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Samstag, 15. August 2009

BB vom 15.08.2009

Datum: 15. August
Ort: Taunus
Zeit: 22 Uhr bis 1:45 Uhr
Grenzgösse: ca.6m
Wetter: klar
Gerät: 12" f/5 

Wieder einmal liegen 14 Tage zwischen dieser und der letzten Nacht (natürlich wie immer zu lange), aber schon den ganzen Tag über wird mir klar, dass die Nacht mehr als brauchbar werden wird. Da ich den ganzen Tag unterwegs bin, setze ich Mittags nur einen kurzen Aufruf ab, dass ich mich heute wieder an den Stammplatz begeben werde. Meine Schwester die gerade zu Besuch ist will mich heute auch mal aufs Feld begleiten, vornehmlich um die Zahl der Sternschnuppen die sie bisher in ihrem Leben sah (eine!) leicht zu erhöhen ;)
Als wir ankamen waren bereits Andreas mit seinem Sohn aus Hofheim, Jan, Horia und Hans vor Ort. Kurz darauf trudelten auch Andreas, Andi und Carlos (zu meiner Entzückung wieder mit dem 16"er im Schlepptau) und als es schliesslich richtig dunkel war kam auch noch Armin hinzu. So voll war es auch hier schon länger nicht mehr, elf Leutchen begaben sich also an den Aufbau diverser Gerätschaften, während der Sternhimmel immer beeindruckender wurde, die Milchstrasse plastisch und reich strukturiert, später auch M13 freisichtig.

 

Meine Touren fielen heute eher klein aus zu einigen altbekannten Highlights, dazu gab es für Kathrin einen Intensiv-Crashkurs in Astronomie und Kosmologie :D Ich denke sie hatte auch bei einigen Objekten wirklich ihren Spass, wobei sie wie immer bei Menschen die das erste Mal durch ein Teleskop schauen hier und da etwas mehr erwartet haben, M13, M57, M27, Cirrus und Co. sind aber mit 12" auch beim Unerfahrenen echte Augenöffner ;) Stichwort Augenöffer, den hätte sie in Form von Streichhölzern wohl gebraucht, vor allem gegen Ende :P

 

Andreas aus Hofheim konnte sich heute im Gespräch mal richtig austoben was sein zukünfiges Equipment angeht und natürlich auch bei allen Geräten mal Hand anlegen. Das hat ihn sogar als erfahrenen Hobbyfotografen zu einer erstmal visuellen Lösung zum Start angeregt, um die Fotografie dann langsam parallel aufzubauen. Ein Malheur der mysteriösen Art gab es nach dem wir Andreas die Unterschiede zwischen Übersichtsokularen der 30mm Klasse zeigen wollten, nach 30er Reese, 31er Nagler und Andis genialem "White Elephant" Wasserwerferoku, waren dann nacheinander gut 2,5kg im OAZ der daraufhin das Leben aushauchte!!! Keine Ahnung vom Aufbau eines Crayfords stand ich nun wie der sprichwörtliche Ochs vorm Berg und fokussierte duech Lösen der Klemmschrauben - Langer Rede kurzer Sinn, gegen Ende der Nacht gab es eine salbungsvolle Handauflegung von Jan und alles ging wieder... Auch so ging es aber noch zu einigen Objekten wie M17 der auch von meiner Schwester gleich als Schwanennebel erkannt wurde, auch hx und M31 mussten noch dran glauben, besonders gut kam der Alienhaufen an. 

 

Zum Ende hin wurde Kathrins Müdigkeit dann doch zu gross und sie ging für ein Nickerchen schonmal ans Auto, im Nachbarauto schlummerte auch schon Andreas Sohn, auf längere Nächte muss man sich ja schon tagsüber entsprechend etwas schonen ;) Ich ging noch an ein paar Standards während die Plejaden bereits wunderschön über die Waldspitze kletterte (besonders schön im 10x50). Toll fand ich dann noch Nordamerika bei Jan in einem Lumicon UHC von Hans, das wär ja als Ergänzung zum OIII noch eine wichtige Anschaffung.

Nun wollte ich zum Ende hin aber nicht ohne Zeichnung nach Hause fahren, der Mond war zwar schon knapp über dem Horizont aber störte durch den Wald noch nicht direkt auch wenn der Himmel schon ganz leicht einbrach. Ich entschied mich zunächst für NGC 404, von dieser Galaxie habe ich zwar schon mal eine Zeichnung angefertigt aber noch keine mit Bleistift ;) Danach schwenkte ich einfach ein Stück höher ... genau M31 ;) Aber mal keine Übersichtszeichnung sondern bei 150x, hier kamen auch die Staubbänder besonders toll rüber!

