Posts mit dem Label Erfahrungsbericht werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Erfahrungsbericht werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 26. November 2013

Eindrücke vom Lidl Auriol Zoomfernglas 10-30x60

Wie angekündigt liegt der heimische Lidl wieder voller Optik. Neben dem Spektiv vom letzten Jahr auch wieder die einschlägigen Zoomferngläser mit 60mm Öffnung.

Ich liess es mir nicht nehmen, die Ferngläser mal näher zu betrachten, ich hätte auch FAST eins mitgenommen, für 17,99€ kann man doch nichts falsch machen... oder doch?

Die Packung ist bunt und selbsterklärend wie immer, der Inhalt vollständig (Fernglas, Tasche, Trageriemen, Schutzkappen, Tuch, Anleitung). Der erste Blick geht immer Richtung Kasse um die Justage zu prüfen. Gleich das erste war der totale Reinfall, "schielte" extrem stark, Doppelbilder sind hier selbst bei niedrigster Zoomstufe vorprogrammiert. Auch das zweite und das dritte zeigten ein ähnliches Bild. Dazu kamen bei allen Gläsern extreme Reflexe obwohl die Leuchtstoffröhren nicht mal im Bild waren. Obstruiert scheint nichts zu sein, die Austrittspupillen waren rund. Das Gehäuse ist gummiert und erschreckend leicht, das Bresser/Meade 10x50 was bis vor zwei Jahren verkauft wurde ist MERKLICH schwerer, hier wurde wohl billigestes Plastik eingesetzt wo es nur ging. Die Linsen waren in Ordnung aber innen sah man Klebereste und von Innenschwärzung keine Spur, das erklärt natürlich auch die Reflexe. Einige Gehäuse hatten flächendeckend eine weissliche Sprenkelung, was auch immer das ist, es liess sich wegwischen ist aber nicht besonders schön!

Das vierte und fünfte Glas was ich auspackte (die Mitarbeiter sind morgens zum Glück noch zu sehr beschäftigt mich davon abzuhalten) waren auf den ersten Blick in Ordnung was die Justage angeht, allerdings zeigten sich auch bei ihnen bei höherer Vergrößerung ebenfalls Dejustageerscheinungen. Sehr schade! Natürlich habe ich nicht alle aufgemacht, da wäre ich mir doch etwas blöd vorgekommen aber 7/12 sind schon viele und erschreckend wenn da kein Exemplar dabei ist was man wirklich nutzen könnte! Die Streuung ist bekanntermaßen groß, es MAG irgendwo in Deutschland ein paar taugliche Exemplare geben aber für 17,99€ kann man eben doch einen Fehler machen. Sehr sehr schade, dass das "alte" 10x50 nicht mehr verkauft wird, das gab es für den selben Preis, hatte AUCH Qualitätsstreuung aber war merklich besser und eben kein Zoomfernglas, was ja per se nicht sonderlich empfehlenswert ist, schon allein wegen dem Klorolleneinblick bei niedriger (=interessanter) Vergrößerung. Mein (Aldi) Traveller 10-30x50 ist jedenfalls besser verarbeitet und kostete vor einigen Jahren genausoviel. Mein Tipp: Macht es wie ich - statt Fernglas: 400g Pfeffersteak, 2kg Speisekartoffeln festkochend und 800g feine Brechbohnen, habt ihr länger Spaß dran.


Dienstag, 27. August 2013

Erfahrungsbericht: Bresser N114/900 Galaxia Newton

Hersteller: Bresser
Öffnung: 114 mm
Brennweite: 900 mm
Bauart: Newton
Okularauszug: 1,25"
Neupreis: ca. 279 €
Noch in Besitz: JA

Durch einen erstaunlichen Zufall war ich gerade auf der Suche nach einem Einsteiger-Paket-Teleskop, vor allem um es den in letzter Zeit doch zahlreichen Einsteigern, die mitkamen um einen Eindruck von Teleskopen zu bekommen zu zeigen was sie erwartet sollten sie sich für ein solches Teleskop entscheiden, als dieser Bresser Galaxia buchstäblich vor meiner Nase gegen Versandkostenerstattung abgegeben wurde! Bei diesem "Preis" konnte ich schlecht nein sagen, auch wenn sich bereits ein 114/900 in meinem Besitz befindet, der allerdings dauerhaft in einen Dobson umgebaut wurde und sich von daher nur eingeschränkt dazu eignet, Einsteiger die Leistung und die Schwächen von den berühmten "Paketteleskopen" zu demonstrieren. Dazu darf er auch so gerne mal auf dem heimischen Balkon zum Einsatz kommen...



Montiert ist der Newton auf einer parallaktischen EQ-Sky Montierung, die fast zu 100% mit der 2006er Version der Astro3  identisch ist, die eine zeitlang zusammen mit dem "Lidl" 70/700 Refraktor für 70€ verkauft wurde. Die Montierung ist mit dem langen Hebel schon merklich überfordert und wird wohl bei höheren Vergrößerungen unangenehm zittern. Das Stahlrohrstativ ist dabei leider einer der Schwachstellen, obwohl sie auf den ersten Blick stabiler als das alte Alustativ aussieht. Die drei Spinnenarme sind leidlich dick, das Innenrohr wie bei fast jedem Teleskop nicht dunkel und reflexarm genug. Die Justageschrauben der Hauptspiegelzelle sind viel zu schwach und trotz Konterschrauben war die erste Justage eine wackelige Angelegenheit. Eine Hauptspiegelmittenmarkierung gibt es leider nicht, so dass hier erst einmal nach Augenmaß justiert wurde. Auch die Rohrschellen machen nicht den besten Eindruck, eine Kontermutter ist hier in jedem Fall noch nötig. Was sehr nett ist: Die EQ-Sky Montierung lässt sich auf 90° stellen und damit in den Alt-AZ Modus versetzen. 

