit zeigt sich der Himmel schon durchaus schön mit wilden Wolken und einem herben, straffen Wind... schon fast Sturm. Der Zeltaufbau ist entsprechend anstrengend, allein ohne Jans Hilfe hätte ich keine Chance gehabt und das Zelt einen Kilometer weiter auflesen können. Nach dem Aufbau ging es deshalb erstmal in einen Pulli, Jacke und Mütze - alles würde ich die nächsten 48 Stunden nicht mehr ausziehen.


Der Nachmittag wurde sehr entspannt, dem Sturm geschuldet, über weite Strecken im Wohnwagen verbracht. Objektrecherche für die kommende Nacht stand an. Ich beobachtete schon mal mit dem Finger auf der Karte den Kasten des Großen Bären durch und schrieb mir Helligkeiten aus der Liste - auch mit nur 8" sollte hier unter entsprechendem Himmel einiges zu sehen sein. Nach dem Abendessen (lecker Wurst in netter Gesellschaft), steht die Organisation des "Arbeitsplatzes" an und dann... tja das inzwischen schon wieder laaange Warten auf Dunkelheit. Sowohl Venus als auch Jupiter lassen sich aber schon vor Sonnenuntergang am Himmel entdecken.



Doch bevor es richtig los geht, kann ich mich endlich von den glühenden Kohlen in Form von Jans neuem Dobson befreien! Bisher sah ich nur Bilder und nur das direkte Begrabbeln kann hier Abhilfe schaffen. Mein erster Gedanke beim Ansehen: Sehr sehr hübsch aber viel zu filigran und nackig... Oh wie ich mich täuschte :D Die Konstruktion ist wirklich materialminimalistisch, die erste Berührung belehrt mich eines Besseren - eine stocksteife Konstruktion :O !! Die Bewegungen smooth und völlig ruckelfrei, Ausschwingzeit praktisch inexistent! Allein die Az-Achse ist mir zunächst einen Tick zu leichtgängig, interessanter Weise finde ich aber heraus, dass beim Drehen der Druck dann doch zunimmt, geniale Sache. Diese Art von Spiegel sehe ich nun auch zum ersten Mal Live - eine Sandwichkonstruktion, die schon vom Angucken verspricht erheblich kürzere Auskühlzeiten zu ermöglichen. Zunächst etwas verwirrend aber im Nachgang doch als tauglich und sogar wünschenswert empfunden: Die oberhalb des Hutrings angebrachte Spinne, ebenfalls nur auf den ersten Blick filigran und real ultrastabil. Was die optische Leistungsfähigkeit angeht wird mich die Nacht vielfach (!) zu verzücktem Jauchzen bringen - zwar habe ich schon vielfach durch diverse 16"er mitbeobachtet, aber ohne den Besitzern zu nahe zu treten: Das waren über weite Strecken eher Gürkchen...


Ich wende mich nun doch meiner Karte zu. Leider zeigt sich sehr schnell, dass ich nicht wirklich mitgedachte habe. Meine Ziele stehen nahezu exakt im Zenit, der sich leider mit dem GSO nur sehr hakelig bearbeiten lässt. Trotzdem starte ich zumindest mit den ersten Objekten. Auf der Linie Gamma und Beta UMa findet sich auf 1/3 ein Stern um den die ersten Galaxien aufblitzen. NGC 3738 und NGC 3756 liegen nah beieinander. Beide sind mit 11,2 und 11,5m eher hell aber nun keine strahlenden Gestalten, erstere ist eine interessante kleine Zwerggalaxie und die zweite eine Balkenspirale - Details lassen sich mit 8" erwartungsgemäß nicht ausmachen.

Durch den Stand bedingt, verschiebe ich weiteres Eindringen in den Bärenkorpus und schwenke zu M 109, von dort erkunde ich die naheliegenden Gesichtsfelder und sehe  NGC 3953, die mit 10,8m ein prominentes Objekt ist. In die andere Richtung liegte NGC 4102 die nicht weit zurückbleibt was die Helligkeit angeht, im selben Gesichtsfeld schön gelegen findet sich auch noch NGC 4068, diese irreguläre Galaxie ist dann schon ein anderes Kaliber 12,5m ist natürlich tadellos in Reichweite aber sie war schon sehr oberflächenschwach und vor allem nicht sichtbar konzentriert.

Einige Standards wie M 51, 101, 108, 81, 82, 63 seien der Vollständigkeit halber noch erwähnt, vor allem 51 war für 8" Verhältnisse mal wieder prächtig, kein Raten in Sachen Spiralarmen von Nöten! Weggehauen hat sie mich allerdings dann an Jans 16er: Arme wohin man blickt und von Knoten durchzogen. Ganz ehrlich - wir reden hier von Anblicken, die man mit einfachen Kurzzeitbelichtungen durch ein Teleskop schon nicht mehr fotografisch erfassen kann - herrlich. M 101, da war ich dann richtig baff - hell, groß... und doch immer wieder für eine Enttäuschung gut, hier steht und fällt alles mit dem Himmel, dann noch gepaart mit dem Teleskop war es ein Genuss die Spiralarme nachzuvollziehen, Verdickungen und H-II Regionen zu entdecken... jaaa doch, kann was :D

Hernach versuchte ich mich noch an zwei (bereits bekannten) Päärchen in den Jagdhunden. NGC 4485/4490 alias Arp 269, diese wechselwirkenden Galaxien sind mir immer wieder eine Freude, die große und merklich hellere hat einen Gezeitenschweif der im Ansatz sogar schon im 8"er zu sehen ist, in Richtung dieses Schweifs steht der kleine irreguläre Partner. Etwas weiter in Richtung Cor Caroli findet sich die Paarung NGC 4618/4625. Obwohl beide selben Typs sind und tatsächlich auch räumliche Nachbarn sind, ist 4318 sofort unübersehbar, selbst wenn man per Zufall in das Feld stolpern sollte (10,6), während man 4625 doch etwas Ruhe geben muss, dann ist sie aber ebenfalls kein Problem (12,3), sie ist in jedem Fall merklich kleiner (im infraroten übrigens nicht, da zeigen sich sehr schwache Arme).

Ein absolutes Highlight: Das Draco Trio NGC  5985, 5982, 5981... einfach mal WOW! Im 16er zeigen sich aufgereiht drei Galaxien wie sie unterschiedlicher nicht sein können, dabei keine Funzeln (mit 16") und somit schauen sie eigentlich interessanter aus als beispielsweise das Leotriplet. In der kommenden Nacht werde ich sie auch mit 8" suchen... aber dazu später mehr.

Während des Abends lief übrigens die Kamera dezent platziert und schoss eine Serie des Venus Untergangs.


