Dienstag, 6. Mai 2008

BB vom 06.05.2008

Datum 06.Mai 2008
Zeit 22:00 bis 1:45 Uhr
Ort westlicher Taunus
Wetter klar, Horizontdunst
Seeing gut
Grenzgröße ~5,9m M13 schwer aber blickweise freiäugig
Geräte 8" f/6, 12,5 "f/5, 10 " f/4,5, 80/600, 4" f/6,6  

Das anhaltend gute Wetter will genutzt werden und so trafen tatsächlich sechs Leute am Beobachtungsort ein, einige letzte Wolkenbänke waren gerade dabei sich zu verziehen und tatsächlich war es nach kurzer Zeit erstaunlich klar mit stärkererem Horizontdunst als noch vor zwei Tagen aber durchaus brauchbar. Zu Beginn stand die schmale Mondsichel am Horizont mit dem Planeten Merkur unmittelbar links daneben - und natürlich die Kamera vergessen...


Danke an Horia Costache für das Foto dass er an dem Abend geschossen hat.

Heute war ich kartenmässig besser vorbereitet und wollte endlich den Virgohaufen mal intensiv beobachten und vor allem mir die Wege dort einprägen. So verbrachte ich auch den Grossteil der Beobachtungszeit dort, am beeindruckendsten war da natürlich Makarians Galaxienkette, nachdem ich im grossem Newton den Bereich abfahren durfte und eine Vielzahl an schwachen und schwächsten Galaxien sehen konnte fiel es mir auch leichter im 8"er die "hellsten" Vertreter wahrzunehmen, eine tolle Fahrt durch den Cluster! Neben den Beobachtungen fasznierte mich besonders der 10" Selbstbau, ein so genannter Stringdobson, der komplett drei Kilo weniger wiegt als meine Rockerbox! Eine geniale Konstruktion, zusammengebaut voll rucksacktauglich...
CVN
  • M3: Sterne bis ins Zentrum bei 120x
HER
  • M13: Durfte natürlich nicht ausgelassen werden, bis 240x wunderbarer aufgelöster Anblick
  • NGC 6207: Auch heute war die 11,6m Galaxie problemlos zu sehen, zusammen im Gesichtsfeld mit M13
LYR
  • M57: Nur bei 240x beobachtet, leicht zitronenförmig, heller Ring und etwas dunklerer Nebel im Inneren.
LEO
  • Saturn: Zeigte auch heute wieder Cassiniteilung in den Ansen, Bauchbinde und dunkles Polgebiet (240x)
  • M66 M65 NGC 3628: Nur kurz angefahren.
VIR/COM
  • Die Tour durch den Virgo Haufen beginne ich wieder bei M60 die nah bei M59 steht. Von dort schwenke ich über M58 in dessen Gesichtsfeld auch noch M89 zu sehen ist. Dann weiter zum dicken Plop M87. Ein kleiner Schwenk reicht und ich sehe M84 und M86 der Ausgangspunkt für Makarians Chain. Schon in der Übersichtsvergrösserung bemerke ich eine weiter Galaxie die mit 84/86 ein Dreieck bildet, es ist NGC 4388 (11m). Fast genau im Mittelpunkt dieses Galaxiendreiecks sitzt ein sehr kleiner Vertreter, den ich auch erst bei höherer Vergrösserung und nachdem ich ihn direkt im 12,5"er gesehen habe, indirekt sicher halten kann, NGC 4387(12,1m). Leicht nach rechts versetzt zu dieser Gruppe mache ich eine weitere schwache Galaxie aus, NGC 4425 (11,8m). In der Verlängerung der Linie M84/86 erscheint schnell eine weitere auffällige Galaxie, NGC 4438 (10,2m) ihr kleiner Begleiter NGC 4435 (10,8m) ist ebenfalls gut zu erkennen wenn auch viel kleiner. Die Kette schlängelt sich weiter nach unten, NGC 4461 (11,2m) ist noch vergleichsweise einfach zu sehen und sticht ins Auge, der winzige (1,5'x1,5') Begleiter NGC 4458 (12,1m) erfordet schon etwas mehr Anstrengung, geht aber auch indirekt sicher. Weiter geht es nach unten, NGC 4473 (10,2m) und im gleichen Feld darunter NGC 4477 (10,4m) sind dagegen wieder einfache Objekte. Den kleinen 12,4m Begleiter von 4477 hab ich leider nicht gepackt. Die Galaxienkette schlägt nun einen Haken, NGC 4459 (10,4m) gefolgt von NGC 4474 (11,5m), zwischen diesen beiden liegt noch eine 12,8m schwache kleine Galaxie die in Armins grossem Gerät problemlos zu sehen war, mir bleibt sie aber verwehrt. Nun bleibt ein letzter grösserer Sprung zu M88 mit 9,6m fast blendend ;) Die Tour fahre ich einige Male in beide Richtungen durch, es ist faszinierend so viele Galaxien zu sehen und mit einer guten Karte macht es richtig Spass. Vor allem bin ich aber froh mich im Virgohaufen nun halbwegs gut orientieren zu können. Die Karte die mir Horia gab fand ich von der Darstellung am besten, meine mitgebrachte aus CdC tat ihren Dienst aber auch.
  •  
makarians
Quelle: Freewareprogramm Cartes du Ciel