Der Skywatcher Heritage-130P durfte auch schon kurz Platz nehmen, lässt sich mangels Drehmöglichkeit aber nicht im äquatorialen Modus nutzen, wohl aber beim "Montierungsdobson". Der Okularauszug ist sehr einfach gehalten, wie bei allen Teleskopen dieser Größen/Preisklasse, das OAZ Rohr ragt merklich zu weit in den Tubus hinein! Über die weiteren optischen Eigenschaften werde ich nach den ersten Beobachtungen berichten, erwarte da aber keine negativen Überraschungen.

Vorläufiges Fazit: Das Gerät bietet genau das, was ich von den heutigen Einsteigerpaketen kenne und erwartet habe, ein hübsches Finish und viele Probleme, denen allerdings fast allesamt mit entsprechenden Tuningmaßnahmen beizukommen ist. Ob ich diese allerdings zeitnah durchführe weiss ich nicht, soll das Instrument doch auch genau diese Schwächen zeigen - wie ich mich kenne werde ich aber nicht ewig auf meinen Händen sitzen können und die Veränderungen doch vornehmen ;)

Zu diesem Teleskop habe ich mich aufgerafft ein kleines Videoreview anzufertigen - es ist derzeit noch halbfertig aber ich binde es einfach mal hier ein - Die erste Szene hat einen Datenfehler, man kann den Sinn des Hackfleisches aber wohl grob erfassen ;)





114er reviewPre-Alpha "114/900 - Auch heute noch DAS Einsteigerteleskop - Teil I" from Benny Hartmann on Vimeo.

Freitag, 2. August 2013

Erfahrungsbericht: Skywatcher Heritage 130P Flextube

Hersteller: Skywatcher
Öffnung: 130 mm
Brennweite: 650
Bauart: Newton
Okularauszug: 1,25" Drehfokussierer
Neupreis: ca. 189 €
Noch in Besitz: JA



 Natürlich hatte ich mich vorher schon ein bisschen über das Skywatcher Heritage-130P schlau gemacht und kannte dementsprechend zumindest in der Theorie die Grenzen des Instruments. Beim ersten Auspacken und begrabbeln gefiel mir (zum ersten Mal!) die Anleitung, ich hatte ewig keine von einem Neugerät mehr in der Hand, vieleicht ist sie ja heute durchweg so gehalten, aber die doch recht detailreiche Schilderungen wie Berechnungswege zum wahren Gesichtsfeld über das scheinbare, sowie einige Worte zu AP und sogar ein Kapitel zur Wahl des richtigen Beobachtungsplatzes - klasse, gabs früher nicht oder nur in einem Nebensatz. Die Kollimationsanleitung ist, naja wie immer etwas kompliziert und für den Justageneuling sicher erstmal mehr verwirrungstiftend denn hilfreich, aber seis drum, es wird immerhin korrekt und breit erklärt. Die beiden Beipackokulare haben 25 und 10mm Brennweite, so genannte "Super" hinter denen sich m.W. Reversed Kellner verstecken, von einem Plössl Okular meist bereits geschlagen sind es aber dennoch keine billigen Plastikokulare wie man sie ja doch manchmal noch findet...



Das Teleskop wiegt (habs eben nachgeblättert) unter 7kg, ich hätte es sogar nochmal 2kg leichter geschätzt als ich es das erste Mal in der Hand hatte, nichts woran man sich einen Bruch heben könnte. Das Packmaß ist genial klein und ich lehne mich sicher nicht zu weit aus dem Fenster zu sagen, dass der kleine in Sachen Schnelligkeit beim Aufbau vom Beifahrersitz aus wohl nur noch durch ein unmontiertes Fernglas zu schlagen ist!