Nach Mitternacht, war es 1 oder 2 Uhr (?) zog der Himmel plötzlich von Norden her zu, der Wind war bis auf einen leichten Zug hin und wieder zum Sonnenuntergang abgeflaut. Zeit für ein kurzes Aufwärmen in der Sternwarte. Hier hatte ich die Möglichkeit die Spindelgalaxie NGC 4240 durch den 20" Cassegrain zu sehen, durchaus beeindruckend! Ganz ehrlich fand ich sie allerdings später im 16"er nicht wirklich schlechter... Der Himmel zog nach einer viertel Stunde auch wieder frei, lustigerweise waren wir während des Aufziehens gerade mit dem Großen bei Messier 82... die überaus präsenten und detaillierten Dunkelwolken verloren etwas an Kontrast und als wir aufblickten mussten wir doch mal lachen: Ein immer noch detaillierter M 82 durch eine geschlossene Wolkendecke :D

Wir waren bereits vom windigen Tag durchgefroren in die Nacht gestartet - Ausrüstung und (laminierte) Karten bereits mit Reif bedeckt, das Anziehen der Maximalausrüstung - eigentlich für Winternächte konzipiert - retteten uns durch die vielen Stunden aber so mollig warm war uns dann doch nicht mehr ;) Umso schlimmer das Aufwärmen! Ich wurde fast augenblicklich RICHTIG müde... Trotzdem bequemten wir uns noch ein Stündchen an die Geräte bevor wir beschlossen uns für die zweite, mutmaßlich bessere Nacht, etwas schonen und in die Betten kriechen wollten.



Samstag... Ich krieche gegen halb acht aus dem Schlafsack. Die Morgenstimmung auf Teleskoptreffen ist immer wieder schön und einzigartig. Meist halte ich es trotz Müdigkeit und spätem Schlaf nie so wirklich lange aus. Es ist immer noch kalt, der Wind hat wieder aufgefrischt. Alles ist ruhig und die tiefe Sonne wärmt das taugeplagte Teleskop. Erstmal alles Nasse in Richtung Sonne drehen, dann fix unter die Dusche hüpfen und Teile der Menschlichkeit wieder herstellen. Eisreste finden sich immer noch auf den Karten, auch diese werden aber schnell trocken. Ich weiss nicht ob es nur MIR so geht, immer wenn ich auf Treffen bin fällt der durchorganisierte und getaktete Alltag ab - manchmal ist das auch verwirrend... Uhrzeit? Egal... Was mach ich wann? Wird sich zeigen :D Mitunter kann die Ziellosigkeit aber auch anstrengend sein - Das Zeitgefühl geht jedenfalls schnell verloren. Ein rudimentäres Frühstück angereichert durch einen sehr wilkommenen Kaffee von Jan (danke!), normal trinke ich gar keinen aber allein die Wärme hilft doch immens. 


Der Tag verfliegt mit anregenden Gesprächen, Seele baumeln lassen und immer mal wieder Windschutz aufsuchen. Des Nachmittags lasse ich die EOS nochmal rattern und die ziehenden Wolken aufnehmen. Mit dabei auch die beiden Sequenzen von Freitag (nach Westen) und Samstag (nach Süden) Nacht.


Frühjahrstreffen Vogelsberg 2015 from Benny Hartmann on Vimeo.

Vor dem Sonnenuntergang unternahmen wir noch einen kleinen Spaziergang zu einem verboten idyllisch gelegenen Teich/Tümpel in Schlagdistanz. Ein Ort, der im Abendlicht eine herrliche ruhige Stimmung verbreitet. Besonders hier wird mir wieder der Unterschied zu heimischen Gefilden bewusst - das ist auch Land - aber hier wird das Plätschern, Rauschen und Zwitschern doch merklich weniger durch die Geräusche von Bundesstraßen und Flugzeugen überlagert! Herrlich...



Nachdem ich meine Ravioli verdrückt hatte und man sich eigentlich wieder der Objektvorbereitung widmen wollte eine sehr freudige Überraschung: Andreas ist angekommen! Das hat mich wirklich gefreut, dass er es möglich gemacht hat, die Nacht mit uns zu verbringen. Einmal mehr stelle ich die Kamera am Rand des Geländes auf und wir erwarten das Ende der Dämmerung.

Nach subjektiver Ewigkeit lohnt es dann auch in den Deepsky vorzudringen. Ich finde endlich auch mit dem 8"er das Draco Trio, natürlich nicht wirklich mit dem Anblick im 16er zu vergleichen und nicht alle sind gleich einfach, falsch: Einfach ist keine aber einige sind eben knackiger. Interessanter Weise ist die Edgeon NGC 6981 mit unter 13m gar nicht mal die schwerste, NGC 5985 ist die hellste mit ca. 11m8 aber nur auf dem Papier, denn NGC 5981 ist konzentrierter.

Zeit für etwas Coma - ich starte bei Beta-Com und sehe relativ unaufgeregt NGC 5032, einfach ist sie nicht, schon allein dadurch, dass Beta im Gesichtsfeld ist wird das ganze ein Geduldsspiel um die richtige Ausrichtung und die richtige Richtung fürs indirekte Sehen. Irgendetwas unterbricht meine Tour und ich will später wieder ansetzen, werde aber nicht mehr dazu kommen. Als ich wieder am Teleskop bin habe ich wieder die Karte von Draco und UMi vor mir liegen und will mich etwas dort treiben lassen. Ein paar Starhopping Übungen bringen mich schnell von Pherkad am Kasten im kleinen Bären zur Galaxie NGC 5832. Eine "Häkchen" Galaxie in 8" - will heißen: Gesucht, gesehen, identifiziert aber ohne, dass sich hier intensives Beobachten in Details niederschlagen würde ;)


Strichspuren in Richtung Süden - so sieht das also ohne Lichtglocke aus!

Ermutigt durch die gute Orientierung auf der Karte gehe ich zurück ins Feld mit Pherkad uns starte eine längere und etwa anstrengende Hangelpartie von Sternmuster zu Sternmuster, über etliche Gesichtsfelder bis ich ankomme - Ja wo denn? Zwei relativ helle Sterne stehen hier, bei einem ein weiterer schwächerer sowie natürlich viele schwächere Feldsterne. Ich schwenke das Teleskop vielfach hin und her, die einzige Chance die Burschen, die sich hier mutmaßlich verstecken aus ihrer Deckung zu locken. Da! Ein kleiner Fleck nahe des "linken" Sterns! Eine mehrfache Wiederholung und ein Wechsel auf 14mm schließt alles andere aus - sie blitze indirekt immer wieder kurz auf, sehr sehr grenzwertig, niemals dauerhaft haltbar, aber da ist etwas. ich habe die Galaxie IC 1110 vor mir, genaue Helligkeiten finde ich nicht aber sie liegt jenseit von 14m, noch innerhalb der Grenzen dessen was 8" unter Himmel oberhalb von 6mag leisten kann aber eben schon nah an der Grenze und auch anstrengend. Jetzt geht es aber erst an die RICHTIGE Herausforderung in diesem Feld, mit den beiden Sternen ein Dreieck bildend schaue ich mit 30mm auf eine leere Fläche. Nicht ganz leer, einige schwache Feldsterne sind schon da. Ich schwenke mit indirektem Sehen lange über das Feld, immer wieder hin und her. Der Himmelshintergrund scheint mir ungleichmässig, keinerlei konzentrierte Aufhellung wie man das von den üblichen Objekten kennt, bei 14mm wird das noch deutlicher, hier der Himmel dunkel, beim Schwenken wird er etwas (!!!!) heller, dann wieder dunkler. Ich bin doch arg überrascht und freudig erregt. Schnell geht es an den 16er um meine Beobachtung zu verifizieren bevor ich dann noch weitere Beobachter hinzuziehe. Die Stelle ist schnell wieder gefunden und auch hier das selbe Spiel mit 24mm und 14mm. IC 1110 ist hier schon bedeutend einfacher, das zweite Objekt nicht wirklich einfacher, aber völlig reproduzierbar, bei 14mm schon gesichtsfeldfüllend ändert sich die Helligkeit des Himmelshintergrundes. Nun ist es Zeit auch Jan und dann Andreas das Feld zu zeigen und erst einmal selber ihre Schlüsse ziehen zu lassen. Am Ende sind wir uns einige: Da ist eine völlig undefinierte aber ortsfeste Helligkeitsvariation. Dabei handelt es sich um UGC 9749 - Den Ursa Minor Dwarf - eine nahe Zwerggalaxie der lokalen Gruppe, ein Thema was bei mir immer mal wieder hochkommt und wohliges Schauern auslöst, ich erinnere mich da noch an IC 10 in Cassiopeia, die ich sogar mit 5" schon sehen konnte. Bei diesen ultralowsurfacebrightness Objekten kommt es denke ich auch nur zweitrangig auf die Öffnung und viel mehr auf die richtige AP gepaart mit optimaler Transparenz an. Es war für mich ganz klar das Highlight des Abends, des Wochenendes und des bisherigen Jahres! 

