Mittwoch, 12. September 2007

BB vom 12.09.2007

Datum 12. September 2007
Zeit 22:00 bis 0:00 Uhr
Ort Beobachtungsplatz bei Heidenrod
Wetter Hochnebel
Seeing - - -
Grenzgröße 5m2 in CYG
Geräte 8" f/6 Dobson & 10x50 FG auf Stativ


Obwohl der Sonnenuntergang bereits einen nicht ganz sauberen Himmel versprach machte ich mich auf den Weg zum Beobachtungsplatz um die wolkenlose Nacht zu nutzen und in meinen Geburtstag "reinzuspechteln".
Dort angekommen nahm ich erstmal die Justage des Dobsons vor, war zwar die Milchstrasse in Zenitnähe gut und auch strukturiert zu erkennen aber die allgemeine Himmelsaufhellung war nicht zu übersehen, Dunst bzw. Hochnebel sorgte für einen dauerhaften Schleier am Himmel. Nichts desto Trotz allem war entspanntes Beobachten einiger Standardobjekte angesagt, zum Ende hin schoss ich noch zwei Fotoserien, die leider nicht sehr gelangen und es dem entsprechend auch nicht in die Galerie schafften. Wohl aber eine weitere Zeichnung die ich angefertigt habe, diesmal vom planetaren Nebel NGC 7662, auch bekannt als "Blue Snowball". 

Als erstes taute der Skysurfer zu, dich gefolgt vom Fernglas, das Speers Waler war dann das letzte und der Spiegel blieb taufrei, alsdann wurde das inwzischen wirklich nasse Equipment zurück ins Auto verfrachtet. Neben dem "blauen Schneeball" fand ich die Plejaden im 10x50 Fernglas auf Stativ in dieser Nacht am beeindruckensten.

HER
  • M13 - Bereits im Übersichtsokulare zeigten sich Randsterne, im 10mm SW war der Kugelsternhaufen dann wunderbar aufgelöst.
VUL
  • M27 - Im Fernglas leicht zu entdecken, im Teleskop ist die charakteristische Form leicht erfassbar, Details zeigten sich heute keine.
  • Collinder 399 - Der Kleiderbügelhaufen war heute Nacht im Fernglas nicht ganz so beeindruckend wie an besseren Abenden aber immer wieder ein faszinierendes Objekt.
PER
  • h+x - Auch heute wieder als eines der ersten Objekte besucht, selbst der Hochnebel konnte den beiden nicht ihren Glanz nehmen. In den Zentralbereichen der Sternhaufen waren sehr interessante Sternketten zu sehen, ich nehme an, sollte ich h+x irgendwann einmal zeichnen, muss ich mir die komplette Nacht dafür freihalten...
AND
  • M31/M32/M110 - Die Andromeda Galaxie nebst Begleitern zeigte sich heute eher von ihrer langweiligen Seite, selbstverständlich waren alle drei problemlos zu beobachten aber durch den Dunst ging doch einiges an Reiz verloren.
  • NGC 7662 - Der Blue Snowball PN ist relativ leicht aufzufinden, auch wenn mein Peiler bereits ersten Tau ansetzte, im Übersichtsokular ist der planetare Nebel leicht von den ihn umgebenden Sternen zu unterscheiden, er kann blickweise verschwinden wenn alle anderen Sterne noch sichtbar sind, ein unscharfer Stern. Im 10mm Speers Waler bei 120x ist die Scheibchenform problemlos sichbar, eine Ringform konnte ich an diesem Abend nicht ausmachen. Wohl aber die namensgebende bläuliche Färbung des Nebels, ein sehr helles blau. Ich fertigte eine Zeichnung von NGC 7662 an, zu finden in der Zeichengalerie.
TAU
  • M45 / Plejaden - Ich freue mich, dass sie nun endlich wieder über den Horizont klettern. Im 10x50 Fernglas auf Stativ sieht der Sternhaufen einfach nur brilliant aus und feinste Sterne werden auf dem Stativ sichtbar die ich freihändig definitiv nicht sehen konnte. Zwar litt auch M45 unter dem trüben Horizontdunst in dem sie hing aber einen Blick ist sie auch zu früherer Stunde schon wert.