Die Mechanik macht keinen schlechten Eindruck, eine Schraube sorgt für den nötigen Anpressdruck, eine weitere lässt die Prismenschiene auf die der Newton montiert ist in Beobachtungshöhe fahren. Zwei Schrauben am Tubus entlassen die beiden Stangen nebst Hut, alles sehr gut auch im Dunkeln zu machen wenn man es vorher mittags mal im Wohnzimmer "geübt" hat. Am Ende noch die Schutzkappe vom Hut nehmen und schon einsatzbereit - Halt, nicht ganz! Einen einfachen aber tauglichen Leuchtpunktsucher gibt es noch dazu, ich hatte ihn heute Mittag schon montiert, also entfield das Befestigen, das leider einen Schraubendreher benötigt, aber gut kann man ja durchaus dranlassen, macht das Gerät nicht wirklich größer und schon gar nicht schwerer.
Die Haptik gefällt mir ausgesprochen gut, natürlich muss man auf dem Boden sitzen, aber bei den derzeitigen Temperaturen ist das keine Qual und man (ich) kann jede Position von Horizont bis Zenit bequem im Sitzen erreichen ohne sich groß zu verrenken. Die Konstruktion ist angenehm stabil, schwingt kaum nach und bleibt dank der Friktionsbremse auch immer sauber stehen. Ich hab jetzt nicht nachgeschaut, aber ich denke da ist überall feines Teflon verbaut, die Bewegungen sind feinfühlig und genau möglich. Das Einstellen der bekannten Standardobjekte gelang mir extrem gut, das macht natürlich die niedrige Konstruktion, selbst beim 8"er muss man zum Drehen und Einstellen halt mal aufstehen, das entfällt hier und bekannte Objekte kann man wirklich drei Sekunden nach der ersten Berührung im Okular haben.
Die Sternabbildung fand ich im 25mm mehr als akzeptabel, die Justage war wie schon erwähnt nicht perfekt, denke aber das geht für niedrige Vergrößerungen definitiv klar. Zwar wird er als beugungsbegrenzter Parabolnewton angepriesen, aber einige Focaulttests von Stathis lassen auf viele Ausreisser nach unten (auch unter die Beugungsgrenze) schliessen da viele keine vollkommene Parabel erreicht haben, aber auch einige bessere Exemplare gibt es durchaus - was ich da jetzt vor mir habe, kann ich natürlich nicht so einfach mit den beiden Okularen ermitteln. Es ist sicher kein Gerät mit dem man freudvoll bei 200x Planeten beobachten kann, für meinen Verwendungszweck - niedrigste Vergrößerungen zwischen 20 und sagen wir mal 40-fach - sollte das nur eine sehr untergeordnete Rolle spielen. Was viel eher eine Rolle spielen wird ist der Streulichtschutz. Zwar hat der Heritage eine rudimentäre Blende am Hut verbaut, die ist aber weder besonders matt noch besonders groß, hier werde ich sicher mal als erstes tätig werden. Die Okulare sind auch nicht ordentlich geschwärzt, beim ersten Eintauchen in die Milchstraße zeigten sich schon Spiegelungen heller Sterne im Okular.
Der Okularauszug ist ein sehr einfacher Drehfokussierer, der wohl den labberigsten Teil des Teleskops darstellt. Er ist jetzt kein Nogo bei den eingesetzten Vergrößerungen aber er ist nunmal auf 1,25" beschränkt - einen Tod muss man bei diesem Preis halt sterben. Ich denke auch es ist eher unwahrscheinlich da ohne Riesenaufwand etwas aufzurüsten, deshalb liegt hier bereits der Bleistift um in den nächsten Monaten wenn ich Zeit finde mindestens einen komplett neuen Hut zu konstruieren, dann mit 2" OAZ, anderer Spinne und auch entsprechendem Fangspiegel. Aber um es mal für diejenigen auf den Punkt zu bringen, die das Gerät mit etwas weniger Anspruch an die Richfieldmöglichkeiten einfach out-of-the-box nutzen möchten: Weder Hut noch OAZ sind wirklich Schund, den man nicht nutzen könnte!



Was leistet das Gerät denn nun? Ich habe mir eine ganze Reihe von Standard Objekten vorgenommen und möchte sie einfach mal kurz zusammengefasst beschreiben. Wer die Objekte aus anderen Geräten kennt, kann ja dann in etwa einschätzen  wo das Gerät leistungsmässig liegt.
NGC 6910 -  26x

Sehr schönes Sternfeld um Sadr, der kleine Sternhaufen sticht aus der Sternfülle hervor.

M 27 - 26x

Der Hantelnebel ist hell und kann in seiner Form bereits erfasst werden

65x

Die Hantelform ist überdeutlich, noch erhebliche Lichtreserven.
NGC 7000 - 26x
Ohne Filter trotz hoher AP und leidlich dunklem Himmel nicht ganz einfach, aber doch sicher zu sehen - wenn man weiss wo er liegt... kein 1,25" Filter zur Hand
NGC 6960 (Sturmvogel, Cirrus) - 26x
Ohne Filter schon recht gut auszumachen, leider kein Filter zur Hand, lässt sich bereits über einen riesigen Bereich des Gesichtsfeldes verfolgen
M 71 - 65x 

Es blitzen bereits reichlich Einzelsterne
h+x Persei - 26x

Optimales Objekt für die niedrige Vergrößerung, Sternketten im Inneren aber trotzdem schon gut sichtbar.

M31/32/110 - 26x

Trotz des niedrigen Standes ist die Galaxie ein Genuss, gesichtsfeldfüllend mit ihren beiden Begleitern, erstes Staubband einfach, zweites mit einigem Augenverbiegen zu erkennen

NGC 404 - 65x

Sichtbar aber nicht zu einfach, weil Mirach immer noch zu nah steht bei dieser Vergrößerung
 M13 - 26x

Stark gemottelter, heller Fleck, die unregelmäßige Form ist bereits klar auszumachen und abzugrenzen

65x

Bereits REICHLICH Einzelsterne zu sehen, zentrumsnah bleibt ein diffuser Bereich, hätte ich dem Gerät echt nicht zugetraut

M 57 - 26x

bereits bei dieser Vergrößerung gut von einem Stern zu unterscheiden

65x

Ringform ist auszumachen, hier muss aber natürlich höher vergrößert werden um wirklich mehr zu sehen - kein passendes Okular zur Hand.

