Freitag, 25. April 2008

BB vom 25.04.2008

Datum 25.April 2008
Zeit 22:00 bis 4:00 Uhr
Ort Hunsrück
Wetter teils dunstig, teils klar
Seeing gut
Grenzgröße ~5m6
Geräte 8" f/6, 8"f/6, 10" f/5, 6" f/5, 3" f/9

Der Hunsrück ist ja nun fast zum Stammplatz geworden, wenn auch leider etwas unfreiwillig deshalb weil sich zwischen unseren Treffen der Himmel einfach nicht einmal gnädig zeigte. Auch heute war das Wetter zwar stellenweise suboptimal, da es aber klare Abschnitte geben sollte und sich heute Abend noch einige weitere Leute bei Nils treffen wollten war ich natürlich dabei. So fanden sich auf einem Feld in der Nähe des (mit Nachtabschaltung gesegneten) Örtchens Liebeshausen immerhin fünf Teleskope ein. Nils mit seinem 10" f/5 und seiner selbstgebauten EQ-Plattform die heute ihr Firstlight haben sollte, Marius mit seinem 8" f/6 GSO, meinereiner mit dem selben Gerät, Jonas mit einem 6" f/5 der auf meiner EQ3 platznahm und Max mit einem 76/700 Newton. Zu Beginn war der Himmel noch recht grossflächig mit Schleiern und Cirren überzogen, die sich aber im Laufe des Abends soweit verflüchtigten, dass es eine lohnende Nacht wurd, allerdings war erst ab ca. 40° Höhe vernünftig zu beobachten, jede Menge undurchdringliche Horizontsuppe mit vielen Aufhellungen. Die Nachtabschaltung einiger umliegenden Ortschaften brachte aber nochmal nach 24 Uhr eine spürbare Verbesserung. Natürlich wurde viel erzählt und gefachsimpelt, Okulare einmal quer durch getauscht und getestet aber selbstverständlich auch eine Menge beobachtet :)

1

PER
  • h+x (NGC 884/869): Ein Blick musste trotz tiefem Stand in der Suppe sein, dementsprechend wenig eindrucksvoll.
UMA
  • M81/82: Zusammen im Übersichtsokular immer wieder ein Augenschmauss, bei höhere Vergrösserung überdeutliche Staubstrukturen im Kerngebiet von M82.
  • M108/97: Der Kontrast zwischen dem hellen, kreisrunden und detailarmen PN und der schwächeren GX in Kantenlage ist ein beeindruckendes Bild
  • M109: Galaxie recht schwach, keine Details.
CVN
  • M51/NGC 5195: Beide Galaxien sind problemlos direkt zu sehen, indirekt Ansatz von Spiralarm - heute definitiv keine Materiebrücke
  • NGC 4490/NGC 4485: Die längliche Galaxie die bei höherer Vergrösserung einíge Unregelmässigkeiten erahnen lässt, ist auch als Arp 269 bekannt und wechselwirkt mit einem etwa 12mag schwachen Begleiter. Dieser (NGC 4485) ist blickweise direkt zu sehen, indirekt sogar hell und sehr sicher zu beobachten - sehr interessantes Objekt!
  • NGC 5005(9,8m) / NGC 5033 (10,2m): Während des Streifzugs durch Canes Venatici stolperte Marius über diese beiden Galaxien, die wir erst nachträglich sicher identifizieren konnten, da ich meinen Taki zu Hause vergessen hatte. Ein weiteres Paar, das einen Besuch lohnt.
  • M3: sehr schöne Kugelsternhaufen, bei hoher Vergrösserung aufgelöst.
HER
  • M13: Macht nun schon wieder richtig Spass, grandios in jedem Teleskop, ab 8" voll aufgelöst aber auch der 150/750 zeigt schon beträchtlich viele Sterne
  • M92: Der Nachbar von M13, nicht minder schön.
CYG
  • M29: Wenig beeindruckender Sternhaufen, kastenförmig.
  • Albireo: Wunderschön in jedem Teleskop, der Farbkontrast macht ihn zum möglicherweise schönsten Doppelstern.
  • M56: Schwach und unaufgelöst in der Übersichtsvergrösserung.
LYR
  • M57: Am beeindruckensten im 10"er, zitronenförmig, Ansatz von Strukturen an den spitzen Enden, innere des Nebels schwächer aber gut zu erkennen, der Baader OIII nimmt nach einhelliger Meinung zu viel Licht.
  • Epsilon Lirae: Der Vierfachstern lässt sich sowohl in Marius als auch in meinem 8"er sauber bei 200x in der 6mm Goldkante trennen, ein Pflichtdoppelstern ;)
GEM
  • M35: Sowohl im Felstecher als auch im Teleskop ein interessanter Anblick, hat beides seinen Reiz.
CNC
  • M44: Praeseppe bietet eigentlich nur im Fernglas ein beeindruckendes Bild
LEO
  • Saturn: Das Seeing zeigte sich heute des öfteren gnädig und Saturn zeigte ausser seinen Monden auch immer wieder die Cassiniteilung in den Ansen und die Bauchbinde.
  • M66 M65 NGC 3628: Das Leotriplett war problemlos zu erfassen und sogar im 14mm Speerswaler noch voll im Gesichtsfeld.
  • NGC 2903: Die Gx am Kopf des Löwen ist schnell eingestellt zeigt aber keinerlei Details ausser einem Kern und Halo.
  • M104: Die längliche Sombrero Galaxie zeigte ihr scharfes Staubband, ich konnte allerdings keinen Schimmer mehr unterhalb dieses ausmachen.
COM
  • Coma Haufen: Mit blossem Auge schon beeindruckend, weniger beeindruckend Fernglas wegen seiner Grösse
  • NGC 4565: Die extreme Spindel ist ein echtes Highlight
  • NGC 4559: Ebenfalls länglich aber kein Vergleich zu 4565
Zum Abschluss gaben wir uns schon während des Abbauens unseren ersten Jupiter der Saison, natürlich extrem abgesoffen im Horizontdunst, umso erstaunlicher, dass neben den galileischen Monden die sich alle auf einer Seite des Planeten befanden sogar ein dunkles Band auszumachen war.
Die Nacht war erstaunlich kalt geworden (min. 3°C) aber das vergisst man angesichts der tollen Objekte und netter Gesellschaft schnell, achja der Mond schob sich natürlich auch hoch, kurz geschaut - ja noch alle Krater da ;)