Meine Ausrüstung an diesem Abend :)

Donnerstag, 6. September 2007

BB vom 06.09.2007

Datum 06. September 2007
Zeit 22:00 bis 0:00 Uhr
Ort Feld bei Heidenrod
Wetter durchziehende Bewölkung
Seeing - - -
Grenzgröße fst. 5m9 (Hercules)
Geräte 200/1200 f/6 GSO Dobson


Der Himmel zeigte sich heute endlich einmal wieder gnädig und so fuhr ich gegen viertel vor Zehn Richtung Beobachtungsplatz im Taunus. Dort angekommen sah ich, nun freie Rundumsicht habend, dass sich die Schleierbewölkung nur auf die Horizontnähe beschränkte und der übrige Himmel sehr ordentlich aussah, die Milchstrasse war hell und stark strukturiert zu sehen, eine GG-Bestimmung im (untergehenden) Hercules ergab 5m9, im Zenit dürfte es noch etwas besser gewesen sein. Endlich bin ich einmal wieder dazu gekommen meine Zeichenutensilien mitzunehmen, aber zunächst drehte ich eine grössere Runde am Himmel um einige Standardobjekte zu besuchen. Ich begann dann mit dem Anfertigen einer Skizze unserer Nachbargalaxie M31 und ihrer Begleiter, die ich wie auch die anderen zu Hause gleich auf den PC übertrug um zeitnah die fertige Zeichnung anzufertigen. Im Laufe des Abends zeichnete ich auch noch den wunderschönen Doppelstern Albireo und den Hantelnebel M27. Zum Ende hin waren die Plejaden bereits schön mit blossem Auge zu sehen, immer wieder ein Genuss, ich konnte auf der Heimfahrt nicht verhindern, dass ich statt auf die Strasse immer mal wieder zu ihnen geschielt hane wie sie da über den Feldern immer höher stiegen :) Mars zeigte sich als rot funkelndes Scheibchen, das aber mit keiner Vergrösserung zwischen 40 und 240-fach Details zeigte...

HER
  • M13: Im 10mm Speers Waler ein funkelnder Diamantenhaufen, wunderschön aber schon etwas niedrig für den ganz grossen Aha-Effekt
  • M92: Schwächer aber kaum minder beeindruckend als M13.
AND
  • M31/M32/M110: Plastisch und hell mit ihren beiden leicht sichtbaren Begleitgalaxien, eine vergleichsweise scharfe Abgrenzung Richtung M110 (Staubband?) heller Kern mit hellerem Aussenbereich und schwächer werdenden Ausläufern, der Länge nach gesichtsfeldfüllend. Hatte heute eindeutig ihren besseren Tag ;)
TRI
  • M33: Schwacher Kernbereich und diffuser Aussenbereich, ausgedehnt, die Form erscheint unregelmässig, die Struktur aber homogen
CYG
  • M29: wenige helle Sterne in Kastenform angeordnet, kleinerer OH, in reiches Sternfeld eingebettet
  • M39: Heller offener Haufen der aus nicht allzuvielen Sternen besteht, bei niedrigere Vergrösserung sicher noch ansehnlicher als bei 40x.
PER
  • h+x: Dürfen niemals fehlen, zwei wunderbare Schmuckkästchen, Sternketten schlängeln sich dur das Zentrum von, ööh h? x? egal, auf jedenfall immer wieder interessant.
LYR
  • M57: Bei kleinster Vergrösserung schon leicht zu erkennen, im 10mm Speers Waler ein leicht spitz zulaufender Ring mit etwas dunklerem nebulösen Zentrum.
  • M56: kleiner schwacher Kugelsternhaufen auf etwa halben Weg zwischen Albireo und dem Ringnebel, bleibt auch bei 120x unaufgelöst nur in Randbereichen sind Einzelsterne zu erkennen.
VUL
  • M27: Die Hantelform zeigt sich schon in der Übersichtsvergrösserung überdeutlich, hell, zu den "Enden" der Hantel wird der Nebel etwas heller, unregelmässige Struktur.
TAU
  • M45/Plejaden: Ein Genuss sie endlich mal wieder zu sehen, leider lag der Feldstecher heute daheim, dort sehen sie nach wie vor am schönsten aus, liesen sich ins 30mm 2" 80° Okular nicht komplett reinquetschen :)

Montag, 27. August 2007

Selbstbau Holzstativ für die Astro3

Die neue Astro3 bzw. die 2006er Version der Lidlmontierung krankt vor allem am laberigen Stativ dass trotz seines robusten Aussehens doch nochmals merklich instablier ist als die Alustative der Vorgängerversionen (die aber auch noch genug Wackelpotential bieten).

Also versuchte ich die Montierung etwas zu optimieren indem ich das Originalstativ gegen ein selbstgezimmertes aus Holz tausche. Die Materialkosten inklusive aller Schrauben, Muttern, Unterlegscheiben und der Kette belaufen sich auf knappe 12€.