M 51 - 26x

Beide Galaxienkerne bereits auszumachen und abzugrenzen

65x

Die ersten Ansätze der Spiralstruktur von NGC 5194 sind gut zu sehen, hier ist auch noch genug Licht um höher zu vergrößern.
Mir hat es auf jeden Fall einen Riesenspaß gemacht damit über den Himmel zu sausen und die Abbildungsleistung (unter Berücksichtigung der Okulare und des Justagezustands) hat mir sehr gut gefallen. Mein Fazit nach der ersten kurzen Nacht: Dieses Teleskop ist definitiv KEIN Spielzeug sondern wirklich eine schöner Ergänzung. Ob ich es jetzt jemandem als ERSTteleskop raten würde? Ich weiss es nicht... Ich habe bemerkt, daß doch erheblich mehr damit geht, als ich erst einmal angenommen habe (mein letztes Teleskop dieser Größe ist schon einige Jahre her), ein Allrounder ist es wegen seiner Optikqualitätsproblematik sicher nicht unbedingt, auch wenn man sicher schon etwas am Planeten sehen kann - zumal wenn man ordentlich justiert und ein gutes Exemplar erwischt. Die Mechanik und Haptik finde ich rundum gut gelungen, mit einem kleinen "Aber" in Sachen OAZ, aber lieber ein minimal wackliger Drehfokussierer als ein Plastikzahntrieb der ewig weit in den Tubus ragt... und damit es nicht falsch verstanden wird: Der OAZ verstellt sich nicht von alleine, lediglich während des Scharfstellens wackelt die Auflage etwas, NICHT aber das Teleskop, ein sehr feinfühliges Scharfstellen bei ruhigstehenden Sternen ist möglich, das macht schon extrem viel aus und unterscheidet den Heritage von allen anderen Teleskopen dieser Preisklasse, die ich kennengelernt habe, da wackelt nämlich das komplette Teleskop und macht das Scharfstellen zum Ratespiel ;)

Nachtrag: Am 23.August hatte ich die Möglichkeit den Heritage zusammen mit einem weiteren Heritage von Jan und dem Ronchi-Okular von Michael mal etwas näher zu prüfen. Das Okular zeigte keine gravierenden Optikmängel, parallele und gleichmässig dicke Linien, lediglich die Verzerrung am äussersten Rand lassen auf eine abgesunkene Kante schließen. Die beiden Exemplare waren bei diesem Test weitestgehend identisch, wir taten uns alle schwer einen wirklichen Unterschied festzustellen, auch das zweite Geräte zeigte eine abgesunkene Kante, die Abbildung ist bei den bisherigen Vergrößerungen (bis 65x) in jedem Fall praxisgerecht.
  

Montag, 10. Dezember 2012

Erfahrungsbericht: Lidl Spektiv "Auriol" 20-60x60

>>zu den Lidlangeboten 2015<<

Hersteller: Auriol (?)
Öffnung: 60 mm
Brennweite: ?
Bauart: Dachkant

Okularauszug: festes Zoomokular
Neupreis: ca. 29 €
Noch in Besitz: JA


Also mal wieder etwas potentiell astronomisch nutzbares beim Discounter Lidl. Im Laden wurden zunächst die in Hülle und Fülle liegenden Pakete begutachtet - keine abgestoßenen Ecken oder Risse die auf einen unsanften Transport oder Handling schließen lassen. Guckt auch keiner? Gut dann reißen wir gleich mal eine Packung auf. Alles ordentlich und sauber verpackt, kein wahrnehmbarer Geruch wie man ihn oft bei Chinawaren feststellen muss! Die Optik ist innerhalb der Transporttasche nochmal einzeln in Folie eingepackt, ebenso das Ministativ.

Die Gebrauchsanleitung ist schlicht, aber bebildert und klärt über alles wichtige auf. Was mir positiv ins Auge sticht: ÜBERALL finden sich Warnhinweise auf die Sonnenbeobachtung, in der Anleitung, als knallgelbe Warnkarte in der Schachtel sowie mit ebenso gelben Stickern auf Front- und Okulardeckel (nach dem Abnehmen der aufgeklebten Sticker bleibt ein weiterer auf der Frontabdeckung - Das nenne ich wirklich mal vorbildlich - Trotzdem werde ich die Sonne bei Gelegenheit damit beobachten - Natürlich nur mit Baader AstroSolar Sonnenfilterfolie
  
Der Test im Laden war nicht sonderlich auffällig aber auch nicht sehr aussagekräftig. Die Abbildung war durch die Bank weg scharf und gut zu fokussieren, keine merklich gebogenen Linien oder störende Farbfehler. Die Fokussierung ist genau richtig, nicht zu schwer und nicht zu leicht, der Weg ist je nach Entfernung recht weit, aber das ist Bauart bedingt. Die Linsen sind sauber und auch innen recht reflexfrei, vor allem aber sieht man keine Klebereste wie ich das immer wieder bei billigen Ferngläsern gesehen habe.
Das Tischstativ ist ein netter Gag, nicht VÖLLIG überlastet und vom Neiger her schon brauchbar, aber stabil ist natürlich etwas anderes - was aber auch zu einem Großteil am benutzten Tisch liegt. Wesentlich brauchbarer wird das ganze aber auf einem stabilen, größeren Stativ - in meinem Fall habe ich das Spektiv nun auf mein altes Revue Stativ montiert. Ein L-Halter mit Fotogewinde ist fest mit einer Schelle am Spektiv befestigt.
  