mond
Ooooh Centaurus A... ach nee is doch nur der Mond.

2
Das Buch scheint gut zu sein...
Spass muss sein ;)

Sonntag, 30. März 2008

Der Transport der russischen Raumfähre "Buran"


Ein wohl einzigartig bleibender Transport fand heute am 10.04.08. praktisch direkt vor meiner Haustür statt. Ein russischer Raumgleiter kam auf seiner Odysee von Saudi Arabien zum Technik Museum Speyer auch an Wiesbaden vorbei. Auf einem etwa 25m breiten und über 80m langen Ponton wurde das teilweise demontierte Raumfahrzeug über den Rhein geschippert. Dank GPS an Bord konnte man sich jederzeit im Internet über den aktuellen Aufenthaltsort des Transports informieren. Letztmalig sah ich gegen 14 Uhr dass sie sich kurz vor Rüdesheim befand. Gegen 15 Uhr wollte ich mich mit einem Bekannten in Schierstein (Wiesbaden) treffen, lange Zeit wartete eine grosse Gruppe von Schaulustigen auf das Raumschiff und gegen 16:15, eine Stunde vor der Vorbeifahrt konnte ich die Konturen der Buran erstmals im 60mm Zoomfernglas bei 30x Vergrösserung erspähen. Erst quälend langsam dann aber doch recht zügig näherte sich das Transportschiff meiner Position. In den letzten Minuten vor der Vorbeifahrt wurde es richtig eng am Rheinufer, Hunderte fanden sich dort ein um das Raumschiff zu sehen, sogar auf der etwa 1km entfernten Autobahnbrücke drängten sich Unmengen von Menschen um das Schiff von oben zu beobachten. Hier nun eine Auswahl der Fotos die ich geschossen habe. EOS 400D mit 135mm Tele. Das Erlebnis war schon einmalig, vor allem unterschätzt man gerne die wahren Dimensionen des Shuttles, erst wenn man die "winzige" Zugmaschine vor dem Raumschiff sieht wird einem dies bewusst..

1
2
3
4
5
6

Samstag, 29. März 2008

BB vom 29.03.2008

Datum 29.März2008
Zeit 23:00 bis 2:15 Uhr
Ort Hunsrück
Wetter sehr wechselhafte Bewölkung
Seeing brauchbar
Grenzgröße k.A. es war jedoch <6mag und >5,6
Geräte 8" f/6 Dobson 10" f/5 Dobson