 

 

Ich begann kurz danach mit dem Abbau, die meisten der anderen warteten noch auf den Mond. So war die Nacht zwar nicht üblicherweise lang aber nicht minder schön und beeindruckend vor allem auch wegen des schon fast TT Charakters ;) 

© 2009 Benny Hartmann

Freitag, 19. Juni 2009

BB vom 19.06.2009

Datum: 19. Juni
Ort: Laufenselden
Zeit: 22 Uhr bis 3:00 Uhr
Grenzgösse: fst. 6m2 (Umi) 21,30 mag/arcsec²
Wetter: zu Beginn durchziehende Wolkenfetzen, klar
Gerät: 12" f/5 6" f/5 10" f/5 8" f/5 

Zur Dämmerung war der Himmel noch leicht vercirrt und einzelne Wolkenfelder zogen durch. Noch bei sehr hellem Himmel trafen Jan, Nils und ich uns am üblichen Platz im Taunus. Später als es dann mit dem Beobachten losgehen konnte gesellte sich auch Andreas noch dazu, eine sehr schöne Runde :)

 

Ab und an zogen nochmal einzelne zwarte Wölkchen durch ab halb eins wurde der Himmel dann richtig ergiebig, 6m2 waren um Polaris sicher zu halten, Nils SQM-L wurde häufig bemüht und kämpfte sich bis zu einem mehrfach gemessenen Maximum von 21,30 hoch - sehr schön für die Nacht vor der Sommersonnenwende. 

Objektlisten gab es heut keine, zumindest nicht meinerseits also wurde munter von Himmel geholt was gerade in den Sinn kam. Highlights waren für mich eindeutig M13 - der auch freiäugig sichtbar war - und M57 bei 428x mit dem LVW 3,5 von Andreas... wow, M13 schon sich majestätisch hoch aufgelöst ins Gesichtsfeld, eine rein mittige Positionierung lies den Kugelsternhaufencharakter kaum noch wahrnehmen. Der Ringnebel hingegen war einfach nur als schwarzweiss Foto zu bezeichnen, feine Abstufungen im Ring sowie die ausgefransten Enden der gequetschen Seitenspitzen... die Kinnlade fiel hier hörbar.

 

In einer Sommernacht darf natürlich der Nordamerikanebel sowie der Cirruskomplex nicht fehlen, ersteren konnte man mit dem 22er LVW am 12er schön abfahren, vor allem Cirrus war aber der Augenöffner schlechthin. Neben einem reichhaltig strukturierten Sturmvogel der wieder ähnlich aussah wie in der vorangegangen Nacht in der ich ihn zeichnete, war die Knochenhand unglaublich stark strukturier, mit mehr Ruhe und Muse wäre ich hier lange mit einer Zeichnung beschäftigt gewesen so viele Filiamente waren sichtbar. Nils nahm mich dann noch auf eine Sommertour durch die südliche Milchstrasse mit fantastisch detaillierten Bildern vom Trifidnebel M20 - mit einer gut sichtbaren Dreiteilung - dem Lagunennebel M8 der von Details nur so strotzte, und einem fantastischen Omeganebel M17, der eine Unmenge an feinen Details zeigte.

 

Einen Blick auf den sehr hellen Katzenaugennebel NGC 6543 durfte ich durch Jans 10er werfen, eine auch bei 180x auffällig helle ovale Scheibe die aber sonst keinerlei Details ausmachen lies. Nils sorgte dazwischen für zwei echte Exoten: Zum einen Seyfferts Sextett, Hickson 96 wo ich jedoch nur 3 Mitglieder klar als eigenständige Objekte sehen konnte, war schon anspruchsvoll fürs Auge mit Einzelhelligkeiten von 14m7, 14m98 und 15m3 aber erstaunlicher Weise dauert es nicht so lange bis sie wahrzunehmen waren, klasse Objekt muss ich nochmal mit 20 Zoll dran :D 

 

Alsdann gabs mit NGC 4676A + B noch einen weiteren Exoten hinterher: Die Mäusegalaxien. Sichtbar war im Feld sofort eine Aufhellung, die Trennung empfand ich aber als sehr schwierig, war allerdings auch gerade vorher geblendet... eindeutig gesehen aber nicht eindeutig in zwei Komponenten.
Dann ging ich zur Entspannung einfach noch ein paar Standards an, neben einer frühen Andromedagalaxie nebst Begleitern ging es noch zu Mirach's Geist, h+x, NGC 7331 und M27. Jupiter hatte sich zum Ende auch schon weit genug über die Bäume geschoben um den ersten Blick der Saisaon auf ihn zu werfen, das Seeing liess eher kleinere Vergrösserung zu aber mit Details geizte er trotzdem nicht. 