BOO
  • Epsilon Boo: Doppelstern bei 240x problemlos getrennt, die beiden Komponenten (ihrerseits wieder Doppsterne aber weit über den Möglichkeiten meines Geräts) sollen einen schönen Farbkontrast haben, ich nehme ihn nicht so deutlich wahr.
LAC
  • NGC 7243: Offener Sternhaufen in der Eidechse, leidlich helle Sterne, eher stärker konzentriert
CYG
  • M39: Sinnlos im Teleskop, nur wenige aber sehr helle Sterne
Der Himmel war ein bisschen schlechter als am Sonntag aber durchaus gut, in UMa war ein 5m7 Stern direkt problemlos sichtbar, leider gibt es dort zu wenig Abstufungen um die GG genauer zu bestimmen, andere GG-Karten hatte ich nicht mit. Durch bedeutend weniger Wind war es aber heute um einiges angenehmer was die Temperatur angeht. Zum Ende war die Sommermilchstrasse durch den Schwan schon nett zu sehen, aber auch hier leider vom Strukturreichtum der letzten Nacht entfernt, in Zenitnähe war es aber durchweg sehr gut.

Sonntag, 4. Mai 2008

BB vom 04.05.2008

Datum 04.Mai 2008
Zeit 21:00 bis 2:00 Uhr
Ort westlicher T aunus
Wetter klar, etwas Horizontdunst
Seeing sehr gut
Grenzgröße ~6m M13 mit freiem Auge sichtbar
Geräte 8" f/6, 12,5 "f/5, 16" f/4,5, 3" f/7