Das 58x36 Fichtenkantholz (etwas Weich aber für den ersten Versuch mit der leichten Montierung sollte es genügen, falls ich einmal ein ähnliches Stativ für die bereits bedeutend schwerere EQ3-2 anfertige muss es wohl aus Hartholz sein) lies ich mir noch im Baumarkt ablängen und zwar in 3 x 800mm. Dank der neuen Bandsäge meines Vaters war das Aussägen nahezu ein Kinderspiel auch wenn ich mehrfach nacharbeiten musste... 

Nach nur etwa zwei Stunden Arbeit war das Stativ bereit zur ersten "Anprobe" und siehe da, es passte nicht nur alles zusammen, sondern stand bereits merklich sicherer als vorher da. 

Ich denke, dass ich nochmal die selbe Zeit in Feintuning und optisches Finish stecken muss. Das Gewicht des Stativs ist jetzt zwar gut doppelt so hoch, ich denke aber, dass dies durch die gewonnene Stabilität mehr als aufgewogen wird. Das Stativ wurde bewusst massiv ausgeführt, vor Allem wegen des eher weichen Kantholzes. Neben dem optischen Dingen wie Rundungen und Übergänge glatt schleifen soll das Stativ noch eine Imprägnierung erhalten.

2
Die Lidlmontierung mit Originalstahlrohrstativ
1
Und hier auf dem neuen Selbstbaustativ
3
Das Stativ in der Draufsicht

Freitag, 24. August 2007

BB vom 24.08.2007

Datum 24. August 2007
Zeit 22:30 - 23:15
Ort Feld bei Heidenrod
Wetter Hochnebel - Mond
Seeing - - -
Grenzgröße - - -
Geräte 114/500 Newton auf EQ 3-2


Was soll ich schreiben, solche Abende muss es wohl auch mal geben...
Eigentlich ging es mir darum mal endlich die Nachführung der EQ3 zu testen (nach nur 6 Monaten kann man das ja mal tun) und schauen ob ich mit meiner Digiknipse Piggyback dann mit etwas längerer Brennweite belichten kann. Als Gerät wurde der unsägliche Pluto/S mitgenommen, einfach weil er über die entsprechenden Piggybackrohrschellen verfügt und schön leicht ist.

Obwohl es mir bei der Abfahrt so vorkam als wäre der Himmel ausgesprochen klar musste ich am Beobachtungsort angekommen feststellen, dass doch einige Nebelfelder durchzogen, bei Mond ist das tödlich. Nicht genug damit, nachdem ich die Justage geprüft hatte und die erste Testaufnahme machte musste ich feststellen dass die Nachführung überhaupt nicht zu laufen schien, mit der Steuerbox prüfte ich die Funktion und siehe da beide Motoren bewegten sich korrekt, ich hatte nur vergessen die Madenschraube des Motoradapters an der Rektazensionsachse zu klemmen... und genau diesen Schlüssel hatte ich natürlich nicht mit, so viel zur Fotografie. Ein kurzer Blick auf den Mond offenbarte mir a.) dass er mal wieder unsäglich hell ist und b.) dass der Pluto/S i.d.T. über einen miserablen Spiegel verfügt. h+x Persei kenne ich im Fernglas bedeutend schöner. Um die Fahrt nicht vollends umsonst gemacht zu haben schoss ich noch eine Serie von Cygnus bei 35mm.



Ich kann nicht sagen, dass sich die Anfahrt gelohnt hat aber mal wieder gelernt seine Sieben Sachen lieber dreimal zu prüfen bevor man dann ohne ein essentielles Teil auf dem Feld steh

Samstag, 18. August 2007

BB vom 18.08.2007

Datum 18. August 2007
Zeit 22:00 bis 1:15
Ort Feld bei Heidenrod
Wetter zunächst leichte dann starke Bewölkung
Seeing mittelmäßig
Grenzgröße nicht gemessen aber ~5,7 im Zenit
Geräte 8" f/6, 12,5" f/5, 80mm Spektiv, 8" f/5 auf GP-DX