Ein nettes Feature, auch wenn ich NOCH nicht weiß wofür: Man kann den Tubus in einer Art Schelle in jede beliebige Position drehen und klemmen . 
Der erste Test zu Hause zeigt: Der Rand ist gar nicht mal so schlecht, allerdings erscheint er minimal unscharf - damit meine ich nicht den Rand des Bildfeldes sondenr den schwarzen Rand selber. Das Bild erscheint farbneutral (kein Gelbstich o.ä.) an hellen Kanten stört der Farbfehler bei niedrigen Vergrößerungen noch nicht. Der Tunnelblick bei 20x ist typisch für Zoomgläser, bei 60-fach ist das Feld dann schon ordentlich, kann das aber nicht schätzen. Die 3mm AP bei 20-fach ist nachgemessener Weise vorhanden. Bei 1mm AP geht dem Röhrchen natürlich das Licht aus, ich kann mir da vorstellen, daß man am Mond oder Jupiter trotzdem noch beobachten kann, das Bild ist auch hier scharf zu stellen.

Ein Fototest mit der Seben Digiklemme scheiterte bisher, das ganze wird mit der schweren EOS zu kippelig und ich will mir nicht das Okular abbrechen - wird die Tage noch mit einer leichteren Knipse nachgeholt. Heute nachmittag nehme ich es mal mit um draußen in der Natur das ganze nochmal näher unter die Lupe zu nehmen, ein astronomischer Test... naja wenn mal wieder Himmel ist ;)




Fazit: Für unter 30€ wird man schwerlich etwas besseres finden, das "Lidl Fernglas" Bresser 10x50 kann natürlich auch mithalten, hat aber schon wieder einen leicht anderen Einsatzzweck. Für einen schnellen Blick auf Mond, Saturn oder Jupiter eignet es sich sicher schon, Wunder darf man sicher nicht erwarten. 

Auf dem Feld gings dann noch einmal an das wofür das Gerät beworben wird: Naturbeobachtung. Mit einem stabilen Stativ macht das Beobachten durchaus Spaß, allerdings wird mir bei 1mm AP auch am hellichten Tag das Licht etwas knapp, bis 40x ist es aber ein angenehmes Beobachten.

Einen weiteren Test habe ich im heimischen Keller mit einem in etwa 15m entfernten aufgehängten Millimeterpapier durchgeführt. Dabei kam eine kissenförmige Verzeichnung zu Tage, diese fiel mir aber bei der Naturbeobachtung nicht bewusst ins Auge. Von den Auswirkungen jetzt nicht so stark wie die Verzeichnung des Objektivs an der EOS mit dem ich das Foto aufgenommen habe.



Der erste Test bei Nacht:

war gerade mal eine 3/4 Stunde mit dem kleinen draußen auf dem Feld :)

Montiert habe ich es auf mein altes aber recht stabiles Revue Stativ, das kleine ist keine allzugroße Hilfe, es sei denn man sitzt wirklich auf dem Balkon an einem STABILEN Tisch, hab ich aber heute gar nicht erst versucht, stattdessen habe ich nun ein nettes neues Froschperspektivenstativ für meine EOS.

Das Peilen gelingt wegen der eher geringen Vergrößerung recht gut, ein Peiler wäre natürlich trotzdem wünschenswert. Als erstes habe ich M 42 angepeilt, trotz des noch tiefen Standes im eher aufgehellten Bereich des Himmels, war der Nebel für 60mm schon ordentlich zu sehen. Mein Eindruck: Man sieht mehr als in einem 10x50 Fernglas, weniger als in einem 20x80 Fernglas , was nicht weiter verwundert. Auch die Vergrößerung konnte man hier ruhig über die 40x hochreißen. Dabei bemerkte ich aber bei den hohen Vergrößerungen, daß die Optik einen leichten Astigmatismus hat, mal schauen ob sich das noch entspannen lässt.

Jupiter zeigte schon bei 20x knackig aufgereiht seine Monde. Bei höheren Vergrößerungen fand ich den Farbfehler immer störender, vor allem bei 60x am hellen Jupiter, hier leiden dann natürlich auch die sehr feinen Details, die waren allerdings mit ca. 40x durchaus auszumachen.

Nun nochmal ein paar Sternhaufen angepeilt - M 45 (Plejaden) passt gerade so ins Gesichtsfeld, hat mir aber gut gefallen. Danach kamen noch die Fuhrmannhaufen, hier kann das Spektiv mit steigender Vergrößerung im Vergleich zu einem Fernglas punkten, sie lösen sich überraschend schön auf. M31 (Andromedagalaxie) zum Abschluss: Hier wäre mehr AP besser und auch mehr Feld, aber spassig ist es trotzdem, mit beiden Begleitgalaxien.

Mein Fazit bleibt: Für DEN Preis eine nette Optik, die weder Heu noch Platz frisst und von daher gerne immer im Auto mitfahren darf. 

UPDATE 2013:

Auch nach einem Jahr gibt es die Auriol Spektive wieder, in den letzten 12 Monaten hatte ich es nicht sehr häufig aber doch immer mal wieder benutzt, allerdings TAGSÜBER. Hier finde ich nach wie vor, dass es ein "Nice to have" Gerät ist, für Leute die schon alles haben, denen ein Fernglas eben zu wenig Vergrößerung bietet und/oder ein Teleskop zu schwer ist - kurz: Ein selten genutztes Gerät was man aber dank des Preises verschmerzen kann. Zwischenzeitlich kamen auch immer wieder Anmerkungen zur Qualitätsstreuung, die ist DEFINITIV vorhanden, am besten im Markt schonmal auspacken und nach stärkeren Defekten und ABbildungsfehlern Ausschau halten.