Nach dem ich das ITV leider nicht besuchen konnte, ergab sich nun doch noch die Möglichkeit eine klare Neumondnacht im Mai zu nutzen. Mit Armin, Thomas und Oliver traf ich mich zum Sonnenuntergang, Merkur, der noch hätte gesehen werden können war leider wegen Bäumen unmöglich zu beobachten, doch schon nach dem ersten Blicken zu Saturn nach dem Aufbau zeigte sich, dass das Seeing ausgesprochen gut war! In Armins Gerät stand Saturn auch bei über 300x knackig scharf im Okular und zeigte neben Cassiniteilung auch atmosphärische Details und fünf Monde. Er konnte sogar das extrem selten eingesetzte 2,5mm Nagler gewinnbringend einsetzen - was für ein Anblick bei über 600x! Überrascht hat mich mal wieder wie gut sich mit einer richtig guten Mechanik auch solche Vergrösserungen noch nachführen lassen. Spasseshalber gabs dann nochmal den grössten Saturn den ich jemals gesehen habe, im 2,5mm Nagler + 2xBarlow > 1200x :) - Die Ringe berührten fast den Bildfeldrand, obwohl das Bild natürlich matschig war und wenig Details zeigte war es beeindruckend wie "ruhig" der Planet abgebildet wurde, natürlich war er innerhalb von zwei Sekunden aus dem Gesichtsfeld gewandert. In meinem eigenen Gerät zeigte sich der Planet bis 240x ebenfalls von seiner schönsten Seite. Mars peilten wir auch noch kurz an, doch war das Seeing in dieser Höhe nicht besonders, ausserdem ist er wieder ein Winzling, was aber sehr schön zu sehen war, war die Phase des Planeten. Als es dann immer dunkler wurde ging es natürlich in Richtung Deepsky, mit vielen tollen Objekten... Zum ersten Mal konnte ich auch durch den vielgelobten Pentax 75 SDHF, ein sehr schönes Richfield oder eher noch Fotogerät, visuell zeigte er im Rahmen seiner begrenzten Öffnung sehr viel, an M13 war bereits einiges in Sachen Randsterne zu sehen, M57 indirekt als winziger Ring zu erkennen. Den Karkoschka hatte ich in der Eile mal wieder liegen lassen und so suchte ich fast nur Objekte auf die ich bereits kannte, mit Ausnahme der "Begleit"galaxie von M13, die ich dank Armin erst bei ihm und schliesslich auch bei meinem Instrumente problemlos beobachten konnte. Für einen Abstecher in den Virgohaufen lieh ich mir von Thomas den Karkoschka und verfranzte mich aber trotzdem schnell in der Galaxienfülle ;) 