Heute Abend fanden sich an unserem Beobachtungsort im Taunus mal wieder etwas mehr Leute ein als sonst üblich, neben Armin kam Udo, der seine Nachbarin nebst deren astronomieinteressierten 11-jährige Tochter mitbrachte, sowie etwas später Michaela "Elala" die ebenfalls ihre 13-jährige Tochter mitbrachte. Als ich als erster am Platz ankam, war es naturgemäss noch recht hell aber auch die Bewölkung, die sich im Laufe des frühen Abends immer weiter zurückgezogen hatte war nach wie vor präsent aber nur am Horizont störend. Da es bis Mitternacht langsam aber stetig zuzog und wir primär den beiden Kindern/Jugendlichen viel zeigten und erklärten beobachtete ich im Laufe des Abends nur einige Standardobjekte, das dazugehörige Erklären brachte da am meisten Spass. Während ich gerade versuchte zu beantworten was ein schwarzes Loch ist, wobei mir mal wieder aufgefallen ist wie schwer das mit einfachen Worten zu beschreiben ist, verschwand mein Okularkoffer in einem selbigen und knallte von der Motorhaube in die Prärie! Glücklicherweise ging wohl nichts zu Bruch und die wichtigsten Okulare hatte ich ohnehin am Dobson liegen...

SCO
  • Jupiter: Durch seinen tiefen Stand und grauseligem Seeing war zunächstmal fast gar nichts auszumachen, in ruhigeren Momenten waren dann einige Wolkenbänder zu erkennen, aber an diesem Abend kaum lohnenswert. Europa war kurz bevor ich aufbaute hinter dem Planeten hervorgekommen und stand immer noch ausserordentlich dicht an seinem Rand.
HER
  • M13: Wie immer gut aufgelöst und prächtig anzusehen, was mich besonders überrascht hat war, dass der helle Kugelsternhaufen sogar für durchziehende Wolkenfetzen relativ unanfällig ist
LYR
  • M57: Im 10mm Speers Waler war die Rauchringform mit dem etwas dunkleren Zentralteil des PN ausgesprochen leicht und schön zu sehen, in Armins 12,5"er mal wieder umwerfend bei hoher Vergrösserung
AND

  • M31/M32/M110: Schon recht gut mit blossem Auge auszumachen, im 10x50 FG schön zu überblicken und im 8"er sehr deutlich die beiden Begleitgalaxien, das helle Zentrum und ein dunkles Staubband zu sehen.
VUL
  • M27: Der Hantelnebel zeigte sich heute sehr detailreich, ausser seiner charakteristischen Form waren auch Unregelmässigkeiten im Inneren auszumachen.
  • Col399: Der Kleiderbügelhaufen ist ein fantastisches Fernglasobjekt und leicht aufzufinden.
PER
  • h+x: Kein Abend an dem dieser wunderschöne Doppelhaufen nicht besucht würde, er löste vor allem auch bei den Kindern Begeisterung aus. Es zeigte sich mal wieder, dass h+x eigentlich für jedes Gerät ein lohnendes Ziel sind, denn egal ob im Dobson, in meinem Fernglas oder im 80mm Spektiv von Udo, der Doppelhaufen war in jedem Instrument schön anzusehen.
  • MEL20: Pures Fernglasobjekt aber immer wieder wunderschön anzuschauen, sehr weiter offener Sternhaufen.
CYG
  • NGC6960: Einfach nur WOW! Im grossen Newton mit OIII Filter schlängelte sich der fein strukturierte und wirklich helle SNR durch das Gesichtsfeld wie ein Fluss, so schön habe ich ihn selten gesehen, mit 8" nicht versucht, da ich mein langbrennweitiges 1,25" Oku vergessen hatte und keinen 2" Filter habe...
  • M29: Nix aufregendes, kleiner kompakter Sternhaufen im Schwan der aber unter der ohnehin enormen Sterndichte dort etwas leidet.
  • NGC7000: Man mag es nicht glauben aber nach dem ich mich schon immer ziemlich schwer tat den Nordamerikanebel aufzufinden hat's heute mal auf Anhieb geklappt, gleich war der "kleine Orion" im Gesichtsfeld des 30mm Okulars und dadurch auch bereits der "Golf von Mexiko", der Nebel war nur äusserst schwach am Rand zu erkennen, leider zog bereits Dunst in dieser Gegend auf und darauf reagiert der schwache Nebel heftig.
UMA
  • M81/M82: Beide Galaxien sehr schön in einem Gesichtsfeld zu bewundern, bei M82 leichte Staubstrukturen auszumachen
TAU
  • Mars: Stand noch viel zu tief und ausserdem ist das Planetenscheibchen vier Monate vor der Opposition noch sehr klein, Mars zeigte sich so nur als ein stark funkelntes, farbiges Etwas, aber nett ihn mal wieder zu sehen.
So war es trotz der suboptimalen Verhältnisse ein sehr schöner Abend, der durch die aufgezogene Bewölkung leider zu früh zu Ende war.