Zu guter Letzt gibt es als Ergänzung noch einen kleinen Videotest am Tage - Die Bedingungen waren mit Nebel und Wind nicht ideal aber ein zweiter bei gutem Wetter wird sicher noch folgen...



 

Spektiv Videotest "Lidl" Auriol 20-60x60 Spektiv from Benny Hartmann on Vimeo.

Mittwoch, 1. Juli 2009

Erfahrungsbericht: GSO 150/900 Newton

Hersteller: GSO
Öffnung: 150 mm
Brennweite: 900 mm
Bauart: Newton
Okularauszug: 2" Crayford
Neupreis: ca. 230€
Noch in Besitz: NEIN 

2008 wurde Wolfi Ransburg namentlich auf astronomie.de von einigen engagierten Sternfreunden auf die Idee gebracht ein Gerät in Auftrag zu geben, dass es so noch nicht am deutschen Markt gibt - Eine Alternative, die zwischen einem parallaktischen 150/750 und einem 200/1200 Dobson liegt. Viele Einsteiger wollen ihre Fotoambitionen nicht begraben und ein 8"er erscheint vielen als intransportabel. Ein 150/750 war da bisher die erste Wahl - allerdings mit den bekannten Einschränkungen: im günstigen Segment ohne 2" OAZ und vor allem das kritischere f/5. Wolfi zeigte sich dann auch angetan von der Idee und so wurde nach zähem Ringen versuchsweise eine Serie von 150/900 Geräten von GSO gefertigt. Das Gerät wird OTA mit Rohrschellen und einer 2" Verlängerungshülse ausgeliefert, demnächst soll auch noch eine optionale Rockerbox erhältlich sein. Parallaktisch lässt sich das Gerät im Gegensatz zu einem 8"er auch noch mit moderatem Aufwand montieren - auch fotografisch. 

Lange Rede kurzer Sinn - Wenn man so was propagiert, dann sollte man auch mit vorangehen und es sich auch selbst anschauen was draus geworden ist. Ausser diesem Punkt, finde ich die Daten auch sehr nett für einen Reisedobson - zu dem er dann schlussendlich bei mir werden wird.

Nach dem Auspacken fiel mir erstmal auf, dass keine Schrauben für die Rohrschellen dabei sind, Glück im Unglück an der Montierung und einer alten Rohrschelle im Kofferraum waren noch zwei brauchbare... Die Rohrschellen machen im Gegensatz zu den Skywatcherrohrschellen die ich für alle anderen Geräte habe einen stabilen und höherwertigen Eindruck, sind recht breit und natürlich innen mit Kratzerschutz belegt. Als Montierungen hatte ich die EQ3-2 und eine TAL2M mit, die TAL kam aber wegen der zu kurzen Schrauben nicht zum Einsatz. Der Tubus hat einen 2" Crayford verbaut, den ich obschon ich kein Fan der nichtuntersetzten Crayfords bin sehr sauber arbeitet, an den Standardsucherschuh kam mein Skysurfer III. Die Justage mit dem Laser verläuft identisch zu meinem 8" f/6 GSO, schnell erledigt und auch stabil.  

Als erstes das 22mm LVW in den OAZ ... und sofort merke ich warum eine 2" Verlängerungshülse mit im Paket ist - ich komme extrafokal nicht in den Fokus. Die 2" Verlängerungshülse macht einen guten Eindruck ist recht hochbauend und hat ein Filtergewinde und wie auch der OAZ und die mitgelieferte 1,25" Reduzierung eine Ringklemmung. Fokus nun kein Problem mehr und die Abbildung sieht sehr sauber aus - doch dazu später mehr. Erstes Objekt ist NGC 6910, OH in Cygnus. Als ich die Vergrösserung steigere und mein 10mm Speers in den OAZ stecke, fällt mir ein seltsamer Effekt auf, der uns die halbe Nacht beschäftigen wird: Am Gesichtsfeldrand sieht man eine starke Aufhellung und die Feldblende ist nur unscharf zu sehen, nicht aber die Sterne - also die Abbildung der Sterne ist vollkommen in Ordnung nur die Feldblende ist nicht scharf begrenzt. Ich wechsele zum 14mm Speers (auch bei diesem immens intrafokalkritischen Okular komme ich nicht ohne Verlängerungshülse in den Fokus) und der Effekt ist fast gänzlich verschwunden. Aufhellungen hatte ich im Speers sonst nie, Christian bringt mir das 9mm Nagler auch hier ist der Effekt zu sehen, allerdings nicht so stark wie im 10mm Speers, es halt allerdings auch eine andere Fokallage. Dann noch zum Vergleich ein 13mm Nagler - hier ist die Aufhellung sogar noch stärker als im 10mm Speers. Mit 5mm Nagler, 6mm Antares W70, 7mm WO UWAN, 30mm UWA und 32mm Plössl ist das Problem nicht sichtbar. Gleich vorweg, woran es genau liegt haben wir nicht klären können, an der Brennweite liegt es nicht, es tritt eher bei WW Okularen auf und korreliert mit der Fokallage der Okulare.