Um uns vor dem SATT auf das ich ihn mitnehmen werde mal live kennenzulernen, aber auch um den Hunsrücker Neumondhimmel zu geniesseen, fuhr ich zu Nils in den Hunsrück hinter Rheinböllen. Nach fast einer Stunde fahrt traf ich unter sehr gutem Himmel in dem kleinen Ort Benzweiler ein. Der Himmel sah fantastisch aus aber am Horizont geierten schon Wolkenbänke und auf der Hinfahrt war der Himmel meist grösstenteils bedeckt gewesen. Nachdem wir uns etwas unterhalten hatten fuhren wir einige Hundert Meter auf ein sehr schön gelegenes Feld mit sehr guter Rundumsicht, ein Glück wer einen solchen Standort praktisch vor der Haustür hat! Leider begannen auch grosse Wolkenfelder durchzuziehen, die im Laufe des Abends immer mal wieder hundert Prozent des Himmels bedecken sollten. Nils testete einige meiner Okulare, allen voran das 10mm Speers Waler von dem er hin und weg war an seinem 10" f/5 GSO. Ich konnte meinerseits endlich live und direkt gegeneinander das TSWA 32 gegen mein 30mm Reese UWA ausprobieren. Das TSWA bildet zwar eindeutig randschärfer als das UWA ab doch lediglich durch das kleinere Feld, betrachtet man die Schärfe beim UWA im Feldbereich des TSWA dann sind die Okulare praktisch identisch, das Mehr an Feld ist jedoch nicht zu verachten, zumal trotz Unschärfe immer noch gut beobachtet werden kann. Mein ganz persönliches Fazit: Die 2mm mehr Brennweite und bei mir 0,3mm mehr AP konnten zumindest an diesem Abend keinen Vorteil erzielen und als Weitwinkelfan bin ich mit meiner Entscheidung zum 30er UWA doch sehr zufrieden nachdem ich bis zu diesem Abend immer am Zweifeln war ob das TSWA 32 nicht doch die bessere Wahl gewesen wäre.
Das Zweite Okular das mich sehr interessierte und ich an Saturn und M13 testen konnte war das 5mm Planetary. Hier hatte ich nun natürlich nur den direkten Vergleich zu meinem doch sehr einfachen und feldarmen 5mm LE aber ich fand das Okular durchweg gut, das Bild war scharf, hell und reflexarm und zeigte in ruhigen Momenten die Cassiniteilung in den Ansen, die Polregion und die Bauchbinde Saturns und das auch bei mehr oder weniger dicken Wolkenfeldern die an Saturn vorrüberzogen. M13 faszinierte mich besonders, hier sah ich einen mehr als deutlichen Unterschied um einfachen 5mm LE, so war er in selbigen noch nie bei 240x zu sehen. Natürlich ist das 5-8mm Zoom nach wie vor meine erste Wahl wegen dem nahezu perfekten Bild und dem grosssen Feld, aber für den kleinen Geldbeutel ist das Okular denke ich eine gute Alternative.

Natürlich blieb trotz übler Bewölkung immer mal wieder genug freie Sicht auf einen dunklen Himmel um auch einiges an Objekten zu beobachten:

UMA
  • M81 und M82: Wie immer ein wunderbarer Anblick, Halo von M81 und Staubstrukturen im Inneren von M82.
  • NGC 3077: Gut zu halten, runder strukturloser Fleck nahe eines Sterns
  • NGC 2141: Heute relativ schwach auszumachen, am Vorderlauf des Bären.
HER
  • M13: Bereits hoch genug um wirklich toll auszusehen, während sich der Unterschied zwischen dem 8"er und 10"er bei den anderen Objekten sehr dezent ausfiel war er aber gerade bei den Kugelsternhaufen doch deutlich sichtbar, er löste ihn problemloser auf. Doch auch in meinem Gerät waren bis ins Zentrum Sterne zu sehen und wie immer fantatisch.
GEM
  • M35: Kam heute nicht so richtig gut rüber, stand jedoch schon etwas tiefer im Dunst.
CNC
  • M44: Schön anzusehen obwohl er ja eigentlich zu gross ist.
LEO
  • M65/66/NGC 3628: Das Leotriplet war sehr gut zu beobachten und sogar innere Struktur war bereits auszumachen.
  • NGC 2903: Helle, leicht aufzufindende Galaxie am Kopf des Löwen.
  • Saturn: Stellenweise war das Seeing wirklich sehr brauchbar und der Planet zeigte die oben beschriebenen Details.
LYR
  • M57: Der erste Ringnebel in 2008, hat mir im 10"er sehr gut gefallen, sah leicht länglich aus mit hellem Nebelinneren.
  • M56: Der Kugelsternhaufen ist eben nicht M13, auf höhere Vergrösserung zu Auflösversuch verzichtete ich.
CYG
  • Albireo: Der nach wie vor schönste aller Doppelsterne, schön ihn endlich wieder zu sehen.
SCO
  • Antares: Ebenfalls die Jahrespremiere, stand be ider ersten Beobachtung nur etwa 2° über dem Horizont.
  • M80: War bereits als Kugelsternhaufen zu erkennen wenn er auch noch sehr tief in der aufgehellten Horizontbrühe stand, im 10"er noch deutlicher.
  • M4: Nur im 10"er schwach und nur beim Schwenken zu sehen, aufziehende Wolken...
Eine trotz der wechselhaften Bewölkung sehr schöne Nacht und mit Sicherheit nicht mein letzter Besuch im Hunsrück...