UMA
  • M81/82: Beide wunderschön in der Übersicht, passen ganz knapp noch ins 14er SpeersWaler, Staubtrukturen im Kernbereich von M82 und Ansatz eines Spiralarms bei M81
  • M108/97: Die Galaxie und der PN bilden ein schönes Paar im gemeinsamen Feld, die Gx ist länglich, der Eulennebel zeigte eine unruhige Oberfläche aber keine Augen.
  • M109: Schwach, wenig beeindruckend, ausser man Phad noch ins Gesichtsfeld, dann bildet der helle Stern mit der schwachen Galaxie einen interessanten Kontrast.
CVN
  • M51/NGC 5195 mit 12,5": Unbeschreiblich schön, Spiralarme und Materiebrücke nahezu wie auf einem Foto, dazu Lichtknoten.
  • M3: Auf dem Weg zwischen Cor Caroli und Arcturus liegt dieser wunderschöne, helle und bei mir bis ins Zentrum aufgelöste Kugelsternhaufen, das Peilen ist etwas haarig weil er in einer sternarmen Gegend liegt, aber mit ein paar Sekunden "Rühren" bekommt man ihn schnell zu Gesicht.
HER
  • M13: Konnte ich mich heute eigentlich gar nicht dran sattsehen, sowohl im eigenen Gerät bei den unterschiedlichsten Vergrösserungen als auch bei den anderen. Mit 8" bereits bei 120x bis ins Zentrum Einzelsterne, bei 240x ging sie heute auch noch sehr gut.
  • NGC 6207: Die 11,6m Galaxie passt mit dem 14er Speers noch zusammen mit M13 in ein Gesichtsfeld, erstaunlich leicht zu sehen und zusammen mit dem Kugelsternhaufen ein beeindruckendes Bild.
  • M92: War ebenfalls bis ins Zentrum aufgelöst, natürlich kleiner und etwas unspektakulärer als M13.
LYR
  • Epsilon Lirae: Mal zwischendurch getrennt, dieses Mal auch mit meinem wenig guten 5mm LE sehr sauber - danke liebes Seeing ;)
  • M57: Im 8"er bereits in der Übersichtsvergrösserung als winzgier Ring zu sehen, zeigt der PN bei hoher Vergrösserung einen nebligen Innteil und den etwas gequetschten hellen Ring mit ANsätzen von Struktur an den Rändern. Im 16"er eine Augenweide, es fehlt bei über 300x nicht mehr viel um einem Foto Konkurrenz zu machen.
LEO
  • Saturn: Grandios dank sehr guten Seeings, siehe Einleitungstext.
  • M66 M65 NGC 3628: Wunderbar zu beobachten, Struktur innerhalb der beiden M Galaxien, auch sie passen gerade noch ins Feld des 14ers
  • NGC 2903:Die Galaxie am Kopf des Löwen, hell, länglich
COM
  • Coma Haufen: Wunderschöner Sprenkel am Himmel mit blossem Auge
  • NGC 4565: Extreme Kantenlage, indirekt wächst sie noch mehr in die Länge. Im 12,5"er bei höherer Vergrösserung ganz klares Staubband, sie scheint fast bis zum Gesichtsfeld zu reichen, ebenso beeindruckendend zeigt sie sich in Thomas' 16"er.
  • M64: Im 12,5"er ist der schwarze Bereich im Kern überdeutlich und genial, im 8"er ebenfalls gut zu sehen, aber natürlich dezenter.
VIR
  • 3C 273: Einen Versuch war es wert, doch die Karkoschka Aufsuchkarte finde ich nicht sonderlich geeignet, ich versuche die markante Sternreihe wieder zu entdecken die ich das letzte Mal gezeigt bekommen habe, ich glaube sie auch gefunden zu haben, konnte das aber mangels guter Referenzkarte nicht bestätigen. M61 besuche ich aber bei dieser Gelegenheit
  • Kleine Tour durch Virgo: Ich setze bei M60 nud M59 an, die recht nah bei einander stehen, hangele mich von dort aus über M58 und M89, die zusammen mit M90 in einem Feld stehen bis zu Virgo A - M87, heller als ich dachte. Zugegebener Massen habe ich mich zwischendrin auch mal "verfahren" und musste zur Orientierung zurück zum Ausgangspunkt ;) M86 und M84 sind von M87 aus auch sehr schnell gefunden, dann verliere ich abermals die Orientierung im Galaxiegewimmel und da ich Thomas Karkoschka nicht den ganzen Abend in Beschlag nehmen kann, nehme ich mir vor den Virgo das nächste mal ausgiebiger zu durchforsten. Die Galaxiendichte ist immens, zwischen den hellen M Galaxien tauchen auch immer wieder diverse Schatten auf, bedeutend schwächere und kleinere Galaxien.
SCO
  • Der Skorpion klettert im Laufe der Nacht aus dem Horizontdunst empor. Schon in unseren Breiten wo ja nicht alles von ihm zu sehen ist finde ich ihn ausgesprochen beeindruckend.
  • M4: Zu Beginn noch sehr abgesoffen im Dunst, später dann viele Einzelsterne
  • M80: Auch hier zuerst ziemlich Dunst geschädigt und dazu noch recht klein, einiges an Einzelsternen kommt bei hoher Vergrösserung aber zum Vorschein.
VUL
  • Collinder 399: Der Kleiderbügelhaufen, zum ersten Mal in diesem Jahr durch das Dekarem von Oliver, freue mich diese schöne Anordnung wieder öfter sehen zu können.
  • M27: Der Hantelnebel erscheint hell und reich strukturiert, seine charakteristische Form ist direkt erfassbar, sah am besten im 14mm Speers aus.
SGE
  • M71: Kleiner Kugelsternhaufen, der sich aber bei höherer Vergrösserung viele Einzelsterne entlocken lies.
Im Laufe der Nacht war der Schwan bereits zu einiger Höhe aufgestiegen und die hellen Milchstrassenwolken zeigten schon ihre Pracht, allen voran natürlich die Cygnus-Sternwolke war reich strukturiert. Gegen 2 Uhr begannen wir mit dem Abbau, es war doch nochmal recht kühl mit etwa 6-7° geworden, durch einen stetigen Wind kam uns das noch ein gutes Stück kälter vor, der Himmel war einer der besseren gewesen und besonders das Seeing hatte heute Nacht mitgespielt.