Ein solcher Knacki, der körperlich spürbare Erschöpfung (gepaart mit tiefer Befriedigung) hinterlässt muss einfach der Höhepunkt einer Nacht bleiben, deshalb geht zwar weder der Himmel flöten noch meine Motivation aber die verbleibenden zwei Stunden bis etwa viertel vor vier verbringe ich ohne Anspruch auf Heldentaten mit entspannten Gesprächen und Blicken meist durch andere Teleskope. Vollgepackt mit wunderschönen Eindrücken und endlich wieder rückhaltlos davon überzeugt, das schönste Hobby der Welt zu haben geht es dann irgendwann in den Schlafsack :)


Paradies im Nirgendwo

Fazit: Was soll ich da noch schreiben.. ich hoffe und denke es kam rüber, dass ich aufs Äusserte glücklich die Heimreise antrat :)) Die kurze Zeit voll ausgefüllt mir Nichtstun und dann wieder gespannter Betriebsamkeit des Nachts - einfach perfekt. Dazu beigetragen haben einmal mehr die Menschen um mich herum. Das fängt direkt mit Jan an, ohne dessen menschliche und sächliche Infrastruktur das ganze bei Weitem nicht so viel Spaß und Entspannung gebracht hätte, dann natürlich die netten Gesprächspartner des Wochenendes, die ich teils schon kannte teils aber auch neu kennenlernte wie Jan (2) oder Günther und last but not least natürlich der Verein selber, der diese immer wieder eindrücklichen Erlebnisse an ihrem Standort möglich macht.

Sonntag, 9. März 2014

BB vom 08.03.2014

Ort: Laufenselden
Zeit: 21:30 bis 2:30 Uhr
Wetter: hoher Horizontdunst und durchziehenden Cirren, wechselhaft 4 bis 1° C geringe Luftfeuchte
GG: Nicht gemessen, weit fortgeschrittener Mond, zum Ende hin erstaunlich gut bei guter Transparenz in Zenitnähe

Bereits am Freitagabend geisterten diverse Anfragen über die Mailingliste, die ich kaum nachvollziehen konnte - der Mond ist doch schon viel zu weit! Es reizte mich aber doch extrem endlich mal einen Blick durch Horias neuen 18"er zu werfen und mir kam eine Nacht vor einigen Jahren in Erinnerung, auch im Frühjahr, wo wir bei einer ähnlichen Mondphase durchaus einige Überraschungen im Bereich Deepsky erlebt haben. Schnell noch eine (nein drei) Mails an Marcel, der uns ja einmal besuchen wollte um sich die Martinigeräte anzuschauen und dann harren auf den Sonnenuntergang.

Ich kam dann doch eine halbe Stunde später los als ich wollte und so waren gegen 21:30 Uhr Horia, Ronald und Andreas schon seit Ewigkeiten vor Ort (Horia gar schon um sieben Uhr!). Bevor ich den 8er in Position brachte wurde zunächst die Barndoor aufgestellt und auf Dauerfeuer gestellt (idiotischer Weise habe ich sie so lange nicht mehr benutzt, dass ich sie schlicht FALSCHHERUM aufgestellt habe, das Ergebnis ist trotzdem interessant). Horias Gerät ist ein Schmuckstück, sowohl äusserlich wie auch durch die kaum mehr zu toppende Optik. Trotz hochpräsentem Mond habe ich als eines der ersten Objekte meinen besten Eskimonebel überhaupt sehen können (ohne Filter), die Form war überdeutlich und die doppelte Schalenstruktur war auch auf Anhieb wahrzunehmen, 6m+ dürften hier ganz klar einen fotografischen Anblick produzieren!

Mein Ziel war aber nach langer Zeit auszuloten was 8" bei diesen widrigen Bedingungen dem mondverseuchten Himmel entreissen können. M81 und 82 sind da natürlich keine allzugroße Herausforderung, nachdem ich die AP aber weit genug auf etwa 1,5mm gedrückt hatte waren auch die beiden nahen Begleiter zu sehen, NGC 3077 etwas einfacher als NC 2976, die merklich schwächer daherkam.

Weiter zu M108 und M97, die in 8" sehr kontrastarm und schwach blieben. Leider habe ich die beiden durch ein Gespräch im 18"er verpasst, dort sahen Horia und Andreas sogar die Augen im Eulennebel! M51 war ebenfalls drin, natürlich bar jeglicher Struktur, was sich aber im Laufe der Nacht noch ändern sollte, von hier ein größerer Sprung zu Beta CVn und dem Gespann NGC 4490/4485. Diese beiden hatte ich dann auch nochmal im Großen geniessen dürfen, vorher hatte Horia noch NGC 4449 - es ist unglaublich, wie eine Dampfwalze pflügt der Riesenspiegel durch den Himmel und lässt sich von Cirren und Mond bei weitem nicht so stark beeindrucken wie ich das gedacht hätte. Auch das Leotriplet geht schon komplett (später in der Nacht dann auch mit 8" alle drei Galaxien problenlos zu sehen, das ging zu Beginn nicht mit der NGC Galaxie). Ein weiteres Beispiel für den Sieg der Öffnung über den Siff war ein natürlich nicht blendender aber doch hochdetailierter Kernbereich von M42, der Mond stand hier ja besonders nah. Einen frühen M13 den ich bis über 250x hochziehen konnte und demenstprechend aufgelöst war möchte ich nicht verschweigen zumal ich mit 6,7mm auch schon die Begleitgalaxie erhaschen konnte - trotz Mond und tiefem Stand.