Fazit:

Am Ende hat sich das bestätigt was ich und andere Sternfreunde vermuteten. Das Gerät ist von den Eckdaten her ein ideales Einstiegsgerät für denjenigen der nicht von der Parallaktik lassen kann. Leider wurde es versäumt das Gerät für diesen Zweck visuell auszurichten. So bekommt man eine wirklich gute Fotooptik mit einem moderaten Öffnungsverhältnis, muss aber Abstriche beim rein visuellen Einsatz machen. Allerdings: Es kann optimiert werden! Ein kleinerer Fangspiegel, Velours und die üblichen Tuningmaßnahmen und man hat den "kleinen 8 Zöller" vor sich stehen. Bei der Firma Astrozoom sind auch Rockerboxen für das Teleskop erhältlich. Wer einfach ein paar wenige Kilogramm sparen will, gleichzeitig die parallaktische Montierung noch zu moderaten Investitionskosten ermöglichen will, der ist hier gut beraten und könnte dem Teleskop den Vorzug vor einem 8" f/6 geben.

Sonntag, 8. März 2009

Erfahrungsbericht: Galaxy D12 300/1500 Newton

Hersteller: Galaxy/GSO
Öffnung: 300 mm
Brennweite: 1500 mm
Bauart: Newton
Okularauszug: 2" Crayford
Neupreis: ca. 950 €
Noch in Besitz: JA
Öffnungswahn gilt als unheilbar...dem ist so, und so hat der nächste Öffnungsschritt in Form eines 12"ers Einzug gehalten. 12" sind ein immenser Unterschied in Sachen Gewicht und Transport im Vergleich zum 8"er aber ich bin zuversichtlich damit mittelfristig klarzukommen bis eines Tages ein Gitterrohrgewand vorhanden sein wird - Der Sprung von 8 Zoll ist immens und neue Welten an Details offenbaren sich mit diesem Gerät.
 
Nun ist der 12"er gut ein Jahr in Verwendung gewesen, er liefert fantastische Beobachtungen, und das Tragen habe ich auch immer auf mich genommen (man gewöhnt sich an alles), nichts destotrotz sind die Tage des Tubus gezählt, der Martini Truss steht zu 90% fertig gebaut im Flur...

Fazit:

Und inzwischen ist er schon länger in Form eines Gitterrohrdobsons im Einsatz. 12" sind eine tolle Größe was die Lichtsammelfähigkeit und die Details der beobachteten Objekte angeht. Man darf aber auch die Schattenseiten nicht verschweigen. Der 300/1500 ist als Volltubus ein sehr unhandliches und schweres Gerät, man sollte schon einigermaßen fit sein um dem Teleskop auch oft genug den Himmel zeigen zu können - der innere Schweinehund meldet sich bei dieser Größe durchaus öfter! Dazu passt er in kleinere Autos nicht mehr quer und selbst längs nur mit umgelegter Rückbank und vorgeschobenen Beifahrersitz. Die Auskühlzeit ist merklich länger als bei kleineren Spiegeln oder dünnen Selbstschliffspiegeln dieser Größe. Diesen Punkten muss man sich beim Kauf bewusst sein. Die immer wieder aufkommende Frage nach GSO oder Galaxy kann ich nicht beantworten. Die Mär von den "ausgesuchten" Spiegeln kann ich nicht nachvollziehen. Auch meiner sollte laut Vorbesitzer ein solcher sein. Im direkten Vergleich und Begutachtung mit einem Ronchiokular von einem erfahrenen Sternfreund hat sich der Spiegel als Durchschnitt und dem danebenstehenden GSO selber Größe als ebenbürtig erwiesen, nicht weniger aber eben auch nicht mehr. Unter dem Sticker "Galaxy Crayford" verbirgt sich auch erwartungsgemäß die Gravur "GSO Crayford". Einzig das gegen Ebonystar/Teflon ausgetauschte Rollenlager hebt sich positiv ab.

Upadte: Dezember 2013

Pustekuchen! Der Ronchitest damals war wohl mehr als nur fragwürdig was die Aussagekraft angeht - alle meine Unsicherheiten mit dem Spiegel wurden heute durch eine inteferometrische Untersuchung von Horia ein für alle Mal beseitigt! Unterirdischer Strehlwert....

Montag, 10. November 2008

Erfahrungsbericht: Skywatcher 102/500 Achromat

Hersteller: Skywatcher / Syntha
Öffnung: 102 mm
Brennweite: 500 mm
Bauart: Refraktor (FH Achromat)
Okularauszug: 2"
Neupreis: ca. 200€
Noch in Besitz: NEIN




Sehr lange war ich auf der gedanklichen Suche nach einem reinen Richfieldgerät als Ergänzung für den grossen Newton. In Frage kamen eine ganze Reihe von Lösungen: Ein Selbst(um)bau eines 114/450 oder gar eines 130/650 Newtons die jedoch auf 2" hätten umgebaut werden müssen, sogar ein 6" f/5 war kurzzeitig auf der gedanklichen List, jedoch sind damit keine wirklich grossen Felder mehr realisierbar. 

Natürlich waren auch einige Vertreter der allgegenwertigen Apochromaten im Gespräch. Schlussendlich bin ich aber nun doch beim 4" f/5 Achromaten gelandet. Warum? Als allererstes wohl weil ich hochgradig begeistert von seiner Richfieldfähigkeit bin die ich bei Günther auf dem ATB geniessen durfte.