Samstag, 26. April 2008

BB vom 26.04.2008

Datum 26.April 2008
Zeit 22:30 bis 1:00 Uhr
Ort westlicher T aunus
Wetter sehr hoher Horizontdunst, Zenit klar
Seeing gut
Grenzgröße ~5m6
Geräte 8" f/6, 8"f/5, 18" f/4,5

Zwei (relativ) klare Nächte in Folge, das muss bei dem miserablen Wetter der letzten Wochen auf jeden Fall genutzt werden und so verabredete ich mich mit Andreas an unserem Platz. Als ich dort ankam waren bereits zwei andere Sternfreunde dort, Michael und Martin die mit einem 16" AOM Dobson bereits auf der Jagd waren, kurz danach traf auch Andreas ein. Da ich sinnigerweise Karkoschka und Taki zu Hause vergessen hatte beschränkte ich mich auf bekannte Objekte vom Vorabend um sie mir noch mal in aller Ruhe zu Gemüte zu führen. Im Laufe des Abends gab ich mir dann auch den Spass mein 30mm Reese gegen das 31er Nagler zu vergleichen - :) Muss gar nicht viel dazu schreiben, an Andreas f/5 versagte es bereits weniger als die Hälfte vom Rand entfernt kläglich, das Nagler war natürlich atemberaubend. Michael kam im Laufe des Abends immer mal wieder rüber und holte uns zum 16"er wenn ein besonders lohnenwertes Objekt gefunden war, und die gab es! Die beiden hatten nämlich eine neue Aufsuchkarte für den Quasar 3C 273 getestet und ihn auch zweifelsfrei gefunden! Wow, natürlich nur ein kleiner Lichtpunkt aber vor allem im Nachhinein lief mir doch so was wie ein Schauer über den Rücken wenn man sich klar macht, dass das Licht dass ich da sah auf die Reise ging als auf der Erde die ersten Einzeller das Leben einläuteten! Vielen Dank an dieser Stelle fürs Zeigen! Noch einige Standardobjekte stellte Michael im 16"er ein, alle waren atemberaubend aber dazu mehr in der Beschreibung.

CVN
  • M51/NGC 5195 mit 16": - - - Trotz dieser doch nicht gerade tollen Bedingungen der beste M51 den ich je gesehen habe! Nicht nur alle Spiralarme sind direkt wunderbar zu erkennen, nein innerhalb der Arme sind auch viele Knoten offensichtlich und sogar NGC5195 begeistert mit inneren Strukturen insbesonder in Richtung Materiebrücke.
  • NGC 4490/NGC 4485 (Arp 269): Sehr einfach bei Beta CVN zu finden, ich lasse mir sehr viel Zeit für die beiden Galaxien. Am besten im 10mm Speers Waler bei 120x. 4490 erscheint unregelmässig im Inneren, indirekt taucht dann die nahe Begleitgalaxie auf.
  • NGC 5005(9,8m) / NGC 5033 (10,2m): Auch dieses kleine Paar nochmal besucht, schlechter als gestern.
HER
  • M13: Auch hier lasse ich mir sehr viel Zeit, derzeit am schönsten bei 120x, aufgelöst bis ins Zentrum, wahnsinnig komplexes Inneres, mehr Vergrösserung wäre schön aber das 5mm LE verdirbt den Spass. Ich lasse M13 immer wieder majestätisch ins Gesichtsfeld wandern :) Im 16"er verschlägt M13 einem schon richtig die Sprache, bei 350x eine solche Vielzahl von Sternen und riesengross!
  • M92: Auch hier Einzelsterne bis ins Zentrum
LYR