Es begann langsam zu dämmern, die Milchstrasse war noch reich strukturiert zu sehen doch fing sie schon leicht an zu verblassen, also packten wir zusammen und machten uns auf den Heimweg. Als wir die schöne schmale Mondsichel am Dämmerungshimmel sahen, hielten wir sogar nochmal für ein paar Schnappschüsse nochmal an... Eine tolle From-Dusk-Till-Dawn Nacht ;) 

 

Dienstag, 8. Januar 2008

BB vom 08.01.2008

Datum 08.Januar 2008
Zeit 23:00 bis 1:00 Uhr
Ort Balkon in Taunusstein
Wetter klar
Seeing - - -
Grenzgröße - - -
Geräte 8" f/6 Dobson - 8x30

Die Wolkenvorhersage versprach zwischen dem wechselhaften Wetter eine klare Nacht und tatsächlich, pünktlich zu Sonnenuntergang waren die letzten Schleier verzogen und der Himmel klar. Weil ich heute niemanden aktivieren konnte mit aufs Feld zu fahren siegte mein innerer Schweinehund und ich bezog auf dem Balkon Stellung mit dem Dobson. Nun habe ich nicht viel erwartet, zum einen wegen der direkten Blendung meiner "Lieblingslaterne" und weil der Dobson nun mal nicht sehr bequem auf dem beengten Balkon ist. Dem zum Trotz konnte ich schöne Beobachtungen machen, der Himmel war wirklich klasse (h+x und M31 freisichtig) und mit etwas Herumtragerei kam ich doch an erstaunlich viele Positionen am Himmel.

ORI
  • M42/M43: Der Orionnebel war wie immer umwerfend, mit OIII Filter zeigten sich grandiose Ausläufer.
TAU
  • M45: Keine Nacht ohne die Plejaden, prachtvoll, besonders schön im Fernglas mit viel Feld
  • Hyaden: Im Fernglas ein Genuss, im Teleskop langweilig
  • NGC 1674: sehr schöner offener Sternhaufen direkt oberhalb der Hyaden
  • M1: Der Krebsnebel zeigte sich als länglicher, klar definierter und heller Nebelfleck. Es waren keine Strukturen auszumachen, auch nicht mit höherer Vergrösserung, der OIII Filter brachte keine Verbesserung.
PER
  • h+x: War heute mal wieder einfach grandios, zugegebener Maßen erst nachdem das Teleskop ausgekühlt war, zu Beginn noch ein wenig matschig, dann aber unzählige Sternketten.
  • M34: Ein sehr hübscher offener Sternhaufen, nicht allzu stark konzentriert.
  • Mel20: Die Sternassoziation um Alpha Persei ist am schönsten und brilliantesten im Fernglas zu beobachten.
CAS
  • NGC 457: Einer der interessantesten Sternhaufen überhaupt, stark strukturiert mit zwei sehr hellen farbig abgesetzten Sternen am "Kopfende"
TRI
  • M33/NGC 604: Die Galaxie zeigte sich problemlos, trotz tiefen Stands. Mit einigem Augenverbiegen (das ging schon mal bedeutend leichter) konnte ich auch die helle HII Region NGC 604 ausmachen. Spiralarme waren nicht zu holen.
AND
  • M31/M32/M110: Die Andromedagalaxie war heute Abend mal weniger enttäuschend als sonst, eine scharfe Begrenzung in Richtung M110 durch ein Staubband war auffällig, die beiden Begleiter waren natürlich problemlos zu sehen.
  • NGC 404: Mirach's Geist war heute leider nicht zu sehen, da war die Laterne eine Handbreit drunter wohl doch etwas zu viel des Guten...
GEM
  • Mars: Ja, ein nicht allzu ausgedehnter Pflichtbesuch beim Nach-Oppositions-Mars, blickweise waren Oberflächenstrukturen auszumachen aber ich hab mich zugegebener Maßen heute nicht lange bei ihm aufgehalten
  • M35: Der wunderschöne, helle und stark strukturierte Sternhaufen in den Zwillingen ist einfach immer wieder schön anzusehen, besonders interessant fand ich aber die beiden schwachen Nachbarsternhaufen
  • NGC 2158: Ein sehr kleiner schwacher Haufen, der so aussieht als wäre er Teil eines Ausläufers von M35. Nebulös, bei 120x blitzen Einzelsterne auf, aber der Nebelcharakter bleibt erhalten
  • NGC 2129: Grösser als NGC 2158, aber mit eher geringerer Konzentration