Zu vorgerückter Stunde (inzwischen war auch Ingo eingetroffen, machte ich mich auf die Suche nach dem "Stargate" einem Asterismus zwischen Virgo und Corvus, sehr schlau Benny - erst tönen dass man das mal wieder anschauen sollte, und dann keine Ahnung mehr haben wo es liegt :D Die letzte Beobachtung dürfte mindestens 4 Jahre her sein, also ging es ans großflächige Stochern in der Nähe des Raben. Ha! Da ist schonmal M104, die Sombrerogalaxie (die ich wiederum im 18er nochmal effektheischender sah), daneben der "The Shark", den ich erst wirklich durch Ingos Erläuterungen als solchen nachvollziehen konnte, da ist Fantasie gefragt. Und tatsächlich, kaum ein Gesichtsfeld daneben das "Stargate" eine interessante (zufällige) Sternanordnung aus sechs Sternen die zwei ineinander verschachtelte Dreiecke bilden. Ich müsste nochmal recherchieren ob der eine Stern variabel ist, ich hatte ihn im Vergleich der anderen beiden Dreieckssterne heller in Erinnerung.


Mars & Spica

Kurz bevor Horia die Segel strich und einpackte, machten sich er und Ingo noch auf die Suche nach 3C 273, was sonst beobachtet man bei Mond :D
Ingo hatte ihn nach einigem Hopping zügig mit der DSRA Karte gefunden und naturgemäß war es sogar eines der einfacheren Objekte des Abends und im 40cm Spiegel bei weitem nicht das dunkelste Objekt im Gesichtsfeld. Später als der Himmel dann merklich besser geworden war, konnte ich ihn auch noch mal in Ingos 8er problemlos bewundern. 

Kaum waren die Ersten beim Packen fuhr ein weiteres Auto vor. Wow, trotz der echt schon bös vorgerückten Stunde landete noch Marcel mit seiner Freundin, die Ärmsten hatten eine üble Fahrt mit einer Stunde Stau (und das um Mitternacht herum!) hinter sich, bei gut 100km Anfahrt war natürlich klar, dass ich da jetzt nicht mein Zeug einpacke ;) Horia und Ronald brachen bald die Zelte ab, standen sie doch zu dem Zeitpunkt schon seit über 5 Stunden. Zusammen mit Andreas, der auch noch bis zum bitteren Ende ausharrte konnten die beiden zumindest seinen Reise-Martini intensiver kennenlernen und diverse Okulare ausprobieren. Leute, sorry nochmal, dass ich meinen nicht mitgenommen hatte :( Aber ich dachte nicht, dass ihr kommt, ich denke mit Andreas Gerät wart ihr aber schon auf dem richtigen Weg, so groß sind die Unterschiede ja nicht, beide haben ihren Nachbesserungsbedarf und geben sie ja sowohl vom Preis, Gewicht, Stabilität ect nicht viel, so dass hier das Bauchgefühl entscheiden darf was dann am Ende kommt :)

Ruckzuck war es jetzt fast halb drei und die beiden Weitgereisten machten sich auf den Weg, auch für Andreas und mich jetzt das ultimative Signal zum Aufbruch, den "armen" Ingo haben wir seinem Schicksal überlassen, da er aber ohnehin immer im mobilen Heim unterwegs ist und sicher noch eine Runde vor der Heimfahrt geschlafen hat mache ich mir da keine Sorgen ;)

Ein Fazit dieser Nacht: Viel hilft viel und es ging mal wieder viel mehr als ich zu hoffen wagte. Der 18er ist ein probates Mittel gegen schlechten Himmel, er kann nicht zaubern aber doch bis zu einem gewissen Maß mieses Wetter erträglicher machen, durch meine Beoabchtungen mit 18" bei guten Bedingungen weiss ich aber, dass natürlich auch er immens unter dem Mond litt, aber hey - es ging was! Die Nacht gerettet hat eigentlich der massive Siff im Westen, so war der Mond schon lange bevor er endgültig Untergang bei weitem nicht so störend wie ich befürchtete, schon ab 30° Höhe war sein Einfluss auf der gegenüberliegenden Seite des Himmels kaum noch wahrzunehmen.

Da war noch was... achja die Barndoor :D Tja eigentlich wollte ich mal ein "reversed Timelapse" anfertigen, also Sternbild steht und die Erde bewegt sich drumherum, weil ich sie falsch aufgestellt habe bewegt sich nun beides, Himmel und Erde, schaut aber trotzdem nett aus ;)



Beobachtungsnacht vom 08.03.2014 Zeitraffer / Timelapse from Benny Hartmann on Vimeo.


Danke an all meine Mitbeobachter, die den Abend erlebenswert gemacht haben.

Dienstag, 25. Februar 2014

BB vom 24.02.2014

Ort: Idsteiner Land
Zeit: 22:00 bis 1:30 Uhr
Wetter: Wolkenlos, zunehmende Cirrusbewölkung, windig, ca. 5°
GG: Zu Beginn etwa 5m8 zum Ende hin 5m5

Gegen Nachmittag trudelten in meiner Mailbox die ersten Aufrufe zum Stelldichein in Laufenselden ein. Völlig klar würde es eher nicht werden, das sah ich schon, aber wer weiss schon wie das Wetter wird? Gegen Sonnenuntergang wurde die Verschleierung des Himmels aber immer ärgerlicher und ich hakte es für mich dann doch ab, mit Sprit und Schlaf musste ich ohnehin etwas haushalten. Kaum waren die Füße hochgelegt und der Abend beschlossen... das Telefon! Rainer meldete zwar ebenfalls keine bombastische Transparenz aber konnte mich nach dem zweiten Anruf doch davon überzeugen, dass die Nacht ausreichend Spaß bieten würde - Danke! Das tat sie wirklich und wenn ich mir die Wolken heute morgen und den Wetterbericht der nächsten Tage anschaue, war es die einzig richtige Entscheidung den Abend doch zu nutzen.

Da ich nur mit kleinem Gepäck in Form des Heritage und der Kamera ankam hatte ich wenig Aufbaustress und startete zunächst eine Zeitrafferaufnahme. Geil! Schon beim ersten Testbild surrte ein beeindruckender Bolide direkt zwischen Orion und Canis Major fast senkrecht runter. Er ist sogar komplett auf dem Chip gelandet (Das Stativ stand leider nicht richtig und hat einen Windstoß abbekommen).