Ein Newton wäre leichter geworden jedoch mit sehr viel Umbaustress verbunden mit ungewissem Ausgang, ein neuer FS und ein neuer OAZ werden unabdingbar gewesen. Gegen die Apochromaten habe ich mich primär wegen ihrer eher langsamen Öffnungsverhältnisse entschieden, denn ich wollte für eine hohe AP um und über 6mm kein zusätzliches Okular anschaffen die dann aber auch nicht mehr Feld zu bieten gehabt hätten, sie sind also keine kompromisslosen Richfielder aber dafür universeller einsetzbar und auch für die Fotografie, beim Achromaten sind hingegen Planeten weitestgehend ein Nogo und auch höhere Vergrösserungen allgemein eher ausgeschlossen. Da er in Verbindung (hoffentlich bald im wahrsten Sinne des Wortes) mit dem 8" f/6 eingesetzt werden soll muss er nur bis ca. 50x vergrössern, alles darüber wird vom Newton übernommen.
Fotografisch habe ich ihn einige Male eingesetzt, das aber mehr aus Neugierder und Spaß an der Freude wie man so schön sagt. Der Farbfehler fällt bei den kurzen Achromaten auf Langzeitbelichtungen gnadelos auf/aus.  
In einem Anfall von... tja genau weiß ich da gar nicht mehr.. habe ich das Gerät wieder verkauft um mich auf den großen Newton zu konzentrieren, vermisse ihn aber heute durchaus in manchen Situationen.

Fazit:

Für relativ kleines Geld bekommt man hier ein durchaus brauchbares Richfieldgerät. Nicht geeignet als Allrounder oder Fotomaschine, nur für den Blick auf große Objekte bei niedrigen Vergrößerungen. Durch den Einsatz von Nebelfiltern ein fantastischer Anblick, mit selbigen nimmt man auch den Farbfehler praktisch nicht mehr wahr.   

Montag, 1. September 2008

Erfahrungsbericht: Bresser Skylux 70/700 Achromat "Lidl"

Öffnung: 70 mm
Brennweite: 700 mm

Bauart: Refraktor (FH Achromat)

Okularauszug: 1,25"

Neupreis: ca. 100€ Nicht mehr unter dem Namen "Skylux" erhältlich sondern azimutal montiert als Bresser "MarsExplorer"
Noch in Besitz: Ja

Das allseits bekannte "Lidl" Bresser Skylux Teleskop 70/700, das wohl in keiner Sammlung fehlen darf, auch um Einsteigern das oft empfohlene Gerät einmal vorführen zu können. 

Alljährlich verlauft der Discounter Lidl ein sehr interessantes Teleskoppaket in der Vorweihnachtszeit. Für nur 69€ gibt es einen 70/700 Refraktor auf einer parallakischen Montierung die es tatsächlich einigermassen stabil trägt. Es ist kein Wundergerät aber ob des Preises alternativlos im Bereich bis etwa 100€.  Mit dabei sind 3 Okulare (Kellner und ein fast unbrauchbares SR4mm Okular).
Im Rahmen seiner Möglichkeiten bzw. seiner Öffnung kann er sowohl an Planeten und Mond aber auch an einigen hellen Deepsky Objekten schon schöne Ausblicke bieten. Wer also partout keine Möglichkeit hat etwas zu sparen um mit einem grösseren Gerät einzusteigen der ist nicht schlecht mit diesem Instrument beraten, natürlich gibt es auch hier eine Serienstreuung so dass man mit etwas Pech ein weniger gutes Gerät kaufen kann, vieles lässt sich aber mit wenig Aufwand verbessern, im Internet gibt es dutzende Anleitungen (stellvertretend mal genannt: www.binoviewer.at).Durch den günstigen Verkaufspreis bei Lidl hat man beim Wiederverkauf einen sehr geringen Wertverlust, wird das Paket doch unter des Jahres i.d.R. für über 100€ verkauft
Leider hat Lidl den Verkauf vor einigen Jahren zugunsten des teureren und viel weniger geeigneten ETX 70 von Meade eingestellt. Man ist also auf Gebrauchtkäufe angewiesen oder erwirbt den "Nachfolger" Bresser MarsExplorer, der zwar die selbe Optik bietet aber eine recht schwach anmutenden azimutale Montierung.
Insgesamt habe ich zwei verschiedene Versionen dieses Teleskops besessen, eine ältere Version <2006, die auf einer grauen Astro3 Montierung verkauft wurde und eine blaue Taukappe hatte, und der "neuen" Version mit schwarzer Taukappe und einer optisch aufgehübschten Astro3 mit Stahlrohr- anstelle des Aluminiumstativs. Die Montierung war aber auch wenn sie netter anzusehen war deutlich wackeliger!

Fazit:
Jahrelang war das "Lidl" ein echter Klassiker, gerade auch für Einsteiger. 69,-€ ein echter Kampfpreis für den man kaum ein auch nur halbwegs gescheites Okular bekommt! Natürlich darf man bei aller Nostalgie nicht vergessen, dass es ein recht kleines Gerät ist, dass dadurch auch nur eingeschränkt Details zeigt - jedoch war es eben jeden einzelnen Cent Wert. Ich möchte es nicht missen kennengelernt zu haben auch wenn ich heute ob der anderen Teleskop in Gebrauch keinen Einsatzzweck mehr finden würde.