  • Epsilon Lirae: Oha, gestern noch problemlos heute sehr matschig, das Seeing dürfte eine untergeordnete Rolle gespielt haben, denn an Saturn (wenn auch zugegeben höher) war es stellenweise wirklich gut. Als ich dann auch noch Farbe sehe wird mir doch klar, dass es an meinem eingesetzten 5mm LE Okular liegen wird, die 6mm Goldkante und das 5mm Planetary waren um Welten besser. Trotzdem sind alle vier Komponenten zweifelsfrei zu sehen. In Andreas Gerät mit einem LVW (glaube ich) sah es wieder wie gewohnt knackig aus.
GEM
  • M35: Sehr schön anzusehen im 30mm Okular, der schwache OH NGC 2158 in den Ausläufern zu erkennen, jedoch unaufgelöst.
LEO
  • Saturn: es gab heute noch mehr Moment grösster Ruhe, so dass sowohl die Cassiniteilung immer wieder zu sehen war, als auch Bauchbinde und dunklere Polkappe, im 16"er ebenfalls hoch beeindruckend und bei recht gutem Seeing, die Details kommen noch einfacher rüber.
  • M66 M65 NGC 3628: Leotriplett leidet unter dem aufziehenden Dunst, im 16"er heller aber durch den mangelnden Kontrast leiden sie auch hier
  • NGC 2903:Auch noch da, länglicher Halo
  • M104 mit 16": Wow, wieder so ein echter Hingucker, mit 16" ist die von Fotos bekannte Form schon eindeutig und direkt sichtbar, scharfes Staubband und Glimmen unterhalb des Staubbandes.
COM
  • Coma Haufen: Hielt heute hauptsächlich als Testfeld 31er Nagler vs. 30er Reese her ;)
  • NGC 4565: Auch heute war die Spindel wieder eine der beeindruckendsten Galaxien, im 16" aber einfach zum Umfallen schön! Bei 350x spannt sich die nadelfeine Galaxie von Rand zu Rand mit leichten Ansätzen von Staubstukturen, sieht etwas aus wie ein Rochen der Frontal auf einen zuschwimmt.
  • NGC 4559: Nur kurz besucht.
VIR
  • 3C 273: Wie schon oben beschrieben - über 2.000.000.000 Jahre altes Licht dass da durchs Okular strömt... ein Quasar ist natürlich kein Wow-Objekt was Details angeht aber wie so oft zieht man die Faszination aus dem Wissen um dieses exotische Objekt. Michael hat im Zielgebiet sehr gut beschrieben wo genau der Quasar zu sehen ist.
So war es trotz kleiner (aber dafür um so feineren) Objektauswahl ein mehr als nur erfolgreicher Abend, hätte nicht damit gerechnet so schnell mal in den Genuss des Quasars zu kommen, vielen Dank nochmal Michael! Nun bleibt zu hoffen, dass ich mein Wetterglück in Hinblick auf das anstehende ITV nicht zu sehr strapaziert habe.

Freitag, 25. April 2008

BB vom 25.04.2008

Datum 25.April 2008
Zeit 22:00 bis 4:00 Uhr
Ort Hunsrück
Wetter teils dunstig, teils klar
Seeing gut
Grenzgröße ~5m6
Geräte 8" f/6, 8"f/6, 10" f/5, 6" f/5, 3" f/9