Nun aber los in die Weiten des Deepsky. Den Start markierte der Dominanz am Himmel folgend wieder das Sternbild Orion, neben dem unweigerlichen M42/45 besuchte ich auch noch M78 und NGC 2024, der aber wegen mangelnder Transparenz nicht gerade einfach war. Rainer hatte hier aber das klar interessantere Objekt im Okular: NGC 1788, der "Foxface Nebula" ein Reflexionsnebel. Bei etwa 170-fach konnte ich einen vergleichsweise hellen Stern wahrnehmen ein Drittel Gesichtsfeld entfernt war ohne große Anstrengung ein elongierter Nebel um einen weiteren Stern zu sehen. Nach einiger Zeit des Einsehens, zeigte sich ein unregelmässig von der Verbindungslinie der beiden Sterne wegzeigender viel schwächerer Ausläufer, er war aber wirklich an der Wahrnehmungsgrenze, indirekt wurde auch noch ein weiterer schwacher Stern in den Ausläufern sichtbar. Ein hochgradig interessantes Zeichenobjekt, landet auf meiner immer dicker werdenden to-do Liste ;)

Rainer widmete sich weiteren Objekten im Orion, während es mich jetzt endlich mal aus unserer Nachbarschaft hin zu Galaxien zog. Auch hier war als erstes wieder die SN fällig, im 130 bei niedriger Vergrößerung schon nicht mehr so einfach wie vor wenigen Tagen in 8", bei 97-fach dann aber sicher zu halten. Einige Galaxien im Großraum UMa mussten nun zeigen was der kleine so kann. Das Pärchen NGC 4485/4490 (Arp 269) war schon in der Übersichtsvergrößerung auszumachen, bzw die große/hellere der beiden, bei 97-fach hingegen war das ungleiche Paar dann auch komplett zu sehen, während der kleine Begleiter ein schwacher völlig homogener winziger Fleck blieb, war die längliche Hauptgalaxie schwach nach einer Seite gebogen, nur dezent aber sicher nicht gleichmässig. Ein großer Schwenk hinüber zu M1, ist noch da :D Auch der Eskimonebel NGC 2392 leuchtet fröhlich vor sich hin, allerdings war hier die verfügbare Vergrößerung am Heritage einfach zu klein um mehr als die typische äussere Form darzustellen.


Messier 94 war ein sicheres, bei hoher Vergrößerung leicht gemotteltes Ziel, aber echte Details waren mit 5" nicht festzunageln. M51 hingegen zeigte schon Ansätze von Spiralstruktur im kleinen Newton. Es folgten noch ein paar Standardgalaxien wie M108, M109 und M101. Rainer rief mich zwischenzeitlich an seinen 12er, er hatte einen sehr interessanten PN im Orion angepeilt. NGC 2022 war bei 170-fach als ziemlich runder und auffälliger Fleck zu sehen, mehr Details waren bei dieser niedrigen Vergrößerung nicht herauszuschälen. Bei 400x mutierte die kosmische Leiche zu einem genialen Objekt! Der Nebel war nunmehr ganz klar oval, nicht stark aber doch sichtbar von der Kreisform abweichend. Interessantestes Detail jedoch war ein auffälliger Helligkeitsknoten am äussersten Rand des PN, er wirkte mitunter stellar. Die Ringform, die laut DSS Ausdruck zu sehen sein sollte fand ich persönlich unheimlich schwer und würde sie guten Gewissens als NICHT gesehen eintragen, da ist etwas, eine Unruhe, aber der Abstand ist zu gering. Ähnliches gilt für den Zentralstern, gesehen habe ich ihn ganz sicher, aber er ist eben richtig hell und geht so zumindest bei diesen Bedingungen mit diesem Gerät nahtlos in die Nebelmasse über.



Beobachtungsnach vom 24.02.2014 Zeitraffer / Timelapse from Benny Hartmann on Vimeo.

Während ich schon langsam über den Abbau nachdachte (und dann auch umsetzte, die Transparenz brach übereinstimmend zunehmend ein) wollte Rainer es aber nochmal richtig wissen und nahm das "allseits bekannte Einsteigerobjekt" OJ 278 aufs Korn ^^ Ein läppische 3.500.000.000 Lichtjahre entfernter Quasar (BL Lac Objekt) sollte es also sein, Rainers Aufsuchkarte war wie immer vorbildlich, so dass ich den Einstieg schnell fand. Trotzdem war das Feld bei 400-fach nicht ohne Fallstricke, beim dritten Sprung passierte es mehrmals, dass ich die Referenzsterne verlor und von vorne beginnen musste. Mit knapp unter 15m war der Quasar selber ein echter Knacki, aber er liess sich mehrfach reproduzierbar auf die Netzhaut zaubern, klar identifiziert, allerdings sprechen wir hier von einem Aufblitzen und keinesfalls von einem indirekten Halten. Dieser enorme Ausflug in die echten Tiefen des Deepsky beschloss dann auch unsere Nacht und wir machten uns auf die Heimfahrt.

 So war der Abend nicht nur toll durch unser Fachsimpeln sondern diesmal auch wirklich durch das Gesehene und auch wenn die Nacht ein schlafökonomisches Desaster war, bereue ich nicht eine Sekunde rausgefahren zu sein - nun schaut es erstmal wieder nach wetterbedingter Zwangspause aus.

Dienstag, 27. August 2013

Erfahrungsbericht: Bresser N114/900 Galaxia Newton

Hersteller: Bresser
Öffnung: 114 mm
Brennweite: 900 mm
Bauart: Newton
Okularauszug: 1,25"
Neupreis: ca. 279 €
Noch in Besitz: JA

Durch einen erstaunlichen Zufall war ich gerade auf der Suche nach einem Einsteiger-Paket-Teleskop, vor allem um es den in letzter Zeit doch zahlreichen Einsteigern, die mitkamen um einen Eindruck von Teleskopen zu bekommen zu zeigen was sie erwartet sollten sie sich für ein solches Teleskop entscheiden, als dieser Bresser Galaxia buchstäblich vor meiner Nase gegen Versandkostenerstattung abgegeben wurde! Bei diesem "Preis" konnte ich schlecht nein sagen, auch wenn sich bereits ein 114/900 in meinem Besitz befindet, der allerdings dauerhaft in einen Dobson umgebaut wurde und sich von daher nur eingeschränkt dazu eignet, Einsteiger die Leistung und die Schwächen von den berühmten "Paketteleskopen" zu demonstrieren. Dazu darf er auch so gerne mal auf dem heimischen Balkon zum Einsatz kommen...



Montiert ist der Newton auf einer parallaktischen EQ-Sky Montierung, die fast zu 100% mit der 2006er Version der Astro3  identisch ist, die eine zeitlang zusammen mit dem "Lidl" 70/700 Refraktor für 70€ verkauft wurde. Die Montierung ist mit dem langen Hebel schon merklich überfordert und wird wohl bei höheren Vergrößerungen unangenehm zittern. Das Stahlrohrstativ ist dabei leider einer der Schwachstellen, obwohl sie auf den ersten Blick stabiler als das alte Alustativ aussieht. Die drei Spinnenarme sind leidlich dick, das Innenrohr wie bei fast jedem Teleskop nicht dunkel und reflexarm genug. Die Justageschrauben der Hauptspiegelzelle sind viel zu schwach und trotz Konterschrauben war die erste Justage eine wackelige Angelegenheit. Eine Hauptspiegelmittenmarkierung gibt es leider nicht, so dass hier erst einmal nach Augenmaß justiert wurde. Auch die Rohrschellen machen nicht den besten Eindruck, eine Kontermutter ist hier in jedem Fall noch nötig. Was sehr nett ist: Die EQ-Sky Montierung lässt sich auf 90° stellen und damit in den Alt-AZ Modus versetzen. 

Der Skywatcher Heritage-130P durfte auch schon kurz Platz nehmen, lässt sich mangels Drehmöglichkeit aber nicht im äquatorialen Modus nutzen, wohl aber beim "Montierungsdobson". Der Okularauszug ist sehr einfach gehalten, wie bei allen Teleskopen dieser Größen/Preisklasse, das OAZ Rohr ragt merklich zu weit in den Tubus hinein! Über die weiteren optischen Eigenschaften werde ich nach den ersten Beobachtungen berichten, erwarte da aber keine negativen Überraschungen.