Sonntag, 23. März 2008

BB vom 23.03.2008

Datum 23.März2008
Zeit 22:00 bis 22:30 Uhr
Ort Balkon in Taunusstein
Wetter leicht dunstig
Seeing - - -
Grenzgröße - - -
Geräte 114/900 - EQ3-2 - EOS 400D

Das Firstlight der EOS 400D. Natürlich ging erstmal alles schief was nur schief gehen kann. Das fing schon gleich damit an, dass das Akkupack der Montierung unauffindbar blieb. GUt dann eben Handarbeit, dann hatte ich die Rohrschelle verkehrt rum montiert und die Kamera lies sich nicht richtig festdrehen. Als sie dann endlich auf dem Teleskop sass musste ich feststellen, dass ich keinen gescheiten Einblick fand ohne dass mein Köpchen im Bild war, also verzichtete ich sogar auf die Nachführkontrolle sondern drehte nach Gutdünken an der Rektazensionsachse. Eine nur grobe Einnordjung ohne Sicht auf Polaris tat ihr übriges. Trotz alledem konnte ich beim ersten Test ein Bildchen von den Plejaden schiessen auf denen sie tatsächlich als solche erkennbar sind.

Montag, 10. März 2008

Selbstbau Sonnenfilter für 4,5"er





sofi1 

Fil
Das HaTR Treffen im März 08 bzw. der Hinweis doch auch eigene Geräte zur Sonnenbeobachtung (auch Weisslicht) mitzubringen nötigt mich dazu endlich mal wieder einen Sonnenfilter zu bauen. Zunächst mal den Gerätebestand anschauen und gucken was sich lohnt. 8" sind mir zu heftig, Sonne will ich ja nun öfter mal zwischenduch beobachten und da trag ich nicht ständig den grossen Dob raus, dann ist die Folie auch kein Schnäppchen mehr ausser ich blende ab. Die Wahl fällt auf den 114/900 der inzwischen einen neuen Fangspiegelhalter spendiert bekommen hat, von Günther bereits aufs feinste mit Velour ausgekleidet und auch noch recht niedrig obstruiert ist. 

Meine Hauptanforderungen waren: Absolute Sicherheit (soweit es das Thema wegrutschen betrifft), leichte Konstruktion und die Möglichkeit die Folie im Bedarfsfall leicht austauschen zu können. Nach ein paar Skizzen mit denen ich eine Stunde im Baumarkt zubrachte gings in die väterliche Bastelwerkstatt und munter drauflosgesägt, gebohrt und geschraubt. Erstmal fertigte ich aus zwei mit Klemmen aneinander gepresste Sperrholzplatten die Filterfassung mit der Bandsäge. Der inneren Ausschnitt wurde mit einer Stichsäge ausgesägt. Dann stand ich erstmal mit einer Fassung da die noch mit Schleifpapier geglättet wurd doch nun die Frage wie ich eben das befestigt bekomme. Also ging es mit dem Filter unterm Arm nochmals in den Baumarkt. Als Glücksfall erwies sich die Befestigung des oberen Plastikrings am Tubus, der mit 3 Schrauben und innen den zugehörigen Muttern verschraubt ist, dort kamen einfach Winkel dazwischen die nun fest am Teleskop verbleiben (werden noch geschwärzt) und durch M4 Schrauben die ebenfalls im Filterrand stecken kann man den gesamten Filter einfach aufstecken und mit wenigen Handgriffen mit Muttern sichern.
ter von unten, die Winkel sind direkt am Tubus befestigt mit den Originalschrauben, der Filter mit den M4 Schrauben wird einfach aufgesteckt und mit Muttern gesichert.

sofil2

Die Filterfassung besteht aus 2 identischen Sperrholzplatten die mit einander verschraubt sind, die Folie wird zwischen die beiden geklebt und kann aber dank der Schraubverbindung bei eventuellen Schäden ausgetauscht werden..
 
sofil2

Der Sonnenfilter vor dem 114/900 auf EQ3-2
 
sofi4

Der Sonnenfilter in seiner neuen Transportkiste