Der Hunsrück ist ja nun fast zum Stammplatz geworden, wenn auch leider etwas unfreiwillig deshalb weil sich zwischen unseren Treffen der Himmel einfach nicht einmal gnädig zeigte. Auch heute war das Wetter zwar stellenweise suboptimal, da es aber klare Abschnitte geben sollte und sich heute Abend noch einige weitere Leute bei Nils treffen wollten war ich natürlich dabei. So fanden sich auf einem Feld in der Nähe des (mit Nachtabschaltung gesegneten) Örtchens Liebeshausen immerhin fünf Teleskope ein. Nils mit seinem 10" f/5 und seiner selbstgebauten EQ-Plattform die heute ihr Firstlight haben sollte, Marius mit seinem 8" f/6 GSO, meinereiner mit dem selben Gerät, Jonas mit einem 6" f/5 der auf meiner EQ3 platznahm und Max mit einem 76/700 Newton. Zu Beginn war der Himmel noch recht grossflächig mit Schleiern und Cirren überzogen, die sich aber im Laufe des Abends soweit verflüchtigten, dass es eine lohnende Nacht wurd, allerdings war erst ab ca. 40° Höhe vernünftig zu beobachten, jede Menge undurchdringliche Horizontsuppe mit vielen Aufhellungen. Die Nachtabschaltung einiger umliegenden Ortschaften brachte aber nochmal nach 24 Uhr eine spürbare Verbesserung. Natürlich wurde viel erzählt und gefachsimpelt, Okulare einmal quer durch getauscht und getestet aber selbstverständlich auch eine Menge beobachtet :)

1

PER
  • h+x (NGC 884/869): Ein Blick musste trotz tiefem Stand in der Suppe sein, dementsprechend wenig eindrucksvoll.
UMA
  • M81/82: Zusammen im Übersichtsokular immer wieder ein Augenschmauss, bei höhere Vergrösserung überdeutliche Staubstrukturen im Kerngebiet von M82.
  • M108/97: Der Kontrast zwischen dem hellen, kreisrunden und detailarmen PN und der schwächeren GX in Kantenlage ist ein beeindruckendes Bild
  • M109: Galaxie recht schwach, keine Details.
CVN
  • M51/NGC 5195: Beide Galaxien sind problemlos direkt zu sehen, indirekt Ansatz von Spiralarm - heute definitiv keine Materiebrücke
  • NGC 4490/NGC 4485: Die längliche Galaxie die bei höherer Vergrösserung einíge Unregelmässigkeiten erahnen lässt, ist auch als Arp 269 bekannt und wechselwirkt mit einem etwa 12mag schwachen Begleiter. Dieser (NGC 4485) ist blickweise direkt zu sehen, indirekt sogar hell und sehr sicher zu beobachten - sehr interessantes Objekt!
  • NGC 5005(9,8m) / NGC 5033 (10,2m): Während des Streifzugs durch Canes Venatici stolperte Marius über diese beiden Galaxien, die wir erst nachträglich sicher identifizieren konnten, da ich meinen Taki zu Hause vergessen hatte. Ein weiteres Paar, das einen Besuch lohnt.
  • M3: sehr schöne Kugelsternhaufen, bei hoher Vergrösserung aufgelöst.
HER
  • M13: Macht nun schon wieder richtig Spass, grandios in jedem Teleskop, ab 8" voll aufgelöst aber auch der 150/750 zeigt schon beträchtlich viele Sterne
  • M92: Der Nachbar von M13, nicht minder schön.
CYG
  • M29: Wenig beeindruckender Sternhaufen, kastenförmig.
  • Albireo: Wunderschön in jedem Teleskop, der Farbkontrast macht ihn zum möglicherweise schönsten Doppelstern.
  • M56: Schwach und unaufgelöst in der Übersichtsvergrösserung.
LYR
  • M57: Am beeindruckensten im 10"er, zitronenförmig, Ansatz von Strukturen an den spitzen Enden, innere des Nebels schwächer aber gut zu erkennen, der Baader OIII nimmt nach einhelliger Meinung zu viel Licht.
  • Epsilon Lirae: Der Vierfachstern lässt sich sowohl in Marius als auch in meinem 8"er sauber bei 200x in der 6mm Goldkante trennen, ein Pflichtdoppelstern ;)
GEM
  • M35: Sowohl im Felstecher als auch im Teleskop ein interessanter Anblick, hat beides seinen Reiz.
CNC
  • M44: Praeseppe bietet eigentlich nur im Fernglas ein beeindruckendes Bild
LEO
  • Saturn: Das Seeing zeigte sich heute des öfteren gnädig und Saturn zeigte ausser seinen Monden auch immer wieder die Cassiniteilung in den Ansen und die Bauchbinde.
  • M66 M65 NGC 3628: Das Leotriplett war problemlos zu erfassen und sogar im 14mm Speerswaler noch voll im Gesichtsfeld.
  • NGC 2903: Die Gx am Kopf des Löwen ist schnell eingestellt zeigt aber keinerlei Details ausser einem Kern und Halo.
  • M104: Die längliche Sombrero Galaxie zeigte ihr scharfes Staubband, ich konnte allerdings keinen Schimmer mehr unterhalb dieses ausmachen.
COM
  • Coma Haufen: Mit blossem Auge schon beeindruckend, weniger beeindruckend Fernglas wegen seiner Grösse
  • NGC 4565: Die extreme Spindel ist ein echtes Highlight
  • NGC 4559: Ebenfalls länglich aber kein Vergleich zu 4565
Zum Abschluss gaben wir uns schon während des Abbauens unseren ersten Jupiter der Saison, natürlich extrem abgesoffen im Horizontdunst, umso erstaunlicher, dass neben den galileischen Monden die sich alle auf einer Seite des Planeten befanden sogar ein dunkles Band auszumachen war.
Die Nacht war erstaunlich kalt geworden (min. 3°C) aber das vergisst man angesichts der tollen Objekte und netter Gesellschaft schnell, achja der Mond schob sich natürlich auch hoch, kurz geschaut - ja noch alle Krater da ;)