Vorläufiges Fazit: Das Gerät bietet genau das, was ich von den heutigen Einsteigerpaketen kenne und erwartet habe, ein hübsches Finish und viele Probleme, denen allerdings fast allesamt mit entsprechenden Tuningmaßnahmen beizukommen ist. Ob ich diese allerdings zeitnah durchführe weiss ich nicht, soll das Instrument doch auch genau diese Schwächen zeigen - wie ich mich kenne werde ich aber nicht ewig auf meinen Händen sitzen können und die Veränderungen doch vornehmen ;)

Zu diesem Teleskop habe ich mich aufgerafft ein kleines Videoreview anzufertigen - es ist derzeit noch halbfertig aber ich binde es einfach mal hier ein - Die erste Szene hat einen Datenfehler, man kann den Sinn des Hackfleisches aber wohl grob erfassen ;)





114er reviewPre-Alpha "114/900 - Auch heute noch DAS Einsteigerteleskop - Teil I" from Benny Hartmann on Vimeo.

Samstag, 17. August 2013

Beobachtung Nova Delphini 2013 & Zeitraffer

Ort: Taunusstein/Balkon
Uhrzeit: ~2 Uhr
8x30 Fernglas

Heute früh um 2 Uhr habe ich die Nova nochmal mit dem Fernglas aufgesucht und fotografiert. In Relation zum nebenstehenden 5m7 Stern ist die Helligkeit zum Vortag auffällig gestiegen. Freiäugig war sie um die Uhrzeit auch gut von meinem Balkon innerorts auszumachen.

Der Helligkeitsanstieg war in jedem Fall stark genug um mir wirklich merklich gegenüber des Vortages aufzufallen. Da ich ohnehin fokussieren musste, habe ich die Kamera an den Rechner angeschlossen und bis 4:15 weiterlaufen lassen... 






Zeitrafferaufnahme vom 17.08.2013 from Benny Hartmann on Vimeo.


(Video folgt in Kürze)

Sonntag, 11. August 2013

Bericht vom 6. HUTT in Perscheid 08.-11.08.2013


Datum: 09-11.08.2013
Ort: Perscheid im Hunsrück

Bericht vom Hunsrücker Teleskoptreffen 2013

Die ersten Zeilen dieses Berichts schreibe ich noch gemütlich vor meinem Zelt sitzend in der Nachmittagssonne, sonst sind die Erinnerung an den fantastischen Abend und die lange Nacht dahin bis ich wieder zu Hause bin. Gegen 16 Uhr traf ich im beschaulichen Perscheid ein, vor der großen Begrüßungsrunde war natürlich erst das Zelt und das Equipment aufzubauen, dank Wurfzelt kein großer Akt. Für die Hinfahrt brauchte ich um die anderthalb Stunden, aber wir fuhren auch die romantische Strecke am Rhein entlang und schraubten uns dann ab Bacharach in die Höhe in Richtung Perscheid.


Der Hauptaspekt eines Teleskoptreffens, insbesondere eines kleineren im familiären Rahmen ist natürlich das Kennenlernen von Sternfreunden und das Treffen von alten Bekannten, die ich stellenweise schon seit einigen Jahren nicht mehr gesehen hatte, allein für die vielen netten Kontakte und Gespräche hätte sich die Anreise schon gelohnt! Vielen Dank an dieser Stelle an alle, die dort waren und dazu beigetragen haben, das Treffen wirklich zu einem einmaligen Erlebnis zu machen.



Und hier noch zwei schöne Bilder von Claudia und Bernd, danke fürs Schicken!


Benny & Bernd - endlich ein persönliches Treffen






Während mein Sohnemann die Lust am Zelten schnell verging und doch lieber die Nacht beim zum Glück heraneilenden Opa zu verbringen war meine Kleine Feuer und Flamme, sicher auch weil sie sich schnell mit den Töchtern von Jörn und Markus angefreundet hat, ein tolles Erlebnis auch für sie... Nach einem mehr oder minder schmackhaften Abendessen (Dosenfraß) und vielen guten Gesprächen widmeten wir uns dann geschlossen dem langsam aufreissenden Sternhimmel. Zunächst galt es einige Geräte zu justieren (vor allem Armin und Andreas waren am Dauerkollimieren), dann ging an diesem Abend auch noch Jans ETX an seinen neuen Besitzer und wir verbrachten einige Zeit mit dem Aufstellen und Einstellen, ist auch bei mir schon etliche Jahre her, aber langsam kamen mir die Arbeitsschritte wieder und nach einiger Zeit schnurrte das ETX in bekannter Lautstärke sauber über den Himmel.




Einem Fast-Einsteiger führten Armin und ich in aller Ruhe die Vorzüge eines (in diesem Fall meines) 12“ Dobsons vor, die Begeisterung die da langsam heranreifte stieg im Prinzip parallel zur Grenzgröße an, der Himmel war in der ersten Nachthälfte sehr wechselnd bewölkt, stellenweise ging GAR nichts, dann war die Hälfte des Himmels wieder knackenklar. Bis dato hatte ich nur einige Standardobjekte angefahren, wir mussten eben das beobachten was gerade frei war ;)


Und wo wir gerade bei den beiden sind, hier ein schönes Foto, dass mir die Beiden noch für den Bericht zur Verfügung gestellt haben.



Eindrücklich war auch die Beobachtung von Neptun im 10“ Schiefspiegler! Kurioserweise war es vor etlichen Jahren genau DIESES Gerät in dem ich den Planten auf dem ATB das erste Mal gesehen habe :)

Während wir uns gerade unterhielten, passierte möglicherweise DAS Highlight schlechthin, aus dem Augenwinkel wurde es plötzlich gleissend hell – Gewitter? - schoss mir in einer Millisekunde durch Kopf, zum Glück ging mein Kopf auch direkt nach oben, in die richtige Richtung (Cas/Per) sah ich glücklicherweise schon und so sah ich den wohl beeindruckendsten Boliden, den ich jemals gesehen habe! Er wurde dann auch erst RICHTIG hell, giftgrün und tauchte den Platz, den Wald und mehr als den halben Himmel in ein gespenstisches Licht, so schnell wie er kam verglühte er auch, ein Zerbröckeln konnten wir nicht ausmachen, trotz seiner gleissenden Helligkeit, die ich gar nicht in Magnituden ausdrücken kann (eher Vollmond denn irgendein helles Gestirn!), war seine Spur nicht lange, nur langsam. Ein vielstimmiger Aufschrei begleitete dieses beeindruckende Schauspiel. Ein weiterer Glücksfall war die Tatsache, dass ich bereits seit über einer Stunde meine EOS mit Ulis Fischeyeobjektiv auf Dauerfeuer 30 Sekunden Aufnahmen machte, so war der Bolide dann auch wirklich perfekt eingefangen!

NACHTRAG: Dank Micha (Winnie) konnte der Bolide jetzt als Kappa-Cygnide eingeordnet werden, vor allem Radiant und die niedrige Geschwindigkeit wären typisch, wobei die Helligkeit schon ein starker Ausreisser nach oben ist.


Und noch ein ca. 90% Ausschnitt des Boliden

Je weiter die Nacht voranschritt, desto weniger wurde die Bewölkung und nach ein Uhr war der Himmel dann komplett frei und ordentlich dunkel, Nils maß einen Mittelwert von 21,33 mag/arcsec² und wir lagen ein gutes Stück jenseits der 6m3! So waren denn auch etliche Objekte genial zu sehen. Mit Nils besuchte ich nochmals das Galaxienpäärchen in der Leier. Doch damit nicht genug, zum ersten Mal habe ich mich getraut durch einen 18“er zu schauen, das habe ich bisher wohlweislich vermieden – zu Recht! Dieser Anblick macht einen erst sehr aufgeregt und dann seeeehr nachdenklich :D Auch an dieser stelle ein herzliches Dankeschön an Uta und Wolfgang, denen ich an diesem Abend noch viele unglaublich Anblicke bekannter Objekte mit diesem beneidenswertene Teleskop verdanke! So wünschte ich mir Stephans Quintett, dass einen mit 18“ recht einfach anspringen, aber schon NGC 7331 mit ihren etlichen Begleitern war ein wahrer Genuß. Später wurde auch noch die aktuelle Supernova und M74 beobachtete (die ich auch im 12er noch gut sehen konnte) und ein echter foto-like M33 mit allen Spiralarmen und auffälligen Knoten war noch eines der Highlights. Auch die Lyragalaxien sahen wir in diesem Gerät.

Strichspuren des Rohmaterials für das Zeitraffervideo



Einen Zwischenstopp legte ich auch noch bei Christian und seiner neuen „Liegestuhl-Bino-Montierung“ ein. Die lässt sich wirklich leicht verstelllen, bleibt eigentlich nur noch ein Drehteller unter dem Stuhl zu montieren und mann kann völlig entspannt ohne aufzustehen über den Himmel sausen.

Etwas später konnte ich bei Toni im 16“er sogar noch eine zweite Supernova beobachten SN2013dy in NGC 7250 – zwei Supernovae in einer Nacht ist auch eher ungewöhnlich, einfach klasse :D Irgendwann nach einer Nacht die zwar wirklich lang war aber andererseits auch wie im Flug verging kroch ich dann doch ziemlich müde gegen 4 Uhr ins Zelt. Es hatte zwar etwas gedauert aber in der zweiten Nachthälfte konnte man die Bedingungen durchaus als genial bezeichnen, dazu ging fast durchgehend ein leichter Wind, der später zwar etwas frösteln lies, aber auch jeden Tau verhinderte.

 

6. HUTT Perscheid/Hunsrück 09.-11.08.2013 from Benny Hartmann on Vimeo.

Der nächste Morgen kam zwar um 7:30 Uhr unbarmherzig früh, dafür aber warm und sonnig. Die friedliche Stimmung über dem zum allergrößten Teil noch schlummernden Platz nutze ich um ein paar Video-Eindrücke zu sammeln.

Obwoh ich eigentlich nur einen „One-night-stand“ geplant hatte, hat es dann doch noch geklappt eine zweite Nacht dranzuhängen! Meine Frau und mein Sohn wurden also „kurzerhand“ (es waren schon ein paar stressige Stunden bis ich wieder in Perscheid war) abgeholt, nebst größerem Zelt. Zwar war Sohnemann wie immer arg unentschlosen ob er jetzt Spaß haben sollte oder lieber dauermaulen angesagt war, spätestens als die Mädels ihn zum Küchendienst und Kaffekochen eingespannt haben fand er es dann aber doch ganz nett ;)

Das abendliche Grillen war wieder eine schöne gesellige Runde und auch die nichtübernachtenden Besucher vom Vortag (Armin, Markus und Björn mit Familie und Anhang) waren wieder zu uns gestossen. Das Wetter war ein paar Grad kühler als am Vortag und auch der Wind hatte ganz schln aufgefrischt, trocken blieb es aber dennoch und der klaren Himmel zeigte sich heute schon bedeutend früher und lies erste Beobachtungen zu. Zwar zogen im Laufe der Nacht auch immer wieder größere Wolken durch, aber lange mussten wir eigentlich nie warten bis es weitergehen konnte. Ehrlich gesagt war ich aber auch noch ziemlich platt von der vorherigen wirklich langen Nacht und so war das eigentliche Beobachten eher zweitrangig und der nächtliche Stuhlkreis mit lustigen und interessanten Gesprächen das Highlight der Nacht. Die Kälte war sicher auch müdigkeitsbedingt etwas nagend und umgekehrt die Müdigkeit der Kühle geschuldet aber um viertel vor zwo zog es mich dann doch unumkehrbar in meinen Schlafsack, aber nicht ohne vorher noch mit meiner Frau einen kleinen Himmelsspaziergang mit dem 12er gemacht zu haben, ein mehr als seltenes Vergnügen bei zwei kleinen Kindern!








Der typische TT-Morgen: Verstopfte Nase, leicht gemarterte Knochen und natürlich viel zu kurze Nacht :D Egal, wir haben noch eine nette Fahrt nach Rheinböllen zum Brötchenmann gemacht und dabei die wirklich tolle Landschaft im morgendlichen Licht genossen. Nach dem gemütlichen Frühstück im Vereinsheim (ich fands doch noch bissl zu frisch fürs Outdoor-Futtern), machten wir uns dann auch schon an den Abbau und nach einer größeren Verabschiedungsrunde über den Platz ging es nach Hause, nicht ohne noch eine Fährfahrt über den Rhein und ein Besuch der Germania mit der Gondelbahn bei Rüdesheim mitzunehmen ;)

Puuuh Zeit für ein Fazit – Das HUTT in Perscheid war nicht nur das Highlight des Jahres was Treffen angeht, es wird mit auch lange als eines der schönsten Treffen überhaupt in Erinnerung bleiben, nicht nur wegen einiger fantastischer astronomischen Ereignisse wie dem Megaboliden, den beiden Supernovae und den unglaublichen Details im 18“er, das war unerwartetes und tolle Beiwerk, aber die eigentlich Freude haben wie immer die Leute vor Ort bereitet. Alte Gesichter die ich mitunter viel zu lange nicht mehr gesehen und gesprochen habe (exemplarisch nenne ich hier mal Franz, Armin, Jörn, Andreas, Uli und natürlich die „Hunsrücker“ selber) sondern auch die vielen neuen Bekanntschaften die oft endlich ein Gesicht hinter dem Avatar im Internet aber IMMER sehr liebe Menschen offenbarten, wie Markus, meine neuen „Lieblingskisten“ (mit süchtigmachender „Medizin“ ;) ), Toni, Marie, Stefanie,  Uta und Wolfgang sowie die mitgereisten Familen und allen deren Namen mein löchriges Gedächtnis auf Schlafentzug gerade LEIDER nicht hergibt, die mir aber sicher im Laufe der nächsten Tage wieder einfallen :D

Die Organisation war toll wie unauffällig und das Treffen ein voller Erfolg. Sogar meine wenig astronomisch ambitionierte Frau hat auf der Rückfahrt gesagt:“Nächstes Jahr nehm ich mir dann aber schon ab Freitag Urlaub.“ - DAS will was heissen, glaubt mir ;) Der Platz ist Bäume hin, Bäume her durchaus als ideal zu bezeichnen und die Infrastruktur lässt eigentlich keine Wünsche offen, die Lage auf einer Kuppe und fernab der echten Lichtglocken tut sein Übriges...