mond
Ooooh Centaurus A... ach nee is doch nur der Mond.

2
Das Buch scheint gut zu sein...
Spass muss sein ;)

Sonntag, 30. März 2008

Der Transport der russischen Raumfähre "Buran"


Ein wohl einzigartig bleibender Transport fand heute am 10.04.08. praktisch direkt vor meiner Haustür statt. Ein russischer Raumgleiter kam auf seiner Odysee von Saudi Arabien zum Technik Museum Speyer auch an Wiesbaden vorbei. Auf einem etwa 25m breiten und über 80m langen Ponton wurde das teilweise demontierte Raumfahrzeug über den Rhein geschippert. Dank GPS an Bord konnte man sich jederzeit im Internet über den aktuellen Aufenthaltsort des Transports informieren. Letztmalig sah ich gegen 14 Uhr dass sie sich kurz vor Rüdesheim befand. Gegen 15 Uhr wollte ich mich mit einem Bekannten in Schierstein (Wiesbaden) treffen, lange Zeit wartete eine grosse Gruppe von Schaulustigen auf das Raumschiff und gegen 16:15, eine Stunde vor der Vorbeifahrt konnte ich die Konturen der Buran erstmals im 60mm Zoomfernglas bei 30x Vergrösserung erspähen. Erst quälend langsam dann aber doch recht zügig näherte sich das Transportschiff meiner Position. In den letzten Minuten vor der Vorbeifahrt wurde es richtig eng am Rheinufer, Hunderte fanden sich dort ein um das Raumschiff zu sehen, sogar auf der etwa 1km entfernten Autobahnbrücke drängten sich Unmengen von Menschen um das Schiff von oben zu beobachten. Hier nun eine Auswahl der Fotos die ich geschossen habe. EOS 400D mit 135mm Tele. Das Erlebnis war schon einmalig, vor allem unterschätzt man gerne die wahren Dimensionen des Shuttles, erst wenn man die "winzige" Zugmaschine vor dem Raumschiff sieht wird einem dies bewusst..

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