Danke für die unvergesslichen Tage.


>>Bennys Bericht vom 6.HUTT 2013 - auf ATDS<<
>>Bericht im Astrotreff<<

Samstag, 6. Juli 2013

BB vom 05.07.2013

Laufenselden
22:30 - 2:30 Uhr
wolkenlos, stärkerer Dunst bis etwa 35° Höhe
Im Zenit ~ 6m

Schon Anfang der Woche versprachen mir die Wetterdienste, dass diese Nacht die erste brauchbare der Neumondphase sein sollte, blöderweise sah es den ganzen Tag gar nicht danach aus, aber zumindest wolkenlos war es dann wirklich wenn auch wirklich noch schmierig, aber freier Himmel will genutzt sein... Bei Andreas und Benny rannte ich damit offene Türen ein und schon standen wir auf dem Acker, umschwirrt von erstaunlich vielen Glühwürmchen (die dringend auf Rotlicht umgebaut werden sollten!).

Zu allem Überfluss war heute auch noch das fussballerische Saisonende zu feiern, also war im Vereinsheim bis  nach Mitternacht noch Licht und hin und wieder auch ein Auto, dass uns das Leben schwer machte. Irgendwann war dann aber endlich Ruhe und auch der Himmel hatte sich massiv gemausert! Die beeindruckende Milchstraße war fast von Horizont bis Horizont zu verfolgen.

Objekttechnisch war ich heute endlich mal wieder auf "Abwegen". Das war nach langer Zeit, in der ich hauptsächlich ungezielt altbekannte Objekte aus dem Kopf angefahren habe, oder Spontaneingebungen aus dem Atlas gesucht habe, wieder ein vorbereitetes Projekt mit entsprechenden Karten.
Während die Sommermilchstrasse bekanntermaßen ein Übermaß an Sternhaufen, Planetarischen Nebeln und Nebeln bietet, sind Galaxien relativ rar und bestimmte Sternbilder weisen gar keine bekannten Galaxien auf - was aber nicht heisst, dass es dort keine gibt! Für diesen Abend habe ich einige Galaxien in der Leier vorbereitet.

Den Start markierte die Galaxie NGC 6675. Sie liegt weniger als 2° von Vega entfernt und war gestern zu Beginn noch recht knifflig. Die Galaxie hat eine "Helligkeit" von 13m3 und 14m/arcsec² Oberflächenhelligkeit In der Aufsuchvergrößerung mit 22mm tastete ich mich Stern für Stern an die mutmaßliche Stelle heran, die war dank der CNebulaX Karten auch wirklich gut zu finden, auch wenn ich das nächste Mal die Sterne etwas zurückfahren werde, die 15m Sterne verwirrten da mitunter mehr als sie halfen, gerade bei niedrigerer Vergrößerung. Ans Eingemachte ging es aber mit dem 14mm Speers Waler.



Zwei recht markante Sternenkonstellationen im Gesichtsfeld halfen immens beim Festnageln. Da ist zum einen ein kleines "Sterngewimmel" das vom unteren Gesichtsfeldrand hereinragt, zum anderern eine visuell gut zu erfassende Sechsergruppe (eigentlich sind es mehr als sechs, auch visuell aber sechs sind von änlicher Helligkeit, die an die Sechs auf einem Würfel erinnern), diese zeigt praktisch direkt auf die Galaxie. Beim Augenrollen nahm ich recht schnell eine immer wiederkehrende Aufhellung an der richtigen Stelle wahr, sie war aber nicht dauerhaft zu halten, weswegen ich Andreas hinzurief, der nach einigem Einsehen die Galaxie bestätigen konnte. Nach einiger Zeit hatte ich den Dreh dann auch besser raus, sie war dann auch dauerhaft indirekt zu halten, wenn man den rechten unteren Okularfeldrand fixiert. Sie erscheint leicht elongiert gibt aber sonst keine Details preis.


Nach diesem eher unspektakulären Gesellen versuchte ich mich noch an der mit 11m4 "hellsten" Galaxie in der Leier: NGC 6703



Das Aufsuchen gestaltete sich von 13Lyr aus unproblematisch und schon sehe ich sie, nicht brennend hell aber direkt ganz klar auszumachen und fast perfekt rund. Recht schnell fällt mir eine weitere Galaxie im Gesichtsfeld ins Auge, NGC 6702, der mit 12m2 merklich schwächere Begleiter, der aber auch problemlos zu sehen ist. Dieses Feld sollte man sich übrigens als lohnendes Zeichenobjekt markieren! Die beiden Galaxien bilden mit einer kleinen Sternanhäufung ein nahezu perfektes Dreieck, sehr ästhetisch!


Diese drei Galaxien, blieben die letzten in der Leier in dieser Nacht, denn die Dämmerung kroch heran und irgendwie saß mir die kühle Feuchtigkeit auch langsam in den Knochen. Thema Feuchtigkeit: Man konnte es schon am starken Horizontdunst erahnen, es war tierisch nass! Koffer, Karten und Okulare blieben
auf der Heckablage, aber die Autos sahen aus wie nach einem Starkregen und der Holzschutz konnte heute auch mal zeigen was er drauf hat. Meinen Tausammler (aka Telrad) habe ich im Laufe der Nacht sicher drei Dutzend mal abgewischt. Für die Feuchtigkeit war der Himmel dann aber doch mehr als lohnend und wir hatten eine angenehme kleine Runde. Zum Abschluss schaute ich mit Benny noch M31 und zeigte ihm Mirachs Geist - NGC 404. Pegasus war schon komplett aufgestiegen und man hätte sich sogar noch in die Gegend um NGC 7331 wagen können, aber gen Osten wurde es schon langsam heller und so verschoben wir weitere Beobachtungen auf die nächsten Nächte, die wohl auch alle nutzbar sein werden!

Zu Beginn liess ich noch die Kamera leerlaufen, aus 109 Aufnahmen á 20s bei ISO 800 habe ich den Dämmerungsverlauf (~23 Uhr bis 23:40 Uhr) und das Vorbeiziehen des Skorpions festhalten, "schön" zu sehen auch der ungewöhnliche Publikumsverkehr ;) Achtet mal auf den ortsfesten leuchtenden Punkt direkt RECHTS neben meinem Teleskop auf Höhe des Huts - da saß allen Ernstes stundenlang regungslos aber leuchtend ein Glühwürmchen auf einem Grashalm, das Vieh muss mit Duracell laufen, auch nach 2 Uhr war es immer noch munter am leuchten :D Mann kann es recht gut von den zwei Deadpixeln unterscheiden weil es manchmal die Helligkeit ändert.



Timelapse Beobachtungsnacht vom 05.06.2013 from Benny Hartmann on Vimeo.

Zu guter Letzt noch das bearbeitete Summenbild der Serie (Autoframes wurden ausgeschnitten daher die Lücken)